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Erfahrungsbericht

für Budapest
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4 Sterne "Eine tolle Stadt mit kleinen Abstrichen" Bericht mit Bildern
26 von 26 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro tolle Stadt, entspannende Bäder, freundliche und hilfsbereite Menschen, Konditoreien & Cafes

Kontra ständig aufpassen müssen im Dienstleistungsbereich, Autoverkehrsstress, eventuell Klima

Detailbewertung

Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Sehenswürdigkeiten
Sicherheit
Gastfreundlichkeit

Der Autor

FeliceChiara

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So viel vorweg: eine tolle und architektonisch schöne Stadt. Die Menschen sind sehr nett.
Hier haben wir eine ganze Woche verbracht. Und diese eine Woche war ganz schön knapp für diese Prachtstadt. In dieser Zeit haben wir vielleicht nur die Hälfte der Stadt-Highlights gesehen, wenn überhaupt. Na ja, teilweise lag es natürlich an unseren ausgiebigen Thermalgängen. Aber im kalten Oktober gibt es nicht schöneres.

Nun der Reihe nach.

ALGEMEINES
Angeblich leben in Budapest mehr als 2 Mio. Menschen. Mag sein, trotzdem entsteht kein Eindruck, dass die Stadt überbevölkert ist.
Budapest als Stadt entstand aus 2 Teilen, die auf beiden Ufern Donaus liegen: Buda westlich von Donau (hügelig) und Pest östlich von Donau (flaches Land). So viel kann festgehalten werden: Buda-Stadtteil ist eine Erholungsoase (abgesehen vom reinen Touristenbezirk), während die Brücken-Zufahrt zum Pest-Stadtteil Stress hoch drei ist. Sobald man die Donau-Ufer auf der Pestseite verlässt und die Hauptzufahrtsstrassen meidet, ist das Stadtzentrum auf der Pestseite auch sehr angenehm.

KLIMA
Budapester Wetterverhältnisse sind extremer als in Deutschland und die Jahreszeiten sind stärker ausgeprägt: Sommer ist oft sehr heiß und Winter ist meistens sehr kalt, Frühling und Herbst sind sosolala. Die Frage ist nur, wann welche Jahreszeit beginnt (meteorologisch gesehen, ist es ja jedes Jahr unterschiedlich). In unserem Fall war es aber so, dass wir Mitte Oktober an die Null-Grade hatten: das war mein Kälte-Schock fürs Leben. Bei etwas mehr Glück erwischt man goldenen Oktober. Mai wird als der beste Besichtigungsmonat für Budapest genannt.

ANREISE
Flug
Das ist die einfachste Variante. Bei Lufthansa bei einer rechtzeitigen Buchung (ca. 6 Monate vorher) geht es für EUR 100 pro Person hin und zurück. Am Flughafen Ferihegy angekommen, geht es zum Taxistand. Budapest (bzw. Taxiunternehmen) legt viel Wert darauf, dass sich Touristen nicht veräppelt fühlen. Aus diesem Grund gibt es am Ausgang ein Kiosk von ZONATAXI, wo man Adresse aufsagt und einen Coupon mit der Adresse und dem vorgegeben Preis bekommt. So weiß der Kunde und der Taxifahrer Bescheid. Der Beförderungspreis orientiert sich nach sogenannten Zonen. Die Entfernung vom Flughafen bis zum City-Zentrum fällt meistens in die Zone 2: das sind 5200 HUF (oder 24 EUR). Zahlungen in Euros (als Alternative zu Forint) werden gern angenommen. Alle Taxen sind Nichtraucher-Autos. Wer einen Raucher-Auto möchte, muss das am Kiosk anmelden und HUF 500 (EUR 2) dazu zahlen.

Zugfahrt als eine Anreise-Alternative
Eine Fahrt bei Nacht dauert von München bis Budapest 9 Stunden und am Tag 7 Stunden. Bei einer rechtzeitigen Buchung gibt es ziemlich günstige Tickets (EUR 39 pro Person in eine Richtung). Bei der Ankunft sollte man nach Möglichkeiten Taxinutzung vermeiden, weil hier keine geregelten Preise gibt (im Gegensatz zum Flughafen) und so eine Taxi-Fahrt ganz schön teuer werden kann.

