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Pro Tolle Darsteller, stimmige Inszenierung...
Kontra Die Musik war im ersten Akt nicht so ganz meines...
Detailbewertung
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Die Freilichtsaison in den Theatern ist in vollem Gange und führte uns nach dem Besuch von Ötigheim (dazu gibt es übrigens einen Besicht, der sich ganz schrecklich über Lesungen freut ;-) unter anderen nach Ettlingen.
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Ettlingen, eine badische Kleinstadt mit um die 39.000 Einwohnern und einer hübschen Altstadt mit verträumten Straßen und Gassen befindet im Herzen Badens und sich am Fuße des nördlichen Schwarzwaldes und nur einige Kilometr von Karlsruhe entfernt. Ettlingen bietet einiges und etwas ganz Besonderes für alle Kulturbegeisterten, nämlich die alljährlich stattfindenden Schlossfestspiele im Schlosshof, die wir auch in diesem Jahr wieder besuchten. Von den Schlossfestspielen im Allgemeinen und unserem diesjährigen Besuch im Besonderen möchte ich Euch heute erzählen.
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In Ettlingen finden seit 1979 Festspiele statt - die Schlossfestspiele im Hof des Schlosses sind wohl die Bekanntesten. Weiterhin gibt es Aufführungen im Markthof der Altstadt, im Asam-Saal des Schlosses, in der Aula des Eichendorff-Gymnasiums. Und es gibt immer etwas Interessantes zu sehen - vom Frama über Komödie und Musical bis hin zum Kindertheater. Von Shakespeares Othello und den Kaufmann von Venedig, über Die Revue Petticoat und Wirtschaftswunder und das Musical Jesus Christ Superstar bis zu Schillers Don Carlos, von Nestroys Talismann über die Westsidestory und Chicago bis zu Wallenstein, von Peer Gynt über den Sommernachtstraum, das Schwarzwaldmädel, Hair bis zu den Comedian Harmonists und dem Musical Can-Can boten die Festspiele in den vergangenen Jahren ein sehr abwechslungsreiches und interessantes Progamm.
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Zwischen Juni und August wird hier ein reichhaltiges Festspiel-Programm mit dem Ettlinger Festspiel Ensemble und auch Gastspielgruppen aus anderen Städten geboten.
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An einem Mittwoch im August machten wir uns ins ca. 80 Kilometer entfernte Ettlingen auf. Wir waren recht früh dran, parkten im Parkhaus, bummelten noch durch die hübsche, kleine Fußgängerzone und besuchten zum Abendessen ein Restaurant bevor wir uns zur Vorstellung des Musicals „City of Angels“ von Cy Coleman im Schlosshof aufmachten. Um es gleich vorweg zu nehmen: die Premiere des fand am 25. Juni und die letzte Aufführung am 15. August statt und Ihr habt somit leider keine Gelegenheit mehr Euch dieses wunderschöne Musical anzusehen. Schade eigentlich..
City of Angels ist ein leider eher selten aufgeführtes Musical in zwei Akten von Cy Coleman. Die Gesangstexte stammen von David Zippel, das Buch entsprang der Feder von Larry Gelbart und für die deutsche Übersetzung erfolgte in bewährter Art und Weise von Michael Kunze.
1990 wurde das Stück mit fünf Tony Awards - unter anderem für das beste Buch und das beste Musical ausgezeichnet, was für mich um so verwunderlicher macht, dass Aufführungen so ausgesprochen selten statt finden.
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Die Uraufführung am Broadway im Virginia Theatre fand am 11. Dezember 1990 statt, die deutsche Uraufführung im September 1995 im Theater Heilbronn. Am 25. Juni 2009 konnte man die Premiere bei den Schlossfestspielen in Ettlingen unter der Regie von Udo Schürmer erleben.
Vor der wunderschönen Kulisse des Ettlinger Schlosses, dem kulturellen Mittelpunkt der Stadt, steht die Bühne. Erst bei Einbruch der Dunkelheit (um genau zu sein um 20.30 h beginnen die Vorstellungen und das hübsche Barockschloss gibt dann natürlich eine ganz besondere Atmosphäre für die dort seit 1979 statt findenden Schlossfestspiele.
