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Erfahrungsbericht

für Chateau D'if Montecristo, Marseille
5 Sterne Auf den Spuren des Grafen von Monte Christo Bericht mit Bildern
161 von 161 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro interessant, günstig, schöne Aussicht

Kontra -

Detailbewertung

Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Sehenswürdigkeiten
Sicherheit
Gastfreundlichkeit

Der Autor

sunflower76 Seit 17 Nov 2005

Schöne Pfingsten euch allen! mehr

240 Mitglieder vertrauen mir

Hallo meine Lieben,

heute ist es soweit, die letzte Station der Kreuzfahrt wird angegangen. Wir lagen im Hafen von Marseille, aber direkt Marseille haben wir nur von Weitem gesehen, denn wir haben uns entschlossen, direkt über MSC Kreuzfahrten einen Ausflug zu buchen und dieser brachte uns zum

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****CHATEAU D'IF****
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der Festung auf der Gefängnisinsel Ile d'If, die direkt vor Marseille gelagert ist, quasi das Alcatraz von Marseille. Diese Felsenküste liegt ungefähr eine Seemeile von der Stadt entfernt und bot dem französischen König Franz I. eine optimale Lösung für die Verteidigung der Stadt gegen den Feind. Darauf ließ er zwischen 1524 und 1531 das Chateau bauen, jeder musste hier vorbei, wenn er in den Hafen von Marseille einlaufen wollte. Sie ist quadratisch und hat eine Seitenlange von 28 m. Weiters verfügt über drei Rondollen, das sind zylinderförmige Türme.

Eigentlich sollte das Chateau d'if ein Bollwerk werden, um den Hafen und damit auch die Lebensmittelversorgung der Stadt Marseille zu sichern, später diente es aber dann als Gefängnis, in dem nicht nur Monarchiegegner, sondern auch Republikaner und Protestanten interniert wurden. Einer der uns wohl bekanntesten Insassen dürfte der Graf von Monte Christo gewesen sein.

Die Festung war zu Beginn nicht sehr beliebt bei den Franzosen, doch erkannte man ihre Wichtigkeit 1536, als Karl V. Marseille einnehmen wollte, aber an der Offensive der Festung scheiterte.

Wenig später würde die Festung als Gefängnis in Betrieb genommen, aber erst 1580 wurde mit Ritter Anselm, der angeblich eine Verschwörung gegen die Monarchie plante, der erste Gefangene auf der Insel gehalten. Hauptsächlich saßen aber, wie bereits oben erwähnt, Protestanten ihre oft nicht geringe Zeit im Chateau D'if ab, insgesamt waren es etwa 3.500, darunter Jean Serres und Elli Neau.

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****RUNDGANG****
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Vom Ausflugsschiff aus konnte man das Chateau schon sehr gut sehen und viele Bilder schießen. Als das Boot dann anlegte, wurden wir vor allem von Seemöwen begrüßt. Zu der Brutzeit soll es laut Reiseleitung sogar Warnschilder "Vorsicht für den Möwen" geben, die sich hier um diese Zeit vermehrt aufhielten. Wir gehen einen gut gepflasterten Weg hinauf bis zum Eingang. Die Eintrittskarten waren bei uns schon im Preis enthalten und so konnten wir direkt durchgehen und unserer Reiseleitung mit dem attraktiven Schild "MSC" und irgendeiner Nummer, die ich heute schon wieder vergessen habe, und stehen in einem Art Felsenhof.

Von hier aus - für Leute mit Kindern immer wichtig zu wissen - seht ihr auf der linken Seite die etwas veralterte Toilettenanlage. Alt oder nicht, es ist ein WC und so stürmen die Kinder gleich hin.

Auf der rechten Seite gibt es einen herrlichen Ausblick zu den Frioul Inseln und direkt neben dem Eingang befindet sich ein kleines Bistro. Da wir hier aber nichts gegessen haben, kann ich euch dazu auch nichts sagen.

Weiter geht es dann ins Innere des Chateaus. Nachdem wir uns in einem kleinen Ausstellungsraum informiert haben, geht es in das eigentliche Kernstück, den Gefängniszellen.

Hier herrschte eine richtige Klassengesellschaft. Arme Leute wurden wie herumstreunendes Vieh behandelt, kamen in Verliese ohne Licht und mit sehr wenig essen. Die Mittelschicht konnte sich eine Zelle mit Licht mieten und für die Oberschicht gab es doch recht viele Annehmlichkeiten, so konnten sie sich neben Waffen auch eine eigene Zelle mit Kamin und Einrichtung mieten, hatten Ausgang auf der ganzen Insel und immer einen guten "finanziellen" Draht zu den Wärtern.

Neben den einzelnen Zellen sind auch die Namen der Leute zu lesen, die hier gefangen gehalten wurden, zumindest jener der prominenteren Leute.

Die Reiseleitung erzählte uns von der Inhaftierung eines jungen Marinesoldaten, der frech zu seinem Kapitän gewesen war. Er verbrachte 30 Jahre in einem fensterlosen Verlies und verfiel dem Wahnsinn.

