Über sich:Bibliothekarin mit Mann und Katze und altem Fachwerkhaus am Rande des Harzes schreibt am liebsten Re...
Mitglied seit:25.09.2001
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 89 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Wenn ich in Rom bin, meiner Lieblingshauptstadt, dann wohne ich an der Piazza Campo de Fiori oder ganz in der Nähe, am besten in der Albergo del Sole al biscione.
Dieses kleine Hotel ist eigentlich eine Familienpension. Man sagt, es sei eines der ältesten Hotels von Rom, vielleicht sogar das älteste! Schon vor 500 Jahren wurde es als Herberge gebaut.
Das sieht man der hohen rosaroten Fassade nicht an . Eine fröhliche Sonne lacht dem Gast auf der schmalen Eingangstür aufmunternd entgegen. Sonne heißt sole – also treten wir ein in das Hotel zur Sonne.
Zunächst eine steile, hohe Marmortreppe emporgestiegen ,werden wir im 1. Stock im engen Flur an der Rezeption sehr freundlich begrüßt.
Man zeigt uns auf Wunsch die freien Zimmer und die sind wirklich sehr unterschiedlich. Es gibt große luftige Räume mit herrlichem Blick auf die Kuppeln Roms, aber auch winzige, enge, düstere Zimmer. Nur manche haben Dusche und WC, oft ist das Bad auf dem Flur. Eingerichtet sind alle Zimmer mit alten Möbeln – hohen dunklen Schränken, Frisierkommoden mit Marmorplatten und meist breiten französischen Betten.
Fernseher, Klimaanlage und Zimmerbar wird man vergeblich suchen.
Das Interieur wirkt bunt zusammengewürfelt, manchmal arg altertümlich, aber nicht uncharmant.
Wenn wir Glück haben, ist Zimmer 222 zu bekommen, ein hübscher Raum mit Steinfußboden, zierlichen Rokoko-Nachtschränken und Fenstern zum Innenhof.
Eigentlich sind es zwei Innenhöfe, üppig bepflanzt mit wildem Wein, Agaven,
Hibiskus und Oleander. Um einen Springbrunnen gruppieren sich weiße Tische, Bänke und Sonnenschirme. Dazu die grünen Fensterläden an der rosa Hauswand, das alles wirkt südländisch mediterran und besonders am Abend könnte die Atmosphäre romantischer nicht sein.
Das allerschönste an diesem Altstadthotel ist der zauberhafte Dachgarten im 5. Stock. Er ist vollgestellt mit Blumenkübeln, Palmen, Geranien, Kakteen und Zitronenbäumchen. Von hier können wir über die Dächer und Dachgärten des Campo de Fiori – Viertels bis zum Petersdom schauen. Gesellschaft leistet dem tierlieben Gast die graue Hotelkatze Michaela . Ab und an hält der Patrone, Signor Angeletti, hier oben sein Mittagsschläfchen.
Auch bei Regenwetter läßt es sich in der Albergo gut leben. Auf jeder Etage gibt es Aufenthaltsräume mit antiken Möbeln stilvoll eingerichtet mit Bildern und Büchern von Rom und mit vielen Pflanzen.
Ein Frühstück können wir in der Pension nicht bekommen und das ist auch gut so. Denn welches Frühstück in einem zweit- oder drittklassigen römischen Hotel kann schon konkurrieren mit dem in einer der Cafes, Bars oder Trattorien! Wir verzichten gern auf schlechten Kaffee, dünnen Tee und Marmeladenbrote. In einer dieser Frühstückbars am Campo de Fiori lassen wir uns verwöhnen mit herrlichem Espresso und Cappuccino, mit leckeren Tramezzini und süßen Teighörnchen.
Am frühen Morgen ist man am Campo de Fiori noch unter Römern und besonders interessant ist es, das beginnende Markttreiben zu beobachten.
Der „Mercato“ auf dem Campo de Fiori ist einer von 135 römischen Märkten, aber nicht irgendeiner, sondern der bunteste und volkstümlichste und der wohl traditionsreichste Markt der Altstadt.
Campo de Fiori das heißt übersetzt Blumenfeld und im Mittelalter soll hier einmal eine blumige Rinderweide gewesen sein. Heute ist der Campo ein Platz der kulinarischen Genüsse. Alles was in Italiens Gärten wächst und gedeiht finden wir hier wieder. Die Artischocken sind riesig und sehen aus wie gemalt. Der Spinat in den Körben ist bereits geputzt, das Gemüse für die Minestrone fertig geschnitten.
Neben den Obst- und Gemüseständen stehen Tische mit Fleisch, Fisch, Meeresfrüchten, Blumen, Haushaltwaren, Käse und Quark, Reis und Nüssen. Exzellente Delikatessenläden und Bäckereien am Platz ergänzen das Marktangebot.
