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Erfahrungsbericht

für City Ost, Berlin
5 Sterne City Ost gestern und heute- Yvettte Geschichten aus Berlin (2
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Yvettte Seit 13 Jul 2008

Ich wünsche Euch allen ein frohes und vor allem gesundes Neues Jahr ! Bitte seid nicht böse, wenn... mehr

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City Ost gestern und heute- Yvettte Geschichten aus Berlin (2)


Liebe Freunde, liebe Leser,


als Berlinerin, aufgewachsen in einer der lebendigsten und grünsten Städte der Welt,
habe ich natürlich auch das eine oder andere Auge auf die verschiedenen Sehenswürdigkeiten dieser Stadt geworfen. Heute gibt es wieder ein kleines Leckerli davon.

Der Alexanderplatz mit dem Fernsehturm und allem drum herum hat es mir selbst besonders angetan. Und kennt Ihr noch den Palst der Republik ? Oder das neue Alexa ?

Also wollen wir uns mal in die ehemalige City Ost begeben.


Von der Idee bis zur „Wende“
************************

Natürlich will ich es mir nicht nehmen lassen, an dieser Stelle ein kleines Stückchen Geschichte der DDR mit einfließen zu lassen in meinen Bericht, denn ich weiß inzwischen, dass viele von meinen Lesern sehr interessiert sind am Leben und Wirken im „ehemaligen Osten“. Fangen wir mal mit dem Fernsehturm an:

Als Kind stand ich oft mit meinem Opa vor der großen Baustelle und verfolgte, wie der „Telespargel“ an Höhe gewann und sich seinen Weg in den Berliner Himmel bahnte.
Von meinem Papa hatte ich gelernt, dass hohe Türme an der Spitze schwanken müssen, damit sie nicht abbrechen oder umfallen. Da hab ich also immer besonders aufgepasst, um ihn mal schwanken zu sehen- wirklich wahrgenommen habe ich es von unten aus der Ameisenperspektive aber nicht.

Dann war es endlich geschafft- der Fernsehturm wurde nach langer Planungszeit und ca. 4 Jahren Bauzeit endlich fertig.
Na ja, wollen wir mal nicht so kritisch sein. Es gab ja eine Menge Aspekte zu beachten, wenn man so einen riesigen Turm in den Himmel schießt.
Zum Anfang der Idee für einen Fernsehturm in Berlin wurde zunächst die Region der Müggelberge im schönen Köpenick ins Auge gefasst, denn in der City war schon damals nicht viel Platz für neue Giganten.
Die Idee fiel jedoch dem Flugplatz Berlin- Schönefeld zum Opfer.
Man befürchtete, dass der Turm den ein- und ausgehenden Flugverkehr erheblich beeinträchtigen bzw. gar gefährden würde.
Nach weiteren Überlegungen wurde schließlich der Alexanderplatz als Standort auserkoren.
Hier musste natürlich zunächst ein wenig Platz geschaffen werden und während der Bauphase ging es oft nicht ganz so flüssig voran, da verschiedene Teile und Materialien für „teure Devisen“ erst aus dem „nichtsozialistischen“ Ausland importiert werden mussten.

Mit 365 Metern Höhe wurde der Fernsehturm 1969 schließlich nicht nur zum höchsten Bauwerk der DDR, sondern zum höchsten Bauwerk Deutschlands, was er noch heute ist.

Klar gehörte ich dann auch zu ersten Besuchern auf dem Turm.
Das war damals nach der Eröffnung gar nicht so leicht zu bewerkstelligen.
Unendliche Schlangen von Besuchern warteten oft 2-3 Stunden, um einen durstigen Blick von der Aussichtsplattform in 203 Metern Höhe zu ergattern.
Noch geduldiger musste man sein, wenn man sich für eine Stunde- damals war die Sitzzeit wirklich begrenzt- im Telekaffee auf 207 Metern Höhe niederlassen wollte, um dann einmal um den Turm herum gedreht, Berlin von Oben im Sitzen und beim Schlemmern eines schönen Eisbechers bestaunen zu können.

Heute sieht das schon etwas anders aus, doch darauf komme ich ein wenig später zurück, wenn wir den Turm „aktuell erklimmen“.

Ein Besuch des Fernsehturmes fand natürlich nie ganz losgelöst statt, sondern gehörte stets zu einem ganzen Ausflug zum Alexanderplatz.

