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Costa de la Luz

Erfahrungsbericht

für Costa de la Luz
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5 Sterne Costa de la Luz das klingt doch schon...
49 von 49 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro Natur, Strände, Orte,

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Der Autor

otto0816

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Spanien hat viele Küsten. Vom großen Rest Europas ist diese, die am weitesten entfernte. Vielleicht ist sie deshalb noch nicht so überlaufen wie manch andere Küstenabschnitte des Urlaubslandes. Als Costa de Luz bezeichnet man den Teil der spanischen Küste, der sich von Tarifa, dem südlichsten Punkt des spanischen Festlandes, nordwestlich bis zur portugiesischen Grenze hinzieht. Da die Straße von Gibraltar das Mittelmeer vom Atlantik abtrennt, ist es also dieser Ozean, der seine Wellen an die Costa de Luz wirft. Deshalb ist diese Küste schon länger unter Surfern ein Begriff. Der vom Atlantik ungehindert einfallende Wind tobt hier etwas stärker als an der benachbarten Costa del Sol. Vielleicht hielt er so auch die großen Touristenströme fern. Jedoch wird dieses Gebiet schon einige Zeit als Newcomer – Region beworben. Mein Bericht wird aber auch keine Gegenwerbung werden. Die Sonne scheint hier bis zu 3200 Stunden im Jahr.

Von Malaga kommend gelangte ich über herrliche Umwege nach Gibraltar. Nachdem ich Algeciras, die Hafenstadt, von der aus die vielen Fähren ans gegenüberliegende afrikanische Festland auslaufen, passiert hatte, wurde das Profil bergig. Einen Hügel erklimmend sah ich schon die Windräder, die hier dicht an dicht stehend versuchten, den Wind einzufangen. Sie hatten ein leichtes Spiel. Für mich wurde es schwieriger. Ich war mit meinem Rad unterwegs. Links tauchte ein Parkplatz mit Cafe und Souvenirshop auf. Die Lage war optimal. Da lag nun Marokkos Küste gegenüber. Das war Afrika. Ich war noch näher dran als am Tag zuvor in Gibraltar. Keine fünfzehn Kilometer waren es bis zu einem ganz anderen Kontinent. Links mußte Ceuta liegen. Rechts war es nicht mehr weit bis Tanger. Eine Fähre passierte gerade die schmalste Stelle zwischen den beiden Kontinenten. Unterwegs hatte ich schon Kioske gesehen, die den Autofahrern schon vor dem Erreichen des Hafens in Algeciras die Fährtickets anboten.

Nach diesem Mirador ging es wieder bergab. Ich bog links ab. Die Straßen und Gassen der kleinen Stadt Tarifa boten mir etwas Schutz vor dem ständigen Wind. Das war sie nun die südlichste Stadt Europas. Alle Gassen der Altstadt waren gepflastert. Teilweise gab es hier Fußwege, die nur doppelt so breit waren wie der dazugehörige Bordstein. Weiß getünchte Häuser trugen schmale Balkone. Blühende Bougainvilleazweige schauten über Mauern. Einige dieser schmalen Fußwege waren mit einer oder zwei Reihen Fliesen belegt. Breitere Fußwege wurden komplett von Straßencafes in Beschlag genommen. Die wenigen Schatten spendenden Bäume bekamen durch Sonnenschirme Unterstützung. Surfer waren zu dieser Zeit hier nicht anzutreffen. Sie nutzten die Wellen, die der Atlantik unentwegt produzierte. Der Strand wirkte endlos. Er soll hier zehn Kilometer lang sein. Der fast golden wirkende Sand war feinkörnig.

Ich verließ Tarifa um später einen anderen Strandabschnitt aufzusuchen. Der sah auch fantastisch aus. Ich hatte ihn fast für mich allein. Felsige Abschnitte sind an der Costa de la Luz selten. Später säumten Weinfelder die Straße. Auf Wiesen weideten stolze Pferde. Am nächsten Tag hatte ich mir Vejer de la Frontera als Quartier ausgesucht. Das ist eines von den weißen Dörfern. Die Lage war fantastisch. Auf einem Felsen thront es, ein Stück von der Küste entfernt, über der Umgebung. Die letzten beiden Kilometer verlangten mir einiges ab. Auf der Karte sah es harmloser aus. Danach wurde ich aber belohnt. Der Ausblick entschädigte für die letzten Anstrengungen. Es ist nicht mehr das unberührte Dorf, wie es noch in manchen Reiseführern beschrieben wird. Dafür ist es zu schön und durch die Lage noch wird es noch zusätzlich aufgewertet. Ich brauchte jedoch für mein Rad keinen Parkplatz zu suchen. Ich fand auch ein geeignetes Hostal.

