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Pro tolles Sperrwerk, schönes Elbufer, Obstanlagen ringsherum
Kontra da ist ansonsten absolut nichts los .. nichts für action-helden
Detailbewertung
| Preis-/Leistungsverhältnis | |
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Direkt an der Elbe gegenüber Blankenese liegt der kleine Ort Cranz und vor allem das sehenswerte Este-Sperrwerk. Der Ort Cranz hätte ohne seine kleine Fähre über die Elbe und eben dieses technisch interessante Sperrwerk wohl kaum größere Bekanntheit erlangt. Mit seinen knapp 900 Einwohner zählt Cranz zu den bevölkerungstechnisch und auch flächentechnisch kleinsten Stadtteilen Hamburgs. Während das auch von mir beschriebene und kaum 5 Kilometer entfernt liegende Jork bereits niedersächsisch ist, ist Cranz der westlichste Zipfel des Hamburger Staatsgebietes südlich der Elbe.
Cranz ist mit einer ähnlichen Geschichte versehen, wie die meisten Orte im Alten Land. Es ist seit jeher geprägt durch die Wasserstände der Elbe und den Anbau von Obst seit dem frühen Mittelalter. Eindeichungen südlich der Elbe begannen mit einer historisch nicht originär vorhandenen Vertragsurkunde zwischen dem Erzbischof von Bremen (damals anno 1109 Lehnherr der Region) und eingereisten holländischen Bewohnern der Region, der die deichbauerfahrenen Holländer verpflichtet haben soll, in der Region des heutigen Alten Landes erste Eindeichungen anzulegen.
Die Errichtung von Häusern auf Wurten (durch Sedimentablagerungen von Überflutungen erhöhte Landstücke), die von normalen Fluten nicht mehr gewässert wurden, und die Eindeichung erst kleiner Landstücke durch Ringsumdeiche (Kooge) waren erste Besiedlungsversuche. Erste höhere Deiche gab es erst im 16. Jahrhundert.Die wirtschaftliche Geschichte von Cranz ist in früherer Jahrhunderten auch durch die in der Region ansässigen Fährten beeinflusst worden. Fähren einzurichten und zu betreiben war im Mittelalter hoheitliches Recht des jeweiligen Landesherrn, denn wo Fähren Flüsse querten, wurde Handel betrieben und konnten Steuern erhoben werden. Geld hat eben schon immer die Welt regiert.
Schon früh gab es eine elbquerende Fähre. In der Region des heutigen Cranz gab es eine Ortschaft namens Urenfleth, die an der Mündung der Este in die Elbe lag und von hier ging eine der ersten Fähren nach Blankenese. Diese Fähre wird urkundlich erwähnt, als der Graf Adolf der VI. von Holstein diese Fähre an den Ritter Hermann von Raboisen verkaufte. Das war im Jahre des Herrn 1301.Auch an der Luhe bestand eine Fährstation, ebenso an der Schwinge , die nach Stade führte. Die Fähren verbanden die alten Ochsenwege vom damals schon dänischen Jütland bis in die Niederlande (Wedeler Ochsenmärkte). Der Warenverkehr in Form von Ochsen üb er die Elbe hatte im Mittelalter teilweise erhebliche Dimensionen. So wird berichtet, das im Jahre 1496 immerhin in einem Jahr über 8000 Stück von einem Ufer ans andere gebracht wurden. Betrachtet man die Breite des Flusses und die Größe damaliger Holz-Fähren, dann war dass schon eine stramme Leistung. Erst Mitte des 16. Jahrhunderts werden dann keine Ochsen mehr übergesetzt und der Ochsenhandel in Wedel erliegt völlig.
Es war nicht zu recherchieren, wann aus Urenfleth Cranz wurde. Cranz jedenfalls lebte von Landwirtschaft, Obstanbau und von der Elbfischerei. Geblieben ist die davon nur der Obstanbau, der heute die gesamte Region prägt und auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht hat.
Die Fähre von Cranz nach Blankenese
Man kann einen der schönsten und teuersten Stadtteile Hamburg bereits vom südlichen Ufer der Elbe gut sehen. Da klebt ein Haus neben dem anderen an den Blankeneser "Bergen" mit fantastischen Ausblicken auf die schöne Elbe.
Die einfache Fahrt über die Elbe kostet derzeit 3 Euro. Wer mehr zum Betrieb der Fähre haben möchte, kann das unter der folgenden Telefonnummer erreichen: 040 - 311 70 70 - Die Fähre ist ziemlich klein und wenn ein größerer Pott die Elbe entlang gefahren ist, dann schaukelt dieses kleine Schiff schon ein wenig.