Der erste Blick nach Verlassen des Turmes galt zunächst immer den Hallen am Fuße des Fernsehturmes, die sich in Richtung Rotem Rathaus befinden. In diesen Hallen fanden regelmäßig interessante Ausstellungen statt. Auch für Veranstaltungen wie Jugendweihefeiern im Klassenverband konnte man sie mieten- es war üblich, gemeinsame Höhepunkte gemeinsam „im Kollektiv“ zu würdigen.
Kurz nach der Wiedervereinigung gab es hier auch die ersten „Ostpro`s“ zu besuchen, ein großer Markt/ eine Messe, bei welcher ehemalige Ostprodukte angeboten wurden. Viele DDR- Bürger gaben hier ihrer „nostalgischen Ader“ ein wenig Futter und erwarben die „altbewährten Produkte“ wie Florena- Creme, Fit, Pfefferminzlikör, Zetti- Schokolade, Kathi- Tortenmehl, etc.
Anfänglich waren diese Produkte auf der „Ostpro“ auch sehr preiswert- oft „unter Wert“ zu bekommen. Im Laufe der Jahre änderte sich das Bild. Viele Produkte verschwanden einfach, die Betriebe schlossen. Andere Produkte wie z.B. der „Dresdner Stollen“ setzten sich auf dem neuen Markt durch und passten sich preislich ihrem Wert an.

Nun ging es auf einer breiten Stufenterrasse zwischen den Hallen abwärts zu den Wasserspielen.
In breiten Becken mit einer großen Springbrunnenanlage wurden stündlich Wasserspiele präsentiert. Unterschiedliche Fontänenbilder und – höhen wechselten sich ab und wurden bei Dunkelheit durch Farbspiele untermalt.
Während die „Großen“ sich das Schauspiel auf einer Bank am Rande der Wasserbecken (Spritzschutzsicherheit) anschauten, sprangen wir Kinder zwischen den Fontänen hindurch, die sich zeitweise über zwei Beckenränder wie eine Brücke spannten.
In den Sommermonaten war das ein willkommenes kleines Badevergnügen- Psst !!- es nicht ganz erlaubt.
Ärger gab es meist aber höchstens von den „eigenen Großen“, wenn sie nass wurden beim Versuch, die Zwerge wieder einzufangen, um den Spaziergang fortzusetzen.

Weiter führte der Weg am Roten Rathaus vorbei zum Neptunbrunnen- beide gehören noch heute zu den interessantesten Sehenswürdigkeiten rund um den Alexanderplatz.

Tja, und nun erfasste ab 1976 der Erkunderblick schon den Palast der Republik auf der anderen Straßenseite am Ufer der Spree.
Auf dieses prunkvolle moderne Bauwerk waren nicht nur die Berliner stolz !
Es war Domizil der Volkskammer- dem Parlament der DDR ( sie tagte im kleinen Saal)
und vor allem aber ein kulturelles Zentrum.
Im Foyer, den Restaurants und natürlich im Großen Saal gab es eine Reihe von Veranstaltungen und Konzerten sowie aktuelle Ausstellungen und Galerien.
Der große Saal verfügte über eine der modernsten Bühnentechniken der damaligen Zeit,
er war von 170 bis auf 1.000 Quadratmeter beliebig erweiterbar.
Hier wurden zum Beispiel die berühmten „Kessel Buntes“- eine der beliebtesten Fernsehshows der DDR- aufgezeichnet und hier stellten sich neben einer Reihe weiterer bekannter Künstler auch Udo Lindenberg, Mireille Mathieu und Katja Ebstein dem Publikum vor.
Ab 1990 wurde der Palast der Republik wegen „Asbestverseuchung“ geschlossen und in den Folgejahren wieder abgerissen- noch immer gähnt anstelle des einstigen Kulturpalastes ein riesiges Bauloch ……..
Inwieweit hier wirklich eine „Verseuchungsgefähr“ bestand oder ob das „Zeichen der sozialistischen Kultur“ einfach nicht mehr in die Köpfe der Marktwirtschaft passte…..??
das ist ein interessantes……aber anderes Thema, mit welchem ich diesen Bericht nicht ausufern lassen möchte.

Der Palast der Republik wurde im Volksmund auch als „Erichs (Herr Honecker) Lampenladen“ (wegen seiner phantastischen, weit sichtbaren Beleuchtung) oder als „Erichs Datsche am Kanal“ bezeichnet.