Anreise mit Auto (aus meiner Sicht) NICHT zu empfehlen
Abgesehen von der Kriminalität und Autodiebstahl, stellt die Einreise nach Ungarn eine große Herausforderung dar. Auch ich (als überzeugte Autofahrerin) würde nie die ungarische Grenze mit einem Auto überqueren wollen: zu viel Willkür bei der Grenzkontrolle und es kann ewig dauern. Dies wurde vor kurzem auch von ADAC bestätigt.
In Budapest braucht man kein Auto: Öffentliche Verkehrsmittel sind Prima und die Stadt ist nicht so riesig. Ansonsten ist der Autoverkehr in Budapest (insbesondere im Bereich der Brücken) Stress pur.

Anreise mit Schiff
...ist auch möglich. Dazu kann ich leider keine Details liefern, da ich diese Möglichkeit nicht eruierte. Das ist vermutlich etwas für Reisende mit einem etwas lockeren Zeitbudget, da allein die Fahrt von Wien nach Budapest angeblich etwa 6 Stunden dauert. Zurück geht es gegen den Strom und dauert noch länger.

WÄHRUNG
Generell gilt: Zahlungen in Forint (HUF) anstatt von EUR sind im Endeffekt günstiger. EUR wird gern angenommen, aber es wird ein Kurs von 1 EUR=250HUF unterstellt (anstatt von 260HUF oder gar 270HUF).
Unser Versuch HUF in Deutschland zu beschaffen schlug fehl, da lt. unserer Bank die meisten Kreditinstitute oft gar keine oder sehr geringe Vorräte an HUF halten und so eine Transaktion relativ hohe Gebühren hat.
Ungarischer Forint gibt es dann direkt in Ungarn entweder am Geldautomaten (die Abbuchung wird meistens mit Bankgebühren belegt) oder in den zahlreichen Wechselstuben (wenn man ausreichende Euro-Geldbestände hat). Nach unserem subjektiven Empfinden gab es keinen großen Gebühren-Unterschied zwischen diesen beiden Methoden.

Lohnt sich eine BUDAPEST-CARD (mit Ermäßigungen für Museen + öffentliche Verkehrsmittel)?
Die Karte (etwa 33EUR für 3 Tage) ist für begeisterte Museenbesucher bestimmt sinnvoll. Die anderen Ermäßigungen für Thermalbäder oder andere Sehenswürdigkeiten sind mickrig, so dass man ganz schön rennen muss, damit sich das Ganze lohnt. Ansonsten sind öffentliche Verkehrmittel spottgünstig, insbesondere wenn Kombitickets gekauft werden (8 EUR für 10 Fahrten oder 12 EUR für ein Dreitagesticket). Unser Bestreben war die besonders günstige Familienkarte zu erwerben, was sich als gar nicht so einfach entpuppte, da diese nur bei den bestimmten Verkaufsstellen zu finden war und die gesuchte Verkaufsstelle lag so versteckt, dass wir ohne Hilfe der Einheimischer diese nie gefunden hätten. Aber die Suche hat sich auf jeden Fall gelohnt.

ÜBERNACHTUNG
Natürlich gibt es wie in jeder Landeshauptstadt eine große Auswahl an Hotels, die für ein Paar Nächte ganz nett sein können. Wer genug Geld hat, hat bestimmt kein Problem, dieses hier in verschiedensten Hotels los zu werden. Für alle die länger als 3 Nächte in einer Stadt verweilen möchten und aufs Budget achten müssen, sind Ferienwohnungen eine gute und preisgünstige Alternative. Davon gibt es in der Stadt eine Riesenmenge. Die besten Gegenden sind aus meiner Sicht der Bezirk V (insbesondere in der Nähe der Markthalle) oder, für alle die gut zu Fuß sind, die malerische Buda-Seite von Budapest (hier sind Wohnung oft noch ein Stück günstiger).
Wir hatten eine Prima Ferienwohnung im V. Bezirk: außen Altbau, ganz prächtig, innen puristisch IKEA. Die Wohnung war ganz in der Nähe der Markthalle und des Gellert-Bades und kostete für 7 Tage 300 EUR inkl. Endreinigung.

