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City Ost gestern und heute- Yvettte Geschichten aus Berlin (2
Pro Geschichte, Kultur und Vergnügen !
Kontra Keines !
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City Ost gestern und heute- Yvettte Geschichten aus Berlin (2)
als Berlinerin, aufgewachsen in einer der lebendigsten und grünsten Städte der Welt,
habe ich natürlich auch das eine oder andere Auge auf die verschiedenen Sehenswürdigkeiten dieser Stadt geworfen. Heute gibt es wieder ein kleines Leckerli davon.
Also wollen wir uns mal in die ehemalige City Ost begeben.
Natürlich will ich es mir nicht nehmen lassen, an dieser Stelle ein kleines Stückchen Geschichte der DDR mit einfließen zu lassen in meinen Bericht, denn ich weiß inzwischen, dass viele von meinen Lesern sehr interessiert sind am Leben und Wirken im „ehemaligen Osten“. Fangen wir mal mit dem Fernsehturm an:
Als Kind stand ich oft mit meinem Opa vor der großen Baustelle und verfolgte, wie der „Telespargel“ an Höhe gewann und sich seinen Weg in den Berliner Himmel bahnte.Dann war es endlich geschafft- der Fernsehturm wurde nach langer Planungszeit und ca. 4 Jahren Bauzeit endlich fertig.
Na ja, wollen wir mal nicht so kritisch sein. Es gab ja eine Menge Aspekte zu beachten, wenn man so einen riesigen Turm in den Himmel schießt.
Zum Anfang der Idee für einen Fernsehturm in Berlin wurde zunächst die Region der Müggelberge im schönen Köpenick ins Auge gefasst, denn in der City war schon damals nicht viel Platz für neue Giganten.
Die Idee fiel jedoch dem Flugplatz Berlin- Schönefeld zum Opfer.
Man befürchtete, dass der Turm den ein- und ausgehenden Flugverkehr erheblich beeinträchtigen bzw. gar gefährden würde.
Nach weiteren Überlegungen wurde schließlich der Alexanderplatz als Standort auserkoren.
Hier musste natürlich zunächst ein wenig Platz geschaffen werden und während der Bauphase ging es oft nicht ganz so flüssig voran, da verschiedene Teile und Materialien für „teure Devisen“ erst aus dem „nichtsozialistischen“ Ausland importiert werden mussten.
Klar gehörte ich dann auch zu ersten Besuchern auf dem Turm.
Das war damals nach der Eröffnung gar nicht so leicht zu bewerkstelligen.
Unendliche Schlangen von Besuchern warteten oft 2-3 Stunden, um einen durstigen Blick von der Aussichtsplattform in 203 Metern Höhe zu ergattern.
Noch geduldiger musste man sein, wenn man sich für eine Stunde- damals war die Sitzzeit wirklich begrenzt- im Telekaffee auf 207 Metern Höhe niederlassen wollte, um dann einmal um den Turm herum gedreht, Berlin von Oben im Sitzen und beim Schlemmern eines schönen Eisbechers bestaunen zu können.
Ein Besuch des Fernsehturmes fand natürlich nie ganz losgelöst statt, sondern gehörte stets zu einem ganzen Ausflug zum Alexanderplatz.
Der erste Blick nach Verlassen des Turmes galt zunächst immer den Hallen am Fuße des Fernsehturmes, die sich in Richtung Rotem Rathaus befinden. In diesen Hallen fanden regelmäßig interessante Ausstellungen statt. Auch für Veranstaltungen wie Jugendweihefeiern im Klassenverband konnte man sie mieten- es war üblich, gemeinsame Höhepunkte gemeinsam „im Kollektiv“ zu würdigen.Nun ging es auf einer breiten Stufenterrasse zwischen den Hallen abwärts zu den Wasserspielen.
In breiten Becken mit einer großen Springbrunnenanlage wurden stündlich Wasserspiele präsentiert. Unterschiedliche Fontänenbilder und – höhen wechselten sich ab und wurden bei Dunkelheit durch Farbspiele untermalt.
Während die „Großen“ sich das Schauspiel auf einer Bank am Rande der Wasserbecken (Spritzschutzsicherheit) anschauten, sprangen wir Kinder zwischen den Fontänen hindurch, die sich zeitweise über zwei Beckenränder wie eine Brücke spannten.
In den Sommermonaten war das ein willkommenes kleines Badevergnügen- Psst !!- es nicht ganz erlaubt.