An der Stelle will ich den Bogen zum Fernsehturm wieder schließen, denn mir fällt gerade ein, dass ich beim Heraussuchen der genauen technischen Daten zum Fernsehturm auch auf eine Portion „Leumund“ gestoßen bin, den ich Euch nicht vorenthalten will.
„Drauf gestoßen“ heißt, dass ich einiges davon als Berlinerin zum ersten Mal gehört habe und das hat mich schon recht erstaunt:

Zum einen geht es hier um die

„Rache des Papstes“.

Sie soll darin bestehen, dass sich durch Sonnenreflexion auf die glänzende Kugel des Fernsehturmes ein Kreuz zeigt und dies dem Tatbestand geschuldet sein, dass die DDR-Politik keine zuvorkommende und kooperative Einstellung zur Kirche zeigte, sondern eine atheistische Grundeinstellung verfolgte.
Weitere Gerüchte sprechen davon, dass der Architekt des Fernsehturmes nach Fertigstellung von der Stasi wegen des Kreuz- Erscheinungsbildes verhaftet wurde, weil man ihm die „Planung des Kreuzes“ unterstellte und dass sogar der Abriss des Fernsehturmes im Gespräch gewesen sei.
Weiterhin soll ein Regierungsmitglied für das Kreuz die Bezeichnung „Plus des Sozialismus“ geprägt haben.


Weitere „Volksmünder“ bezeichnen den Fernsehturm als „St. Walter“ bzw. „ Ulbrichts Gedächtniskirche“ und „Telespargel“.
Die ersten beiden Bezeichnungen kannte ich ebenfalls nicht, kann mir ihr Vorhandensein aber gut vorstellen, da der Fernsehturm zu „Regierungszeiten“ von Walter Ulbricht entstand.
Den „Telespargel“ hatte ich selbst ganz oft im Mund und kann ihn bestätigen- obwohl ich hier wieder den Hinweis gefunden habe, dass die Berliner gar nicht „Telespargel“ gesagt haben sollen.

Tja, wie dem auch sei- offenbar sind die „Geschichten der DDR“ ein spannendes Thema !

Ganz kurz will ich Euch noch „die andere Seite“ vom Fernsehturm zeigen: den eigentlichen Alexanderplatz. Ihr findet ihn vom Fernsehturm in Richtung Norden laufend gleich hinter dem S- Bahngebäude- man kann durch dieses gleich hindurchlaufen.

Das war zu DDR- Zeiten der „Wochenweg der Touristen“ beim Verlassen des Fernsehturmes.
Von Montag bis Samstagmittag lockten die Angebote des großen Centrum- Kaufhauses zu einem Bummel und im gegenüber dem Bahnhof liegenden „Hotel Stadt Berlin“ gab es einen „Intershop“ zu bestaunen.

Wer einfach mal die Seele baumeln lassen wollte, der setzte sich an den Brunnen vor dem Kaufhaus und schaute mal auf der Weltzeituhr, wie spät es grade in Afrika war.

Gegenüber dem Alexanderplatz- die Nase Richtung Osten gewandt- steht noch heute ein „etwas älterer Neubau“- das ehemalige Haus des Lehrers. Gern statteten wir seinem in der oberen Besucheretage gelegenen Pressekaffee einen Besuch ab.
Gleich neben dem Rathaus befand sich die Kongresshalle- genutzt für eine Reihe von Tagungen, aber auch Messen.

Abrunden möchte ich meinen kleinen Ausflug in die Vergangenheit mit ein paar Hinweisen auf große Feste, die auf dem Alexanderplatz stattfanden. Alljährlich waren das zum Beispiel das Fest zum Internationalen Kindertag oder das Pressefest.
Es gab kulturelle Programme auf Bühnen und interessante Neuigkeiten und kulinarische kleine Leckerbissen an einer Vielzahl von Buden.
Eine der größten Veranstaltungen die sich besonders in meine Erinnerung geprägt hat, das waren die 10. Weltfestspiele, die 1973 in Berlin stattfanden.
Hier fungierte der Alexanderplatz sozusagen als Mittelpunkt der täglichen Festivitäten und die Weltzeituhr galt als allgemeiner Treffpunkt.
Der Alexanderplatz, die Grünanlagen, Stufen, Brunnen um den Fernsehturm waren von Jugendlichen aus aller Welt belagert, die sich Tag und Nacht unterhielten und feierten.
8 Millionen Menschen nahmen an diesem Treffen teil !
Solche „umfangreichen Festzeiten“ kannte ich aus der DDR zuvor nicht und war als Teenager natürlich stets mittendrin !
Später hörte ich für das Fest auch die Bezeichnung „Rotes Woodstock“ und konnte mir nun eine Vorstellung vom „eigentlichen Woodstock“ machen. Vielleicht hilft es den „alten Landesbürgern“ unter Euch, sich eine Vorstellung von den X. Weltfestspielen zu machen.

