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Wer an der deutschen Nordseeküste Urlaub macht, der begegnet ihnen fast zwangsläufig, den vielen Schafen, die es dort gibt. Gerade da, wo das Land als Schutz vor der Nordsee, die ihren Spitznamen Mordsee ja nicht zu Unrecht trägt, von Deichen geschützt wird, sind sie überlebenswichtig. Während sie auf den Deichen grasen, sorgen sie nicht nur als biologische Rasenmäher dafür, dass das Gras dort kurz bleibt, sondern verdichten mit ihren Hufen auch die Erde. Beides zusammen trägt wesentlich dazu bei, dass die Deiche stabil bleiben und so auch zukünftig Schutz vor Sturmfluten bieten.
Wo es viele Schafe gibt, da gibt es, sofern genügend Böcke vorhanden sind, auch Lämmer. Und da die Weidefläche auf den Deichen nicht uneingeschränkt groß ist, gibt es in der Küstenregion auch entsprechend viel Lammfleisch. Eine besondere Spezialität ist das sog. „Salzwiesenlamm“. Hierbei handelt es sich um Lämmer, die auf den den Deichen vorgelagerten Salzwiesen grasen. Diese Salzwiesen werden regelmäßig überflutet, so dass die Lämmer, die die dort vorzufindenden Pflanzen futtern, einen ganz besonders würzigen Geschmack haben.Zur Förderung des Absatzes von Lammfleisch finden in Nordfriesland jedes Jahr die sog. „Lammtage“ statt, in denen Lammspezialitäten in vielen Restaurants auf dem Speiseplan stehen. Nähere Infos dazu findet man unter www.lammtage.de. Als wir Ende Mai eine Woche knapp unterhalb der dänischen Grenze urlaubten, fanden gerade die Lammtage 2010 (bereits die 15. Lammtage überhaupt) statt. In einer Broschüre, in der sämtliche Veranstaltungen im Rahmen der Lammtage aufgeführt waren, fand ich u.a. einen Termin, an welchem ein nicht allzu weit entfernt gelegenes Lokal ein „All-you-can-eat-Lamm-Grillbuffet“ anbot. Nach Rücksprache mit meiner Liebsten meldete ich uns kurzerhand für das am Folgetag stattfindende Grillen an.
Angeboten wird dieses „All-you-can-eat-Lamm-Grillbuffet“ von den Betreibern des „Café Nissenshörn“, einem kleinen Café irgendwo in den Weiten der nordfriesischen Marsch:Café Nissenshörn
Nissenshörn 1
25842 Langenhorn
Fon: 04674/1456
Fax: 04674/962844
Web: www.nissenshoern.de
(Wer dort hin will, dem sei geraten, ein Navigationsgerät zu nutzen.)
Während des regulären Betriebs ist das Café Nissenshörn, wie der Name schon vermuten lässt, ein regulären Café, welches nur tagsüber geöffnet hat. Neben kalten und warmen Getränken stehen nur Kuchen und kleine Gerichte (vor allem belegte Brote, u.a. auch mit Lammwurst drauf) auf der Karte. Im Sommer aber wird regelmäßig an Freitagabenden gegrillt. Auf den Grill kommt dabei nur Lamm aus eigener Zucht, den neben dem Café betreiben die Besitzer auch eine Schafzucht mit rund 100 Muttertieren und der entsprechenden Zahl an Lämmern. Die genauen Termine, wann gegrillt wird, findet man auf der o.g. Website. Da die Teilnehmerzahl aus Platzgründen limitiert ist, bietet es sich an, vorab zu reservieren.Das Café selbst bietet, so meine Schätzung, etwa 30 Gästen Platz, hinzu kommen noch circa ebenso viele überdachte Plätze im Hof. Als wir dort waren, waren diese auch alle belegt, so dass spontan Entschlossene nur schwer einen Platz gefunden hätten.
