County Clare

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No tree to hang a man...

5  27.06.2004

Pro:
landschaftlich sehr schön

Kontra:
-

Empfehlenswert: Ja 

kikilotta

Über sich:

Mitglied seit:21.02.2002

Erfahrungsberichte:440

Vertrauende:44

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Heute ist ein schöner Tag, mal einen Abstecher in die Grafschaft Clare zu machen. Viele von Euch werden sicherlich schon unbewusst einige Fotos aus diesem County gesehen haben, schließlich gibt es dort zwei landschaftlich sehr reizvolle Ziele. Doch dazu später mehr!


LAGE

Die Grafschaft Clare liegt im Mittelwesten von Irland. Durch den Fluss Shannon wird Clare im Süden von den Grafschaften Kerry und Limerick getrennt, im Norden liegt die Grafschaft Galway.


ALLGEMEINES
Clare bedeutet aus dem Gälischen übersetzt soviel wie Ebenes Land. Naja, unter eben verstehe ich schon was anderes… immerhin ist der höchste Berg ja 580 m hoch. Zwischen einigen Hochplateaus und den imposanten Klippen befindet sich eine Karstlandschaft.
Außerhalb des Burren könnt ihr auch noch Seen entdecken.
Die Hauptstadt dieses Counties ist übrigens Ennis.


SEHENSWÜRDIGKEITEN

Warum sollte ich erst lange herumschweifen, ich beginne hier gleich mit den
-CLIFFS OF MOHER-
Diese Klippen liegen malerisch auf einer Strecke von über 8 km am Atlantik. Ihre Höhe beträgt bis zu 200m, dennoch sind sie nicht die höchsten Klippen von Irland!
Wenn ihr der Beschilderung folgt, landet ihr ziemlich direkt auf dem kostenplichtigen Parkplatz mit dem Besucherzentrum. Beim Abfahren ist mir dann aufgefallen, dass viele Touristen sich diese Kosten gespart haben und die kleinen Stellplätze an den Gattern auf der R 478 verwendet haben!
Egal, steigt ihr am Parkplatz aus dem Auto, würde man nicht meinen an Klippen zu stehen. Mit Blick zum Meer endet zwar das sichtbare Land, aber von der Höhe ist hier noch nichts zu merken. Wir hatten Glück mit dem Wetter, es war zwar zwischendurch mal etwas arg windig (komisch, wenn jeder Schritt durch den Wind anders verläuft als geplant), aber ansonsten präsentierten sich uns die Klippen in wundervollen Licht. Wir entschieden uns nach links zu gehen, denn rechts wanderten gerade mehrere Busgruppen in Richtung o´Brien´s Tower.
Auf dem Weg gab es immer wieder spektakuläre Sichten hinab (ich habe natürlich gebührend Abstand gehalten) und auch die Sicht zum o`Brien´s Tower war einfach nur wunderschön. Von dieser Seite habt ihr die schönsten Fotomotive!
Neben dem Rauschen des Windes könnt ihr hier immer wieder die Rufe der Vögel wie Papageientaucher, Möwen und Lummen hören. Oft könnt ihr zwischen den Klippen auch noch Nester entdecken, wo Jungvögel ihre Hälse lauthals zum Futter rausstrecken!
Ich persönlich habe mich entschieden, den Weg nur bis zu einem bestimmten Punkt zu gehen, weil danach der Weg doch zu dicht
Bilder von County Clare
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Cliffs mit Turm
an den Abgrund führte. Mein Schatzi jedoch war vom Abenteurergeist besessen und ging noch weiter. Zahlreiche Hinweisschilder an den Klippen weisen darauf hin, dass ein Begehen hinter der Absperrung gefährlich ist. Doch die ausgelaufenen Wege zeigen, dass viele Touristen sich davon nicht abschrecken lassen. Was ich persönlich noch schlimmer finde, sind die auf dem Bauch liegenden Touristen, die direkt vom Plateau hinunter gucken! Horror!
Ich blieb also wie bereits gesagt an einer gemütlichen Stelle sitzen und beobachtete wie es von unten regnete!
Ja, ihr habt völlig richtig gelesen. Während ich auf meinem Stein saß, konnte ich Regentropfen im Sonnenlicht wie ein Regenbogen glänzend von den Klippen hochsteigen sehen. Das sah richtig toll aus! Klar, kamen diese Tropfen aus dem 200m tiefer liegenden Meer durch den Wind nach oben! Doch ca. 2 Minuten später bekam ich dann diese Tropfen als geballte Ladung wieder ab, denn der Wind hatte kurzzeitig nachgelassen. Diese Art von Regen laß ich mir gefallen! Auch andere Touristen gesellten sich dann zu mir, um diese Ereignis immer wieder lachend zu genießen!
Nach ca. einer halben Stunde machten wir uns dann auch auf in Richtung o´Brien´s Tower. Unebene Stufen führen hier den Weg hoch zum Turm. Verschiedene Händler mit irischer Musik oder Tüchern nutzen den Touristenstrom aus und bieten ihre Ware zum Kauf an.
Im Turm befindet sich unten ein winzig kleiner Laden mit den üblichen Souvenirs. Wenn ihr den kleinen Turm hochsteigen wollt, müsst ihr jedoch Eintritt zahlen. Ich kann Euch aber vergewissern, dass die Sicht von oben nicht bedeutend besser ist! O´Brien´s Tower wurde 1835 erbaut und als Leuchtturm genutzt.
Beim Rückweg zum Parkplatz trafen wir auch einen Dudelsackspieler. Dieser spielte Mull of Kintyre. Es stellte sich heraus, dass es ein deutscher Tourist ist, der sich seinen Traum verwirklich hat und an dieser Stelle Dudelsack spielen wollte!
Am Parkplatz befindet sich dann ein weiterer Laden in einer Holzhütte und gut verkleidete Containertoiletten, die ich hier aber auf keinem Fall empfehlen möchte!