Das am meisten nachhallende Ergebnis der Weltfestspiele war in der DDR die Tatsache,
dass die „nachwachsende“ Bevölkerung nun um einiges „bunter“ werden sollte,
als die Festivalbabys das Licht der Welt erblickten.Der Alexanderplatz und Telespargel heute
****************** *********** ****

Nun wollen wir aber wieder in die Gegenwart zurückkehren !

Auf dem Alexanderplatz hat sich eine Menge getan. Der Bahnhof wurde grundlegend saniert und beherbergt heute eine moderne kleine Shoppingmeile und kleine Imbissrestaurants in der unteren Etage- sozusagen unter den Gleisen der S- Bahn.

Das Centrum- Warenhaus wurde von Kaufhof übernommen, steht aber auch noch am alten Fleck. Der Intershop ist natürlich heute geschlossen, das Sortiment kann man nun auch in „normalen Läden kaufen.

Immer wenn ich lieben Besuch von auswärts habe, der das Wunderwerk Fernsehturm noch nicht bestiegen hat, führe ich ihn dort hin.
Er stellt für mich noch immer den Mittelpunkt des Alexanderplatzes dar.

Wenn ich die Wahl habe, dann wähle ich dafür einen Tag unter der Woche aus, an welchem der Himmel über Berlin nicht von Wolken verhangen ist- damit man auch wirklich richtig weit gucken kann.
An den Wochenenden, besonders in den Sommermonaten, muss man auch heute noch mit kleinen Wartezeiten rechnen- doch das kenne ich von allen berühmten Türmen dieser Welt.

Der Besuch des Fernsehturmes beginnt mit dem Eintritt in eine geräumige Vorhalle, in welcher sich neben den Kassenhäuschen auch Souvenirlädchen und Informationstafeln befinden, welche erste Informationen und Eindrücke zum Bauwerk vermitteln.

Die Eintrittshalle zum Aufstieg auf den Turm öffnet sich den Besuchern saisonal etwas unterschiedlich.
Von März bis Oktober ist täglich von 9-24 Uhr geöffnet und von November bis Februar von 10-24 Uhr.
Ja, die Kassenhäuschen stehen auch nicht zum Spaß in der Halle oder als Relikt aus „alten Zeiten“. Der Eintrittspreis beträgt heute
für Erwachsene: 10 Euro,
für Kinder bis 16 Jahre 5,50 Euro,
für Kinder bis 3 Jahre frei- natürlich dürfen die Zwerge nicht ohne große Begleiter rein

VIP-Ticket ohne Wartezeit 19.50 Euro

Donnerwetter, hier schöpft man aus dem Malheur, warten zu lassen gleich noch einmal ordentlich Vorteil bzw. verlängert die Wartezeit für „Otto-Normalverbraucher“.
Diese Idee ist zwar auf den ersten Blick geschäftstüchtig, gefällt mir aber insgesamt nicht so gut. Denn gerade Familien mit Kindern – die ja schneller beim Warten ungeduldig werden- werden sich den „Luxus in Masse“ nicht leisten können.

So, nun wollen wir aber endlich in die Höhe schweben.
Dorthin geht es mit einem der beiden Fahrstühle bis zur Aussichtsplattform.
Auf dem Weg zu den Fahrstühlen ist von der Eingangshalle aus eine kleine Treppe zu erklimmen. Rollstuhlfahrern ist es daher meines Wissen leider nicht möglich, an einer Besichtigung teilzunehmen.
Joi ! Das gibt ganz schön Druck in den Ohren, wenn er mit 6 Metern pro Sekunde nach oben rast. Vergesst beim Staunen also bitte nicht das Schlucken !
Es führt auch eine Treppe hinauf auf den Turm. Diese ist aber „im Alltagsgeschäft“ nicht zugänglich, sie ist etwaigen Notfällen vorbehalten und sollte dann auch nur abwärts in Benutzung gelangen.
Ja, das finde ich in Ordnung. Stellt Euch mal vor, was das für einen Lärm im Turm geben würde, wenn Tausende von Leuten, die ihre Kondition im Eifer des Gefechtes unterschätzen,
laut ächzend und stöhnend auf halber Höhe um Hilfe rufen.

