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Erfahrungsbericht

für Burgund
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4 Sterne Schweigekloster in Burgund - Die etwas andere Studienfahrt
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Detailbewertung

Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Sehenswürdigkeiten
Sicherheit
Gastfreundlichkeit

Der Autor

Cotton-Candy Seit 22 Nov 2008

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Vorgeschichte

Am Anfang der 12. Klasse plante meine Lehrerin mit unserem Religionsleistungskurs eine Exkursion in das "Carmel de la paix" in Mazille / Burgund / Frankreich zu machen. Meine Lehrerin kennt dort eine Nonne, die mit ihr Lehramt studiert hat und sich danach für ein Leben im Kloster entschieden hat.
Wir entschieden uns für den Termin am Ende des Schuljahres, vom 23.Juli 2010 bis zum 27. Juli 2010.

Lage und Beschreibung des Carmel de la paix

Das Carmel de la paix (dt. Karmel des Friedens) ist ein Schweigekloster. Dort leben etwa 25 Schwestern des Ordens zusammen und verbringen dort ihre Tage schweigend, betend und arbeitend. Es wird Besuchern ermöglicht an dem Tagesablauf der Schwestern teilzunehmen und so einen Einblick in ein völlig anderes Leben zu bekommen.
Das Karmel liegt in Frankreich, genauer gesagt in Burgund. Es liegt ein wenig abseits von dem kleinen Dorf Mazille.
Die nächsten kleineren Städte sind Taizé und Cluny. Beide Städte liegen etwa 20 km von Mazille entfernt. Die nächste Großstadt ist Lyon und liegt etwa 70 km entfernt.
Das Karmel selbst liegt auf einem Hügel und ist nur von Weiden und Wald umgeben.

Anreise

Mein Kurs ist mit dem Bus nach Mazille gefahren. Am Freitag den 23. Juli sind wir um 8 Uhr mit dem Bus losgefahren und kamen mit inkl. 3 Pausen nach ca. 7 Stunden Fahrt an. Wir sind übrigens vom Bodensee. ^^
Es besteht natürlich auch die Möglichkeit mit dem eigenen Pkw anzureisen oder die Bahn zu nutzen. Allerdings kommt man mit der Bahn nicht bis nach Mazille, da müsste man nach Lyon fahren und die restlichen km mit Auto oder Bus zurücklegen.
Auch mit dem Flugzeug kommt man leider nur bis nach Lyon.

Unterbringung

Das Karmel ist noch von einigen Gästehäusern umgeben, die aus Holz und Stein bestehen. Die Zimmer sind sehr spartanisch eingerichtet, mit Betten, einem kleinen Nachttisch und einem Stuhl. Die Einrichtung variiert je nach Zimmergröße. Diese reicht von einem Doppelzimmer bis hin zu Sechserzimmern. In manchen Zimmern findet man noch einen Tisch vor, oder auch ein Waschbecken. In jedem Haus gibt es mehrere Toiletten und Duschen.
Die Zimmer selbst waren im großen und ganzen sauber, genau wie die Badezimmer.

Service

Handtücher und Bettwäsche muss man nicht selbst mitbringen, dies wird einem vom Kloster zur Verfügung gestellt. Auch Seife ist vorhanden.
Es ist allerdings üblich, dass die Gäste bei der Abreise ihre Zimmer und die Bäder selbst reinigen. Die Betten werden wieder von den Schwestern hergerichtet.

