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Mit diesen Tricks macht Bahnfahren wieder Spaß...

3  17.07.2002

Pro:
angenehmer und umweltfreundlicher als Autos

Kontra:
Schlechter Service bei zu hohem Preis

Empfehlenswert: Ja 

Patrick3000

Über sich:

Mitglied seit:16.06.2000

Erfahrungsberichte:66

Vertrauende:16

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 36 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Und wir ärgern uns immer wieder.
Umsteigen in Frankfurt, 27 Minuten Verspätung mit dem ICE und der Anschlusszug „hat leider nicht mehr warten können“. Nächste Anschlussmöglichkeit dann 2 Stunden später
(Beispiel: Köln – Dresden über Frankfurt Main Hbf).
Na super, was mache ich jetzt 2 Stunden auf dem Bahnhof? In der Regel ist man mit seinem Gepäck auch nicht gerade beweglich. Also wenn schon nichts aus dem Stadtbummel während des Zwangsaufenthaltes wird, dann sollte man wenigsten den Weg zum Bahnpersonal finden.
Immerhin haben wir jetzt eine Reisezeitverzögerung von 2 vollen Stunden, oder besser 120 Minuten!
Zack zum Schalter, doch die lange Warteschlange lässt erneut wenig Freude aufkommen. Nach ca. 15 Minuten (mit immer noch guter Laune!) sehe ich einen Lichtblick. Eine scheinbar nette ältere Dame fragt „schönen Guten Tag, was kann ich für Sie tun?“. Soweit so gut.
Kurz erläutere ich der Dame das Problem und verlange (freundlich) den mir zustehenden Reisegutschein. Das ist doch das Mindeste, wenn ich hier schon 2 Stunden warten muss.

Vielleicht sollte ich nebenbei bemerken, das dieser Gutschein wirklich äußerst spendabel von der Deutschen Bahn bereitgelegt wird. Ein ICE - Restaurant Komfort Gutschein für die Mitropa (Gourmet Menü) mit einer zusätzlichen Person + Partner Ticket einmal quer durch Deutschland im Bordrestaurant all inclusive**** bitte aufwachen........
...... denn das kann man wirklich nicht erwarten. Stattdessen hat die Bahn einen ICE Zuschlag (ehem. 7 DM) im Programm, aber den gibt es nur, wenn der ICE mindestens 30 Minuten Verspätung hatte.
Mein Gegenüber war inzwischen soweit und hatte den Zug im Computer gefunden.
„Nur 27 Minuten, leider keinen Anspruch. Sonst noch Fragen?“.
Natürlich muss man sich nicht so abspeisen lassen. Daraufhin verwies die Dame auf den zuständigen Kollegen zwei Schalter weiter. Erneutes Anstellen war hier angesagt. Auch diesmal nichts neues: „Da kann ich leider nichts machen, setzen Sie sich doch in die DB Lounge, dort liegen auch Zeitungen aus!“.
„So geht es nicht“, dachte ich. Nach einigem Hin und Her konnte ich dann wenigstens noch ein Gratis Getränk in der Lounge abholen. Gegen etwas Essbares wollte man mir den Gutschein aber nicht eintauschen. Dann habe ich doch Zeitung gelesen und gewartet, bis die Bahn kommt (kam).

Was lernen wir daraus: Kundenservice für zufriedene Kunden wird bei der Bahn offensichtlich „sehr groß“ geschrieben.
Und deshalb sollte man andere Wege gehen. Mit Köpfchen. Alles legal, aber eben: Gewusst, Wie!

Und so geht es:

Bei Zugverspätungen solltet ihr euch grundsätzlich nicht auf irgendwelche großzügigen Gutscheine der Bahn verlassen. Wichtig ist nur eine Bescheinigung über die Zugverspätung. Die gibt es ebenfalls am Schalter, ausnahmsweise kostenlos. Diese Bescheinigung mit einem entsprechenden Brief sollte man direkt nach Berlin in die Zentrale der Bahn senden. Aus Erfahrung weiß ich, dass die daraus resultierenden Gutschriften doch schon größer ausfallen können. Schließlich reklamiert nur 1/10tel aller Reisenden bei Verspätungen und verlangt das, was ihnen zusteht. Und das sind wahrscheinlich auch noch zu viele.

Weiterhin sollte die durch den verpassten Zug ungültig gewordene Reservierung nun am Schalter kostenlos gegen eine Neue getauscht werden. Sollten die Züge total überfüllt und keine Reservierung in der zweiten Klasse mehr möglich sein, dann muss man auf Reservierung in der ersten Klasse bestehen. Schließlich hat man nicht im Vorfeld für das Stundenlange stehen im Zug bezahlt. Auch hier muss man freundlich aber bestimmt vorgehen und sich nicht abwimmeln lassen. Vieles ist nämlich möglich, aber DIE BAHN will erst mal eben NEIN sagen.

Hinfällig gewordene Zuschläge müssen ebenfalls getauscht werden.