Die Sietas-Werft zu Cranz
Die Sietas-Werft gehört zu den ältesten Werften im norddeutschen Raum und wurde bereits 1635 gegründet. Die Werft ist seitdem im Familienbesitz der Familie Sietas und ist auch heute noch erfolgreich im Bau und in der Instandsetzung von kleinen und mittleren Schiffen tätig. Rund 900 Arbeitsplätze bietet die Werft und ist damit in der südlichen Unterelbe-Region neben dem in Finkenwerder liegenden Airbus-Unternehmen einer der größten Arbeitgeber.
Zitat aus dem Sietas-Internet-Programm : "Hinrich J. Sietas entwickelt die Werft konsequent weiter, unter Berücksichtigung der modernsten Fertigungsmethoden und der Entwicklung leistungsfähiger Spezialschiffe. Durch vorsichtige Investitionen und zielbewusste Rationalisierung ist es gelungen das Unternehmen zu einem konkurrenzfähigen, mittleren Schiffbaubetrieb auszubauen. Heute sind ca. 900 Mitarbeiter auf einem Areal von ca. 16 Hektar beschäftigt."Einige der auf der Sietas-Werft gebauten Schiffe haben beachtliche Größe gehabt. So erreicht die anno 2000 gebaute Porto Express stattliche 174,00 Meter, noch übertroffen von der Maersk Vancouver, die mit 178,57 Metern in den Büchern steht. Der Containerschiffsbau gehört sicher zu den Spezialitäten der Werft.
Die Sietas-Werft hat sich mit erheblichem Anteil am Bau des Este-Sperrwerkes beteiligt (man spricht von 50 Prozent der Baukosten, die andere Hälfte trug der Hamburger Staat), um den Betrieb vor Sturmfluten und extremen Hochwasser zu schützen. Sietas scheint jedenfalls für die Zukunft gut gerüstet. http://www.sietas-werft.de/de/geschichte.htm
Ein wenig über die Este und
Tipps für Freizeitkapitäne in dieser Gewässer-Region
Die Este ist im mit kleinen Schiffen und Booten befahrbaren Bereich zwischen Hamburg-Cranz und Buxtehude eine der landschaftlich schönsten Nebenflüsse im südlichen Bereich der Unterelbe. Der kleine Fluss ist ein Tidengewässer mit einem Tidenhub bis ca. 2,8 m. Das ist schon ziemlich viel für einen so kleinen Fluss. Daher muss man sich dem eigenen Bootstyp und dem gegebenen Tiefgang entsprechend informieren, ob der Liegeplatz, den man in der Este erreichen will, bei Niedrigwasser geeignet ist oder ob man möglicherweise trocken fallen kann. Informationen über das Estefahrwasser mit seinen Brücken und den vorhandenen Sperrwerken kann man über die Küstenfunkstelle DP 07 bekommen oder über die Nummer - Tel.: 040/23 85 57 82.
Das neue Este-Sperrwerk ist zwar auch nun schon rund 6 Jahre in Betrieb, aber es ist das bislang letzte neuerrichtete Sperrwerk an den hiesigen Nebenflüssen der Elbe. Diese Sperrwerke können bei Hochfluten der Elbe die an den Nebenflüssen liegenden Orte und das Land hinter den Deichen davor schützen, dass sich Hoch- und Sturmfluten über die Nebenflüsse im Hinterland auswirken können. Außerdem schützt es wie schon gesagt, die Sietas-Werft mit ihren direkt am Wasser gelegenen Anlagen vor Hochwasserschäden.
Wie gesagt wurde es 1999 vollständig in Betrieb genommen, nachdem bereits seit 1998 der Autoverkehr über die Sperrwerksbrücke geflossen war. Die endgültige Funktionsprüfung aller Teile (Sperrwerkstore, Steuerstand und Klappbrücke) wurde im Januar 1999 erfolgreich abgeschlossen. Träger dieses Hamburger Sperrwerkes ist die Hamburger Wirtschaftsbehörde und hier das Amt für Strom und Hafenbau.Das Sperrwerk hat eine Klappbrücke, über die bei liegendem Zustand der Verkehr auf zwei Spuren von Neuenfelder zum Cranzer Hauptdeich und umgekehrt fließen kann. Es gibt Geh- und Radwege neben der Fahrbahn. Man sollte es sich unbedingt antun, einmal zu Fuß auf die Brücke zu gehen, um die Dimensionen des mächtigen Baues zu sehen und zu fühlen. Die Brückenklappe allein wiegt rund 520 Tonnen, die Stützweite beträgt satte 50,5 Meter.
