DB - ICE/ICE-Sprinter

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DB - ICE/ICE-Sprinter

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1300 Kilometer in 2 Tagen, und das mit der Deutschen Bahn

3  15.04.2010

Pro:
Bequeme Sitze, netter Service, viel Beinfreiheit

Kontra:
Preise, Sauberkeit a . d .  Toiletten, Unpünktlichkeit

Empfehlenswert: Ja 

Naseweis24

Über sich:

Mitglied seit:02.11.2000

Erfahrungsberichte:72

Vertrauende:24

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 106 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Vorwort
*********

Ich werde während der Zugfahrt diesen Bericht schreiben, also wird hin und wieder ein Eindruck zu lesen sein, der nicht nur und ausschließlich Informationen bereit stellt, sondern ganz live berichtet, wie mein Gesamteindruck so ist und wie es mir während der Zugfahrt ergangen ist. Wer dazu keinerlei Informationen lesen möchte, sollte sich die für ihn relevanten Abschnitte raus suchen und den Rest einfach überfliegen. Ich möchte diesen Bericht einfach für jeden spannender gestalten und jeden, der möchte, an meiner Reise quer durch Deutschland teilhaben lassen.

Grund der Zugfahrt
****************

Ich arbeite als Ergotherapeutin in einem Berufsförderungswerk. Hier arbeite ich im Assessment-Bereich, genauer in einer Maßnahme, die sich speziell an psychisch erkrankte Menschen richtet. Meine Aufgabe besteht unter anderem darin, innerhalb von sechs Wochen festzustellen, welche Fähigkeiten die Teilnehmer dieser Maßnahme haben, welche Interessen sie verfolgen. Wichtig ist auch, festzustellen, ob der Teilnehmer seine Fähigkeiten in Bezug auf seinen Berufswunsch realistisch einschätzt und ob es eventuell noch Defizite gibt, die vor anstehender Umschulung oder Wiedereintritt in den erlernten Beruf bearbeitet werden sollten.

Hierfür nutze ich im Berufsförderungswerk verschiedene Methoden. Ich nutze typische ergotherapeutische Befundsysteme, unter anderem arbeite ich mit den Menschen am Computer, um ihre dortigen Fähigkeiten beurteilen zu können, ich arbeite handwerklich mit Ihnen, um sehen zu können, ob sie eventuell Schwierigkeiten haben, feinmotorisch oder sehr genau arbeiten zu können (das ist für viele Berufe sehr wichtig) und ich nutze Gruppenprojekte, um verschiedene soziale Fähigkeiten überprüfen zu können.

Zusätzlich ist es wichtig, das schulische Wissen zu überprüfen, da viele Teilnehmer über 40 Jahre alt sind und dementsprechend schon lange aus der Schule raus sind, das Lernen neu erlernen müssen, Wissensstände auffrischen müssen, bevor es in eine eventuell anstehende Umschulung geht.

Ganz generell sind die wichtigsten Aspekte und Beobachtungen, die Beurteilung von Ausdauer, Konzentration, Kontaktfähigkeit, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Feinmotorik, Selbstständigkeit, Teamfähigkeit, Frustrationstoleranz....usw.

Am allerwichtigsten ist aber die Einschätzung, ob die Teilnehmer aus der Sicht eines interdisziplinären Teams ausreichend stabil ist, um den Anforderungen einer Umschulung gerecht zu werden oder ob es noch eine Art „Restsymptomatik“ gibt, die erst medizinisch behandelt werden sollte.

Ich nutze zu all diesen Methoden und Testungen außerdem ein Testverfahren, welches ausschließlich die „handlungsorientierten motorischen Eignungen'' ermittelt. Diese Testung wird über einen ganzen Tag lang durchgeführt und die Ergebnisse geben Aufschluss über Qualität, Tempo, Routine, Werkzeugeinsatz- und Steuerung. Diese Testung nutze ich nun seit über einem Jahr und es wird endlich Zeit für eine Fortbildung in diesem Bereich.

Also muss ich dafür nach Waiblingen fahren (das liegt kurz hinter Stuttgart). Gebucht habe ich die Schulung im Januar, heute sitze ich im Zug und fahre dorthin.

Buchung / Preise
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Ich wusste, wann die Schulung losging, nämlich an diesem Montag um 13:30 Uhr. Das hieß für mich, dass ich knapp eine Stunde vorher dort sein sollte. Ich klickte mich ins Internet und rief die Seite der Deutschen Bahn auf. Hier gab ich meine Daten ein. Ich wollte um etwa 12:30 Uhr in Waiblingen sein. Das Netz spuckte folgende Verbindung raus: ich musste um 5 Uhr aufstehen!!! Welch Grauen. Das ist nicht meine Zeit, aber was nutzt es?

Die Fahrkarten für die Fahrt (von Delmenhorst, über Bremen, Osnabrück, Münster, Dortmund, Köln, Frankfurt, Mannheim, Stuttgart, Waiblingen buchte mein Arbeitgeber im Reisebüro. Die Fahrkarten erhielt ich eine Woche vorher, sie kosteten inklusive Sitzplatzreservierung (4,50 Euro pro Strecke) 251 Euro.

