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Busrundreise Devon & Cornwall in 2006

4 19. Mai 2008

Pro:
Man kann sich im Linksverkehr auf den extrem schmalen Strassen zurücklehnen

Kontra:
Es führt kaum ein Weg am chaotischen Lufthafen Heathrow vorbei

Empfehlenswert: Ja 

JWR1947

Über sich:

Mitglied seit:17.05.2008

Erfahrungsberichte:23

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 38 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Busrundreise Devon & Cornwall in August 2006

Datum: 4 August 2006 - 12 August 2006

Wir übernachten in kleinen Hotels, die proportional zur westlichen Lage immer kleiner und enger, dafür aber uriger, keltischer und romantischer werden. Die Strassen sind schmal und unübersichtlich: der Busfahrer muß umsichtig fahren.

Erster Tag
Individuelle Anreise zum Thistle Euston Hotel, gelegen bei Euston Station. Wir besuchen das gigantische British Museum und fotografieren die Nachbauten der farbigen Rot/Blau-Skulpturen, welche die Briten einst aus Griechenland geraubt haben. Auch der berühmte Stein von Rosette ist hier ausgestellt. Kunstmuseen lassen wir auf dieser Reise aus Zeitmangel mal beiseite. Wir haben diese Paläste bereits auf einer früheren Reise nach London besucht.

Zweiter Tag
Am zweiten Tag fahren wir mit einem Experten (Franz) als Reiseleiter nach Bournemouth über Winchester. Franz erzählt uns, dass man die Genehmigung als Reiseführer in London nur erhält, wenn man in einem Bus den Passagieren alles Wissenswerte mit dem Rücken zur Fahrtrichtung erklären kann. Wir sind beeindruckt. Genau im richtigen Moment kann er seinen Arm nach links oder rechts ausschwenken, wenn der Bus die gerade zitierte Markierung auf der Reise passiert.
Franz würde auch am liebsten über Rosamunde Pilcher referieren, aber leider ist niemand im Bus daran interessiert. Trotzdem gibt er in seiner liebenswerten Art so schnell nicht auf und nach einer Woche sind wir alle Pilcher-Fachkundler...

Wir besuchen unterwegs Stonehenge über der kahlen Salisbury Plains. Danach die Kathedrale von Salisbury. Weiterfahrt nach Bournemouth, wo das Hotel sehr laut und sehr warm ist. Die Heizung ist an und läßt sich nicht abstellen. Ein offenes Fenster sorgt für nächtliche Unruhe, weil die Urlauber mit Ferrari-Motorgeräusch die Kneipen verlassen...
Ich folge den kleinen Fluß durch einer kleinen, schönen und ruhigen Parkanlage, in dem sie sich hochschlängelt.

Dritter Tag
Besuch der Normannischen Kathedrale in Exeter und der Sümpfen in Dartmoor mit den uralten Brücken aus Steinplatten.
In der Künstlerkolonie St. Ives mit fantastischen Blüten wird übernachtet.

Vierter Tag
Tagesausflug nach Land's End / Penzance. Die Strassen sind sehr schmal und nur für fachkundige Busfahrer bewältigbar.
In Land's End gibt es von allem ein First and Last (Refreshment House in England, First and Last Toilette, usw.).
Ich sehe auch ein "First Aid"-Schild und frage mich: Wo bleibt das zugehörige Schild mit der "Last Aid" in England?

Es ist schon frech diese Gegend zu England zu rechnen, denn eigentlich sind wir im Gebiet der Kelten, die Engländer nicht ausstehen können.

Wir hören heute erstmalig über Terrorwarnungen mit den Flüssigkeiten und nehmen das (leider) nicht sehr ernst. British Airways hat ja noch tagelang Zeit den Rückflug zu organisieren.

In Penzance gibt es einen gewaltigen Tidenhub. Besuch an St. Michaels Mount.

Fünfter Tag
Besuch der gewaltigen Anlage "Eden Project" in St. Austell. Das weltgrößte und eindrucksvolle Gewachshaus mit 8 Kuppeln und 135.000 Pflanzen wurde von einem Niederlander entworfen.
In einem Teahouse an einem Kanal gibt es Cream Tea mit Scones. Zuviel Sahne schmeckt mir aber nicht...

Sechster Tag
Franz arrangiert eine extra-Tour: Er führt unsere Route durch die imposante Cheddarschlucht, in deren Höhlen Bernstein gefunden wurde. Leider reicht es nicht für einen Besuch der Höhlen.

Die Abtei von Glastonbury in Somerset ist eine Wucht. Hier soll König Arthur und seine Königin begraben sein. Man zeigt uns seine Grabstelle in der zusammengefallenen Ruine, aber die Lage ist unsicher. Mehr bin ich an der Pyramide interessiert, aber sie liegt zuweit weg für einen Besuch in der verfügbaren Zeit. Von dem hochgelegenen Tor aus kann man lt. Wikipedia noch sehen, dass Glastonbury mal eine Insel gewesen ist. Im Winter sind die Marschländer oft immer noch überflutet.

