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Das Café der Künstler und Literaten
Pro stilvoll, alt, schön
Kontra teurer als andere Cafés
Wer sich ein bischen in der spanischen Literatur, genaugenommen in der Literatur des 19. und frühen 20. Jh. auskennt, dem wird das Café Gijón sicherlich ein Begriff sein, da es sowohl Treffpunkt der Künstler und Intellektuellen der Zeit als auch Schauplatz einiger bekannter Romane und Erzählungen ist. Die vielleicht bekannteste Referenz ist der Roman "La Colmena" (Der Bienenstock) von Camilo José Cela, in dem die harten Jahre der Nach(bürger)kriegszeit beschrieben wird. Auch sehr gut verfilmt mit dem kürzlich verstorbenen "Über"-Schauspieler Franciso Rabal. ... so jetzt aber mehr zum Café, das - daher die Einführung - mehr als geschitsträchtig und daher ein Muss für Madridbesucher ist.
Man findet das Café auf dem Paso de Recoletos zwischen der Plaza Colón (dort, wo der Flughafenbus ankommt) und der Plaza Cibeles (dort, wo Real Madrid immer seine Errungenschaften feiern lässt). Von der Plaza Colón aus den Boulevard abwärts auf der rechten Seite. Im Sommer gibt es auch eine grosse Terrasse, die ich jedoch eher nicht empfehlen möchte, da dort alles teuerer ist und man das schöne Café nicht zu sehen bekommt. Zudem ist das eher eine "Falle" für japanische Touristen auf dem Weg zum Pradomuseum.Am besten besucht man das Café unter der Woche zum Frühstück (gegen 9.30 h / 10.00 h) oder am frühen Abend (20.00 h), dann ist es gut aber nicht zu gut gefüllt. Es gibt auch Mittagsmenüs, die man aber ("Falle") eher meiden sollte, da das auch wieder was für gutgläubige Touristen ist.
Das Café ist stilgerecht mit viel Messing, Spiegeln und Marmor eingerichtet, aber eben mit dem Charme eines alten Caféhauses. Die Kellner tragen weisse Sackos mit Goldknöpfen und sind - auch das typisch Madrid - schnell aber knurrig. Morgens derideale "Aufwärmort" vor der Stadtbesichtigung mit einem Milchcafé ("café con leche") und den obligatorischem Schmalzgebäck ("churros"). Abends ideal vor dem Essen, um sich einen Martini auf Eis zu genehmigen ("vermu").Treffen tut man so ziemlich alles, vor allem aber alteingesessene Madrider, die sich zu geistreichen Gesprächen oder Zeitunglesen treffen.
Am besten verbindet man den Kaffebesuch mit der Besichtugung des Prados (ca. 15 Gehminuten entfernt) oder einem Spaziergang durch den Retiro Park, der ebenfalls in unmittelbarer Nähe ist.
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dr.soz 28.02.2002 14:56
world_assistance 27.09.2001 20:00
Arim 09.09.2001 23:47
ingob 06.09.2001 15:15
Erdbeerfreak 06.09.2001 10:59