Die Fahrt
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Um 6:12 fuhr mein Zug am Heimatort los. Ich laufe zum Bahnhof zum Glück nur ein paar Minuten. Aber natürlich stand ich schon um 5:50 Uhr doof am Bahnhof rum, da ich immer befürchte, zu spät zu kommen. Nur ein paar Minuten nach meinem Einstieg in den Regionalzug stieg ich am Bremer Hauptbahnhof aus, kaufte mir Croissant und Kaffee und ging dann zu meinem laut Reiseplan angezeigten Bahnsteig. Nur ein paar Minuten später rollte der schicke, weiße ICE 515 ein.

Mit mir warteten wirklich viele Menschen am Gleis, so stand ich erst mal in einer langen Schlange, bis ich den Zug besteigen konnte. Mit einer schweren Laptoptasche, einer schweren Handtasche (da sind wichtige Dinge drin!) und einem übervollen Trolly, sowie einem Kaffee in der anderen Hand kam ich im Zug an. Ich stellte meinen Kaffee erst einmal auf einem der kleinen Tische ab, legte die Taschen auf einen beliebigen Sitz und sichtete dann meine Reiseunterlagen, um meine Sitzplatzreservierung einzusehen. Dort stand, dass ich in Wagen 23 auf Platz 81 Platz nehmen soll. Oh je, ich war in Wagen 26 gelandet (ja, ich hätte auch vorher schon mal hineingucken können, aber habe ich schon erwähnt, dass 5 Uhr morgens nicht meine Zeit ist und 6:37 Uhr auch noch nicht so richtig).

Ich nahm also meinen Kaffee wieder in die Hand und lief mit dem Trolly, der Handtasche, der Laptoptasche, dem Kaffee und schnaufend durch den langen langen Zug. Vorbei an einer kleinen Bar, in der sich zwei Bedienstete der Bahn befanden. Dort fragte ich kurz an, ob ich mich auf dem richtigen Weg befände. Man bejahte dies freundlich.

Ich kam vorbei an zwei Toiletten und gelangte dann endlich in den Wagen 23. Den ganzen Weg über öffneten sich die Glastüren von selbst, als ich die Wagons betrat. Das war wirklich angenehm, denn ich hatte ja bekanntlich keine Hand frei (wegen des Kaffee´s, der vollen Hand......naja, ihr wisst schon).

An meinem Sitzplatz angekommen (die Nummern stehen wie im Flugzeug über den Sitzen) stellt ich fest, dass ich leider einen ohne diesen schönen Tisch dazwischen erwischt hatte. Naja! Immerhin hatte ich zwei Sitze nebeneinander ganz für mich alleine (hoffe, dass sich keiner mehr dazu setzt, bin ja erst kurz hinter Osnabrück). Ich setzte mich an den Fensterplatz in Fahrtrichtung (fahrt ihr auch nicht so gerne rückwärts?), das Fenster war leider etwas verbaut durch eine kleine Trennwand zwischen den Sitzreihen, so konnte ich nicht ganz so viel sehen, schade!

Ich hing meine Jacke an einem der Haken auf, die rechts an der Fensterseite platziert waren. Den Trolly stellte ich in den Fußraum meines Nachbarn (der ja zum Glück nicht da ist!). Die anderen Taschen legte ich auf den Sitz des Nachbarn (immer noch nicht da).

Komfort
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Als ich da so saß, bemerkte ich sofort, dass der Sitz total bequem war. Er war etwas zu weit nach hinten eingestellt, das heißt, ich lag ein wenig im Sessel. Durch einen kleinen Druck an der rechten Unterseite der Armstütze, konnte ich den Sitz aber wieder zurück stellen, somit saß ich dann gerade in meinem Sessel (ich nenne ihn extra Sessel, da er wirklich sehr bequem ist).

Vor mir befindet sich ein kleiner Klapptisch, dieser ist am Sitz des Vordermannes (da sitzt auch wirklich einer) befestigt. Diesen klappte ich herunter und stellte meinen Kaffeebecher in die dafür vorgesehene Aushöhlung im Tisch.

Unter dem Sitz des Vordermannes befindet sich eine ausklappbare Fußstütze, diese probierte ich mit meinen kurzen Stelzen gleich mal aus. Ich klappte sie ganz nach unten und ließ sie dann stufenweise nach oben wieder einrasten, bis ich die gewünschte Höhe erreicht hatte. Sehr angenehm!

Erst hatte ich überlegt, die Unterlagen für die Schulung noch einmal durchzugehen, den ganzen Ordner durchzublättern und mich sehr genau darauf vorzubereiten, dann überkam mich die Unlust und der Drang, einen neuen Bericht zu verfassen. Finde ich irgendwie viel besser.

Ich sah mir gegenüber eine junge Frau, die auf ihrem Notebook rumtippselte. Ich hatte vorher schon überlegt, wie lange ich wohl mit meinem Akku hinkommen würde, sah aber bei der jungen Frau ein Kabel aus ihrem Notebook hängen. Sowas, sollte es hier etwa Strom geben? Ich muss dazu sagen, dass ich seit gefühlten 100 Jahren nicht mehr mit dem Zug gefahren bin (naja, Regionalzüge schon, aber die zählen ja nicht, oder? Da muss man die Türen noch von Hand bedienen und ich bezeichne diese Bahnen gerne als Gesindelexpress, da
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DB - ICE/ICE-Sprinter Kaffee - DB - ICE/ICE-Sprinter
Kaffee vom Pullover-Mann
ich sie nur am Wochenende nutze, um nach Bremen zu gelangen und das meistens abends und dann macht dieser besagte Gesindelexpress seinem Namen alle Ehre) und ich von Technik überhaupt keine Ahnung habe (habt ihr schon mal einen Technik-Bericht bei mir gesehen? Suchen lohnt nicht!).