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Das heutige Schloss hatte zwei Vorgängerbauwerke. Nach der Erhebung Ettlingens zur Stadt 1192 durch Kaiser Heinrich VI. wurde zum Schutze der Stadt im 13. Jahrhundert eine mittelalterliche Burganlage errichtet. Von dieser Anlage sind im jetzigen Schlosshof noch Reste des Burgturms als Naturmauerwerk zu sehen. Der heute noch erhaltene Bergfried stammt aus der Zeit des weiteren Ausbaus der Burg, den die Markgrafen von Baden unternahmen, nachdem sie 1219 in den Besitz der Stadt gekommen waren. Im 16. Jahrhundert folgte ein prächtiges Renaissanceschloss. An den Südflügel wurden zwei runde Ecktürme angebaut, der Bergfried bekam ein Obergeschoss aus Fachwerk. Die 1600 fertig gestellte dreiflüglige Renaissance-Anlage um den alten Bergfried wurde 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg mit der ganzen Stadt von französischen Truppen zerstört. (Quelle WIkipedia)
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Ansonsten werden im Ettlinger Schloss verschiedene Ausstellungen zur Stadtgeschichte, sowie die Städtische Galerie mit regionaler Kunst von 1900 bis heute präsentiert. Auch ein Museum mit ostasiatischem Kunsthandwerk ist dort zu finden.
Zwei Stände, ein kleinerer mit Getränken und ein größerer, bei dem es zusätzlich zu sämtlichen Getränken auch „richtige“ Mahlzeiten gab befand sich vor dem Schloss. Hier konnte man vor den Vorstellungen etwas essen oder trinken. Tische und Stühle sind ausreichend vorhanden. Die Preise waren nicht wirklich günstig. Für ein 0.2 ltr.-Glas Rotwein zahlte man beispielsweise ganze 4,20 Euro, ein Bier war für 3,50 Euro zu bekommen, eine Brezel kostete 1,-- Euro. Am größeren der Stände ging alles recht schnell, während es am Getränkestand etwas dauerte. Die junge Dame hinter dem Tresen war alleine und hatte ziemliche Probleme beim Bierzapfen. Und dummerweise wollten die Festspielgäste vor mir gleich vier Bier. Letztendlich begab sich einer dieser Gruppe zur Bierzapfanlage und zeigte, wie man Bier zapft… Bis ich an meine Brezel kam, dauerte es über zehn Minuten. Manch einer könnte hier schon durchaus ungeduldig werden.
Der amerikanische Komponist wurde (geboren 1929 und im Jahr 2004 leider einem Herzinfarkt erlegen) begann seine musikalische Karriere bereits im zarten Alter von nur sechs Jahren, als er Klavierkonzerte in der Carnegie Hall gab. Mit 9 Jahren tratt er bereits in der Town Hall und Steinway Hall auf. Später folge eine Ausbildung zum Jazzpianisten. Cy Coleman schrieb die Musik von vielen Broadway-Musicaln, war nebenbei auch als Produzent und Verfasser, Lyriker und Arrangeur, Musiker, Musikalischer Direktor und Kreativer Berater tätig. Seine Filmproduktion zu „Sweet Charity“ wurde für den Oscar nominiert und "The Will Rogers Follies" wurde sogar mit zwei Grammy Awards ausgezeichnet. Zu seinen Werken zählen Wildcat, Little Me, Sweet Charity, Seesaw, I love my wife, On the Twentieth Century, Barnum, The Will Rogers Follies und The Life.
Musikalische Leitung unterlag Jürgen Voigt, Regie führte Udo Schürmer. Für die Bühne war Elke Schlottermüller zuständig, die Verantwortung für die hübschen und sehr passenden Kostüme hatte Judith Fischer. Für die Choreographie verantwortlich war André Sultan-Sade. Dem agierenden Ensemble gehörten Jennifer Sarah Boone, Isabel Dörfler, Kerstin Ibald, Regina Kletinitch, Tanja Krauth, Kira Primke, Wolfgang Grindemann, Gerhard Haase-Hindenberg, Norbert Kohler, Adrian Kroneberger, Martin Markert, Marc Pagan, Lemuel B. Pitts, Thomas Schirano, Oliver Sekula, Lutz Standop und Stefan Vinzberg an.
