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Pro sympathische Metropole voller Kunstschätze
Kontra etwas überlaufenes Zentrum
Detailbewertung
| Preis-/Leistungsverhältnis | |
|---|---|
| Anbindung | |
| Sehenswürdigkeiten | |
| Sicherheit | |
| Gastfreundlichkeit |
Keine Angst, ich bin noch der Rechtschreibung mächtig, denn dieser Slogan steht für die Amsterdam Card, einer elektronischen Smartcard für 24, 48 oder 72 Stunden, die beim ersten Besuch eines der unzähligen Museen Amsterdams oder anderer Sehenwürdigkeiten aktiviert wird, dazu gibt es ein Netzticket für Busse, Trams und Metro und Ermäßigunggutscheine für Restaurants, Einkaufshäuser oder Diamantschleifereien. Genaueres und Preise sowie Bezugsquellen unter www.iamsterdamcard.com
Geplant war ein Kurztrip vom 26.-29.8., als wir vier Wochen vor der Abreise mit der Änderung des Abflugortes von VIE nach BTS von den zunehmenden Finanzproblemen des slowakischen low cost Carriers (seit heute Nacht ist der Flugbetrieb eingestellt!) konfrontiert wurden, worauf mein liebend Weib die Nerven weghauend lieber ein sicheres Austrian oder KLM Ticket wollte.
Am Abreisetag fuhr dann aber wie geplant der Transferbus von Schwechat nach Letisko, zwei Stunden später waren wir in Amsterdam, fuhren mit der Bahn zum Centraal Bahnhof und mit der Tram 2 zum Park Hotel an der Stadhouderskade. Dieses uns schon von früheren Besuchen gut bekannte Haus hatten wir auch wegen der unmittelbaren Nähe zu den Museen, dem Vondelpark und der Abfahrtsstelle der Blueline Grachtenrundfahrten gewählt. Wie überrascht waren wir, als wir der aufwändigen Renovierung, die dieses **** Haus jüngst erfahren hatte, gewahr wurden: da waren Eingangsbereich und Empfang hypermodern gestaltet, kompetent freundliches Personal erledigte effizient das Einchecken und die Ausstellung der „I amsterdam“ Karten. Lediglich bei der Frage nach den Kosten für die Internetterminalnutzung (15 min für 5 €!) wollte keine Freude aufkommen, und auch das Netzkabel im Zimmer ist kostenpflichtig.Am Morgen danach hätten wir gern das hoteleigene Frühstücksbuffet getestet, aber der Preis von € 51 für zwei war uns doch etwas zu heftig, anstatt dessen gingen wir über die Brücke zum „Aran“ am Max Euwe Plein, wo wir für weniger als € 20 zwei „full Irish breakfasts“ zu uns nahmen, daneben befindet sich übrigens das Hardrockcafé.
Anschließend bestiegen wir eines der flachen Grachtenboote und absolvierten zur Wiedereinstimmung die 75-minütige Rundfahrt zur Prinsengracht mit Westerkerk und Anne Frank Haus, durch den Ij Hafen zum futuristischen „Nemo“ von Renzo Piano, weiter zu den wunderschönen Patrizierhäusern an der Herengracht und über die Leidsegracht zurück zum Anleger an der Amstel.
Von hier ging es mit der Tram 7 zur Binnenamstel, dann zu Fuß über die klassische „Magere Brug“ zum Gebäude der „Hermitage Amsterdam“. Wer noch nicht die eigentliche Eremitage in Petersburg kennt, kann darüber in einem Bericht von mir aus 2001 nachlesen. Jedenfalls besitzt das wohl größte Kunstmuseum der Welt drei Millionen Exponate, von denen permanent "nur" an die 65000 ausgestellt werden. Was lag daher näher, als einen Teil der Schätze aus dem Zarenreich der Romanows hier an die Amstel ins Land der ehemals durch Heiratspolitik verbundenen Oranier zu transferieren und sich einen Anteil an den Einkünften durch die Eintrittsgelder westlicher Museumsbesucher zu sichern. Zu sehen gibt es bei der Premierenausstellung den Zarenthron der Romanows, Schmuckstücke des Hofjuweliers Fabergé, Gemälde, Tafelservices und Ballroben des einst so vergnügungsüchtigen Petersburger Hochadels. Einen Besuch im Winterpalais an der Newa kann der ehemalige Amstelhof natürlich nicht ersetzen....
Nachher trinken wir ein lokales „Heineken“ am Waterlooplein und beobachten die geschäftigen Holländer, die hier mit Mopeds, Fahrrädern und per pedes ihren Tätigkeiten nachgehen. Eine Station weiter mit Bim 14 finden wir uns am Blumenmarkt an der Singelgracht, das liebend Weib ist in seinem Element und begeistert ob der exotischen Knollen und Blüten, die hier zum Verkauf stehen.
Ein Bummel durch das Einkaufsviertel rund um die Kalverstraat ist wenig vergnüglich, da drängen sich Massen von Shoppern in den engen Straßen und Gassen, daher ziehen wir uns mit Tram 2 zur Siesta ins Hotel zurück.