Also machte ich mich auf die Suche nach einer Steckdose und wurde nach ganz kurzer Zeit fündig. Zwischen den Sitzen befindet sich doch tatsächlich eine! Allerdings nur eine. Das heißt, sobald ein Nachbar kommt, müssen wir uns darum prügeln oder er muss halt lesen, schlafen, weg gehen....was auch immer.

Gerade bin ich durch Münster durchgefahren! Hier sind massig viele neue Menschen eingestiegen und eine Frau fragte, ob der Platz neben mir noch frei sei. Ich sagte, ihr, dass ich nicht wisse, ob er reserviert sei, ich aber auch nicht wisse, wo ich meine ganzen Taschen sonst lassen sollte. Sie ging weiter! Puh, Gott sei dank. Aber mal ehrlich: mit viel Gepäck ist man hier ein wenig aufgeschmissen. Es ist ja nun nicht so wie im Flugzeug....Gepäck aufgeben und in Ruhe nur mit der Handtasche einsteigen. Hier muss ich das ganze Gepäck irgendwie unterbringen. Mein Trolly ist so schwer, dass ich ihn weder so hoch heben könnte, noch der Gepäckablage über mir zutrauen will. Ich glaube, die bricht dann sicher ab, knallt dem Vordermann auf dem Kopf und würde dann vom vorderen Teil bis zum hinteren Teil des Wagons mit der Nummer 23 abreißen. Lieber nicht! Kopfkino, ohje!

Ach so: das Notebook. Also, ich stöpselte meinen Stecker ein und stellte das Notebook vor mir auf den ausgeklappten Tisch. Etwa 10 Minuten nachdem ich das tat, schraubte mein Vordermann (oder Vorderfrau....ich guck mal eben....Vordermann!) seinen Sitz nach hinten. Er klappte damit fast meinen Monitor zu! Ich hatte echt kurz Angst um mein Notebook. Es passiert aber nichts. Also musste ich das Notebook etwas näher an mich heranziehen (es drückt jetzt ein wenig gegen meinen Bauch....liegt an dem fetten Notebook!), um die Monitorklappe richtig ausklappen zu können (heißt das Monitorklappe?).

Seitdem tippe ich nun und kriege von der Welt da draußen kaum was mit. Kurz spürte ich ein paar Sonnenstrahlen, jetzt gucke ich raus und es sieht so aus, als wenn es bald regnen würde. Blöd!

Die Beinfreiheit hier ist übrigens für mich ganz groß (aber ich bin mit meinen kurzen „Kack“-stelzen auch kein Maßstab). Aber selbst der Mann links gegenüber von mir mit seinen geschätzten 1,85 Meter Körpergröße sitzt bequem (sieht zumindest so aus, will ihn aber auch nicht fragen oder fotografieren). Zwischen den Sitzen (Sesseln!) befinden sich Einstecklöcher (ich benutze gerne die einfachsten Begriffe für so technische Wunderwerke), in die man Kopfhörer stöpseln kann. Da kommt dann sicher Musik raus, so wie ich das aus Flugzeugen kenne. Nächstes Mal nehme ich dann Kopfhörer mit oder kaufe mir welche in Stuttgart.

Die Sitze haben übrigens am Kopf extra ein hellblaues, kleines Kopfstützen-Kissen, in das man prima seinen Kopf legen kann! Wieso haben die Fluggesellschaften sowas nicht? Ist wirklich schön kuschelig und riecht ganz frisch (ich rieche an fast allem, in das ich meinen Kopf lege! Wer weiß, wer da schon drin rumgelegen und gesabbert hat?).

Die Armstützen an den Seiten und zwischen den Sitzen sind hochklappbar, so könnte auch ein Mensch mit einem ganz ganz breiten Popo bequem sitzen (nicht, dass ich so einen hätte.....*klapp).

Der Zug ist insgesamt leise, es wackelt in der Nähe verschiedener Bahnhöfe immer ein wenig, sonst fährt der Zug immer ruhig, ein angenehmes Summen ist zu hören.

Auf dem Fußboden befindet sich übrigens ein dunkelgrauer, gestreifter Teppich, das lässt den Zug deutlich gemütlicher erscheinen als die typischen Regionalzüge mit dem formschönen PVC-Belag.


Das Publikum im Zug
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Hier ist es so ganz anders als im Gesindelexpress! Hier sitzen viele nette Menschen. Dass sie alle viel wacher scheinen als ich, finde ich zwar irgendwie unheimlich, aber sonst scheinen alle sehr nett zu sein. Ich bezeichne Menschen im Zug als nett, wenn sie leise sind, kein Dosenbier saufen und danach rülpsen, ihre Turnschuhe (hier hat nicht mal einer welche an) mit der Hundekacke an der Sohle nicht auf den Sitz des anderen legen, den Mülleimer nicht mit Dreck vollstopfen, nicht Musik aus einem Ghettoblaster hören, nicht ins Handy schreien, dass man bald rüberkommt, man wisse schon, wo das Haus wohnt und keine schreienden Teenies, die einen anschnautzen, wenn man „doof guckt“.