Da der Abend hereinbrach, verließen die meisten der Tagesgäste den Ort. Ruhe kehrte ein. Von einer Art Promenade konnte ich den Blick in die Umgebung schweifen lassen. Die Schatten wurden länger und verschwanden dann ganz. Die Farben änderten sich entsprechend. Ich schlenderte durch die Gassen, bergauf, bergab. Ich war froh daß ich mein Rad jetzt nicht dabei hatte. Wenige kleine Autos drängten sich durch die Gassen. Parkende Fahrzeuge klebten förmlich an den Hauswänden, um die Gassen nicht zu verstopfen Als die Häuser gebaut wurden gab es war an Autos noch nicht zu denken.

Zu einer kleinen Pizzeria war die Eingangstür geöffnet. Der Inhaber schob gerade ein Blech in den Ofen. Da er auch gerade ein anderes herausgenommen hatte, breitete sich ein Duft aus. Ich kehrte ein. Eine andere Tür führte in einen Hof, der von vier hohen Wänden eingefaßt war. Hier fanden gerade vier kleine Tische und ebenso viele Kübelpflanzen einen Standplatz Die Pizza schmeckte unvergleichlich. Durch die Enge des Hofes kam der Eindruck auf, in einem Raum zu sitzen. Am Himmel machten sich die ersten Sterne bemerkbar. Die Hitze des Tages hatte sich verflüchtigt. Jetzt war es angenehm.

Der nächste morgen begann mit einer kurzen Abfahrt. Ich erreichte das über 3000 Jahre alte Cadiz. Die Stadt besticht nicht nur durch ihr Alter. Den Gründern hatte es die besondere Lage angetan. Fast als Insel streckt sich dieser Fleck in den Atlantik. Eine schmale, 14 Kilometer lange Landzunge bringt in östlicher Richtung den Anschluß an Andalusien. Schnurgerade zog sich die Straße an modernen Gebäuden entlang. Nach einem großen Platz öffnete sich die Altstadt. Die neue Kathedrale glänzte mit einer goldenen Kuppel in der Sonne. Einfache Restaurants warben um Gäste. Ich ließ mir eine Kaltsuppe (Gazpacho) munden. In einer Informationsstelle bestätigte man mir, daß es möglich sei, auf meiner geplanten Route, in den Donana – Nationalpark zu gelangen.

Es war nicht mehr weit bis Sancular de Barrameda. Dort stand ich am Ufer des Guadalquivir. Auf dessen anderer Seite lag das größte Vogelschutzgebiet Europas. Vogelschwärme, die von Europa nach Afrika ziehen oder von dort zurückkommen, legen hier eine Rast ein. Das Delta des Guadalquivir hat nur eine Verbindung zum Atlantik. Diese mußte ich jetzt überbrücken. Dünen blockieren die anderen Abflüsse. Das europäische Biosphärenreservat umfaßt Marschland, Wanderdünen und Heidegebiete. Der Park wurde 1969 gegründet und später erweitert. Ein knappes Jahr nach meinem Besuch erlebte der Park seine schwärzesten Stunden. Oberhalb des Reservates brach im April 1998 ein Damm, und flutete den Park mit 5 Millionen Kubikmetern Abwässern, die mit Säuren und Schwermetallen angereichert waren. Dieses Unglück wiederholte sich danach noch einmal. Ein großer Teil erlitt bleibende Schäden.

Ein Holzkahn setzte mich über. Vor mir lagen 32 Kilometer Sandstrand. Im feuchten Sand ließ es sich gut fahren. Ruhig lag links der Atlantik. Rechts begrenzten Dünen den breiten Strand. Mit einem motorisierten Fahrzeug hätte ich diesen Strand nicht erreicht. Allerdings überholten mich zwei Fahrzeuge. Dies waren geführte Exkursionen in den Nationalpark, die vom nächsten Ort aus, angeboten wurden. Ich erreichte den Ort nach den gut dreißig Kilometern. Von hier an hatte ich wieder Asphalt unter den Rädern. Der nächste Fluß bildete die Grenze zwischen Spanien und Portugal. Hier endete die Costa de la Luz. Eine Fähre die vor Jahren noch Autos übersetzte, hatte jetzt nicht mehr so viel zu tun. Etwas nördlicher gab es nun eine moderne Autobrücke über den Guadiana. Mein Rad war das einzige Gefährt dem Schiff. Nun lag die Algarve vor mir.

Auf der Rückfahrt wählte ich eine andere Route. Im Hinterland Andalusiens besuchte ich Sevilla und Ronda.
Danke fürs Interesse, Jörg


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Kommentare

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  • geldstromer 03.09.2006 22:39
    Bewertete diesen Bericht als
    hilfreich
  • franziohnesorge 22.05.2006 19:39
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Dr.Claudia 25.03.2006 17:57
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • luth 05.09.2004 11:41
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Suitcase 21.02.2003 11:38
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Ein schöner Bericht der nicht nur Infos bietet sondern auch die Sinne anregt.

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