Die Füße tun uns abends noch weh, daher buchen wir einen Tisch im hauseigenen „Momo“ Restaurant, obwohl das Fressviertel rund um Euwe- und Leidseplein nur zwei Gehminuten entfernt liegt. Da ich auf Grund langjähriger Erfahrungen mit üblen Hotelküchen skeptisch war, legten sich die Bedenken sofort angesichts des vollen Hauses und einer respektablen Speisekarte, von der wir Jakobsmuscheln und Wagyubeef, dazu einen Sauvignon Blanc aus Neuseeland orderten, die Gerichte waren asiatisch inspiriert und auch die junge Brigade, die man bei ihrem gekonnten Handwerk durch die offene Küche beobachten konnte, stammte bis auf einen Mann aus Fernost.
Lediglich das Servierpersonal agierte etwas unbedarft, so schaffte es die Kellnerin trotz mehrerer Versuche nicht, unsere Flasche trinkgerecht zu kühlen.
Am Museumsplein stärkten wir uns mit Croissants und frisch gepresstem Orangensaft bevor wir die Kulturtour am Van Gogh Museum fortsetzten, inzwischen war es fast Mittag und die Schlangen vor dem Eingang eher harmlos, wir aber konnten mit unserer Amsterdam Card privilegiert passieren, sodass ich schon kurz darauf das Oeuvre meinens verehrten Impressionisten zum vierten Mal in 18 Jahren in Augenschein nehmen durfte. Erstmals habe ich von der dritten Etage mit den Bildern von Bernard begonnen und diese antizyklische Betrachtungsweise ersparte das langsame Weiterrücken zwischen der chronologisch geordneten Sammlung, bei Van Gogh von der finalen Wahnsinnsphase in St. Remy bei Arles mit seinen Kornfeldern über Schwertlilien und das farbenprächtige Selbstporträt bis zu seinen vorimpressionistischen Anfängen in Groote Zundert mit den „Erdäpfelessern“.
Mit der Linie 24 fahren wir später ein Stück zum In-Viertel de Pijp, wo sich der Albert Cuyp Markt neben unzähligen Restaurants und Delikatessläden ausbreitet. Wir kaufen Olivenbrot, "nieuwe Hering", Rohmilchkäse, einen Aufstrich und eine Flasche vom roten Kapwein, womit wir angesichts der opulenten Rechnung vom Vortag ein kostengünstiges Nachtmahl erworben haben.Das Hotel ist nah, daher eine weitere Siesta fällig, anschließend besuchen wir nacheinander das van Loon, das Geelvinck und das Willet Museum, die in prächtigen ehemaligen Bürgerhäusern untergebracht sind und neben zeitgenössischem Mobiliar und wertvollen Gemälden auch kleine Privatgärten mit schönem Biotop besitzen. Zum Königspalast am Dam fahren wir mit Tram 14, besuchen die herrliche „Oude Kerk“ mit ihrer Prachtorgel und den wunderbaren Glasfenstern, auch Saskias unscheinbarer Grabstein findet sich neben denen ehemaliger Amsterdamer Honoratioren.
Kaum sind wir aus der Kirche hören wir in der Distanz besoffene Engländer grölen - das Rotlichtviertel lässt grüßen - die hier die spärlich bekleideten Mädels in den „Auslagen“ der Walletjes begaffen wollen, zu mehr hätte es wohl angesichts des Alkpegels nicht gereicht...Wir gönnen uns in einer friedlichen, sonnenbeschienenen Ecke am Oudezijds Voorburgwaal ein herrlich frischgezapftes Affligem Bier aus Belgien, nebenan liegt einer der vielen Coffeeshops der Stadt, aus dem der bewusste süßliche Geruch herausdringt, der auch für die Liberalität dieser sympathischen Metropole steht.
An praktischen Tipps kann ich noch mitgeben, dass auch Selbstfahrer in den Genuss von 50% Parkgebührermäßigung kommen, vorausgesetzt sie haben die Amsterdam Card. Mangels entsprechenden Parkraums sollte man das Auto an den Großparkplätzen der Vorstädte abstellen, ein effizientes Leitsystem führt dorthin, denn im dicht verbauten Zentrum ist es mit € 4 pro Stunde ohnehin sehr teuer, dabei nicht den Parkschein vergessen, sonst machen Klampen das Fahrzeug immobil.Etwas bange warteten wir am Flughafen auf die Skyeurope, die aber dann doch ein neutrales Leasinggerät einer slowakischen Privatlinie geschickt hatte, offenbar waren sie auch in Holland die Flughafengebühren schuldig, daher wurde zwischen Groundhandlern und Crew elendslange bsi zur Startfreigabe diskutiert, schließlich ging es aber dann doch zurück nach Bratislava und in der Folge mit dem Bus nach Wien. In der Zeitung lese ich, dass mit heutigem Datum mehr als tausend Gäste der Pleite gegangen Linie in ganz Europa festsitzen und ihren Heimflug selbst organisieren müssen, gerade noch einmal Glück gehabt!
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Katzimoto 28.02.2012 21:29
Huch, Kommi weg, also nochmal: Mein letzter Amsterdam-Besuch ist Jahre her, aber erst gestern war ich virtuell auf der Suche nach dem Amsterdamer Diamanten, u.a. im Reichsmuseum :0)
Katzimoto 28.02.2012 21:26
Mein letzter Amsterdam-Besuch ist viele Jahre her, aber gestern erst war ich virtuell auf der Jagd nach dem Amsterdamer Diamanten :0)
MarenF 15.02.2012 12:42
medea1978 03.08.2011 13:35
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Amsterdam hatte ich bisher nicht auf meinem Schirm, scheint aber einen Besuch wert zu sein. LG Kerry