Also: ich bin angenehm überrascht. Hier sitzen meiner Beobachtungsgabe nach Menschen, die auf dem Weg zur Arbeit sind, Familie und Freunde im entfernten Teil Deutschland besuchen wollen oder junge Studenten auf dem Weg in die weit entfernte Uni. Direkt hinter mir sitzt ein junges Pärchen, welches vom Flughafen Frankfurt aus in den Urlaub fahren will (haben ein Zug-zum-Flug-Ticket, das habe ich gehört, als sie sich unterhalten haben).

Es ist ruhig hier, total ruhig. Kaum jemand unterhält sich (sehr angenehm um die Uhrzeit), fast alle lesen oder schlafen (das könnte ich ja nie, hätte viel zu viel Angst, laut zu schnarchen oder den Bahnhof zu verpassen, kann ich im Flugzeug schon immer nicht).

Service
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Über den Türen gibt es eine Digitalanzeige, auf dieser ist in deutsch und englisch Werbung und Informationen der deutschen Bahn zu sehen. Hier steht die Zugnummer (ICE 515), die Uhrzeit und die Wagennummer. Von Zeit zu Zeit zeigt die Anzeige die Stundenkilometer an, als ich hinschaute, fuhren wir 140 km/h.

Auf dieser Digitalanzeige steht auch immer wieder, welchen Bahnhof wir als nächstes erreichen werden.

Die Werbung in dieser Anzeige weist immer wieder auf Angebote der Deutschen Bahn hin (Gruppentickets, Bahncards, usw.).

Kurz vor der Einfahrt und kurz nach der Ausfahrt aus den großen Bahnhöfen (an den kleinen hält ja so ein ICE zum Glück nicht) spricht ein männliches Wesen zu mir. Er begrüßt alle, weist auf das Frühstücksangebot hin, erwähnt die Zielbahnhöfe und wünscht allen eine gute Reise. Zusätzlich natürlich auch auf englisch. Dieses Mal sagt er auch, dass er sich dafür entschuldigt, dass die Sitzplatzreservierungen über den Sitzen nicht angezeigt werden können (wegen eines technischen Fehlers, soso). Mir egal. Ich sitze!

Nach der Ausfahrt in Bremen lief eine junge Dame mit ihrem „Servicewagen“ durch die Gänge und fragte, ob sie etwas anbieten dürfe. Auf dem Wagen sah ich belegte Brötchen, Kaffee, Nüsse, lecker Schokolade, Säfte, Wasser, usw. Da ich nichts wünschte, kann ich auch leider nicht sagen, wie die Preise sind. Sollte ich auf der Rückfahrt etwas kaufen, werde ich davon berichten.

Eine kleine Bar gibt es im Zwischenwagen. Die habe ich gesehen, als ich durch den Zug lief. Was es da gibt, konnte ich bei der Hektik nicht erhaschen.

Gerade fahre in Dortmund ein, das will ich mir mal eben anschauen. Also: typischer Bahnhof, ein Kino direkt daneben (das muss wohl so sein), viele müde Menschen am Bahnsteig, knutschende Pärchen, viele Pappkaffeebecher und: es steigen mehr Menschen aus als ein. Sehr gut!

Die Bediensteten sind übrigens sehr gut gekleidet. Sie haben eine Art Uniform an, alles sitzt perfekt, sieht gepflegt aus. Die Fahrkartenkontrolleur-Bedienstete ist etwas nuschelig. „Is jemman zugstieg?“ Ich zeige ihr meine Fahrkarten, sie knipst einen Stempel hinein, fertig.

Der Mensch am Bremer Hauptbahnhof fragte, ob ich auch in den richtigen Zug steige, nuschelte noch mehr, guckte nicht besonders freundlich (naja, war ja auch erst 6:35 Uhr, ich gucke da auch nicht besonders freundlich).

Ab hier soll es übrigens W-Lan geben! Ich weiß nur leider überhaupt nicht, wie das gehen soll und mein Freund Zuhause erzählte, dass ich dafür nen Stick oder sowas bräuchte und ich das mit unserem Notebook gar nicht nutzen könne. Schade! Würde gerne gleich den Bericht reinstellen. Naja, dann halt später.

Ups, was ist denn das? Um 8:42 Uhr, kurz nach der Ausfahrt aus dem Dortmunder Bahnhof kommt ein ganz anderer Servicemensch durch die Gänge gelaufen und will was von seinem Servicewagen loswerden. Der hat aber jetzt gar keine Uniform an. Ich bestelle mal was!

Habe Kaffee bestellt bei dem jungen, etwas untersetzten, sehr freundlichen (und wachen!) Mann. Er hat einen Deutsche-Bahn-Pullover an, eine dunkelblaue Buntfaltenhose und auf seinem Wagen gab es leckere Sachen. Ich entschied mich für einen 200-ml-Kaffee. Dazu bekam ich zwei Milchplastikdinger (ich weiß nicht wie die heißen, diese Milchportionen halt) und zwei Zuckerpäckchen von Dallmeyer, einen Rührstab aus Plastik und eine DB-Serviette in formschönen weiß, auf dem auf deutsch und französisch in grauen Buchstaben steht „Unterwegs genießen“ - „Journey Savourez“.

Der Kaffee hat übrigens einen stolzen Preis: 2,70 Euro! Ob der sein Geld wert ist, werde ich jetzt ausprobieren, sonst ist er auch gleich kalt.

Der Kaffee schmeckt und ist sauheiß!