-ENNIS-
Diese Stadt ist Hauptstadt der Grafschaft. Wir haben sie am Abend besucht, nachdem wir in unserem B&B eingecheckt hatten. Ennis ist auf dem ersten Blick ein wenig verwirrend, denn zur Zeit sind einige Baustellen (natürlich EU finanziert) im Weg. Die kleinen Straßen in der City sind größtenteils Einbahnstraßen und würden wohl eher den Namen Gassen verdienen. Die Häuserzeilen sind herrlich bunt, die Pubs reihen sich aneinander. Wir waren abends im „Cruiser´s“, einen auf dem ersten Blick recht übersichtlichen Pub. Das allerdings täuschte, denn durch den Pub hindurch folgte ein weiterer Anbau, noch ein weiterer und noch einer als Restaurant. Diese Anbauten jedoch dürften auch schon viele Jahre alt sein, so dass Cruiser´s wohl eher 4 Häuser lang ist als ein kleiner Pub. Das Essen (wir entschieden uns für Chicken Kiev und Lachs) war recht günstig und innerhalb von 10 Minuten auf dem Tisch. Konnten die dort Gedanken lesen oder war das Essen schon fertig, bevor Gäste kamen?
Frisch gestärkt und mit einer Music Session aufgemuntert gingen wir so durch die Innenstadt.
Direkt neben unserem Pub befindet sich Ennis Friary, ein Franziskanerkloster aus dem 13 Jahrhundert. Leider werden dort gerade Restaurierungsarbeiten vorgenommen und die Besichtigungen sind dadurch zeitlich und räumlich eingeschränkt. Für Erwachsene kostet der Eintritt 1,50€.
Ennis selbst hat noch immer den Charme des Mittelalters. Enge Gassen, kleine Brücken aus Stein und viele kleine Häuser mit Hinterhöfen.
Natürlich kann man in Ennis auch modern einkaufen, ein Einkaufszentrum mit allem pipapo ist auch vorhanden. Wenn man hier zwischen mehr als 15 Sorten Cheddar entscheiden muss, ist die Öffnungszeit bis 20 Uhr allerdings zu wenig! Alle anderen Geschäfte hatten bereits vor 18:30 Uhr geschlossen!

