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Kontra nichts
Da saß ich vor dem Fernseher….“damals“…und hörte der Chanteuse zu, wie sie die Darbietung des Cirque du Soleil zu „Alegría“ musikalisch untermalte und mich genauso verzauberte wie das visuell Dargebotene.
Ein Zirkus ohne Tierdarbietungen, bunt, melancholisch, witzig, anders halt mit einer Geschichte, die durch mehrere Künstler, Artisten in einer zusammenhängenden Aufführung erzählt wurde.
Egal, kaum die einen Karten gekauft, bereits die 2 Karten für Saltimbanco direkt mit erworben, der Preis war mir wirklich gleich, da das Adrenalin sowieso schon pumpte….seitdem freute ich mich auf dieses Ereignis und am vergangenen Samstag war es soweit: einer meiner Wünsche auf der als Drei-Käse-Hoch begonnenen Lebensliste konnte abgehakt werden: den Cirque du Soleil besuchen. Es gibt Dinge, da zählt der Kontostand einfach nicht, da spare ich halt woanders!
Drei Stunden Dauerlächeln (mit Wartephase vor dem Beginn und in der Pause) erweisen sich nicht wirklich als anstrengend, wenn es von Herzen kommt und man braucht de facto weder Alkohol noch andere Drogen, um eine Zeit lang ein bombiges Glücksgefühl zu erleben.Gegründet wurde dieser alles andere als klassische Zirkus im Jahre 1984 durch Guy Laliberté und Gilles Ste-Croix und darf sich kanadischer Herkunft (in Quebec während eines 450-jährigen Festivals 1984 testweise erstmalig aufgeführt) nennen.
Nicht klassisch, da ohne Tiere, mit original verfasster Live-Musik und Gesang, Lichtspiel und einer Mischung aus Artistik und Strassenkunst (hier mal ganz knapp beschrieben).
Viele Reisen durch die Welt bescheren bislang eine Menge von Choreographien, die teilweise zeitgleich mit anderen Themenaufführungen touren oder aber wiederholt in anderen Erdteilen aufgeführt werden. Beide Gründer sind bis heute mit dabei.
Der Kreis schliesst sich irgendwie, da Saltimbanco bereits vor Jahren „uraufgeführt“ wurde, mehrere Jahre mit diesem Programm um die Welt ging und nun mit der aktuellen Tour als Upgrade sozusagen seine Wiedererweckung als „klassischer Cirque du Soleil“ feiert.
Die Geschichte dahinter ist inspiriert durch das menschliche Dasein und auch Miteinander in einer (Gross-)Stadt und nimmt den Besucher daher mit auf eine allegorische Reise in das Herz und das alltägliche Treiben einer Stadt (meine Interpretation).Der Ringmaster als Figur des Zirkusdirektors oder auch Stadtvorstehers, immer wiederkehrend um eine geregelte Abfolge zu gewährleisten, allerdings alles andere als der klassische „Ansager“. Mal taucht er zwischen wechselnden Passagen auf, mal ist er passiver Teil, präsent doch allemal
Der Sleeper als liebevolle, schelmische Unterstützung des Ringmasters und auch Führung durch die unterschiedlichen Darstellungen des Stadtlebens, auch zwischen den Vorführungen immer wiederkehrend (der Hofnarr)Der Baron als Darstellung des schlechten, dunklen Widersachers und der schlechten Seite einer Stadt (Korruption, Gewalt, Angst), selten wiederkehrend, doch begleitend während der gesamten Vorstellung, wenn auch mehr im Hintergrund
Die Band als ebenfalls wunderschön kostümierte Live-Musik, die die gesamte Aufführung stimmig hindurch begleitetDie Sängerinnen, die ab und an allein und auch gemeinsam einige der Vorführpassagen wunderbar gefühl- und klangvoll begleitet haben
Eddy, der „Phantomime und Clown“, herzlich unterhaltsam agierend, als gute und positive Seite des Stadtlebens ( ein wenig mehr dazu in meiner abschliessenden Meinung)Die Boleadoras (gemischtes Paar) als die kraftvolle Seite, der pulsierende Teil der Stadt, absolut perfekt zunächst synchrone Vorführung mit Trommel und wobei hier die Frau und der Mann wechselnd die Trommel und die Schleuderwaffe aus Seil und Bällen am Seilende (Boleadoras auch genannt) vorgeführt haben!