Ärger gab es meist aber höchstens von den „eigenen Großen“, wenn sie nass wurden beim Versuch, die Zwerge wieder einzufangen, um den Spaziergang fortzusetzen.
Tja, und nun erfasste ab 1976 der Erkunderblick schon den Palast der Republik auf der anderen Straßenseite am Ufer der Spree.
Auf dieses prunkvolle moderne Bauwerk waren nicht nur die Berliner stolz !
Es war Domizil der Volkskammer- dem Parlament der DDR ( sie tagte im kleinen Saal)
und vor allem aber ein kulturelles Zentrum.
Im Foyer, den Restaurants und natürlich im Großen Saal gab es eine Reihe von Veranstaltungen und Konzerten sowie aktuelle Ausstellungen und Galerien.
Der große Saal verfügte über eine der modernsten Bühnentechniken der damaligen Zeit,
er war von 170 bis auf 1.000 Quadratmeter beliebig erweiterbar.
Hier wurden zum Beispiel die berühmten „Kessel Buntes“- eine der beliebtesten Fernsehshows der DDR- aufgezeichnet und hier stellten sich neben einer Reihe weiterer bekannter Künstler auch Udo Lindenberg, Mireille Mathieu und Katja Ebstein dem Publikum vor.
Ab 1990 wurde der Palast der Republik wegen „Asbestverseuchung“ geschlossen und in den Folgejahren wieder abgerissen- noch immer gähnt anstelle des einstigen Kulturpalastes ein riesiges Bauloch ……..
Inwieweit hier wirklich eine „Verseuchungsgefähr“ bestand oder ob das „Zeichen der sozialistischen Kultur“ einfach nicht mehr in die Köpfe der Marktwirtschaft passte…..??
das ist ein interessantes……aber anderes Thema, mit welchem ich diesen Bericht nicht ausufern lassen möchte.
An der Stelle will ich den Bogen zum Fernsehturm wieder schließen, denn mir fällt gerade ein, dass ich beim Heraussuchen der genauen technischen Daten zum Fernsehturm auch auf eine Portion „Leumund“ gestoßen bin, den ich Euch nicht vorenthalten will.
„Drauf gestoßen“ heißt, dass ich einiges davon als Berlinerin zum ersten Mal gehört habe und das hat mich schon recht erstaunt:
„Rache des Papstes“.
Sie soll darin bestehen, dass sich durch Sonnenreflexion auf die glänzende Kugel des Fernsehturmes ein Kreuz zeigt und dies dem Tatbestand geschuldet sein, dass die DDR-Politik keine zuvorkommende und kooperative Einstellung zur Kirche zeigte, sondern eine atheistische Grundeinstellung verfolgte.
Weitere „Volksmünder“ bezeichnen den Fernsehturm als „St. Walter“ bzw. „ Ulbrichts Gedächtniskirche“ und „Telespargel“.
Die ersten beiden Bezeichnungen kannte ich ebenfalls nicht, kann mir ihr Vorhandensein aber gut vorstellen, da der Fernsehturm zu „Regierungszeiten“ von Walter Ulbricht entstand.
Den „Telespargel“ hatte ich selbst ganz oft im Mund und kann ihn bestätigen- obwohl ich hier wieder den Hinweis gefunden habe, dass die Berliner gar nicht „Telespargel“ gesagt haben sollen.
Ganz kurz will ich Euch noch „die andere Seite“ vom Fernsehturm zeigen: den eigentlichen Alexanderplatz. Ihr findet ihn vom Fernsehturm in Richtung Norden laufend gleich hinter dem S- Bahngebäude- man kann durch dieses gleich hindurchlaufen.
Das war zu DDR- Zeiten der „Wochenweg der Touristen“ beim Verlassen des Fernsehturmes.Wer einfach mal die Seele baumeln lassen wollte, der setzte sich an den Brunnen vor dem Kaufhaus und schaute mal auf der Weltzeituhr, wie spät es grade in Afrika war.
Gegenüber dem Alexanderplatz- die Nase Richtung Osten gewandt- steht noch heute ein „etwas älterer Neubau“- das ehemalige Haus des Lehrers. Gern statteten wir seinem in der oberen Besucheretage gelegenen Pressekaffee einen Besuch ab.Abrunden möchte ich meinen kleinen Ausflug in die Vergangenheit mit ein paar Hinweisen auf große Feste, die auf dem Alexanderplatz stattfanden. Alljährlich waren das zum Beispiel das Fest zum Internationalen Kindertag oder das Pressefest.