MENSCHEN
Positiv
Solange es nicht um Dienstleistungssektor geht, sind Menschen absolut hilfsbereit. Sobald sie merken, dass jemand als Tourist unentschlossen da steht, versuchen sie einem mit Händen und Füssen zu helfen bzw. zu erklären. Wir hatten eine (für uns eine ziemliche Sackgassen-) Situation, in der ein ganz lieber Ungar uns unbedingt helfen wollte. Er selbst sprach aber weder Englisch noch Deutsch. Er ist ganz hektisch geworden und hat jemanden aufgetrieben, der Englisch konnte und uns somit wirklich half. Und einmal bemerkte eine ungarische Frau unsere Unentschlossenheit bei der Suche. Und sie konnte sogar etwas Deutsch.

Weniger positiv
Der Gegensatz zum oben genannten muss man als Kunde im Dienstleistungsbereich (egal ob Gaststätten, Bäcker oder Markthalle) ständig auf der Hut sein.
Liebend gern wird weniger Wechselgeld herausgegeben, meistens wird ein 1000HUF-Schein „vergessen“, und das sind immerhin fast 4 EUR.
Wenn unrunde Beträge entstehen (so wie zum Beispiel 787 HUF), wird rigoros auf 1000 HUF aufgerundet, so dass man gar kein Wechselgeld erwarten darf. Als das uns sogar bei einem renommierten Cafe passierte, hörten wir auf uns zu wundern und zu hoffen, dass wir eine vollständige Münzsammlung zusammenstellen können.
Ansonsten werden in den Gaststätten oft Sachen berechnet, die man nicht bestellte. Und in 50% der Fälle wird das Bedienungsentgelt auf die Rechnung gesetzt („Service“), dann braucht man kein Trinkgeld extra zu zahlen.

ENDRÜCKE und SEHENSWÜRDIGKEITEN
Budapest beeindruckt vor allem architektonisch.
Natürlich gehören die Kettenbrücke, Fischerbastei (Buda-Seite) und auch St-Stephans-Basilika (Pest-Seite) zum Pflichtprogramm. In der Kirche von St. Stephan ( = Istvan) kann man die mumifizierte rechte Hand vom ersten König Ungarns sehen (für eingeworfene EUR 2 wird dann die auf Minimum eingetrocknete Hand im Glaskasten beleuchtet). Die Ungarn müssen es ja noch weiter treiben: jedes Jahr wird die Hand am St-Stephans-Tag (20 August) auf dem Vorkirchenplatz spazieren gefahren.
Fischerbastei ist sehr sehr touristisch..ist ja auch die erste Anlaufstelle für alle Kurzstadtbesucher. Aufpassen: Diebe!
Die Aussicht von der Fischerbastei oder auch von der Burg auf die Pest-Seite ist wunderschön. Der Eintritt in die Matthias-Kirche (wo auch die Sissi’s-Krönung stattfand) ist mittlerweile nicht mehr kostenlos. Das Innere hat mich persönlich nicht umgehaut, alles war irgendwie düster (vielleicht lag es am Wetter). Vermutlich lohnt es sich nur dann reinzugehen, wenn es sonnig ist, dann kommen alle Fenstermosaiken zur Geltung. Männer müssen jegliche Kopfbedeckung unbedingt abnehmen, sonst wird man von den Aufpassern sehr harsch „angemacht“.

Die Kettenbrücke bei Nacht zu sehen, solltet Ihr Euch nicht entgehen lassen.

Der Weg von der Burg zu Gellertberg (grandiose Aussicht) eignet sich hervorragend, um die bei den zahlreichen Konditoreien gesammelten Kalorien wieder abzutrainieren.