Adagio, ein Trio aus einem Mann und 2 Frauen, die in hautengen, einfarbigen Ganzkörperanzügen Akrobatik vorgeführt haben, die so manchen „Schlangenmenschen“ erblassen lassen würden. Welche Kraft und Eleganz hier transportiert wurde, lässt sich schlecht beschreiben, es zieht einen in seinen Bann, so schön und geschmeidig vollführt.Der Fahrradkünstler, der alle gängigen Fahrstile ad absurdum geführt hat und seine eigenen fahrenden Gesetze gezeigt hat, fast überall eher sitzend als auf dem Sattel, vorwärts, rückwärts, einhändig, ohne Hände…..perfekt und so für mich bislang einzigartig schön!
Der Jongleur, ohne viel Tratra stand er auf einer kleinen Art Box und fing mit 3, 4 Bällen an in immer knapperen Abständen, dann mit 5 und letztendlich 8 (!) Bällen so auf engem und alles anderem als weitläufigem Platz die Bälle zu jonglieren, dass man fast kaum noch Übergänge sah, nach oben und nach unten, knapp kniehoch, völlig perfekt koordiniert. Da wollte ich es einfach auch nur können (geht aber schlecht, erst recht wenn man ein solcher Basel wie ich ist)!Das Duo Trapeze, witziger weise ein weibliches Zwillingspaar, welches –wie der Name schon sagt- in luftiger Höhe ihre bemerkenswerten Trapezkünste vorgeführt hat (gesichert, übrigens wie fast alle Darbietungen in luftiger Höhe), so ineinander verwickelt, dass sie ab und an wirklich aussahen wie ein Wesen….einfach nur schön anzuschauen.
Hand-to-Hand, zwei äusserst gut gebaute, männliche Artisten, die übereinander und untereinander, aber immer aufeinander Figuren vom Stapel gelassen haben, die von enormer Kraft ohne jegliche Anstalten von Anstrengung ausgesehen haben, phantastisch, aber vermutlich alles andere als Rückenfreundlich- zumindest für Normalsterbliche!Bungee, eine Vierertruppe ganz in weiss, die jeweils an einem Bungeeseil, an der Decke befestigt, soviele Salti und Schrauben und was weiss ich´s absolviert haben und zwischendurch immer an Trapezstangen knapp pausiert haben. Selten habe ich so etwas synchron ausgeführtes gesehen, teilweise knapp aneinander vorbei, dass ich definitv erwartet habe, sie einmal kollidieren zu sehen. Hier war für mich ab und an Luft anhalten angesagt.
In grösseren Gruppen agierten auch die sogenannten Chinese Poles, die akrobatische Luftsprünge an senkrecht aufgestellten Stangen ausführten, als wäre es ihre gängige Fortbewegungsart, völlig schön, so manchen mit dem Kopf nach unten geneigt von oben runtersausen und gaaanz knapp vor dem Boden mit den Beinen an der Stange bremsen zu sehen. Und knallbunt kostümiert war ich völlig geflasht von diesem Anblick!Zwei weitere, durch Luftakrobatik auffallende Gruppen waren die Russian Swing und Barques, ein augenscheinlich chaotisches Trüppchen (war natürlich perfekt durchchoreografiert), durcheinander wirbelnd über die Bühne, hier ein Salto, da eine Schraube, dort ein zum Trampolin umfunktioniertes Sofa, wo man mal eben 10-Meter Sprünge dazu nutzt, dem Zuschauer (also mir) aufzuzeigen, wieviele Salti man hinbekommt. Auch mit, bzw. an Stangen durfte man ihren der Schwerkraft trotzenden Darbietungen folgen. Ein bunter Augenschmaus war das!