Es gab kulturelle Programme auf Bühnen und interessante Neuigkeiten und kulinarische kleine Leckerbissen an einer Vielzahl von Buden.
Eine der größten Veranstaltungen die sich besonders in meine Erinnerung geprägt hat, das waren die 10. Weltfestspiele, die 1973 in Berlin stattfanden.
Hier fungierte der Alexanderplatz sozusagen als Mittelpunkt der täglichen Festivitäten und die Weltzeituhr galt als allgemeiner Treffpunkt.
Der Alexanderplatz, die Grünanlagen, Stufen, Brunnen um den Fernsehturm waren von Jugendlichen aus aller Welt belagert, die sich Tag und Nacht unterhielten und feierten.
8 Millionen Menschen nahmen an diesem Treffen teil !
Solche „umfangreichen Festzeiten“ kannte ich aus der DDR zuvor nicht und war als Teenager natürlich stets mittendrin !
Später hörte ich für das Fest auch die Bezeichnung „Rotes Woodstock“ und konnte mir nun eine Vorstellung vom „eigentlichen Woodstock“ machen. Vielleicht hilft es den „alten Landesbürgern“ unter Euch, sich eine Vorstellung von den X. Weltfestspielen zu machen.
Nun wollen wir aber wieder in die Gegenwart zurückkehren !
Auf dem Alexanderplatz hat sich eine Menge getan. Der Bahnhof wurde grundlegend saniert und beherbergt heute eine moderne kleine Shoppingmeile und kleine Imbissrestaurants in der unteren Etage- sozusagen unter den Gleisen der S- Bahn.Das Centrum- Warenhaus wurde von Kaufhof übernommen, steht aber auch noch am alten Fleck. Der Intershop ist natürlich heute geschlossen, das Sortiment kann man nun auch in „normalen Läden kaufen.
Immer wenn ich lieben Besuch von auswärts habe, der das Wunderwerk Fernsehturm noch nicht bestiegen hat, führe ich ihn dort hin.Wenn ich die Wahl habe, dann wähle ich dafür einen Tag unter der Woche aus, an welchem der Himmel über Berlin nicht von Wolken verhangen ist- damit man auch wirklich richtig weit gucken kann.
An den Wochenenden, besonders in den Sommermonaten, muss man auch heute noch mit kleinen Wartezeiten rechnen- doch das kenne ich von allen berühmten Türmen dieser Welt.
Die Eintrittshalle zum Aufstieg auf den Turm öffnet sich den Besuchern saisonal etwas unterschiedlich.
Von März bis Oktober ist täglich von 9-24 Uhr geöffnet und von November bis Februar von 10-24 Uhr.
Ja, die Kassenhäuschen stehen auch nicht zum Spaß in der Halle oder als Relikt aus „alten Zeiten“. Der Eintrittspreis beträgt heute
für Erwachsene: 10 Euro,
für Kinder bis 16 Jahre 5,50 Euro,
für Kinder bis 3 Jahre frei- natürlich dürfen die Zwerge nicht ohne große Begleiter rein
Donnerwetter, hier schöpft man aus dem Malheur, warten zu lassen gleich noch einmal ordentlich Vorteil bzw. verlängert die Wartezeit für „Otto-Normalverbraucher“.
Diese Idee ist zwar auf den ersten Blick geschäftstüchtig, gefällt mir aber insgesamt nicht so gut. Denn gerade Familien mit Kindern – die ja schneller beim Warten ungeduldig werden- werden sich den „Luxus in Masse“ nicht leisten können.
Auf der Aussichtsplattform angekommen empfängt uns ein 360 ° Rundum- Blick auf die Dächer von Berlin. Die Plattform führt in einem breiten Gang um das Innere des Telespargels herum, in welchem sich die Fahrstühle, Toiletten und Betriebsräume verbergen.
Die gesamte Front ist mit Glas versehen, welches natürlich regelmäßig geputzt wird, damit man hindurchsehen kann. Als Kind wollte ich hier immer Fensterputzer werden- sie schaukeln sozusagen auf kleinen außen Plattformen vor der Kugel umher und ich beneidete sie um ihren Spaß.
An einigen Stellen auf der Plattform sind Ferngläser installiert, die es gestatten, auch mal eines der anvisierten Ziele näher unter die Lupe zu nehmen- zum Beispiel den „winzigen Funkturm im Westteil der Stadt“- **duck**…….