Essen

Selbst kochen muss man nicht, das Essen wird von den Schwestern zu bestimmten Zeiten serviert. Es gibt 3 Mahlzeiten am Tag und 1x den Nachmittagstee.
Frühstück gibt es um 8.30 Uhr. Morgens gibt es ein typisch französisches Frühstück, mit Milchkaffee oder Tee, Weißbrot mit Butter und Zwetschgenkonfitüre. Zum Frühstück gab es immer dasselbe. Mittagessen steht um 12 Uhr bereit, Abendessen um 19 Uhr. Mittags und abends gibt es immer ein 4 Gängemenü. Als Vorspeise gab es entweder Salat oder eine Suppe, dann das Hauptgericht. Danach gab es Brot und Käse, und als Dessert meistens einheimische Früchte. Mittags wurde immer ein Gericht mit Fleisch serviert, abends ein vegetarisches Hauptgericht. Brot wurde immer dazugereicht. Als Getränke gibt es einfaches Leitungswasser und den eigens gekelterten Wein des Klosters.
Das Essen war immer sehr lecker, abwechslungsreich und reichhaltig. Vom Frühstück war ich nicht so begeistert, da es leider nur eine Sorte Konfitüre gab und ich Zwetschgen nicht besonders mag. Aber ein Butterbrot hat es für mich auch getan. Das Fleisch ist immer Rindfleisch oder Lammfleisch, da diese Tiere um das Kloster herum heimisch sind. Nahezu alles was im Karmel auf den Tisch kommt, wird vom Kloster selbst produziert. Der Salat und die Früchte und das Gemüse kommen aus dem eigenen Klostergarten und auch das Fleisch kommt von den Tieren im Besitz des Klosters. Milch, Käse und Butter sind ebenfalls aus der Eigenproduktion, was ich sehr beeindruckend finde. Das Kloster lebt praktisch aus seiner Selbstversorgung. Man isst mit allen Gästen zusammen in einem großen Esszimmer. Alle helfen beim Abräumen und reinigen des Geschirrs. Danach wird wieder für die nächste Mahlzeit eingedeckt.

Kosten

Die Unterbringung ist kostenlos, das Karmel lebt von Spenden. Im Esszimmer ist eine Schachtel in die man freiwillig Geld legen kann. Bei uns galt als Richtwert 10 Euro pro Nacht, also haben wir 40 Euro bezahlt.

Tagesablauf im Kloster

um 7.00 morgens ist die Morgenmesse. Sie dauert bis um 8.30 Uhr und beinhaltet eine halbe Stunde Gebet und eine Stunde reines Schweigen.
Um 8.30 gibt es Frühstück mit unbegrenzter Dauer. Es ist fertig, wenn für das nächste Essen eingedeckt wurde ^^
Um 11 ist die Mittagsmesse. Sie dauert eine Stunde bis 12 Uhr, Dann gibt es Mittagessen.
Um 13.45 Uhr ist Arbeitszeit bis etwa 16 Uhr, In dieser Zeit kann man den Schwestern bei ihren täglichen Arbeiten helfen z.B. Gartenarbeit oder auch im Kuhstall helfen. Mein Kurs hat einmal mitgearbeitet, die eine Gruppe musste Bohnen im Garten pflücken, die anderen Disteln rupfen. Um 16.00 gibt es Tee. Um 17.30 ist Abendgebet bis zum Abendessen um 19.00 Uhr. Das Nachtgebet beginnt um 21 Uhr und dauert etwa bis 21.30

Die Schwestern

außer in der Messe bekommt man die Schwestern kaum zu Gesicht, es sei den man hilft ihnen beim Arbeiten. jede Schwester hat eine andere Aufgabe, die eine ist verantwortlich für die Kühe, die andere fürs Kochen usw. Zum Gebet erscheinen die Schwestern in ihrer braunweißen Tracht, bei Arbeiten tragen sie Jeans und T-Shirt.

Die übrigen Gäste

Wir waren die jüngsten Gäste. Die anderen Leute waren hauptsächlich sehr gläubige Franzosen oder deutsche ab 60 + , es waren aber auch Leute zwischen 30 und 40 dort. Wir haben uns mit allen gut verstanden und wurden für unser gutes Benehmen gelobt ^^

Wie ist das mit dem Schweigen?