Herzallerliebst und mal anders als Spotlights (die es in einer eher minimalistisch gehaltenen Lichtschau auch zu bewundern gab) waren für mich die Cavaliers of Light, Darsteller, die meist ruhig und langsam sowohl am Rand des Geschehens als auch mittendrin dahin glitten, mit ihrer Lampenkonstruktion. Welche am hinteren Oberkörper befestigt in einem Bogen über den Kopg nach vorne geleuchtet haben, wobei die Bediener sowohl links und rechts einen Hebel bedienen konnten um Richtung des Lampenstrahls ändern zu können.Leider durfte weder fotografiert noch gefilmt werden, so dass ich mir für 10 Euro dann doch das Programmheft gekauft habe, was ich normalerweise zu vermeiden versuche. Aber auch die schönsten und eindrucksvollsten Erinnerungen verblassen irgendwann, daher dieses Erinnerungsstück aus dem ich übrigens auch die Bilder abfotografiert habe ;-)
Des Weiteren konnte man eine DVD für 35 Euro kaufen oder eine Gesichtsmaske, in Anlehnung an die in den Aufführungen verwendeten Masken; allerdings empfand ich dies als zu teuer.
Die Musik war meines Erachtens meist klassisch angehaucht, was auch am besten zu den 2 Sängerinnen passte und wenn eine von den beide Frauen oder auch zusammen anfingen zu singen, stellte sich mir doch wirklich jedes Mal die Gänsehaut auf! Gar feuchte Augen bekam ich manchmal, weil es wirklich echt auf mich einwirkte…live in einem Erzählmärchen.
Jede der aufeinanderfolgenden und manchmal zusammenführenden Darbietungen war
Auch wenn mir alles richtig gut gefallen hat, hatte ich meinen Liebling, der mehrmals auftauchte : EDDY
EDDY ist irgendetwas zwischen Phantomime und Geräuschimitator, fernab jeglicher Sprache in seiner Mimik, Gestik und Geräuschkulisse klar verständlich, so dass die dahinter liegende Komik inklusive Pointen für wirklich Jeden verständlich war (was an den Reaktionen des Publikums abzulesen galt).
Ich habe mich so etwas von wohl gefühlt in dieser –wenn auch choreografierten- Zauberwelt und gehe jede Wette ein, dass das von jedem einzelnen Künstler rübergebrachte Gefühl von Spass an der Arbeit völlig ehrlich war. Ich zumindest habe es ihnen komplett abgekauft!
Für 2 Stunden in einer Welt, die mich zum Lachen und Nachdenken bewegt hat und mich visuell als auch audiell absolut berührt hat.Übrigens: Wenn gesprochen wurde, dann auf Französisch (spreche und verstehe ich nicht), selten Englisch und zur Einführung in die Aufführung ein wenig Deutsch (kein Filmen und Fotografieren, Handys aus…), aber das ist völlig uninteressant, da man alles verstehen konnte, wenn man hingesehen hat…das finde ich an einem so innovativen weltbesuchenden „Zirkus“ ausserordentlich eindrucksvoll.
Da ich mir während der Aufführung keinerlei Notizen gemacht habe und diesen Bericht ein paar Tage später verfasst habe, hoffe ich, Wichtiges nicht vergessen zu haben. Komplett aus der Erinnerung zu schreiben fällt mir in diesem Fall etwas schwer.
Wer noch mehr Informationen der Wiki-Schiene haben möchte oder aber einfach nur mal schauen möchte, dürfte sich hier gut zurecht finden:
http://en.wikipedia.org/wiki/SaltimbancoCirque Du Soleil ist eine eingetragenen Marke und alleiniger Rechteinhaber, die Bilder zum Bericht sind aus meinem gekauften Programmheft!!!
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ClaraFall 07.04.2012 21:26
maus1980 27.05.2011 10:11
Mungi60 23.04.2011 07:14
Irgendwann mal.....gehen wir da auch hin. Gruß Achim
Wildaz_Wip 02.04.2011 21:08
Ich denke hier wäre mir der Preis auch fast egal - die würde ich furchtbar gerne mal sehen! :-)
suffocat 06.03.2011 06:46
Spitzenbericht von Dir, wenngleich ich keinerlei Zirkusse mag, aber sehr gerne ein BH von mir... :)! LG Helmut
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