Für den Gewichtsausgleich des Waagebalkensystems der Klappbrücke sind immerhin rund 540 Tonnen Ballastbeton notwendig. Im Normalbetrieb kann diese Brücke in etwa dreieinhalb Minuten über zwei Hydraulikzylinder geöffnet und geschlossen werden. Die Pylonen der Brücke sind jeweils 22 Meter hoch und beinhalten das Maschinenhaus mit den Hydraulikanlagen.Die Stemmtore des Speerwerkes können bei Bedarf in knapp viereinhalb Minuten verschlossen werden und sind auch dann zu bewegen, wenn die Stromversorgung unterbrochen würde, denn es wurden beim Neubau von der Stromversorgung unabhängige Notschließ-Einrichtungen eingebaut, um den Sicherheitsanforderungen des modernen Hochwasserschutzes zu entsprechen. Zitat aus der Baubeschreibung: " Jeder Stemmtorflügel ist mit einem hydraulisch angetriebenen Spülschütz ausgerüstet. Zusammen mit den an den Kammerwänden installierten Unterwasserrührwerken wird damit eine Verschlickung der Sperrwerkskammer verhindert." - Da ist also viel investiert worden, um gegen zukünftige Hochwasser der Elbe gewappnet zu sein.
Das Betriebsgebäude unmittelbar an den Sperrtoren in hoher Position an der Este-Mündung ermöglicht einen kompletten Überblick über die gesamte Sperranlage. Der Stromversorger des Werkes ist die HEW (Hamburger Elektrizitäts-Werke) - aber bei Stromausfall wird, wie oben beschrieben, ein Notstromaggregat eingeschaltet, das den weiteren Betrieb der Sperrtore und der Brücke sichert. Der gesamte Betrieb der Anlage wird natürlich über PC gesteuert. Handarbeit gibt es in solchen Anlagen nur noch bei der mechanischen Pflege, zum Beispiel beim Anstrich, bei mechanischen Reparaturen (Gelenke, Aufsatzpunkte u.ä.)Die Maße der Anlage betragen 52,5 m mal 68,0 Meter und das ganze wurde in Massivbauweise errichtet. Das heißt, dass die Wände zum Beispiel in den Widerlagerbereichen der Stemmtore eine Dicke von bis zu 5,75 Meter haben und dass dafür insgesamt knapp unter 20.000 Kubikmeter Beton verbaut wurden. Dazu wurde auch rund 2500 Tonnen Betonstahl verarbeitet.
Die Durchfahrtsbreite des Sperrwerkes beträgt 40 Meter. Für so einen kleinen Fluss ist das schon ein mächtiges und in seinen Ausmaßen beachtenswertes und vor allem optisch sehenswertes Sperrwerk.
Altes Fährhaus Cranz
Altes Fährhaus - Estedeich 94 - 21129 Hamburg - Cranz - Tel. 040 / 7 45 91 32
http://www.altesfaehrhaus.de/
Das Elbufer flussabwärts
Die Elbe wird kurz hinter Cranz längs geteilt durch die einstmals künstlich aufgespülte Sandinsel Neßsand, die heute als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Der Schiffsverkehr auf der Elbe verläuft zwischen dieser Insel und der nördlichen Elbseite (Blankeneser Seite), so daß der Gewässerstreifen zwischen Neßsand und dem südlichen Ufer bei Cranz und westlich davon ganz dem Naturschutz gehört.
Wer sich über dieses vielen überhaupt nicht bekannte Naturschutzgebiet näher informieren will, kann das auf einer Internetseite, die ich dafür herausgesucht habe, informativ tun: hier die Internet-Anschrift speziell zu dieser selbst den meisten Hamburgern sicher unbekannten kleinen Elbinsel : http://www.naturschutzverband-goep.de/nsg_nesssand.htm
Fazit:
http://www.fz-bau.de/estesperrwerk.htm
http://www.hamburgfotos.de/altesland.htm
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zeberus 26.12.2005 22:26
dutchman1968 15.11.2005 23:26
marbie 13.11.2005 18:17
MedienPanther 03.11.2005 19:00
Ein schöner Bericht und schöne Photos. LG Markus
Mundi1 28.10.2005 23:03
Schön und ausführlich! lg Mundi