Wenn man aufgrund der Verspätung jetzt einen Umweg zum Ziel fahren muss, weil etwa keine Züge mehr den direkten Weg fährt, so heißt es auch hier: Das muss DIE BAHN zahlen und nicht der Kunde.
Bei extremen Verspätungen kann es vorkommen, dass Getränke in der Mitropa spendiert werden. Natürlich nur 1 Getränk und zwar alkoholfrei. Das sollte man wahrnehmen. Allerdings geht auch hier mehr. Neulich hatte ich selbst den Fall. 40 Minuten zu spät los gefahren, weil das ankuppeln eines zweiten ICE T in Frankfurt nicht glückte.
Um den immer lauter werdenden Ärger der Fahrgäste im Keim zu ersticken kam plötzlich die Durchsage: „Wir möchten uns entschuldigen... und deshalb steht für jeden 1 Getränk in der Mitropa bereit, solange der Vorrat reicht.“.
Nachdem scheinbar alle das Bordrestaurant stürmten und eilig ein Pils bestellten kam eine neue kreischende Ansage: „Ich bitte um ihre AUFMERKSAMKEIT, es gibt nur ALKOHOLFREIE GETRÄNKE, ich wiederhole: ALKOHOLFREI.“ Fast schon hysterisch rannte daraufhin das Personal durch die Gänge um die Tumulte im Bordrestaurant eilig zu schlichten. Einige hatten es dennoch geschafft ihr Pils zu bekommen. Hartnäckigkeit lohnt eben.
Da ich selbst genug Getränke dabei hatte, bin ich ins Bordrestaurant gegangen um etwas zu essen. Natürlich würde ich nicht im Tausch gegen mein Getränk ein belegtes Brötchen bekommen (das wusste ich ja jetzt aus Erfahrung). Ich dachte: Notfalls zahle ich halt noch etwas drauf. Jedenfalls schien alles dann doch unproblematischer als ich glaubte. „Bitte statt dem Getränk dieses (leckere) Salami Brötchen.“
Und schon hatte ich, was ich wollte. Ohne Kostenaufwand. Ich war ausnahmsweise zufrieden, allerdings nur für den Moment, denn auch ein leckeres belegten Brötchen ist irgendwann aufgegessen. Spätestens dann vielen mir wieder die inzwischen 60 Minuten ein. Schließlich bin ich doch noch im Zielbahnhof angekommen, wenigstens nicht mit leerem Magen.

Es gibt aber noch Dinge, die bereits im Vorfeld erledigt werden können und dann, wenn alle gut geht, die Bahnfahrt viel angenehmer machen.
Ich beziehe mich auf die Sitzplatzreservierungen in den ICEs der Deutschen Bahn, die keinesfalls sinnlos sind.

Wusste zum Beispiel jemand, dass es in allen ICE Zügen der ersten Generation (ICE 1) in einem Wagen der zweiten Klasse VIDEO Plätze gibt? Nein? Dann beim nächstem mal testen.
Den ICE 1 erkennt man am separaten Triebwagen und den Papierreservierungen im Zug. Im Zweifel weiß aber immer das Bahnpersonal bescheit. Einfach bei der Reservierung nach Video am Platz fragen und damit den Platz sichern. Wer nicht reserviert, weil vielleicht zu bestimmten Zeiten die Züge leer sind, der geht in Wagen 3 und sucht sich einen freien Platz. Das ist nämlich der Videowagen, der soweit ich weiß, auch in allen in Frage kommenden Zügen der Gleiche ist (auf der Strecke Köln – Berlin getestet). Wichtig sind nur die Kopfhörer, das Programm macht die Bahn. Zwei wählbare Sender mit Kinofilmen und Kurzfilmen versüßen die sonst eher langweilige Fahrt. Das entspannt auch ungemein, vergisst man doch zuweilen glatt, dass man eigentlich im Zug sitzt.

In den neueren Zügen bleibt dieser Service allerdings der ersten Klasse vorbehalten. Denn alles, was uns lieb ist, ist der Bahn eben zu teuer!
Dennoch gibt es auch in den neueren ICE T, ICE TD und ICE 3 ein Schmankerl: Die sogenannten Panorama Lounges, sogar auch in der zweiten Klasse. Dort kann man dem Fahrer direkt über die Schulter schauen oder am Ende des Zuges den Blick nach hinten genießen. Ein wirklich neues Fahrgefühl, da vergehen 4 oder mehr Stunden Bahnfahrt wie im Flug. Nur durch eine Glasscheibe vom Fahrer getrennt sitzen bis zu 8 Personen in der Lounge. Wind und Wetter aus der Sicht das Fahrers, direkt vom Platz. Auch entgegenkommende Züge sieht man schon viel eher als sonst.
Das sollte man unbedingt mal ausprobieren. Für 2.60 € heißt es rechtzeitig reservieren, denn diese Plätze sind heiß begehrt.

Und noch ein Tipp zum Schluss: Ab Dezember gibt es die neue Bahncard, die nur noch 25% Rabatt auf den Fahrpreis gewährt. Wer noch ein Jahr sparen will sollte die alte Bahncard möglichst kurz vorher kaufen, denn die gilt dann noch ein Jahr mit 50% Nachlass.
In diesem Sinne wünsche ich Gute (Bahn) Fahrt und möglichst immer pünktliche Züge.

Viele Grüße.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
heartshh

heartshh

18.07.2002 23:59

Habe auch schon die Erfahrung gemacht, dass die Bahn weiß, wie sie die Kunden verschreckt.

Gaylight

Gaylight

17.07.2002 19:55

dass es im bordrestaurant auch mal was umsonst gibt, überrascht mich aber sehr - ist doch sonst alles total überteuert unf für ne bratwurst muss man schon 4 € einplanen *g*...

moritzman

moritzman

17.07.2002 19:30

Danke für diese Tips. Komm doch mal vorbei, würde mich freuen. Bis bald ... Moritz

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