Die Toiletten
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Direkt vor mir, hinter der Glastür befinden sich die Toiletten. Wenn es irgendwie geht, dann benutze ich die nicht. Von außen sieht die wirklich sehr schick aus. Ein halbrunder Kasten (hihi, halbrunder Kasten, paradox) aus hellem Holz. Ein Foto werde ich auf der Rückfahrt davon machen, versprochen!

Gerade fragte ein junger Mann, ob es hier im Zug irgendwo die Möglichkeit gäbe, zu rauchen. Sowas! Die Schaffnerin sagte ihm, dass es das nicht gäbe, wir aber in Köln einen längeren Aufenthalt hätten und er ja dann dort rauchen könne. Er ist jetzt auf die Toilette gegangen, hoffentlich raucht er dort nicht! Ne, er ist wieder raus, das hätte zeitlich nicht funktioniert. Neu zugestiegen ist übrigens ein Mann, der auf seiner Tastatur so rumhaut, als hätte sie ihn mit seiner Frau betrogen! Unglaublich, Krach Krach Klapper Klapper. Merkt der noch was? Wahnsinn! Voll nervig. Er schreibt ne E-Mail, wahrscheinlich an seine Frau, die ihn mit seiner Tastatur betrogen hat.

Na gut, der Kaffee tut seine Wirkung.....ich bin wach.....und ich muss mal. Dann gehe ich halt jetzt auf die Toilette und nehme den Fotoapparat mit. Mir egal, was die Leute denken, wenn ich mit Fotoapparat auf´s Klo gehe *kicher.

Hier stinkt es total ekelig! Die Toilette ist klein, aus Metall (erinnert an eine Raststätte), das Waschbecken ist winzig, die Tücher zum Hände abtrocknen die üblichen Verdächtigen. Es gibt einen Spiegel, Seife, das Toilettenpapier könnte man auch zum Anschmirgeln eines PKW nutzen.

Ich hätte warten sollen, bis wir etwas weiter entfernt eines Bahnhofes sind. Es schaukelt wie Sau! Ich klatsche sogar einmal längs innen gegen die Toilettentür, hoffentlich hat das keiner gehört. Klatsch!

Ich mache ganz schnell, Geschäft (mit dem ich kein Geld verdiene) und Foto und schnell wieder raus. Jetzt ist mir ein wenig übel.

Pünktlichkeit
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Man hört von der deutschen Bahn so oft, dass sie Verspätungen hat. Auch mein Kollege fährt täglich mit der Bahn und schimpft andauernd über die Verspätungen. Ich kann bei meiner Verbindung heute nicht klagen! Hier hat bisher alle in meinem Reiseplan angegeben Zeiten hingehauen. In 6 Minuten erreiche ich Wuppertal und ich muss sagen, die Landschaft hier ist echt schön! Ich sehe hier Bäche, Täler, viele kleine Wäldchen.....oh Gefahr, Thema zu verfehlen. Also weiter im Text.

Hey, habe gerade eine Schwebebahn gesehen. Beeindruckend! Läuft genau über einen Fluss (die Wupper?) und hängt da so rum.

Jetzt unterhalten sich die Männer mit den Krawatten vor mit über ihre Geschäfte (nicht die auf WC, die, mit denen sie Geld verdienen), und das tun sie nicht gerade leise. Spannend *gähn.


Fazit
*****

Ich weiß nicht, wie es mir nach 6,5 Stunden Fahrt gehen wird. Bis jetzt ist die Zeit geflogen, ich spüre meinen Hintern noch, mir ist weder kalt noch warm, ich leide nicht an Hunger (hab auch nen Schokihasen dabei, der dann angegriffen wird), sitze bequem und bin in drei Stunden da.

Ich finde den Zug schön, modern, sauber, ruhig.....insgesamt einfach nur angenehm. Ich habe schon Tage vorher behauptet, ich würde Zugfahren hassen, hätte jetzt schon das Grauen und......unbegründet. Der Preis wäre mir privat zu hoch, da würde ich sicher eher fliegen (bei den heutigen Flugpreisen und der ersparten Zeit ist das sicher effektiver). Aber meine persönliche Meinung ist positiv, ich würde das Reisen mit der Bahn ab heute weiter empfehlen, zumindest in einem ICE.

So, jetzt guck ich raus, lese doch noch in meinen Schulungsunterlagen.

!!!!!!!!!!!!!Achtung!!!!!!!!!!!!!

Der reine Erfahrungsbericht endet jetzt hier! Jetzt möchte ich darauf hinweisen, dass ab hier Geplänkel folgt (für alle, die Geplänkel mögen!), welches meine weitere Fahrt beschreibt. Ich bitte dies bei Bewertungen zu berücksichtigen und mir keine Abzüge in der Bewertung zu verteilen, da ich ab jetzt keine entscheidenden Informationen über eine Kaufempfehlung liefere.

LG, die sausende Nase


9:26 Uhr, Hagen: mir ist langweilig! Raus gucken ist doof! Häuser, Bäume, manchmal nen Tunnel, Sportfelder.....

Gerade ist wieder dieser Blaupulli-Mann rum gekommen und wollte noch mehr Kaffee loswerden. Nicht mit mir! Dann muss ich wieder auf Klo, da will ich aber ums Verderben nicht mehr hin, mir ist immer noch übel. Der junge Mann ist aber immer noch sehr freundlich.

