Colorline, Fähren nach Skandinavien

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Colorline, Fähren nach Skandinavien

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¡Große Unterschiede zwischen den Routen!

4  04.05.2003 (05.10.2003)

Pro:
gute Schiffe; guter Service

Kontra:
recht teuer; einige Routen leider nicht so toll

Empfehlenswert: Ja 

helko2000

Über sich:

Mitglied seit:18.03.2001

Erfahrungsberichte:171

Vertrauende:55

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1. Einleitung
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1.1. Das Unternehmen Colorline
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Das Unternehmen Colorline ist wohl jedem Norwegenreisenden ein Begriff. Bietet es doch als einziges die benötigten Fährverbindungen an.

Colorline enstand erst 1990 als Fusionsergebnis zweier verschiedener Fährgesellschaften.

Das erste Unternehmen entstand im August 1959. Es war der norwegische Reeder Anders Jahre, der eine ständige Verbindung zwischen Oslo und Kiel schaffen wollte.
1961 war es dann soweit: Die Gesellschaft "Jahre Line" nahm den Verkehr zwischen Kiel und Oslo auf. Die tägliche Überfahrt dauerte 19 Stunden.

Das zweite Unternehmen, war die "Norway Line", die bereits mehrer Verbindungen zwischen DK und Norwegen betrieb.

Also, 1990 war es dann soweit; die Vereinigung dieser beiden Gesellschaften zur Colorline mit dem Logo und dem blau-weißen outfit.

Später übernahm Colorline auch die sehr bekannte Fred. Olsen Lines, die sich auf Kurz-Fährfahrten weltweit spezialisiert hatte.

Im Jahr 2002 hatte Colorline über 4 Mio Passagiere.


1.2. Meine Beziehung zur Colorline
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Wie bereits gesagt: wer mit PKW nach Norwegen will kommt über Colorline nicht drum herum. Daher bin ich bereits mehrfach auf den Linien Oslo - Kiel und Kristiansand - Hirtshals gefahren. Mit diesen Reisen beschäftigt sich der Bericht.


2. Die Linien
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Insgesamt gibt es bei Colorline folgende Linien:
Kiel - Oslo
Frederiskhaven - Larvik
Strömstadt - Sandefjord
Hirtshals - Kristiansand
Hirtshals - Oslo


3. Meine Fahrten
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3.1. Hirtshals - Kristiansand
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Das Unternehmen befährt diese Route 3 mal am Tag mit recht kleinen Schiffen. Die Dauer beträgt in etwa 4 Stunden. Ich kann diese Route leider nicht empfehlen, da Colorline die eingesetzen Schiffe mit erstaunlich wenig Freizeiteinrichtungen ausgestattet hat. Die bereitgestellten Stühle reichen nicht, sobald man nicht draußen sitzen kann (was bei dem Wetter ja oft vorkommt, zumal es keinen Windschutz gibt). Da sitzen und liegen dann eben die Menschen auf dem Boden und warten auf die Ankunft.
Hinzu kommt, das diese Route (besonders die zur Mittagszeit) im Sommer extrem stark ausgelastet ist.
Das merkt man schon beim Einchecken; das dauert lange und die Einweiser lassen wirklich keinen einzigen Zentimenter unnützen Platz, so das man sogar die Türen des Autos nur noch unter Schwierigkeiten aufbekommt.
Allerdings ist hier das Essen an Bord ganz gut. Nutzt es, in Norwegen selbst bekommt man so etwas dann nicht mehr!

Immerhin ist der Service an Bord freundlich; aber die primäre Sprache ist English, Deutsch wird aber z.T. verstanden.

Gezahlt wird an Bord übrigens mit €, Kreditkarte oder NOK.

Und noch eine kleine Warnung: Alkohol ist an Bord noch recht preiswert: achtet aber auf jeden Fall auf die vom Zoll erlaubten Mindestmengen und trinkt auch nicht mehr an Bord. Warum? Die Begrüßung auf norwegischer Seite ist unmittelbar nachdem ihr das Schiff verlassen habt die Polizei - mit einer Alkoholkontrolle. Und in Norwegen gilt 0,0 Promille!!!


3.2. Kiel - Oslo
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Die Vorzeigeverbindung von Colorline - und das mit vollsten Recht. Die eingesetzten Schiffe sind die bekannten riesigen Fähren und die Durchfahrt durch den Oslofjord ist bei gutem Wetter ein Traum.

Aber auch diese Riesen sind zumindest im Sommer recht dicht belegt, so das beim Einfahren auch hier geschichtet wird, wenngleich viel weniger stark als bei der o.g. Linie. Auch ist der Platz zwischen den Autos größer.