Erstaunlich komplex ist die Handlung des Stückes und hätte durchaus für ein spannendes Schauspiel genügend Stoff gegeben.
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Um Ruhm, Macht, Reichtum, Lügen und Intrigen geht es in diesem Musical, welches mit einer Menge Humor und Witz und einer Menge mitreißender Swing und Jazz á la Frank Sinatra und Glenn Miller entführ und in das von Erpressung, hinterhältigen Machenschaften und Mord geplagte Los Angeles, aber auch in die glamouröse Hollywoodwelt der 40erJahre.
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"Drei Millionen Einwohner in der City of Angels laut der letzten Volkszählung, und gut die Hälfte führt etwas im Schilde, von dem die andere Hälfte nichts erfahren soll. Wir werden alle vom schönen Schein hinters Licht geführt. Palmen kitzeln den blauen Himmel und die Sonne hier reicht aus, um Pittsburgh zu einer hellen Stadt zu machen. Aber das ist alles nur Oberfläche. Um die Wahrheit zu sagen: L.A. ist so wie ein hübsches Mädchen, das einen Tripper hat." sind die Worte von Privatdetektiv Stone. Stine, ein begabter, junger Autor schreibt seiner Romanfigur, dem sarkastischen, kaltschnäuzigen und hart gesottenen Privatdetektiv Stone, all die Eigenschaften zu, die er an sich selbst vermisst.
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Eines Tages erhält er von Buddy Fidler, einem der mächtigen Filmbosse Hollywoods da Angebot seinen Roman „City of Angels“ in ein Drehbuch umzuarbeiten. Für die Verfilmung des Romanes werden jedoch, da Buddy mit der Handlung nicht so ganz einverstanden ist, zahlreiche Änderungen verlangt.
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Dem Ruf des Geldes, nach Erfolg und Ruhm folgend beginnt er ebenso folgsam wie enthusiastisch damit und er selbst und auch seine Figuren werden immer mehr in der Welt der herrischen Produzenten, kessen Sekretärinnen und selbstsüchtigen Starlets, verwickelt. In Stines Geschichte wird seine Figur Stone mit Laura Kingsley, Ehefrau des ebenso reichen wie todkranken Luther Kingsley, einer vollkommenen Femme Fatale konfrontiert. Die schöne und verführerische Frau beauftragt ihn ihre unter äußerst mysteriösen Umständen verschwundene Stieftochter Mallory Kingsley wieder zu finden. Stone macht sich auf die Suche, bei der er seltsamen und eher unangenehmen Zeitgenossen begegnen, aber auch überaus charmanten jungen Damen, die bereit wären für eine Filmrolle alles zu geben und bei der er immer mehr in ein Netz von Lügen und Intrigen verwickelt wird. Die reale und die fiktive Welt vermischen sich nun immer mehr miteinander.
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Irgendwann beginnt dann selbst die Romanfigur Stone gegen ihren Autor zu rebellieren. Schließlich erkennt er, dass er selbst zu einer willenlosen Kreatur der geschäftsorientierten seelenlosen Traumfabrik Hollywoods geworden ist, erkennt sein Doppelleben endlich und er begreift dass er nur die Hälfte seiner selbst ist, die andere ist seine fiktive Romanfigur Stone. Und Stine beginnt ebenfalls zu rebellieren…
Durchweg gute Leistungen brachten alle auf der Bühne professionell agierenden Darsteller. Man hatte den Eindruck, als hätten sie Spaß an „City of Angels“. Besonders gut gefiel mir der von Norbert Kohler überaus sympathisch und liebenswert dargestellte Stine sowohl stimmlich als auch von der schauspielerischen Leistung her. .Obwohl hart gesotten und kaltschnäuzig wirkte aber auch seine Romanfigur Stone, hervorragend und vor allem durch seinen bissigen Humor bestechend, sehr liebenswert. Bei Gerhard Haase-Hindenberg hingegen gefiel mir die schauspielerische Leistung dann noch eine Spur besser als sein Gesang ;-)
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Unbedingt Erwähnung finden sollten natürlich die Angel City Four, bestehend aus Jennifer Sarah Boone und Tanja Krauth, Adrian Kronenberger und Lemuel B. Pitts. Durch diese Truppe wurden einzelne Szenenübergänge überbrückt. Gut kam auch Jimmy Powers, überaus schmieriger Schlagersänger an.