Von der Aussichtsplattform führt eine Treppe in das darüber liegende Panoramakaffee.
Anmelden muss man den Besuch heute nicht mehr gleich unten am Eingang. Aber ein wenig Glück haben muss man schon, dass gleich eines der begehrten Plätzchen frei ist.
Im Kaffee befinden sich auf einer drehbaren Plattform rundherum Tische direkt an den Fenstern. Heute dreht sich die Platte sogar 2x in der Stunde.
Schnell einen Blick in die Karte geworfen, eine Tasse Kaffee oder ein Eis bestellt und schon kann man in aller Gemütlichkeit den Blick über die Stadt genießen.
Ein kleines Essensangebot ist auch vorhanden und natürlich gibt es allerlei Getränke.
Die Preise ordnen sich in das Level der Citylokale ein und sind erschwinglich.
Was hat der Spargel denn für technische Parameter im Bauch ?
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· Höhe an der Antennenspitze: 368,03 m (vor dem Antennenumbau 1997 betrug die Höhe 365 m)
· Länge der Antenne: 118 m
· Durchmesser der Antennenspitze: 1,80 m
· Mittlere Höhe der Kugel: 212 m
· Aussichtsetage auf 203,78 m
· Telecafé auf 207,53 m (zwei Umdrehungen pro Stunde, ursprünglich eine)
· Durchmesser des Fußes: 32 m
· Durchmesser der Aussichtsetage: 24 m
· Durchmesser des Telecafés: 29 m
· Durchmesser der Kugel: 32 m
· Gewicht des Betonschaftes: 26.000 t
· Gewicht der Kugel: 4800 t
· Gewicht der Antennenspitze: 245 t
· Geschwindigkeit der Aufzüge: 6 m/s
· Tiefe des Fundaments: 5 m
In etwa 3 Minuten Fußweg erreicht Ihr ebenfalls das nach historischem Vorbild erhaltene Nikolaiviertel von Berlin.
Neben einer Reihe von interessanten Gebäuden gibt es hier eine große Auswahl von kleinen traditionellen Berliner Gasthäusern, in welchen man als Delikatesse dann schon mal eine typische Berliner Bulette, eine saure Gurke, ein Brot mit Stinkikäse (Harzer) oder eine deftige Schmalzbemme serviert bekommt. Klar gibt es dort auch einen großen Biergarten direkt an der Spree mit dem Lieblingsgetränk der Berliner aus eigener Brauerei.
Zu erreichen ist der Fernsehturm am Alexanderplatz völlig unkompliziert mit der Straßenbahn, der S- Bahn und U- Bahn. Man fällt beim Aussteigen geradewegs mit der Nase vor die Tür des Turmes.
Eine Anreise mit dem Auto kann ich Ortsunkundigen nicht wirklich empfehlen. Die Parkplätze in der Region sind begrenzt und kostenpflichtig.
Wer es dennoch wagen möchte: Schaut mal hinterm Roten Rathaus, dort wo der Autotunnel wieder nach oben führt.
Nehmt Euch Zeit für einen Besuch der Hauptstadt- es lohnt sich !
Ich hoffe, ich konnte Euch mit diesem weiteren kleinen Einblick in die Geschichte, die Geschichtchen und das Leben in Berlin eine Freude machen und Euch ein weiteres Stückchen von der Schönheit und Vielfalt „meiner Stadt“ überzeugen.
Mein Fazit ist heute wieder ganz klar !
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Rattenzauber 17.11.2009 15:02
Celsius-Monster 13.11.2009 19:21
LoewieLoew 29.10.2009 23:19
Auf die Gefahr für Haue, trotzdem: Icxh find Berlin nicht toll (ich war mal da) und komm mit der Mentalität als Rheinländer überhaupt nicht klar. OK, erstaunt wieder alle hier, mir egal: Die Berliner Art ist mir zu koddderschnauzig und mir geht es auf den Sack, dass die meisten Berliner sich für das nun plus ultra halten samt ihrer Stadt, was ich nicht die Bohne nachvollziehen kann. OK Haue. Mir egal. Dazu stehe ich ich. Aber auch, dass dieser Bericht toll war. BH ud LG Loewie
badenpower60 21.10.2009 09:26
t.schlumpf 13.10.2009 20:41
Da bin ich wieder ;o)
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