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Mi Chile lindo – Parque Nacional Conguillio

5  13.07.2004

Pro:
Atemberaubende Landschaft

Kontra:
keine

Empfehlenswert: Ja 

frulula

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:3

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 114 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Das wunderbare, ja fast mysteriöse an Chile ist die Vielfalt an unterschiedlichen, fast gegensätzlichen Landschaften, die einzigartig und dazu noch überaus schön sind. Von bizarren Wüstenlandschaften im Norden bis hin zu grünen, weichen Seelandschaften.
Ich selber bin Chilenin und habe 6 Jahre dort gelebt. Folglich habe ich meine freie Zeit damit verbracht und immer wenn es irgendwie ging, diese bezaubernden Gegenden von Norden bis Süden zu erkundschaften.

Wie schon erwähnt, gibt es für mich kein besser oder schöner, wenn es um den Vergleich von verschiedenen Landschaften oder Gebieten geht, zumindest nicht in Chile. Meiner Meinung nach sollte man sich als Reisender in Chile (vor allem diejenigen, die zum ersten Mal dorthinkommen) ganz klar unterscheiden zwischen Norden, Mitte und Süden. Diese Regionen sind so unterschiedlich voneinander und es gibt in jedem dieser Abschnitte so viel zu sehen, dass man nicht versuchen sollte, ganz Chile in 2 Monaten abzuklappern.
Es gibt jedoch Orte, die einfach sehr außergewöhnlich sind und meiner Meinung nach ein absoluter Geheimtipp sind. Von einem möchte ich erzählen, weil ich auch kürzlich wieder dort gewesen bin.

Es ist der Parque Nacional Conguillio. Ein Nationalpark, bestehend aus Araukarienwäldern, Seen und dem Vulkan Llaima.
Der Nationalpark ist die kleine Perle in der IX. Region (Región de la Araucanía) auf Höhe der Stadt Temuco (ursprünglich die Hauptstadt der Mapuches Indianer), landeinwärts, also Richtung der Anden.
Wenn man vom Norden, z.B. Santiago, angereist kommt (ein Geländewagen sollte es mindestens sein) , kann man von der Panamericana ca. 70 Kilometer vor Temuco schon in Richtung Parque Nacional Conguillio abfahren. Abfahren bei dem Ort Victoria; von dort aus fährt man dann nach Curacautín. In Curacautín angekommen muss man sich allerdings erkundigen, wie man den, etwas im Süden der Stadt abgelegenen, Weg zum Conguillio findet. (Im übrigen nehmen es die Chilenen mit der exakten Wegbeschreibung nicht immer so genau, so dass es anzuraten ist, öfter mal nachzufragen) Davon abgesehen, sollte man sich spätestens in Curacautín mit reichlich Proviant eindecken , weil der Conguillio außer einer kleinen überteuerten Supermarktbude keine anderen Einkaufsmöglichkeiten bietet (Und das ist auch gut so). Auch sollte man hier den Benzintank füllen.

Der Weg dorthin (gute 2 Stunden Fahrt) ist angenehm und bietet durchaus auch nette Haltebuchten zum picknicken, fotografieren, etc. Noch vor der eigentlichen Ankunft im Parque Conguillio kann man schon eine faszinierende Landschaftskulisse der noch etwas fernen Bergwelt erahnen.

Unerwartet taucht man dann aber in eine überwältigende Landschaft ein, umgeben von uralten Araukarienbäumen, stolpert der Wagen beschwerlich auf dem Gestein des Vulkans Llaima vor sich hin. Der Vulkan zeigt sich an dieser Stelle von seiner Nordseite, scheint endlos in den Himmel zu ragen und bedeckt den Boden mit seinem kupferroten bis schwarzen Vulkangestein, der dann auch im ganzen Nationalpark den Boden bedeckt.

Im Conguillio angekommen, –man muss eine Eintrittsgebühr an die Conaf zahlen von ca. 4.000 Pesos pro Person (mehr dazu s.u.)– fährt man in den eigentlichen Araukarienwald hinein. Dieser uralte Baumbestand, mit seinen riesigen Baumstämmen, ist noch völlig unberührt und spätestens hier spürt man so eine Art Naturkick, dass es auf der Welt nichts faszinierenderes gibt als dieses Spektakel von intakter und intensiv grüner Natur.

Man fährt dann eine Weile durch den Araukarien gemischt mit alten Eichen- Urwald bis man die Informationsstelle, eine große Blockhütte der Conaf erreicht hat (nur von Dez.-März geöffnet) . (Die Conaf ist in Chile die nationale Forstbehörde, die sich u.a. durch ihre Aufklärungskampagnen rund um Flora und Fauna und ihre Erhaltung im Land als unentbehrlich erwiesen hat. Mehr Infos zu Conaf, wie z.B. Nationalparks, Infos über Flora und Fauna in den verschiedenen Regionen, Telefonnummern, etc. leider nur in Spanisch, erhält man unter www.conaf.cl.)

