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Erfahrungsbericht

für DB - Call a Bike Fahrräder
Nächsten Bericht ansehen "Ich ruf meine Fahrräder..."
4 Sterne Heute rufe ich mir ein Fahrrad
82 von 82 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro hohe Mobilität, umweltfreundlich, keine Wartezeiten, gute Fahrräder

Kontra gerade noch akzeptable Minutenpreise, Kosten für Telefonate

Detailbewertung

Service
Pünktlichkeit:
Zuverlässigkeit
Dauer des Besitzes/der Nutzung

Der Autor

ytraveller Seit 3 Apr 2008

"Ich gebe dir ein SH, wie die meisten hier." Bitte Leute, lasst solche Mehrheitsbewertungen... mehr

51 Mitglieder vertrauen mir

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie sind im Hochsommer in einer deutschen Großstadt unterwegs und wollen diese kennen lernen. Es gibt mehrere Möglichkeiten, hier von A nach B zu kommen. Am wahrscheinlichsten kommen die öffentlichen Verkehrsmittel wie Bus, U-Bahn und Straßenbahn in Betracht. Aber mal ganz ehrlich, haben Sie Lust, sich bei brütender Hitze dort hinein zu quetschen oder sich in den Untergrund zu begeben? Da ist man doch viel lieber an der frischen Luft. Mir geht es zumindest so und ich bin damit sicher nicht der einzige. Wenn man sich in einigen Stadtzentren mal umschaut, sieht man hier und dort futuristisch aussehende Fahrräder in den Farben silber und rot. Jetzt muss man nur noch wissen, wie man diese entleiht und die Erkundungstour kann beginnen. Auf geht’s!


Call a bike

Der Mobilitätsdienstleister der Deutschen Bahn DB Rent GmbH hat in sechs deutschen Innenstädten eine Vielzahl von Fahrrädern verteilt. Diese kann man gegen ein minutengenaues Entgelt entleihen und an einem fast beliebigen Punkt wieder zurückgeben.

An Bahnhöfen, zentralen Plätzen und auch an Straßenecken kann man die Räder finden. Bevor man sie jedoch benutzen kann, ist eine Anmeldung erforderlich.

Derzeit kann man die Innenstädte von Berlin, Frankfurt/Main, Karlsruhe, Köln, München und Stuttgart unsicher machen. Man darf sich allerdings leider nur in bestimmten Zonen mit den Rädern bewegen bzw. sie zurückgeben. In Berlin ist das z.B. das Gebiet innerhalb der S-Bahn Rings und in München innerhalb der zweiten Münchener Ringes. Man sollte beim Abstellen der Fahrräder also immer auf die Lage achten, da sonst ein erhöhtes Entgelt anfällt. Dazu aber später mehr.

Das Prinzip ist denkbar einfach. Man lässt sich einfach per Handy ein Fahrrad freischalten und stellt es irgendwann später wieder ab. Die Abrechnung erfolgt nach Minuten, man bekommt später eine Rechnung.

Seit diesem Jahr sind auch in weiteren mittelgroßen Städten am Hauptbahnhof wenige Räder zum Ausleihen vorzufinden.


Anmelden

Man kann sich entweder ganz spontan entscheiden, sich anzumelden oder sich vorher im Internet unter www.callabike.de registrieren lassen.

Kurzentschlossene müssen wie folgt vorgehen: Sehen Sie ein Fahrrad von Call a bike irgendwo stehen, dann vergewissern Sie sich, dass das Schloss grün blinkt. Ist das der Fall, dann ist es frei und Sie können die Telefonnummer, die groß auf den Kettenschutz gedruckt ist, anrufen. Der Tarif für diese Nummer beträgt zwischen 6,3 und 12,6 Cent die Minute. Man wird bei einem Anruf aber schnell und freundlich abgefertigt, sodass möglichst geringe Kosten entstehen. Man muss bei der Anmeldung standardmäßig seine Anschrift und seine Kontoverbindung hinterlassen. Dann erhält man eine Kundennummer, die man auch per E-Mail zugeschickt bekommt. Weiterhin wird man gefragt, ob man sich in Zukunft immer von der gleichen Handynummer einwählt. Dann kann man bei einem Anruf sofort identifiziert werden und man muss nicht immer seine Kundennummer parat haben.


Ausleihen

Hat man die Anmeldung erfolgreich hinter sich gebracht, kann es sofort losgehen. Sieht man ein freies Rad irgendwo stehen, dann muss man die Telefonnummer anrufen, die auf dem Deckel des Schlosses steht. Man bekommt einen vierstelligen Zugangscode angesagt. Nach dem Auflegen erhält man einen kurzen Rückruf. Die letzten vier Ziffern der Nummer zeigen nochmals den Code. Das ist praktisch, falls man ihn vergessen haben sollte, da man andere Dinge im Kopf.