Glastonbury, "ein großes Keltisches Emporium", wurde bereits als Keltensiedlung bewohnt. Der alte keltische Name lautet Yinis Witrin (engl. the Glassy Isle, dt. etwa Glas- oder Bernsteininsel) war in seiner frühesten Geschichte tatsächlich eine Insel, die aus dem Meer hervorragte. Erst mit dem Absinken des Meeresspiegels entstand das später so fruchtbare Marschland Somerset.
Das Städtchen ist zurzeit die englische Hochburg der Esoteriker.
Tatsächlich ist es denkbar, dass der Name Glastonbury sich auf Glaesum bezieht. Im Ort ist von alledem jedoch nichts nachweisbar... Wir besuchen eine Kneipe und einige Geschäfte, wo betagte Hippies ihren Kram als Souvenirs anbieten.

Anschließend fahren wir nach Bristol. Die Innenstadt wird von alten Gebäuden, Studenten und riesigen Kneipenhallen geprägt. Der Hafen wird bei jeder Ebbe (mit dem gewaltigen Tidenhub) abgeschlossen. Der Hafen ist von einem Bergrücken von der Wasserstrasse abgetrennt. In Bristol sind die Bernsteinspuren unübersehbar. Es gibt einen Amber Hill, der die Stadt überrragt und der über zwei Zufahrtsstrassen Ambra Vale und Brandon Steep verfügt. Es ist aber schon spät und ich kann den Amber Hügel leider nicht näher untersuchen. Bristol ist von hohen Gebirgsrücken zum Meer hin abgeschirmt. Nur an einer Stelle kann das Meereswasser mit einem riesigen Tidenhub bis in den Hafen durchdringen. Falls der Amber Hill aus einer Endmoräne der Eiszeitvergletscherung stammt, muss der Gletscher den Bernstein über die Gebirgskette nach Bristol geschoben haben, oder aber der Berg existierte damals noch nicht. Jedenfalls führt die Endmoränengrenze über Bristol und die nördlichen Küstenteilen Cornwalls.

Siebter Tag
Wir besichtigen zuerst Bath, wo die römische Bäder erstaunlich gut erhalten sind. Auch die Villen und schöne Häuser dieser reichen Stadt sind imposant, denn hier haben sich viele reiche Engländer aufs Altenteil zurückgezogen. Am Nachmittag fahren wir zurück nach London. An dieser Stelle endet die Rundreise, die bisher einwandfrei verlaufen ist. Das Chaos nimmt jetzt seinen Lauf. Bisher wurden wir von den Kelten gastfreunlich empfangen, aber jetzt sind wird nun den Briten ausgeliefert.

Am abend rufen wir einige Male im unserem Reisebüro an, wo auch meine Frau arbeitet. Die Kolleginnen versichern, dass der Flug noch immer OK ist. Bei British Airways gilt eine solche Aussage aber gar nichts...

In London fühlen wir uns unwohl, als wir die unscheinbare Gedenkstelle, wo vor einigen Jahren ein Bus explodiert ist, vorbeigehen. Men empfindet es als bedrohlich, dass jederzeit wieder eine Höllenmaschine losgehen kann. In der Nähe des Parlements demonstrieren viele Engländer gegen englische und amerikanischen Regierungshäupter, die sogar als Verbrecher benannt werden. Es ist schon ein unheimliches Gefühl sich in dieser Menge zu bewegen.
Wir besuchen die unterirdische Kommandozentrale Churchills im Zentrum.
Die großzügige Parkanlage in der Nähe der Themse ist vollkommen ausgetrocknet in der Sommerhitze...

Achter Tag: Endstation Heathrow
Dann folgt die Endstation Heathrow. Es gab bereits tagelang zuvor Terrormeldungen, aber British Airways bereitet sich nicht vor. Es gibt mal wieder einen Heathrow Hassle, wobei die Engländer wie üblich ein unglaubliches Chaos anrichten. British Airways ist einfach nich erreichbar. Da die An- und Rückreise zu London jedoch kein Bestandteil der Bus-Rundreise sind, werde ich diese separat im Kapitel British Airways dokumentieren und beurteilen. 
Bilder von Cornwall
  • Cornwall Cream Tea mit Scones
  • Cornwall Bath
  • Cornwall Skulptur im British Museum
  • Cornwall Stonehenge
Cornwall Cream Tea mit Scones
In einem Teahouse an einem Kanal gibt es Cream Tea mit Scones. Zuviel Sahne schmeckt mir aber nicht...
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
wellspass

wellspass

06.06.2008 07:41

Auch wieder ein sehr schöner Bericht, der eigentlich ein BH wert ist. Ich habe mich in Süd-England auch immer sehr wohl gefühlt, wird Zeit mal wieder hinzufahren. LG Rowen

manuelmama

manuelmama

20.05.2008 10:23

Cornwall steht auf meiner Reise-Wunschliste ganz weit oben. LG Sabine

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