Budapest hat außerdem Sightseeing-Busse, die am Land fahren und dann im Wasser landen (RiverRide).

Das Parlament-Gebäude (nicht allzu weit von der Kettenbrücke) ist die am meisten fotografierte Sehenswürdigkeit Budapests.
Es gibt eine für EU-Bürger kostenlose Möglichkeit, Ungarisches Parlament von innen zu sehen (ganz prachtvoll Ausstattung, Stephan’s Krone und ungarische Kronjuwelen). Führungen fanden um 10 bzw. 11 und 14 Uhr statt (ob das jetzt so ist, kann ich nicht garantieren) und Tickets werden an die EU-Bürger nur am gleichen Tag vergeben. Man muss anstehen (rechtzeitig da sein, Kassen öffnen um 8) und Ausweise bereithaben. Uns hat es letztendlich nichts ausgemacht: wir haben gegen 9 Uhr Karten geholt und in der Nähe frühstücken gegangen (in einem Cafe, in dem es sogar eine Wasserschildkröte gab).

Monumental ist außerdem der Heldenplatz (Hösök ter).
Das Stadtwäldchen ist sehr gut für entspannte Spaziergänge.

Beim schönen Wetter ist eine Fahrradfahrt auf Margeriteninsel traumhaft
Und, und, und....

FÜR KINDER
Für Kinder gibt es keine speziellen Museen, aber es gibt einen ganz prachtvollen Zoo (Allatkert), der mit EU-Mitteln ganz groß und modern geworden.
Etwas außerhalb Budapests (im Budaer Bergland) gibt es eine Kindereisenbahn, was so viel bedeutet, dass alle Mitarbeiter der Eisenbahn (bis auf den Lokführer) Kinder sind. Sie sind in Pionier-Uniform gekleidet und erledigen Schaffner-Tätigkeiten. In der Nebensaison finden Fahrten nur am Wochenende statt.
Außerdem sind die Katakomben unter dem Burgpalast (Eingang in der Uri utca 9) eine willkommene Abwechslung für Kinder.
Und natürlich sind die Thermalbäder für (nicht allzu laute) Kinder toll.

BUDAPEST bei NACHT
Besonders eindrucksvoll bei Nacht sind die Kettenbrücke, der St.Istvan Dom und der Heldenplatz.

MUSEEN
An Nationalfeiertagen (15.März, 1.Mai, 23. Oktober) sind alle Museen in Budapest kostenlos.
Das haben wir am 23.Oktober ausgenutzt und waren in Acquinqum (römische Stätte) und (da unser Sohn zu dem Zeitpunkt eine fixe Idee hatte, Apotheker zu werden) im ganz süßen und kleinen Apothekenmuseum und auch im Medizinmuseum.
Alle Galerien (für Kunstliebhaber ist Budapest bestimmt ein Paradies) mussten wir wohl oder übel aus Zeitgründen und kindbedingter Interessenlage auslassen.

THERMALBÄDER
Badeanstalten in Budapest sind eine Wissenschaft für sich. Bevor Ihr Euch dahin traut, sollte ihr ein Paar Quellen zu Regeln und Sitten lesen (vor allem für Pärchen wichtig) und wie man sich in der Preislandschaft zurechtfinden, wie z.B. Auswahl zwischen eigener Kabine und einem Gemeinschaftsumkleideraum, etc. Die touristischeren Bäder sind auf die Ratlosigkeit der Gäste voll eingestellt, die von Einheimischen besuchten Bäder (meistens viel sauberer) schon wesentlich weniger. Da wird nicht mal Englisch gesprochen.

Die Internetseite http://www.heilbaderbudapest.com/tartalo​m.php ist für einen Gesamtüberblick sehr gut.

Von insgesamt 32 Bädern haben wir 3 getestet: Gellert, Szechenyi und Lukacz.