Ebenfalls im Hof standen die Grills, auf denen die Besitzer des Cafés ihre Lammspezialitäten brutzelten. Als wir dort waren, gab es vom Grill Lammfrikadellen, Lammbratwürste, Lammkoteletts sowie Stücke von der Lammhaxe, außerdem noch einen Lammbraten, der, so meine Vermutung, ebenfalls aus der Haxe war. Auf einem Tisch standen diverse selbstgemachte Salate, eine Auswahl an Brot sowie verschiedene Saucen, Ketchup und Senf bereit. Sein Essen holte man sich, wie es bei Buffets ja üblich ist, direkt an der Salatbar bzw. am Grill ab.Was dort geboten wurde, war wirklich lecker. Selbst meine Liebste, die vorher sehr skeptisch war (als sie das letzte Mal beim Griechen Lamm gegessen hatte, war das nicht so wirklich lecker), war begeistert. Das Lamm in all seinen Variationen war nicht nur perfekt gewürzt, sondern auch extrem zart und nicht fett. Gerade der Lammbraten zerging förmlich auf der Zunge. Auch jener strenge Geschmack, den man dann schmeckt, wenn zu altes (Schafs-)Fleisch als Lamm verkauft wird, war nicht zu schmecken. Die Salate (u.a. Gurken-, Tomaten-, Bohnen- und Kartoffelsalat) schmeckten lecker und waren erkennbar selbstgemacht. Dazu gab es die regionstypische Auswahl an Getränken, wobei diese nicht im Buffet-Preis von 14,50 Euro enthalten waren. Ausgeschenkt werden im Café Nissenshörn u.a. die diversen Produkte der Flensburger Brauerei in der markanten Bügelflasche.
Da das Essen in Buffetform angeboten wurde, beschränkte sich unser Kontakt mit dem Servicepersonal auf die Getränkebestellung und –lieferung sowie auf den Bezahlvorgang. Hier wurde alles freundlich und zu unserer vollen Zufriedenheit abgewickelt. Hinterm Grill stand das Besitzerehepaar selbst und teilte großzügig („Noch ein Stück davon? Vielleicht noch etwas mehr?“) aus. Auch einem kleinen Plausch waren sie nicht abgeneigt.Die Parkplatzsituation am Café Nissenshörn war trotz ausgebuchtem Haus entspannt. Man ist ja mitten in der Landschaft und stellt sein Auto daher im Zweifelsfall einfach am Straßenrand ab. Die sanitären Einrichtungen boten ebenfalls keinen Grund zur Klage.
Kurz gesagt: unser Abend mit Lamm im Café Nissenshörn war ein voller Erfolg. Das Essen war sehr, sehr lecker, so dass wir uns gerne noch mehr von den Lammspezialitäten genommen hätten – allein das Magenvolumen verhinderte dies. „Lamm satt“, wie es in der Broschüre zu den „15. Lammtagen“ bei der Beschreibung des Café Nissenshörn hieß, war tatsächlich keine Übertreibung. Gekrönt wurde der schöne Abend übrigens mit einem fulminanten Sonnenuntergang, welchen wir während unseres (notwendigen) Verdauungsspaziergangs auf dem Deich bei Dagebüll erleben durften.Sollte es uns wieder einmal nach Nordfriesland verschlagen (was ich für relativ wahrscheinlich halte), so hoffe ich, dass während der Zeit unseres Aufenthalts das Café Nissenshörn wieder sein „All-you-can-eat-Lamm-Grillbuffet“ anbietet. Ich kann dieses Buffet all jenen, die gerne gut essen (und keine Vegetarier sind) empfehlen. Auch „Lamm-Skeptiker“ sollten hier das Lamm probieren, denn was im Café Nissenshörn geboten wird, hat mit dem häufig nicht gerade qualitativ hochwertigen „Lamm“ (hier ganz bewusst in Anführungszeichen geschrieben z.B. bei so manchem Griechen um die Ecke nichts, aber auch gar nichts zu tun.
Nach dem Lamm-Buffet ein kleiner Verdauungsspaziergang auf'm Deich - mit diesem tollen Sonnenuntergang
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duderally 11.09.2010 08:23
zomtech 15.08.2010 07:25
t.schlumpf 18.06.2010 11:32
andreasloy 18.06.2010 11:17
Antonia007 17.06.2010 21:42