Cape of Good Hope Nature Reserve

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Nicht der südlichste Punkt Afrikas !

5  24.06.2005 (07.09.2006)

Pro:
traumhafte Landschaft, reiche Tierwelt

Kontra:
oft viele Touristen an bestimmten Orten

Empfehlenswert: Ja 

Flo_Grundmann

Über sich:

Mitglied seit:24.07.2003

Erfahrungsberichte:233

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 165 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Lange hat es gedauert, doch hier kann ich ihn euch endlich präsentieren. Meinen nächsten Bericht über mein geliebtes Südafrika. Genauer gesagt nur zu dem nächsten winzig kleinen Flecken davon, das Cape of Good Hope Nature Reserve. Wie der Name schon sagt liegt es am Kap der Guten Hoffnung, welches bekanntlich der… nein, eben nicht der südlichste Punkt des afrikanischen Kontinents ist, sondern der südwestlichste. Der südlichste Punkt liegt etwa 150 Kilometer weiter östlich am Kap Agulhas. Aber darum geht's hier ja eigentlich gar nicht. Früher wurde dieses Gebiet von den Buschmännern, den San, bewohnt. Heutzutage sind die meisten Menschen hier Fremde, Touristen. Sie kommen meist in Bussen und vor Allem in Massen.

Da sich hier zwei sehr unterschiedliche Meeresströmungen, der kalte Benguela Strom im Westen und der warme Agulhas Strom im Osten, treffen, wird das Kap der Guten Hoffnung gemeinhin als Treffpunkt des Atlantik mit dem Indischen Ozean bezeichnet. Tatsächlich treffen diese zwei Weltmeere aber erste am Kap Agulhas aufeinander. Das eigentliche Kap, Cape Point, bildet allerdings nur die Spitze des Parks. Das ganze Gelände des Cape of Good Hope Nature Reserve umfasst eine Fläche von fast 8.000 Hektar und hat eine Küstenlinie von etwa 40 km. Zum Naturschutzgebiet wurde die Halbinsel im Jahre 1938 erklärt, 1998 wurde sie in den Cape Peninsula National Park aufgenommen.

Die Meeresströmungen, der oft herrschende starke Wind und zahlreiche Riffe vor der Küste machten die Umschiffung des Afrikanischen Kontinents für Seefahrer seit je her zu einer gefährlichen Fahrt. Offiziell sollen hier mindestens 23 Wracks auf dem Meeresboden ruhen. Aber vermutlich sind es noch viel mehr. Die einzigen die sich über diese Bedingungen freuen dürften, sind wohl die Windsurfer, die man hier öfter antreffen kann. Der Überlieferung zufolge entstand hier auch die Legende vom "Fliegenden Holländer". Bei der Umschiffung des Kaps 1680 versank das Schiff, der Kapitän aber soll geschworen haben, das Kap zu umrunden, auch wenn es bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag dauern sollte. Gesagt, getan. Als Strafe muss er nun bis in alle Zeit vor dem Kap kreuzen. Die einzigen die sich über diese Bedingungen freuen dürften, sind wohl die Windsurfer, die man hier öfter antreffen kann.


Anfahrt
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Die kürzeste Anfahrt von Kapstadt aus führt über die malerische Aussichtsstrasse entlang der False Bay über die Orte Muizenberg, Fish Hoek und Simons Town. Schließlich kommt man aber dann doch zum gut ausgeschilderten Eingangstor des Cape of Good Hope Nature Reserve. Hier zahlt man seinen Eintritt und bekommt einige Faltblätter mit Informationen in die Hand gedrückt. Die breite asphaltierte Strasse, mehrere Kassen und die Professionalität hier lassen schon gleich auf einen größeren Besucherandrang schließen. Bis zum Cape Point sind es noch knapp 13 km. Am Ende dieser Straße wartet ein großer Parkplatz auf die Besucher.
Jetzt wird vielleicht der ein oder andere denken ein Parkplatz ist nichts Besonderes. Richtig, ein Parkplatz an sich nicht. Dieser hier aber schon. Rund um den Parkplatz und zwischen den parkenden Autos halten sich hier Dutzende Paviane auf. An den Menschen gewöhnt und stets bereit unvorsichtigen Touristen ihren Proviant aus den Armen zu reißen sind sie hier zu einer echten Plage geworden. Natürlich ist es streng verboten die Tiere zu füttern, es kann ja mitunter auch nicht ungefährlich sein. Aber viele Touristen halten sich nicht an dieses Verbot, leider. Aber wer, wie ich, schon mal einen Pavian im eigenen Wohnzimmer überrascht hat, der denkt gar nicht erst daran einen Pavian zu füttern.