Der Zug ist wirklich brechend voll, kaum ein Sitzplatz ist noch frei und doch sitze ich immer noch alleine hier, das ist wirklich toll. Ich habe meinen Sitz aber auch so voll gestellt, dass sich wohl keiner zu fragen traut. Frech, oder?

Hier hinter Hagen schaukelt es ganz schön doll, oder ich nehme es mehr wahr, weil mir eh ein wenig übel ist. Zum Glück fahre ich jetzt nicht auch noch rückwärts. Eben auf Toilette fiel mir übrigens auf, dass ich meine ganzen Wertsachen unbeaufsichtigt liegen lassen musste. Erst hatte ich überlegt, ob ich den jungen Mann neben mir darum bitte, kurz darauf aufzupassen, dann habe ich gedacht, ne, der denkt noch, ich nutze diese Bitte nur, um ins Gespräch zu kommen. Der lächelte vorhin schon so verdächtig irre. Also bin ich das Risiko eingegangen, das mein Notebook geklaut wird, bevor ich das Risiko eingegangen wäre, mich mit dem für die restliche Zeit (3 Stunden!!!) mit ihm unterhalten zu müssen. Oh Gott, vielleicht fährt der auch zur Schulung.....sitzt neben mir.....nervt.....grinst irre.....! Bitte nicht!

So, mal wieder rausgucken!

9:40 Uhr: bin in Köln, da war ich doch vor drei Wochen erst. Déja vue!

Ich bin naiv! Ich habe gerade versucht, eine Leitung mit dem Internet aufzubauen. Es gibt hier ein Netz, welches sich T-Mobile-ICE nennt. Soweit bin ich gekommen, weiter leider nicht! Ich kann das nicht, oder mein Notebook kann das nicht. Wie auch immer, ich muss mich anders beschäftigen. Schade! Also doch in den Unterlagen lesen. Mist!

Gerade ist eine riesige Schulklasse von vorpubertierenden Jungs und Mädels eingestiegen, die geschlagene 5 Minuten im Gang rumstehen mussten, weil sich ein Stau gebildet hatte. Ratlos und hilflos fragten sie ihren Lehrer, was sie nun tun sollten und gingen dann zum Glück irgendwann weiter. Alle hatten viel Gepäck, total schlechte Laune, weil sie rumstehen mussten und es stank bestialisch nach Zigarettenqualm. Toll! Gott sein dank sind die weiter gegangen. Es ist 9:57 Uhr und wir stehen immer noch in Köln. Wahnsinnig viele Menschen steigen gerade ein. Ich habe Angst um meinen Nachbarssitzplatz! *zitter....boah, wo wollen die alle Sitzen? Das passt niemals, seit geschlagenen 10 Minuten drängeln sich immer mehr Menschen in den Wagen. Oh je!

Köln 10:05 Uhr: wir haben jetzt 11 Minuten Verspätung, weil wir wegen eines „technischen Fehlers“ (beruhigend) noch nicht weiter fahren können. Toll! Ich habe in Stuttgart genau 12 Minuten Zeit, um umzusteigen. Hoffentlich holen wir einen Teil der Zeit wieder ein.

Seit Köln / Siegburg sitzt ein Blödi neben mir. Er hat nicht reserviert, nuschelt was von „frei“ und setzt sich, bevor ich auch nur andeuten kann, dass ich nicht weiß, wohin mit meinem Gepäck (mittlerweile sind wirklich alle Koffer über uns abgeladen). Ich quetsche meinen Trolly in meinen Fußraum, meine Tasche muss ich jetzt auf den Schoß nehmen, die Notebooktasche quetsche ich an die Wand. Es ist jetzt nicht mehr daran zu denken, mein Notebook auf den Tisch vor mir zu stellen, kein Platz!

Der Typ neben mir hingegen scheint ne Frohnatur zu sein, beschlagnahmt die mittlere Armlehne (ab sofort seine!) und schließt sein Notebook mit dem Stecker an. Er hat Internet, ich platze vor Neid! Naja, er schein wichtig zu sein, denn jetzt kloppt er erst mal ein paar Zeilen in ein sehr bekanntes Social Network und berichtet seinen Freunden stolz von dem errungenen Sitzplatz und von seinem Pinkeldrang und …...Zum Glück berichtet er nicht von mir. Ich stelle mich schlafend und bin heilfroh, als der Kerl in Frankfurt wieder aussteigt und ich meinen Sitzplatz wieder für mich habe!

Wichtiger Tipp: auf solchen Strecken dem Ratschlag der Deutschen Bahn vertrauen und unbedingt reservieren! Hier sitzen überall Menschen auf ihren Koffern rum, sie stehen im Gang, zwischen den Wagen und ständig fragt jemand „frei?“.

In etwas mehr als einer Stunde bin ich da, und mir reicht´s auch. So langsam will ich mich bewegen, kann nicht mehr lange still sitzen.

Ach ja: seit Köln fahre ich jetzt rückwärts. Das ist für mich ganz schrecklich! Mir ist immer noch schlecht (man, bin ich schwanger oder was?) und ich verstehe nicht so ganz, warum wir rückwärts aus Köln zurück fahren mussten. Voll doof!

Das Wetter sieht immer böser aus. Es ist grau, dicke Wolken sind am Himmel, senkt die Stimmung zusätzlich zum Sitzstreik. Die Straßen hier sind nass, bedeutet, dass es hier gerade noch geregnet haben muss.