Gellert Bad: in der Nebensaison mit Kindern bzw. als Pärchen nur an sogenannten "Familientagen" sinnvoll (im Oktober sonntags)
weil:
1) eigentliche Thermalbäder (pro Geschlecht jeweils 2 mit 36 Grad/ 38 Grad) (unbekleidet) nach Geschlecht getrennt genutzt werden; an Familientagen werden alle 4 Becken bekleidet genutzt und Temperaturen entsprechend variiert: 31/33/36/38 Grad
2) Ansonsten bleibt nur noch das relativ kalte Schwimmbecken (das auf den meisten Gellert-Bad-Fotos zu sehen ist) zur gemeinsamen Nutzung
Im Sommer können selbstverständlich die wunderschönen Außenanlagen genutzt werden.
Allgemeiner Eindruck: Personal ist sehr hilfsbereit, aber: sehr touristisch, teilweise sehr schlechter hygienischer Zustand, Umkleideräume sehr kalt.

Szechenyi Bad
Die eigentlichen Thermalbäder haben wir nicht ausgetestet.
So gut wie alles findet (auch im Winter) draußen statt, da sehr warmes Wasser (33 Grad/ 38 Grad und 25 Grad für mutige und mit einer Kopfmütze).
Kinder (wenn nicht allzu laut) sind kein Problem. Im ganz warmen Becken (38 Grad) sollten Kinder nicht zu lange verweilen (Kreislaufprobleme!).
Architektonisch: ein Wahnsinn! Abends tolle Beleuchtung. Und die berühmten stundenlang andauernden Schachspiele im Wasser haben wir auch gesehen.
Nur: hygienisch, aus unserer Sicht, nicht ganz einwandfrei; sehr touristisch

Lukacz ***Unser Favorit!***
Bei Touristen nicht so gut bekannt. Um so mehr wird es von Einheimischen genutzt.
Eher funktional eingerichtet, insgesamt 3 Becken (21 Grad/ 25 Grad/ 33 Grad (mit Strudel). Keine architektonische Pracht wie Szechenyi, aber trotzdem sehr, sehr nett.
Suuuupersauber!
Die Wasserzusammensetzung ist so, dass es getrunken werden kann (was sich bei Kindern nicht vermeiden lässt).
Mützentragen ist Pflicht. Die Mützen können ausgeliehen werden, sehen etwas lächerlich aus, dienen aber in der kalten Zeit als Schutz gegen schlimme Erkältungen.
Das einzige Problem ist die Sprache, aber von der Kasse aus wird eine englischsprachige Hostess gerufen.

GASTRONOMIE
So viel vorweg: obwohl Lebensmittel relativ günstig sind, ist ein Gaststättenbesuch nicht wesentlich günstiger als in Deutschland.
Am meisten waren wir im V. Bezirk unterwegs, woher unsere gastronomischen Eindrücke (fast ausschließlich) stammen.

Frühstück
1) Ganz gut und nicht allzu teuer frühstücken kann man im Cafe Alibi im V. Bezirk (Egyentem ter 4). Dieses Cafe war unser FAVORIT!
2) Etwas vornehmer und traditioneller ist es im Central Kavehaz im V. Bezirk (Karolyi Mihaly utca 9), aber ein zweites Mal muss nicht sein, es sei denn man wird topftaschensüchtig. Topftaschen sind Blatterteiggebäck wie ein quadratischer Umschlag mit Quark als Inhalt und mit Puderzucker bestäubt. Die Topftaschen im Central Kavehaz sind exquisit im Geschmack.
3) Farger Cafe (Zoltan utca 18) ist moderner gestaltet. Die Speisenqualität ist ganz gut. Ein Extra-Plus für Kinder: es gibt Wasserschildkröten.