Die Hauptattraktion
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Der Hauptgrund weshalb die Besucher hierher kommen ist ohne Zweifel der Aufstieg zum Leuchtturm auf Cape Point, der im Jahr 1860 errichtet wurde. 238 Meter über dem Meeresspiegel hat man hier eine wundervolle Aussicht über das Meer. Erreichen kann man den Aussichtspunkt per Cable Car, welches natürlich extra kostet, oder über einen gut angelegten Wanderweg. Allerdings schlängelt der sich auch einige Meter in die Höhe, wodurch das Ganze durchaus anstrengend werden kann. Für den Hinweg benötigt man etwa eine Stunde, den Rückweg, bergab, geht man mitunter etwas beschwingter an.
Hier hatte ich damals übrigens meine erste Begegnung der sonderbaren Art mit einer Gruppe deutscher Touristen. Als ich so mit zwei Begleiterinnen, eine Deutsche und eine Schweizerin, oben stand und die Aussicht genoss, kam eine Gruppe von etwa zehn Deutschen. Alle waren so zwischen 50 und 60. Kaum oben angekommen packte eine von ihnen eine Flasche Sekt aus dem Rucksack und schenkte jedem ein Glas ein. Anschließend folgte ein "Hoch soll er leben", anscheinend hatte einer aus der Gruppe Geburtstag. Ich weiß ja nicht wie ihr das seht, aber in diesem Moment war es mir fast ein wenig peinlich aus dem selben Land zu kommen wie diese Leute.
Natürlich gibt es auch noch einige andere Wege die um die Halbinsel herum und zu einem zweiten Leuchtturm führen. Diese sind allerdings nur auf eigene Gefahr zu betreten. Bei schlechtem Wetter oder starkem Wind, der hier oft bläst, ist allerdings davon abzuraten. Wir waren allerdings zu faul diesen Weg auch noch auf uns zu nehmen und entschieden uns den direkten Weg nach unten zu nehmen.


Flora und Fauna
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Wie es sich für ein anständiges Nature Reserve so gehört, hat natürlich auch das Cape of Good Hope Nature Reserve eine Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten zu bieten. Im Frühling ist das Gebiet am Kap von einem bunten Blumenteppich überzogen. Allein über 1.300 Arten von Fynbos sind hier zuhause, davon sind 14 endemisch - also nur hier zu finden. Das Kapländische Florenreich ist zwar das kleinste, im Vergleich zur Größe allerdings das artenreichste der 6 Florenreiche der Erde. Wenn man so durch den Park fährt, fällt einem das vielleicht nicht sofort auf, da sich alles ziemlich ähnlich sieht. Nimmt man sich aber einen Moment Zeit um genauer hinzusehen, kann man im Umkreis weniger Meter dutzende verschiedener Pflanzen entdecken. Baumfreunde werde hier allerdings enttäuscht. Bäume werden hier eher selten gesichtet.
Die Tierwelt ist hier nicht annähernd so artenreich wie die Pflanzenwelt. Was einmal daran liegt, dass der Boden nicht sonderlich viel Nahrung hergibt. Außerdem haben hier schon die ersten Siedler am Kap den Bestand an Wildtieren stark dezimiert. Heute findet man hier etwa 200 Vogelarten, verschieden Antilopen und auch Strauße, allerdings sieht man sie eher selten. Landschildkröten, verschiedene Echsenarten, Paviane und Dassies (Klippschliefer) sieht man hingegen relativ häufig.


Was gibt es sonst noch zu sehen?
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Hinweisen möchte ich auch noch auf einige andere schöne Flecken im Park. Es gibt eine reihe sehenswerter Sandstrände, die alle über asphaltierte und meist gut befahrbare Straßen zu erreichen sind. Manche sind allerdings so schmal, dass man bei Gegenverkehr schon ziemlich aufpassen muss. Die Strände von Buffels Bay oder Gifkommetje sind im Sommer sehr beliebte Ausflugsziele.
Auf halber Strecke zwischen Cape Point und Parkeingang findet man ein kleines Museum mit Info-Center, hier ist es meist nicht ganz so überlaufen. das kleine Veld-Museum bietet vor allem Naturkundliches.
Beliebt bei Anglern ist Rooiboskrans, kurz vor Cape Point. Je nach Saison kann man hier sogar Wale beobachten.
Natürlich gibt es hier auch einen Souvenir Shop und ein Restaurant. Zur Qualität des Restaurants kann ich allerdings nichts sagen, ich hab es nicht besucht.
Den Weg zu den einzelnen Attraktionen beschreibe ich jetzt hier nicht, beim Besuch bekommt man ohnehin eine Karte.


Fazit
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Abschließend kann ich eigentlich nur sagen, dass sich ein Besuch im Cape of Good Hope Nature Reserve auf alle Fälle lohnt. Der Naturliebhaber, der Landschaftsfetischist oder auch der Hardcore-Sightseeing-Tourist, für den der Besuch ein absolutes Muss ist, kommen hier auf ihre Kosten.

Ich hoffe ich konnte mit diesem Bericht wieder dem einen oder anderen eine Anregung sein. Mir hat das Schreiben auf jeden Fall für eine, wenn auch kurze, Weile dabei geholfen mit meinem Fernweh fertig zu werden. Also dann bis zum nächsten Mal

FLO
Bilder von Cape of Good Hope Nature Reserve
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Sydneysider47

Sydneysider47

15.03.2014 01:21

dazu müsste ich erst mal nach Südafrika reisen...

miss_chocolate

miss_chocolate

20.10.2011 18:44

würd ich echt gern mal sehen =)

blonde_lady

blonde_lady

09.06.2011 17:39

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