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Insgesamt waren die professionellen Leistungen der auf der Bühne agierenden Darsteller sehr gut, sehr stimmig und absolut überzeugend und auch die Herausforderung der Doppelrollen führte zwar manchmal zu kurzen Verwirrungen beim Zuschauer, wurde vom großartigen Ensemble aufs Beste gemeistert.
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Aber irgendwie - warum auch immer - sprang der Funke von den Schauspielern nicht wirklich aufs Publikum über… zumindest mir ging es so.
Eher schlicht und unaufdringlich, aber wirkungsvoll. optisch passend und absolut ausreichend waren die einzelnen Buchseiten, die die Bühne zierten und durch Umdrehen verschiedene Orte darstellten. Eine gute Idee, wie ich finde. Ich bin immer eher für eine schlichte, aber wirkungsvolle Dekoration - und diese hier fand ich perfekt.
Der Performer André Sultan Sade (nähere Infos über ihn findet Ihr unter http://www.andre-sultan-sade.de/ ) inszenierte die netten Choreographien, die wunderbar passten und sich ins Spielgeschehen unaufdringlich und harmonisch einfügten.
In der realen und fiktiven Welt spielte das Musical. Und die Herausforderung der Darstellung war genial gemeistert. Während von der Bühne aus gesehen auf der linken Seite der Bühne Stine an seiner Schreibmaschine die Geschichte verfasste, spielte sich auf der linken Seite das von ihm geschriebene Geschehen ab. Ein ganz klein wenig verwirrend fand ich dies zwar am Anfang, aber nach und nach entwirrte sich meine Verwirrung ;-). Ein wenig störte mich in der Anfangsszene nur das andauernde Tippen auf der Maschine. Ich wurde dadurch zu sehr vom Spielgeschehen auf der anderen Seite abgelenkt. Und besonders, wenn man versucht sich nicht auf etwas zu konzentrieren, schlägt da ja häufig fehl ;-).
Das Orchester wurde von Jürgen Voigt geliefert, spielte ganz ausgezeichnet und war leider nur beim Schlussapplaus zu sehen. Die Musik war schön - voller Schwung, jazzig und swingend. Auch die Darsteller verstand man zu meiner großen Freude recht gut. Selbst beim Singen war jedes einzelne Wort klar verständlich. Vor zwei oder drei Jahren war es uns in Ettlingen passiert, dass man kaum ein Wort verstand. Wenn gesungen wird, ist das nicht allzu tragisch, aber wenn man die gesprochenen Worte trotz wirklich guter Plätze nur schwer oder sogar gar nicht versteht, ist’s natürlich sehr ärgerlich. Diesmal war aber alles bestens ;-)
Das Fotografieren während der Vorstellung selbst ist in Ettlingen aus urheberrechtlichen Gründen nicht erlaubt. Aber unter http://galerie.ettlingen.de/ettlingen/galerie/index.php?NameOrdner=schlossfestspiele_2009&id_galerie=25_ gibt es eine nette Fotogalerie. Ein Klick dorthin und Ihr könnt Euch Euer eigenes Bild machen.
Und unter _http://www.youtube.com/watch?v=mAS3QCeGjDk_ habe ich auch bei YouTube noch etwas zum Thema gefunden.
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Teilsmit 19.03.2011 08:54
yenka 24.02.2010 01:44
arielle76 23.02.2010 22:55
noname_6032 13.12.2009 01:10
Verdienter Diamant!
Celsius-Monster 17.11.2009 23:48