Hat man das Auto abgestellt, geht man einfach nach oben; genießt die Aussicht oder isst einen Happen. Besonders empfehlen kann ich das Abendbüffet, für das aber eine rechtzeitige Reservierung gleich als erstes nachdem man das Auto verlassen erforderlich ist, da sonst die guten Fensterplätze weg sind. Dieses Essen hier ist toll, super Meeresfrüchte und auch alles andere was das Feinschmeckerherz begehrt.

Wer nicht reservieren will kann auch in eins der anderen a-la-carte-Restaurants oder zum Selbstbedienungsrestaurant gehen, die es an Bord gibt oder im Supermarkt etwas zu Essen kaufen.

Die Freizeiteinrichtungen sid hier top. Kinderspielplatz, Kino, genügend Sitze mit Panoramafenstern, usw. Ein besonderes Schmakerl ist das große Sonnendeck mit Bar und gläsernem Windschutz auf der obersten Etage.

Da die Passage so ausgelegt ist das man am nächsten Morgen in Oslo oder Kiel ankommt und dann noch den ganzen Tag ausgeruht vor sich hat, hat man eine angenehme Nacht an Bord vor sich.

Kurz bevor die Fähre anlegt geht man dann auch wieder runter zum Auto und macht sich startklar.

Der Service an Bord ist sehr freundlich; man kann auch Deutsch, aber die primäre Sprache ist English. Auch das Kino zeigt seine Filme auf Englisch.

Gezahlt wird an Bord übrigens mit €, Kreditkarte oder NOK.


4. Sicherheit
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Eine Sicherheitskontrolle (z.B. nach Sprengstoff) findet nicht statt. Dennoch wurde nach den "Unfällen" im Jahr 2000 die Sicherheitseinrichtungen an Bord verschärft. Man kann sich jetzt nur noch auf den einsehbaren Stellen aufhalten, ein Teil des Schiffes wurde für Gäste gesperrt. Weiterhin laufen jetzt wohl gezielt Mannschaftmitglieder das komplette Schiff ab.

Es gibt überall Schilder zu den Rettungswegen und anderen Sicherheitseinrichtungen.


5. Buchung
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Sehr simpel: Einfach im Internet auf der HP. Die Url lautet: http://www.colorline.de/servlets/page?section=5001.
Man benötigt eine Kreditkarte nach Wahl; bei Rücktritt werden ganz schöne Gebühren fällig.


6. Preise
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Die Preise sind sicher ganz schön happig, besonders wenn das Auto mit soll; allerdings muss man wenn man über Schweden fährt Dank der Mautbrücken etwa mit Kosten in gleicher Höhe rechnen.

Bei Oslo-Kiel: Man kann Geld sparen, wenn man eine Innenkabine bucht; mir gefällt diese sogar besser, da sie gegen Wellengang nicht so anfälllig ist - und den gibt es am Katagatt eigentlich immer.


7. Fazit
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Wer mit dem Auto nach Norwegen möchte, sollte schon Colorline nehmen.

Das Essen an Bord ist gut und wenn man nicht an der dt. Küsten wohnt, kann man sowieso nach ein paar Stunden eine Rastpause einmal vertragen. Zumahl ja die norwegischen Straßen, die am Ende der Reise auf einen warten, sehr sehr viel Zeit beanspruchen werden.

Die Schiffe der Colorline sind sauber und sehr gut gewartet, so das man sich absolut sicher fühlen kann.

Schade ist aber das unterwegs der Handy-Empfang weg geht. Zwar haben die Schiffe auf der Linie oslo - Kiel die entsprechende Technik an Bord, aber bei meinen letzten Überfahrten war sie ausgeschaltet obwohl sie früher an war. Vielleicht eine neue Skandinavische Strahlenschutzverordnung?

--> Wenn es einmal wieder nach Norwegen gehen soll, werde ich wohl Colorline nutzen, wenngleich am Liebsten auf der Strecke Oslo - Kiel. Reise ich aber nach Stavanger heißt es in den sauren Apfel beißen und ab nach Hirtshals, da sich dann der Umweg über Oslo nicht lohnt.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
ZIMT-ZICKE

ZIMT-ZICKE

20.01.2008 14:01

Sehr informativer Bericht.

bolmsoe

bolmsoe

12.02.2004 12:22

Ah, da kommt ein Bericht für meine Reiserichtung (Skandinavien)!!! Sehr informativ. Ich kenne bisher nur die Schweden-Fähren, da wir in der Hauptsache nach Schweden fahren, aber ich denke auch, sollten wir mal mit dem PKW nach Norwegen kutscheln, bin ich auch für die Verbindung Kiel-Oslo. Supi!

normeier

normeier

21.10.2003 12:56

Witzig, dass ich hier mal wieder auf dich stosse, wusste gar nicht, dass du auch Norwegen-Kenner bist. In einem Punkt muss ich dich allerdings verbessern: Promillegrenze ist 0,2, wenn auch schon vorher eingegriffen werden darf. Aber sonst perfekt, alle Infos! Gruss Flo

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