Natürlich besuchten wir auch die relativ geräumige Zelle des Grafen von Monte Christo, hier können in der Zelle Besucher etwas über den Grafen erfahren und auch den Tunnel bewundern, den er mit einem Freund gegraben haben soll. Dies ist aber eher ein Mythos, angeblich ist es niemanden gelungen, aus dem Gefängnis auszubrechen.

Nachdem wir den Hof des Gefängnisses mit seinem Brunnen in der Mitte und den ganzen Zellen besichtigt haben, sind wir auf die obere Plattform gegangen und von hier aus hat man wirklich einen herrlichen rundum Blick, sagenhaft! Wirklich zu empfehlen.

Noch ein Stückchen höher geht es, wenn ihr eine der Rondellen besteigt, aber die Aussicht ist hier nicht mehr viel besser als bereits unten.

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****BEKANNTE HÄFTLINGE****
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MIRABEAU
Mirabeau war eine führende Persönlichkeit in der Anfangszeit der französischen Revolution. Da er keinerlei Unterstützung durch seinen Vater erhielt, ging er zum Militär. 1771 zog er nach Paris, wo er 1772 heiratete. Aufgrund einer Anzeige seines eigenen Vaters wurde er von seinen Besitzungen verbannt und 1775 verhaftet. Seine Haftzeit verlebte er am Chateau D'If. Bei einem Ausgang lernte er Marie Therese de Monniers kennen, verliebte sich in sie und flüchtete später mit ihr in die Schweiz. In Abwesenheit wurde er wegen Ehebruchs zum Tode verurteilt, konnte dieses Urteil aber abwenden. Er ging nach Preußen und wurde Mitglied im Illumintenorden. 1790 wurde er Präsident des Jakobinerclubs und übernahm 1791 den Vorsitz der Nationalversammlung. Nur Wochen darauf starb er völlig unerwartet und bis heute hält sich das Gerücht, er sei einem Giftmordanschlag zum Opfer gefallen.
JEAN BAPTISTE CHATAUD
Er war der Kapitän der Grand Saint Antoine, dem Schiff, das 1720 die Pest nach Marseille brachte. Ob dies aber der Grund für seine Inhaftierung war, konnte ich trotz Internetrecherche nicht herausfinden.

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****DER GRAF VON MONTE CHRISTO****
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Die Gefängnisinsel erlangte internationale Berühmtheit, als der Schriftstellter Alexandre Dumas den Fortsetzungsroman "Der Graf von Monte Christo" zwischen 1844 und 1846 in der Zeitschrift "Le Journal de debats" veröffentlichte.

Die Geschichte spielt in der Zeit von 1814 bis 1838. Nach eigentlich glücklichen Jugendjahren wurde der Seefahrer Edmond Dantes Opfer einer Vertuschungsaktion und bleibt 14 Jahre ohne Gerichtsverhandlung im Chateau D'If inhaftiert. An der Einsamkeit verzweifelnd, beschließt Dantes, sich selbst verhungern zu lassen, doch kurz vor seinem Tod hört er Klopfgeräusche, die ihm neuen Lebensmut geben. Der Gefangene Abbe Faria wollte sich einen Tunnel in die Freiheit graben und kommt stattdessen in Dantes Zelle heraus. Der Geistliche wird von nun an ein Freund und Mentor Dantes und die beiden beginnen zusammen, einen neuen Tunnel zu bauen. Faria allerdings erleidet vorzeitig einen Schlafanfall und in Todesangst erzählt er Dantes von einem Schatz unermesslichen Reichtums, der sich auf der unbewohnten Insel Montecristo befinden soll. Nach seinem Tod, versteckt sich Dantes in Farias Leichensack und wird damit in das Meer geworfen. Er kann sich befreien und wird von einem Schmugglerboot gerettet. Dantes findet den Schatz auf Montecristo und kehrt als reicher Mann nach Frankreich zurück um die Umstände, die zu seiner Inhaftierung führten aufzudecken.

Dies hier ist absichtlich nur eine Zusammenfassung dessen, was sich großteils auf der Insel Chateau D'If abgespielt haben soll. Eine Buchbesprechung des Romans von Alexandre Dumas soll dies nicht sein, nur eine kleine Information am Rande.

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****WIE KOMMT MAN HIN?****
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Also entweder macht ihr es so wie wir und bucht direkt einen Ausflug, das geht auch vom Touristenbüro in Marseille aus, oder ihr nehmt einfach ein Ausflugsschiff vom "Quai de la fraternité - old port" aus, diese fahren um
9.00, 9.30, 10.15, 10.45, 11.30, 12.00, 12.45, 13.15, 14.15, 14.45, 15.30, 16.00, 16.45 und 17.20 Uhr
Die Hinfahrt dauert 20 Minuten.
Die Rückfahrt dauert etwas länger, denn es wird immer auch an den Frioul-Inseln angehalten, aber so könnt ihr gleich zwei Ausflüge miteinander verbinden und das ist auf alle Fälle empfehlenswert.
Zurück geht es um
9.50, 10.05, 10.50, 11.20, 12.05, 12.35, 13.30, 13.50, 14.35, 15.20, 15.50, 16.35, 17.05, und 17.50 Uhr.
Ihr seht also, dass es nicht sehr sinnvoll ist, die letzte Fähre zu nehmen, da ihr dann auf der Insel nur eine halbe Stunde Zeit habt und das ist doch sehr wenig.