An dieser Informationsstelle im Nationalpark wird man sehr freundlich empfangen und darüber informiert und auf dem Laufenden gehalten, wo man entweder zelten oder in einer vorreservierten Cabaña übernachten kann .(Cabaña ist eine Schlafhütte mit allem Zubehör, auf jeden Fall vorher reservieren, auch unter www.conaf.cl unter Parque Nacional Conguillio, Alojamiento y movilización). Nachts kann es sehr kühl werden, auch im Sommer, trotz angenehmer Tagestemperaturen, daher gute Schlafsäcke mitnehmen.

Die Conaf bietet des weiteren auch verschiedene Infoabende und Exkursionen in die unterschiedlichen Gegenden des Parques an.
Wir hatten von Anfang an beschlossen, unsere eigenen Exkursionen zu machen, haben aber schnell gemerkt, dass die Förster der Conaf einem wirklich viel zu erzählen haben (vorausgesetzt man beherrscht die Sprache einigermaßen, die Chilenen nehmen es mit dem Englischen nämlich auch nicht so genau). Außerdem lernt man schnell Leute kennen, die von überall aus der Welt kommen und so unbefangen Freundschaften entstehen, dass man nach ein paar verbissenen Außenseiterexkursionen, am Ende ne nette „wir machen die Exkursion auch mit“ Atmosphäre entsteht.

An dieser Stelle ein dickes Lob an die sehr freundlichen und hilfsbereiten Förster der Conaf. (witzig aber, dass sie obwohl sie gar nicht aufdringlich noch neugierig sind, trotzdem immer über alles und jeden bescheid wissen, was auch durchaus seine Vorteile hat, manchmal)

Der Conguillio, mit seinem großen See und wunderschönem Araukarienwald mit Blick auf den noch aktiven Vulkan Llaima (übrigens zusammen mit dem Vulkan Villarrica, der aktivste in ganz Südamerika) ist ein wahrer Genuss, nicht nur für Naturliebhaber.
Die Araukarie gehört zu einer der ältesten Baumart der Welt; sie kann bis zu 50 m in die Höhe wachsen, und 2000 Jahre alt werden. Mich hat der Anblick auf diese imposanten Bäume sehr beeindruckt. So etwas gibt es wirklich nur einmal. Und so uralt! Auf den Bäumen lebt eine kleine Papageienart, die mir unbekannt ist, auf Spanisch aber Loro heißt.
Man hat das Gefühl, in einem prähistorischen Zeitalter der Dinosaurier gelandet zu sein. (Der Discovery Channel hat dort übrigens auch Aufnahmen für die Filmkulisse einer Dinofilmreihe gemacht.)

Es gibt mehrere Seen, die völlig unterschiedlich an Farben und Größen in wunderschönen Umgebungen eingebettet und ein Muss für jedermann sind . Es gibt z.B. einen See (Arcoiris), so eine Art kleine Lagune, in der viele alte Baumstämme liegen. So eine Art Baumfriedhof unter Wassser. Der Clou an dieser Lagune ist, dass sich je nach Sonnenstand ihre Farben ändern und die Baumstämme einige Minuten lang in verschiedenen Neonfarben leuchten.

Wenn man die Sierra Nevada hinaufwandert – der Weg bis dorthin ist beschildert und nicht beschwerlich zu wandern, ca.5 Stunden dauert der Ausflug - dann erlebt man auch oben auf der Sierra Nevada einen phantastischen Ausblick auf die Bergketten, die Vulkane der Region und auf den Araukarienpark selbst.

Dieser Nationalpark ist ein Traum und eigentlich möchte ich nicht zu viel erzählen, man muss es mit eigenen Augen erleben und geniessen. Der Vorteil : dass er wirklich nicht schwer zu erreichen ist. Die Zeit, die wir im Februar 2004 dort erlebt haben war sehr intensiv, trotz relativ kurzem Aufenthalt (nur vier Tage). Es war das dritte Mal für mich im Parque Nacional Conguillio und ich muss sagen, dass ich jedes Mal auf ein Neues völlig beeindruckt bin von dieser kleinen Perle, mitten in der IX. Region Chiles. Es gibt auch für mich noch ein Nächstes Mal. Bestimmt.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Soma2

Soma2

19.12.2009 19:11

schöner Bericht! Liebe Grüße

ganjs

ganjs

26.02.2005 10:45

Mhh, ein vorzüglicher Bericht der mich sehr neugierig auf Chile gemacht hat.

Things

Things

16.02.2005 20:25

Schöner Reisebericht. Mich persönlich interessiert Südamerika weitaus mehr als der Norden. Lieben Gruß Michael

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