Auf der Aussichtsplattform angekommen empfängt uns ein 360 ° Rundum- Blick auf die Dächer von Berlin. Die Plattform führt in einem breiten Gang um das Innere des Telespargels herum, in welchem sich die Fahrstühle, Toiletten und Betriebsräume verbergen.
Die gesamte Front ist mit Glas versehen, welches natürlich regelmäßig geputzt wird, damit man hindurchsehen kann. Als Kind wollte ich hier immer Fensterputzer werden- sie schaukeln sozusagen auf kleinen außen Plattformen vor der Kugel umher und ich beneidete sie um ihren Spaß.
An einigen Stellen auf der Plattform sind Ferngläser installiert, die es gestatten, auch mal eines der anvisierten Ziele näher unter die Lupe zu nehmen- zum Beispiel den „winzigen Funkturm im Westteil der Stadt“- **duck**…….

Bei schönem Wetter und guter Sicht würde ich die Dauer eines Aufenthaltes auf der Plattform mit ca. 30 bis 40 Minuten veranschlagen.

Von der Aussichtsplattform führt eine Treppe in das darüber liegende Panoramakaffee.
Anmelden muss man den Besuch heute nicht mehr gleich unten am Eingang. Aber ein wenig Glück haben muss man schon, dass gleich eines der begehrten Plätzchen frei ist.
Im Kaffee befinden sich auf einer drehbaren Plattform rundherum Tische direkt an den Fenstern. Heute dreht sich die Platte sogar 2x in der Stunde.
Schnell einen Blick in die Karte geworfen, eine Tasse Kaffee oder ein Eis bestellt und schon kann man in aller Gemütlichkeit den Blick über die Stadt genießen.
Ein kleines Essensangebot ist auch vorhanden und natürlich gibt es allerlei Getränke.
Die Preise ordnen sich in das Level der Citylokale ein und sind erschwinglich.

Was hat der Spargel denn für technische Parameter im Bauch ?
****************************************​**********

Keine Sorge, liebe Leser, hier wird nicht nur über den Wolken geschwelgt und geglotzt.
Natürlich wollen wir auch die technischen Details des „hohen Berliners“ ein wenig näher unter die Lupe nehmen.
Dass der Turm 365 Meter hoch ist und auf welcher Höhe die Plattformen liegen, das weiß natürlich jeder Berliner aus dem Kopf.
Was ich nicht im Kopf habe, das hab ich Euch hier mal als Gesamteindruck aus sachdienlichen Quellen gezogen:

· Höhe an der Antennenspitze: 368,03 m (vor dem Antennenumbau 1997 betrug die Höhe 365 m)
· Länge der Antenne: 118 m
· Durchmesser der Antennenspitze: 1,80 m
· Mittlere Höhe der Kugel: 212 m
· Aussichtsetage auf 203,78 m
· Telecafé auf 207,53 m (zwei Umdrehungen pro Stunde, ursprünglich eine)
· Durchmesser des Fußes: 32 m
· Durchmesser der Aussichtsetage: 24 m
· Durchmesser des Telecafés: 29 m
· Durchmesser der Kugel: 32 m
· Gewicht des Betonschaftes: 26.000 t
· Gewicht der Kugel: 4800 t
· Gewicht der Antennenspitze: 245 t
· Geschwindigkeit der Aufzüge: 6 m/s
· Tiefe des Fundaments: 5 m