Hat man die geheime Ziffernkombination zum Öffnen des Fahrradschlosses erhalten, muss man den Deckel öffnen. Darunter verbirgt sich ein kleiner Bildschirm, nachts ist dieser wie beim Handy beleuchtet. Nach zweimaligen Antippen des Bildschirmes kann man die Ziffernfolge eingeben. Das Schloss wird jetzt entriegelt und man kann fröhlich losradeln.


Abstellen

Ist Ihre Fahrt vorüber und Sie haben etwas entdeckt, was Sie sich näher anschauen möchten, dann stellen Sie das Rad ganz einfach an der nächsten Straßenkreuzung innerhalb des Nutzungsgebietes laut AGB ab. Wichtig ist, dass sich immer zwei Straßen kreuzen müssen, damit der Systembetreiber die Räder leichter wiederfindet.

Haben Sie sich nun zum Abstellen entschlossen, schließen Sie das Rad mit dem Schloss am besten an einen Gegenstand (z.B. Straßenlaterne) an. Öffnen sich nun den Deckel am Fahrradschloss und drücken Sie den Sperrknopf, der sich seitlich an der Verschließvorrichtung befindet. Jetzt wird man gefragt, ob man das Rad tatsächlich abstellen möchte. Bestätigen Sie auf dem Bildschirm mit „Ja“. Nun wird ein weiterer Code angezeigt. Diesen sollte man sich merken. Man muss jetzt nämlich die Nummer auf dem Deckel erneut anrufen, die neue Ziffernfolge durchgeben und anschließend beide Straßennamen, also den Ort, an dem man das Fahrrad abgestellt hat, auf Band sprechen.
Wenn man die Kombination vergessen haben sollte, dann ist das auch kein großes Problem. Mir ging es einmal so, dass ich vergaß, den Deckel zu öffnen und die Ziffern daher gar nicht angezeigt bekam. Ich rief dann die Nummer auf dem Kettenschutz an und mir wurde schnell weiter geholfen.

Soll das Rad nur vorübergehend angeschlossen werden, dann braucht man lediglich den Sperrknopf nach dem Anschließen zu drücken. Am Schloss leuchtet nun eine rote Lampe und es ist verriegelt. Vorm Weiterradeln muss man erneut den Öffnungscode eintippen. Achtung, auch die Minuten, in denen das Rad angeschlossen ist, werden berechnet.

In Stuttgart sowie in den verschiedenen mittelgroßen Städten muss man das Fahrrad immer dorthin zurückbringen, wo man es ausgeliehen hat.


Kosten

Nachdem ich beschrieben habe, wie man das System Call a bike nutzt, ist es nun auch wichtig zu wissen, was denn der ganze Spaß kostet.

Bei der Anmeldung wird eine Servicepauschale in Höhe von fünf Euro in Rechnung gestellt. Diese steht aber innerhalb von 12 Monaten als Fahrgeld zur Verfügung.

Hat man ein Rad ausgewählt und abgeschlossen, dann beträgt der Minutenpreis acht Cent. Nutzer einer Bahn Card, egal welcher, zahlen nur sechs Cent. Die maximale Gebühr für 24 Stunden beträgt neun Euro. Leiht man ein Fahrrad gleich für eine ganze Woche aus, dann wird nach dem vierten Tag und bis zum siebten Tag automatisch ein Entgelt von 36 Euro erhoben.
Die Gebühren werden einige Wochen auf einem Kontoauszug festgehalten, den man per Mail zugesendet bekommt. Danach wird das Geld vom angegebenen Konto abgebucht.

Neben den Minutentarifen gibt es verschiedene Bonus-Tarife für Vielfahrer.
Verstößt man gegen die Geschäftsbedingungen, muss man evtl. mit einem erhöhten Entgelt rechnen.


Die Fahrräder

Die Räder der DB Rent AG sehen alle gleich aus und erscheinen in den Farben der Deutschen Bahn. Sie haben einen Damenrahmen und 26“-Räder, sodass sie für jeden Erwachsenen gut zu fahren sind.

Ich nehme an, dass die Fahrräder regelmäßig gewartet werden, denn sie sind in einem sehr guten Zustand. Die Reifen sind stets prall aufgepumpt, die beiden Bremsen ziehen gut. Weiter zum Fahrkomfort trägt die Federung des Rahmens und der Vorderradgabel bei. Jede Steigung lässt sich bequem mit der gut funktionierenden Kettengangschaltung nehmen. Leider weiß ich nicht mehr, wie viel Gänge ein Fahrrad hat.