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*****FRIOUL INSELN*****
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Das Archipel von Frioul ist der Küste von Marseille vorgelagert, von wo aus man die vier aus Kalkfelsen bestehenden Inseln bewundern kann. Die Hafenstadt ist ca. 4 Kilometer entfernt. Die Inseln sind wie eine Kette aufgereiht und heißen Pomegues, Ratonneau, If und Tiboulen, wobei Pomegues mit einer Länge von 2,7 km die größte Insel ist, gefolgt von Ratonneau mit 2,5 km. Das Wasser der Inseln ist glasklar und hier gibt es herrliche Steilfelsen und auch gut liegende Buchten. Das Problem ist nur, dass die Kiesstrände extrem verschmutzt sind und daher bin ich hier nicht ins Wasser gegangen sondern habe mich mit Horizontblicken zufrieden gegeben, denn die waren wirklich einmalig. Sandstrände gibt es bei La Maison des Pilotes und Calanque Saint Esteve, Kiesel und Felsen sind auf Le Havre de Morgiret zu finden und auch bei uns in der Nähe des Landungspiers gab es kleinere Kieselstrände.

Die Insel rühmt sich damit, über 200 Pflanzenarten zu haben, wobei einige unter Naturschutz stehen. Sie gelten aber auch als Rückzuigsgebiet für zahlreiche Seevogelarten, z.B. der Weißkopfmöwe.

Seit 1971 gehört das Frioul Archipel zu Marseille. Das Dorf Port Frioul, wo wir waren, wurde 1974 erbaut. Hier gibt es einige Restaurant und einen Yachthafen mit 700 Liegeplätzen. Das Flair hier ist wirklich toll, die Preise allerdings unverschämt hoch. Wir hätten uns gerne ein Eis geholt, aber das billigste, das wir finden konnten, war EUR 1,35 pro Kugel und das war uns eindeutig zu teuer.

Die Insel Pomegues ist bekannt für ihre Meerbarsch-Fischzucht, die sogar als Bio Zuchtstation anerkannt wurde.

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****ÖFFNUNGSZEITEN****
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Das Chateau D'If kann
vom 1. Mai bis 15. September täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr besichtigt werden,
vom 16. September bis 31 März täglich außer Montag von 9.00 bis 17.30 Uhr
vom 1. April bis 30 April täglich von 9.00 Uhr bis 17.30 Uhr
besucht werden.
Am 25.12. und 1. Jänner finden keine Führungen statt.

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****PREIS****
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Erwachsene EUR 5,--
Studenten von 18 Jahren bis 25 Jahren EUR 3,50
Gruppenpreis ab 20 Personen EUR 4,20 pro Person
Kinder unter 18 Jahren sind frei

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****DATEN****
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Homepage: http://if.monuments-nationaux.fr/
Telefon +33(4)91590230
Telefax +33(4)91590562

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****FOTOS****
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Foto Nr. 1 zeigt die ganze Pracht der Gefängnisinsel, die bei der Anfahrt gesehen werden kann.
Auf dem 2. Foto könnt ihr das Chateau etwas näher betrachten
Foto Nr. 3 zeigt den Innenhof des Gefängnisses
Als kleine Auflockerung ist Foto Nr. 4 gedacht.
Das Gefängnisschild vom Grafen von Monte Christo zeigt euch Bild 5
Die Anfahrt zu den Frioul Inseln seht ihr auf Bild 6
Die schöne Steilbucht könnt ihr auf Bild 7 bewundern
Den Hafenort mit den Landungsstegen seht ihr auf Bild 8

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****FAZIT****
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Ich denke, wir haben den Tag in Marseille optimal genutzt, es gab einige Ausflüge zu buchen, aber ich bin sehr froh, dass wir uns dafür entschieden haben, weil es eine Mixtur aus Kultur und Freizeit war. Auch wenn der Strand in Frioul jetzt nicht sehr schön war, war das Wasser doch klar und toll zum Schwimmen. Die Gefängnisinsel an sich würde ich auf alle Fälle weiterempfehlen, da wir im letzten Jahr in San Francisco Alcatraz versäumt haben, war das eine kleine Entschädigung und ein gut genutzter Tag.

Also von meiner Seite eine Empfehlung für das Chateau D'If und eine bedingte für die Insel Frioul.

Wie immer lieben Dank für's Lesen, Bewerten und Kommentieren,
eure Dani

Bilder

für Chateau D'if Montecristo, Marseille
Anfahrt
Während der Anfahrt ist die Insel immer im Blick
von sunflower76 sunflower76
Anfahrt

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Kommentare

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  • jockel2001 22.05.2011 10:18
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • esposa1969 23.10.2010 20:49
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • fantagirlie 11.05.2010 11:20
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Rheinkieker 25.04.2009 15:38
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    den film habe ich schon mehrere male gesehen, und du beschreibst die gefängnisinsel, prima

  • WaterSerpent 01.02.2009 16:18
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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