Ha, da hab ich doch gleich selbst wieder etwas dazu gelernt. Wurde der Fernsehturm doch glatt 1997 noch um 3 Meter verlängert.
Warum der „Telespargel“ eigentlich Fernsehturm heißt, wollt Ihr auch noch wissen ?
Tja, das ist eigentlich die Hauptfunktion des Giganten:
Den Empfang von Radiosendern zu ermöglichen. 17 Stück sind es heute an der Zahl.
Ermöglicht wird es über eine Anzahl verschiedener UKW- Antennen, deren Sendeleistung zwischen 0,5 bis 100 kW beträgt und die in ein System eingebettet sind, welches insgesamt sogar beheizbar ist, damit es im Winter nicht einfriert.
Witzig bzw. eher ein wenig ärgerlich für mich ist das Phenomen, dass man- im Auto in naher Nähe des Turmes unterwegs- regelmäßig gar keinen Senderempfang mit dem Radio mehr hat.
Da steht sich der „lange Spargel“ wohl selbst ein wenig auf den Füßen ?!
Wieder niedergekommen aus schwindeliger Höhe, möchte ich Euch gern empfehlen, auch in der heutigen Zeit gleich das Umfeldes Fernsehturmes mal ein wenig näher unter die Lupe zu nehmen.
Wie bereits eingangs erwähnt, steht er mitten auf dem Alexanderplatz, einem der interessantesten und geschichtsträchtigsten Plätze auf dem ehemaligen Gebiet des Ostteiles von Berlin.
Nur ein paar Schritte vom Fernsehturm entfernt findet Ihr zum Beispiel noch immer den Neptunbrunnen, das rote Rathaus und die Marienkirche.

In etwa 3 Minuten Fußweg erreicht Ihr ebenfalls das nach historischem Vorbild erhaltene Nikolaiviertel von Berlin.
Neben einer Reihe von interessanten Gebäuden gibt es hier eine große Auswahl von kleinen traditionellen Berliner Gasthäusern, in welchen man als Delikatesse dann schon mal eine typische Berliner Bulette, eine saure Gurke, ein Brot mit Stinkikäse (Harzer) oder eine deftige Schmalzbemme serviert bekommt. Klar gibt es dort auch einen großen Biergarten direkt an der Spree mit dem Lieblingsgetränk der Berliner aus eigener Brauerei.

Wer gern „shoppen“ möchte, den begrüßt 3 Minuten nordöstlich vom Fernsehturm der neu gebaute Einkaufstempel „Alexa“.
Die Eisbecher im Kaffee sind dort übrigens besonders gut und groß.

Zu erreichen ist der Fernsehturm am Alexanderplatz völlig unkompliziert mit der Straßenbahn, der S- Bahn und U- Bahn. Man fällt beim Aussteigen geradewegs mit der Nase vor die Tür des Turmes.
Eine Anreise mit dem Auto kann ich Ortsunkundigen nicht wirklich empfehlen. Die Parkplätze in der Region sind begrenzt und kostenpflichtig.
Wer es dennoch wagen möchte: Schaut mal hinterm Roten Rathaus, dort wo der Autotunnel wieder nach oben führt.


Ach, es gibt noch soo viel zu erzählen aus der City von Berlin……

Nehmt Euch Zeit für einen Besuch der Hauptstadt- es lohnt sich !


Ich hoffe, ich konnte Euch mit diesem weiteren kleinen Einblick in die Geschichte, die Geschichtchen und das Leben in Berlin eine Freude machen und Euch ein weiteres Stückchen von der Schönheit und Vielfalt „meiner Stadt“ überzeugen.

Mein Fazit ist heute wieder ganz klar !
*******************************


Ich gebe der City ost- dem Alexanderplatz mit seinem Telespargel als einer der sowohl technisch als auch kulturell und geschichtlich interessantesten Sehenswürdigkeiten Berlins die volle Anzahl an Sternen und empfehle einen Besuch aus ganzem Herzen.Eure Berlinerin Yvettte, August 2009

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Kommentare

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  • Rattenzauber 17.11.2009 15:02
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Celsius-Monster 13.11.2009 19:21
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • LoewieLoew 29.10.2009 23:19
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Auf die Gefahr für Haue, trotzdem: Icxh find Berlin nicht toll (ich war mal da) und komm mit der Mentalität als Rheinländer überhaupt nicht klar. OK, erstaunt wieder alle hier, mir egal: Die Berliner Art ist mir zu koddderschnauzig und mir geht es auf den Sack, dass die meisten Berliner sich für das nun plus ultra halten samt ihrer Stadt, was ich nicht die Bohne nachvollziehen kann. OK Haue. Mir egal. Dazu stehe ich ich. Aber auch, dass dieser Bericht toll war. BH ud LG Loewie

  • badenpower60 21.10.2009 09:26
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • t.schlumpf 13.10.2009 20:41
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Da bin ich wieder ;o)

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