Alle Fahrräder sind verkehrssicher ausgestattet. Sie verfügen über Beleuchtung, Reflektoren und eine Klingel. Der Dynamo befindet sich am Vorderrad. Er läuft sehr leise und leichtgängig. Der Sattel lässt sich mit Hilfe eines Schnellspanners spielend leicht in der Höhe verstellen.

Schutzbleche schützen vor Spritzern bei schlechtem Wetter und durch den Ständer kann das Rad beim Abstellen nicht umfallen.

Auf dem Gepäckträger prangt markant das Logo der Deutschen Bahn. Ob man hier aber überhaupt Sachen transportieren kann, bezweifle ich. Er besteht nämlich lediglich aus einem gekrümmten Blech. Man kann sein Gepäck zwar mit zwei Seilen nach vorne hin sichern, meiner Meinung nach reicht das aber nicht aus. Es kann immer noch aus der Seite herausrutschen. Ausprobiert habe ich das aber nicht.

Unterhalb des Gepäckträgers sowie auf dem Deckel des am Rad montierten Fahrradschlosses kann man die wichtigsten Nutzungsbedingungen sowie Anleitung zum Entleihen und Abstellen finden.


Vorteile

Die Vorteile von Call a bike liegen auf der Hand. Man hat eine gute Fortbewegungsmöglichkeit an der frischen Luft und muss sich nicht mit anderen in stickigen Bahnen oder Bussen drängeln. Man ist schnell unterwegs, da man auf keinen Fahrplan angewiesen ist. Das Entleihen eines Rades geht schnell und der Preis für eine einfache Fahrt geht meist nicht über den Preis für einen Einzelfahrschein mit öffentlichen Verkehrsmitteln hinaus. Die Räder sind qualitativ hochwertig.


Nachteile

Wenn man ein Fahrrad den ganzen Tag nutzen möchte, ist es in der Regel mit neun Euro teurer als eine Tageskarte für Bus und Bahn. Weiterhin fallen jedes Mal Telefongebühren an, um ein Rad zu entleihen und zurückzugeben. Um das überhaupt tun zu können, muss man ein Handy besitzen. Ich gehe aber mal davon aus, dass heutzutage fast jeder eines in Deutschland besitzt.

Weiterhin ist die Bewegungsfreiheit bei Call a bike recht eingeschränkt, da man die Fahrräder nur innerhalb eines bestimmten Gebietes anschließen darf.

Wenn man nur wenige Minuten etwas zu erledigen hat und man das Rad nicht abmeldet, läuft die Uhr weiter. Von daher würde ich es immer abmelden, wobei natürlich das Risiko besteht, dass es in der Zwischenzeit einen neuen Nutzer findet und man sich für die Weiterfahrt ein anderes Rad suchen muss.

Auch die Nutzung der Fahrräder mit mehreren Personen stelle ich mir problematisch vor. Erstens müssen genug Räder in der Nähe sein und es muss jedes Rad einzeln an- sowie abgemeldet werden.


Fazit

In Sachen Umweltschutz ist das System eine feine Sache. Auch wenn man ein Fahrrad eine ganze Woche nutzen möchte, kann es sich lohnen. Für einzelne Fahrten müsste der Preis, um mit den öffentlichen Verkehrsmitteln konkurrenzfähig zu bleiben, aber etwas niedriger sein.

Die Idee ist meiner Meinung nach jedoch toll. Ich finde, man sollte in weiteren Großstädten solche Räder stationieren.

Letztendlich muss jeder für sich selbst wissen, was er von dem Konzept hält und ob er lieber mit dem Rad oder dem Bus unterwegs ist. Ich rate aber, es zumindest mal auszuprobieren.

Viel Spaß!

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Kommentare

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  • duderally 22.11.2010 15:02
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Schluench 27.08.2010 09:46
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Im Übrigen kann man die Nummer auf dem Schloss (also die Festnetznummer) immer anrufen. Ist halt billiger als die 07000-... Und du kommst auch beim Kundenberater durch.

  • lenchen_196 01.12.2009 19:16
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • tysnes2003 24.07.2009 14:49
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Ist eine gute Einrichtung. Guter Bericht von Dir. L.G. Jürgen

  • hubbie 06.07.2009 07:11
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    prinzipiell gute Idee, aber wie krieg ich mein Weib auf einen Drahtesel? Wohl nur auf ein Tandem...

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