Es ist nicht so, das man niemals sprechen darf. Auch die Schwestern reden natürlich manchmal. In den Gottesdiensten gibt es z.B. die Schweigestunden, bei denen gar nicht geredet wird. Während dem Essen ist Schweigen ebenfalls erwünscht und in der Nähe des Hauptgebäudes des Karmels sollte man ebenfalls höchstens Flüstern. Auch während der Arbeitszeit durften wir uns nicht unterhalten.
Unser Gästehaus lag etwa 700 m weg vom Karmel, darum mussten wir meistens nicht ganz so schweigsam sein.

Ist das nicht langweilig?

Im Grunde nicht ^^ Ich denke wie man am Tagesablauf sehen kann, hat man - wenn man ihn komplett mitmacht eher wenig Freizeit. Man muss nicht an jedem Gottesdienst mitmachen und man muss auch nicht bei der Arbeit helfen, die Teilnahme ist völlig freiwillig. Ich selbst war in den 4 Tagen 3x beim Mittagsgebet und 1x beim Abendgebet. Unsere freie Zeit haben wir meist mit Lesen oder auch mit Spaziergängen in der wirklich sehr schönen Landschaft verbracht. Es ist wirklich mal etwas anderes, einfach nur die Stille und die Natur zu genießen und einfach mal gar nichts zu machen.

Sehenswürdigkeiten

Dennoch bin ich froh, dass wir nicht die gesamten Tage nur im Kloster verbracht haben. Am Samstag sind wir nach Taizé gefahren und haben dort am Lichtergebet teilgenommen, was wirklich beeindruckend war. Montags sind wir nach Cluny gereist um dort an einer Führung durch die Abtei teilzunehmen. Ansonsten gibt es in Cluny auch sehr schöne Cafes und Einkaufsstraßen, nicht zu vergessen das schöne Ambiente des Stadt. Sonntag war unser programmfreier Tag und so hab ich mir mit einer Freundin Mazille auf eigene Faust angeschaut.

Cluny

An Sehenswürdigkeiten gibt es neben der Abtei und dem mittelalterlichen Stadtbild unter anderem das staatliche Pferdegestüt (Haras National), das Hôtel-Dieu und den Käse-Turm zu besichtigen. In der Umgebung von Cluny ( gibt es Schlösser, Höhlen, romanische Kirchen, Weinstraßen und Museen.

Taizé

Taizé hat etwa 180 Einwohner. Umso beeindruckender war es, dass sich mehrere tausend Menschen zum gemeinsamen Lichtergebet in der Versöhnungskirche versammelt hatten. Ansonsten kann man auch hier ein sehr schönes Panorama bewundern.

Mazille

In Mazille gibt es wirklich nicht viel außer einer schönen Landschaft. Hierher haben sich einige wenige Leute verirrt, aber die alten Häuser sind ganz nett anzuschauen. Für Leute die ruhige Spaziergänge mögen, ist Mazille der richtige Ort.

Fazit

Die Tage im Kloster waren wirklich interessant und das Leben dort ist außergewöhnlich. Das Essen war im wahrsten Sinne des Wortes himmlisch ^^ und die Umgebung ist sehr schön. Ich fand es gut, den Schulstress hinter mir lassen zu können und malwieder Zeit zum Lesen zu haben. Für mich persönlich wäre ein Leben im Kloster allerdings nix, ich brauche etwas mehr Action und Abwechslung im Leben. Aber ich denke eine Reise dorthin ist in jedem Fall empfehlenswert.
Ich fand es sehr beeindruckend wie zufrieden die Schwestern mit ihrem einfachen Leben sind und wie sie es geschafft haben, Freund Familie und Hobbies für ein Klosterleben einzutauschen.

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Kommentare

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  • tati1985 15.08.2011 20:57
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • jon30 10.09.2010 17:59
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Tweety-88 08.08.2010 11:41
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • sophisticated75 06.08.2010 15:46
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • silvernight-central 05.08.2010 10:43
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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