-BURREN-
Dieses Gebiet gleicht eher einer Mondlandschaft als einer auf der Erde befindlichen Karstlandschaft. Der Name „Burren“ bedeutet aus dem gälischen übersetzt großer Stein, was ich persönlich auch sehr treffend finde. Kommt ihr aus den Randgebieten mit grünen Hügelketten in das Burrengebiet hinein, werdet ihr sofort eine Veränderung feststellen: Hier herrschen nur noch Steine und Kalksteinplateaus vor. Farblich wirkt dies zunächst grau- bei Sonnenschein ein wenig strahlend. Wer sich jedoch in mitten des Gebietes die Zeit nimmt, das Grau ein wenig genauer zu betrachten, der wird wirklich überrascht sein, was sich zwischen den Steinplateaus so alles anfindet! Hier könnt ihr recht seltsame Gewächse und für Europa eher untypische Pflanzen entdecken. Neben gigantischen Farnen könnt ihr auch Enzian und Montbretien (die hab ich auch im Garten, aber nicht so schön…!) finden. Uns wurde auch etwas von Orchideen erzählt, doch entdeckt habe ich keine!
Entstanden ist diese Kalksteinwüste in der Eiszeit, bei der die Eismassen große Gesteinsmassen mit sich trugen und somit auch die komisch anmutenden Längstrinnen verursachten. Unter diesen großen Kalksteinplatte befinden sich zahlreiche Höhlen oder unterirdische Flüsse. Die bekannteste und auch für die Öffentlichkeit geöffnete Höhle ist die Ailwee Cave, die ca. 4 km von Ballyvaughan liegt. Ungefähr 300 m reicht sie in den Fels hinein. Ihr gelangt dann in den wohl größten unterirdischen Raum einer Höhle auf der Welt. Natürlich gibt es hier auch Tropfsteine (fragt mich nur nicht, was jetzt Stalaktiten und Stalakmiten sind…!) Bevor ihr Euch zu dieser Höhle aufmacht, solltet ihr jedoch die aktuellen Öffnungzeiten erfragen, denn diese variieren in den verschiedenen Monaten!
Auch haben die vor Ort ausliegenden Flyer verschiedene Öffnungszeiten angegeben, am besten, ihr ruft einfach an!
Nicht weit von der Ailwee Cave entfernt befindet sich mitten auf kalkiger Flur ein Dolmen. Der Poulnabrone Dolmen ist gut von der Straße aus zu erkennen. Neben diesem Portaldolmen befinden sich übrigens noch weitere Dolmen, die allerdings von Touristen erst in den letzten zwei Jahrhunderten aufgestapelt wurden…!
Wer seinen Blick über diese sonderbare Landschafte gleiten lässt, wird hier und da auch ein paar Steinforts entdecken können.
Einst hatten Cromwells Truppen zur Landschaft des Burrens gesagt: Kein Baum um einen zu erhängen, kein Wasser um ihn zu ersäufen und keine Erde um ihn zu verscharren….
Na passender hätte man es kaum beschreiben können.

KOMMENTAR
Nicht nur aufgrund des Wetters allein hat mir dieser Tag im County Clare gut gefallen. Landschaftlich war es sehr abwechslungsreich und auch vom Panorama unbeschreiblich schön. Wer sich die Zeit nehmen kann, sollte für seinen Irlandaufenthalt ruhig ein paar Tage für diese Ecke einplanen. Ich hoffe, Euch einen guten Eindruck von dem County vermittelt zu haben und möchte dies noch durch ein Fotos verstärken!

FAZIT
No tree to hang a man- aber es gibt ja noch die Klippen! Wußten das die Soldaten von Cromwell nicht?


Wer noch weitere Irlandberichte von mir lesen möchte... bitte sehr:
1)In 14 Tagen durch Irland- Reiseerlebnisse
2)Brumm brumm, wir fahren rundherum- Autofahren in Irland
3)Mit Aer Lingus nach Baile Atha Cliath(Dublin)- Flughafen Dublin
4)Entdecke mit mir Irlands Ort der Hektik- Dublin
5)Steine zum Staunen- County Meath
6)Dublins Orte der Ruhe- County Dublin
7)Kommst Du nach Mayo, pack den Reservereifen ein! -County Mayo
8)Im Land der Elfen- Irlands Nordkap Donegal
9) The Town I Loved so well? Nee, ich nicht! Derry
10) Causeway Coast bietet noch viel mehr- Causeway Coast
11) Das Leben, Pferde und ein Garten- County Kildare
12) Basislager für weitere Expeditionen- Killarney
13) Kommt mit auf Irlands Diamantenring!- Halbinsel Iveragh
14) Ringeldingledingle ein Freudenlied für Dingle- Dingle Halbinsel
15) Wer "Mäh" sagt, hat Vorfahrt- County Kerry
16) No tree to hang a man- County Clare
17) Ein Buch mit vielen Exkursen- Dumont Reisetaschenbuch Irland
18) Der Trend geht zum Zweitreiseführer- Spirallo
19) Yield- Irland Wissenswertes

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Summicron

Summicron

05.11.2004 18:00

Toller Bericht über die vielleicht schönste Gegend Irlands. - Übrigens: Stalaktiten sind die, die von oben kommen, Stalakniten die von unten. Das t endet nämlich weiter oben als das n. Viele Grüße Heinz (Summicron)

PrinzLoewenherz

PrinzLoewenherz

25.07.2004 18:02

Schwärm... Wenn ich deine Berichte lese, würde ich am liebsten wieder nach Irland durchstarten

togri

togri

30.06.2004 10:42

An den Klippen haben wir den schönsten Tag verbracht. Keiner wollte wieder zurückfahren und das tollste war, auf dem Bauch zu liegen und direkt ins Meer zu gucken. :) LG

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