In den abzweigenden Gassen, der Via Cappellari und der Via Pellegrino haben vor allem Handwerker ihre Geschäfte. Ich kaufe mir handgemachte Lederschuhe und schaue nebenan dem Schreiner beim Restaurieren seiner Möbel zu. Dunkle, geheimnisvolle Werkstätten sind eine Fundgrube für Antiquitätensammler.
Beim Gang durch die engen alten Gassen fühlen wir uns ins Mittelalter zurückversetzt.
Doch zurück zum malerischen Campo de Fiori! Hier wird nicht nur eingekauft, nein auf einer Piazza schlägt das Herz der Stadt. Hier wird gehandelt und verhandelt, philosophiert, diskutiert und gespielt. Der Platz ist die Bühne, Freßmarkt und Jahrmarkt in einem.
Eine Musikgruppe zieht von Cafe zu Cafe, Gaukler auf Stelzen werben für ihr neustes Theaterstück, ganz rechts streitet eine römische Männerrunde an einem simplen Küchentisch über Politik.
Mittags, wenn der Markt schließt und die Händler die restlichen Waren verpacken, wird der Campo de Fiori für kurze Zeit zur Müllhalde und bekommt Besuch von unzähligen Tauben und einigen prächtigen Katzen. In einem Meer von Kisten und, Kartons, von Obst-,Gemüse-und Fischabfällen , von Papier- und Plasteresten suchen sie nach Eßbarem.
Er wirkt schon ein wenig heruntergekommen, dieser schäbig-schöne Platz und gar nicht fein und edel wie z.B. die nahe Piazza Navona.
Aber am Abend, wenn der Unrat beseitigt ist, wenn die Wirte ihre weißgedeckten Tische und die Blumenkübel aufgestellt haben, wenn die verwitterten hohen Hausfassaden im künstlichen Licht eine romantische Kulisse bieten, dann feiern hier auf dem Campo de Fiori vor allem die Touristen bei Wein und Gesang in den relativ preisgünstigen Trattorien und Restaurants, z.B. bei Giovanni.
Ein Mann in schwarzer Kutte schaut diesem weltlichen Treiben seit mehr als hundert Jahren zu. Es ist Giordano Bruno, der im Jahr 1600 hier auf diesem Platz verbrannt wurde.
1887 wurde dem Philosophen ein bronzenes Denkmal gesetzt. Mit einem Buch in der Hand steht er mitten auf dem Campo.
Bruno hatte es gewagt, das Weltall für unendlich zu halten und die Erde für ein Staubkorn im All. Während der Inquisition wurde er dafür hingerichtet.
Ein mutiger Mann war dieser Giordano Bruno, als man ihm das Urteil vorlas, soll er aufgesprungen sein und gesagt haben:“ Mit größerer Furcht wohl sprecht ihr mir das Urteil als ich es empfange.“
Bis heute hat ihm die katholische Kirche nicht verziehen.
Mein Fazit: Der Campo de Fiori ist mein römischer Lieblingsplatz. Hier pulsiert das Leben. Es ist immer etwas los und ich bin mittendrin – mittendrin im römischen Alltag!
Meine Empfehlung: Hotel Albergo del Sole al biscione 00186 Roma Via del Biscione 76 Tel.: 68806873 Fax: 6893787 E-Mail: info@solealbiscione.it Preise: Doppelzimmer/ Dusche und WC ab 103 Euro Doppelzimmer ohne Dusche und WC ab 82 Euro Garage ab 5 Euro
Den Tipp muss ich mir unbedingt für meinen nächsten Romurlaub vormerken. Leider hat man in letzter Zeit einiges Negative über den Campo di Fori lesen müssen. LG Klaus
artamento Campo dei Fiori, das für zwei bis fünf Personen Platz bietet und sich im Zentrum der Ewigen Stadt befindet, unweit der interessantesten Sehenswürdigkeiten wie der P...
bstversorgung. Von der beeindruckenden Dachterrasse bewundern Sie die Sicht auf die Altstadt.Das Hotel liegt an einem von Roms beliebtesten Plätzen, auf dem tagsüber ein traditio...
02.02.2006 19:05
guter Tip, hätte ich mir teurer vorgestellt. Merken ! cu ro3
04.10.2004 15:01
Da bekommt man ja richtig Lust gleich im Netz nach günstigen Flügen nach Rom Ausschau zu halten. Sehr schöner Bericht!
06.08.2004 11:29
Den Tipp muss ich mir unbedingt für meinen nächsten Romurlaub vormerken. Leider hat man in letzter Zeit einiges Negative über den Campo di Fori lesen müssen. LG Klaus