Weiter kurz vor Mannheim. 11:20 Uhr! Jetzt regnet es in Strömen und die Regentropfen rennen entgegengesetzt der Fahrrichtung (so wie ich) die Scheibe entlang. Irgendwie erinnert mich das immer an einen Marathon von Spermien. Die flitzen auf jeden Fall viel schneller als an meinem Twingo, aber der schafft selten so hohe Geschwindigkeiten, wie der ICE hier.

*Wusch, an mir brettert ein anderer ICE vorbei, hab mich total erschrocken, war nämlich total laut. Boah, riesige Spargelfelder mit ganz vielen, sich bückenden Menschen in Regenkluft. Hey, hier haben die Balkone so schöne Verzierungen, wie ich sie aus Bayern kenne. Kennt ihr die? Diese Balkone, die aussehen, als wären sie aus einem ganzen Baum geschnitzt worden? Voll schön. Fehlen nur die roten Bergonien und die weißen Glockenblümchen dran.

Unglaublich, wie viel man schreiben kann, wenn man wirklich gerade dabei ist, die Erfahrung zu einem Produkt zu machen. Mir fällt auf, dass die Glastür, die sich ständig automatisch öffnet, sobald ein Mensch hindurch gehen will, sehr futuristisch anmutende Geräusche von sich gibt. So wie in Star Wars oder Star Gate oder Star Trek (hab nichts bisher davon gesehen, kenne aber das Geräusch!). Hört sich so an, als würde man eine Luftpumpe rückwärts drücken.

Jetzt spricht der Mann aus dem Lautsprecher wieder und gibt, wie vor der Ankunft in jedem Bahnhof die Weiterverbindungsinformationen durch. Auf Deutsch und auf Englisch, wie gewohnt. Er sagt „Stuttgart, Mannheim und Munich“, müsste er dann nicht sagen „Stjuttgard, Mannhome and Munich“?. Naja, mir egal, ich will nach Waiblingen („Vibelingen“).

Viele Kirchen hier in Mannheim. Fahre gerade über einen riesigen Fluß, welcher fließt hier noch gleich, komm grad nicht drauf. Auch der Main? Braune Suppe ist es auf jeden Fall. Der Bahnhof heißt Handelshafen und so sieht es hier auch aus. Industrie, viele Container, ein Marineschiff, riesige Kutter, eine Hängebrücke, *wusch......schon wieder ein anderer ICE, maaaaaaan! Ich finde (das kann ich jetzt behaupten), dass fast alle Gegenden um die Bahnhöfe gleich aussehen. Graue Häuser, Flüsse, über die man rüber fährt, bevor man in den Bahnhof „einläuft“, Kinos, alte Züge, die dumm rumstehen, weil keiner sie mehr braucht (total bunt angemalt von den Graffitisprayer), Hotels und viele viele Gleise.

11:35 Uhr: Mannheim

On the road again. Nächster Halt: Stuttgart: Gott sei dank (nur für die, die es interessiert, ich sage das ganz oft und ganz gerne, bin aber neulich aus der Kirche ausgetreten *räusper).

Der Mann im Lautsprecher hat gerade gesagt, dass wir mit 9 Minuten Verspätung ankommen werden, haben also ganz 2 Minuten von 11 Minuten auf den letzten, von mir geschätzten, 300 Kilometern gut gemacht. Stolze Leistung, *gähn.

Tunnel! Dunkel! *gähn

So, jetzt mach ich die Kiste aus, will die letzten 45 Minuten rausgucken, meine Stulle essen (hat mein Freund mir gestern Abend noch geschmiert, süß, nech? Oder sagt man hier schon gell?).

Vielleicht berichte ich noch von der Rückfahrt, vielleicht aber auch nicht. Ihr werdet es sehen!

Es ist Mittwoch, der 14.4.2010 und ich sitze im ICE auf der Rückfahrt nach Bremen.

Gerade fahre ich aus Hannover raus, was bedeutet, dass ich schon geschlagene 5 Stunden in Zügen sitze. In Zügen? Ja! Ich bin bis jetzt 3 Mal umgestiegen und muss dies sogar noch einmal.
Ich stieg in Waiblingen ein, stieg in Stuttgart um (hatte dafür 3 Minuten Zeit wegen Verspätung) und dann wiederum in Mannheim (keine Minute Zeit!) und dann stieg ich noch in Frankfurt um und sitze seitdem in einem Abteil.

Bis gerade eben saß ein russischer Geschäftsmann mit mir im Abteil und wir unterhielten uns die letzten Stunden (seit Frankfurt) sehr angeregt. Daher ist die Zeit wirklich schnell rumgegangen. Gott sei Dank.

Jetzt spricht gerade wieder ein Mann aus dem Lautsprecher und erzählt, dass der Zug etwa 20 Minuten Verspätung hat und das jetzt die Happy Hour angebrochen ist und das Wasser, die Cola und die Säfte jetzt gerade nur 1,90 Euro kosten. Wucher! Der spinnt wohl! Kauf ich nicht! Da verdurste ich lieber.

Insgesamt bin ich froh, dass ich den Bericht erst jetzt zu Ende schreibe, denn was man über die Bahn sagt, zieht dem ganzen Bericht doch noch nen Stern ab. Sie sind überdurchschnittlich oft unpünktlich! Ätzend ist das und mit viel Gepäck ist das der reinste Stress, da ich so viel Zeit verlor und mit diesen gefühlten 200 Kilo Koffern ständig rennen musste (Treppe rauf, Treppe runter, Rolltreppe rauf ….....da bin ich auch gerannt). Ich bin jetzt nur zwei Mal Zug gefahren, aber es ist echt unglaublich, wie oft sich so ein Zug verspätet (man sagt immer, der Zug verspätet sich, ich glaube, der ist gar nicht so unzuverlässig und es liegt vielmehr oft am Personal!).

Hier im Zug sind die Toiletten sehr sehr ekelig. Der Fußboden ist nass, es stinkt, die Seife war leer. Das mit der Seife schreibe ich der Bahn zu, den Rest den Fahrgästen. Jetzt am Abend (es ist jetzt 20:20 Uhr) sind die Gäste doch anders als am Montag Morgen. Jetzt sind auch jüngere Menschen unterwegs und die Krawatten tragenden, kultiviert wirkenden Männlein, die hier ständig an meiner Kabine vorbei laufen, haben ständig so Tüten in der Hand und Plastikbecher und ganz ganz viele Sechsterträger mit Bierchen. Ich glaube auch, dass die den Boden auf der Toilette so nass gemacht haben und das nicht mit Bier.....zumindest nicht aus der Flasche. Die lachen auch immer lauter.

In so einer Kabine fühle ich mich irgendwie geschützter und habe jetzt endlich auch einen kleinen Tisch, auf dem mein Notebook steht, ich habe diese Kabine auch für mich alleine und finde das ganz prima. Es ist ein bisschen kalt hier und ich gucke gerade danach, ob ich das manuell ändern kann.

Ja, konnte ich! Über der Glasschiebetür der Kabine (in der übrigens insgesamt 6 Personen sitzen können) befindet sich ein Regler mit zwei Thermometern drauf. Das eine ist grün, das andere auf der rechten Seite ist rot. Also habe ich mal den Knopf nach rechts gedreht. Mal sehen, ob es bis Bremen brummt!

Auch hier gibt es Steckdosen (4 an der Zahl) und auf jeder Seite eine kleine Ablage, drei Aufhängehaken für Jacken und eine Gepäckablage. Ganz toll finde ich den Spiegel über der Ablage. Da könnte ich noch mal reingucken und überprüfen, ob der Lippenstift noch sitzt, bevor mich mein Liebhaber am Bahnhof abh.......mist, ich habe keinen! Nicht Lippenstift, Liebhaber!

In diesem Zug stinkt es übrigens immer ganz doll, wenn wir kurz vor Bahnhöfen sind. Der russische Mann sagte, das käme von den Bremsen, ich sagte ihm, dass ich das bei der Hinfahrt nicht bemerkt hätte. Er sagte, ich wäre auch nicht umgestiegen und der Zug hätte ja gar nicht bremsen müssen. Da hat er recht, wäre mir jetzt erst mal nicht so aufgefallen. Stimmt!

Die Fortbildung war übrigens sehr lehrreich und interessant, das Zimmer doof, die anderen Teilnehmer sehr nett (nur für die, die es wissen wollten).
Der Akku von diesem Notebook ist jetzt gleich verbraucht und es lohnt sich nicht mehr, für die letzte Zeit den Stecker einzustöpseln. Daher beende ich jetzt diesen (unglaublich lang gewordenen *staun) Bericht.

Ich hoffe, ich konnte euch mit meinen Eindrücken eine Kaufentscheidung erleichtern und möchte als nächstes sagen: ich fliege lieber und der wichtigste Grund dafür liegt einfach in der Zeitersparnis. Nie wieder würde ich so einen langen Weg mit der Deutschen Bahn (zumindest nicht ohne Internetanschluss oder bekannter Begleitung) unternehmen! Es ist allemal bequemer und entspannter als selbst mit dem Auto fahren zu müssen (vom Umsteigen mal abgesehen), aber günstiger ist es nicht, schneller ist es nicht und insgesamt würde ich die Deutsche Bahn nur für Menschen empfehlen, die auf der Reise noch Arbeit zu erledigen haben, keinen Führerschein besitzen, Flugangst haben oder im Zug pennen können.

Ich klappe jetzt diesen Deckel herunter und damit ist dieser Bericht fertig (wie ich!).

Ganz liebe Sausegrüße von mir!

PS: auch für diesen Bericht erhalte ich mal wieder keine Vergütung! Blöd!

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
helmut.agnesson

helmut.agnesson

01.12.2010 15:13

ja, fahre lieber achterwärts, ist einfach sicherer als in Fahrtrichtung zu sitzen. Fahre regelmäßig von Münstern über Berlin nach Templin, bevozugt mit dem IC, da für diesen eher Billigtickts als für den ICE verkrijgbaar sind und die Wahrscheinlichkeit, eine Steckdose zu erwischen (nur in einer Baureihe gibt es die zwischen fast allen Sitzen, sonst nur wenige im ganzen Wagen) ist auch noch viel höher

Oberlisbler

Oberlisbler

19.10.2010 14:48

PS: Muss ich aber nachliefern, da heute schon wieder alle BHs verbraucht sind ... wie ich gerade bemerken musste! Komme aber unaufgefordert nochmals vorbei ... LG Günter ;-)

Oberlisbler

Oberlisbler

19.10.2010 14:47

Tolle Vorstellung die mir ein BH wert ist, auch wenn der Bericht schon ein paar Tage alt ist!

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