Mittag-/Abendessen
Überall konnten wir die typische ungarische Küche verkosten.
1) In der Markthalle gibt es ein Restaurant „Fakanal“ (Mo-Fr. 10-17 Uhr, Sa. 10-14 Uhr): Na ja, es wird zwar oft als Geheimtipp genannt, aber mittlerweile ist dieses Selbstbedienungsrestaurant (mit dem entsprechenden „Charme“) voll auf Touristen ausgerichtet, was wiederum für Menschen ohne ungarische oder zumindest englische Sprachkenntnisse sehr entspannend sein kann. Nichtsdestotrotz ist das Essen dort wirklich gut, obwohl nicht unbedingt sehr günstig.
2) Cafe Kör in der Sas utca 17: sehr freundliche Atmosphäre und Bedienung. Sehr gute Küche.
3) Nach unserem Zoo-Besuch landeten wir ganz erschöpft im Bagolyvar (Allatkerti körut 2). Die Küche ist wirklich gut. Wer einen dickeren Geldbeutel hat, geht in den direkt daneben liegenden Gundel, mit dem berühmten Gundel-Palatschinken

Und als süße Alternative nicht zu vergessen das Cafe Gerbeaud (dort waren wir 4 Mal in 7 Tagen): ganz ganz köstlich und ein Augenschmaus. Und die Törtchen zum mitnehmen kosten nur die Hälfte.

SONSTIGE SPEZIALITÄTEN und MITBRINGSEL
1) Kürtöskalács wird oft als „Baumkuchen“ übersetzt, ist aber keiner. Kürtöskalács ist aus Hefeteig und nicht aus Biskuitteig. Bei der Herstellung wird ein langer Hefeteig-Streifen auf einen metallenen oder hölzernen Kolben gewickelt und über dem Feuer gebacken. Die fertigen noch warmen Kürtöskalács werden im Zimtzucker oder Kakao gewälzt. In Deutschland habe ich einen Kürtöskalács-Verkaufsstand bei der Galeria Kaufhof auf AlexPlatz in Berlin gesehen und die Chance, meine Budapester Erinnerungen aufzufrischen, sofort genutzt.
2) Salami-Wurst
3) Ungarische Spirituosen

Vorschlag für 2 TAGE (bzw. 3 Tage) in BUDAPEST
Natürlich ist jede (Haupt-)stadt einzigartig und obwohl wir hier eine Woche verbrachten, haben wir nur ein Bruchteil davon (und kaum von der Umgebung) gesehen. Wer aber nur ein Paar Tage für Budapest einplanen kann, kann ich den folgenden 2-Tage-Plan vorschlagen.
Tag 1 – City-Tour
Am frühen Morgen Besichtigungskarten für Ungarisches Parlamentsgebäude sichern. Kassen öffnen um 8 Uhr und um diese Zeit bereits fängt sich eine Warteschlange herauszubilden. Die Besichtigungstouren finden um 10 oder 11 Uhr statt, genaueres bitte vor Ort erfragen, PERSONALAUSWEIS ist für den Einlass auf das Parlamentsgelände und für die EU-Bürger kostenlosen Tickets notwendig!!). Nach den Strapazzen in einem der naheliegenden Cafes sehr gut frühstücken gehen.
Nach der Besichtigung des Parlamentsgebäudes völlig überwältigt begeben Sie sich auf die gegenüberliegende Stadtseite (Buda-Seite) über die Kettenbrücke.
Am Bergfuß gibt es einen Aufzug.
Hier oben befinden sich die Fischerbastei und die Matthiaskirche (in der in 1867 die Krönung von Franz Joseph und Sissi zum König und Königin stattfand). Der Zutritt zur Matthiaskirche ist nicht mehr kostenlos und beim schlechten Wetter sieht die Kirche von innen sehr düster aus. Beim sonnigen Wetter kommt das Mosaikenspiel zum Vorschein.
Vor dem Eingang zur Matthiaskirche können Ess-Kastanien genascht werden und danach geht es zum Ruszwurm-Cafe: angeblich das Lieblingscafe von Sissi. Oder im Cafe Miro etwas mehr Zeit für die Mittagspause einplanen.
Weiter zum Burgpalast (mit Ungarischer Nationalgalerie).
Von dort aus ein etwa 30-Min.-Power-Spaziergang zum Gellertberg: Aussicht genießen, die zu jeder Tageszeit, aber vor allem abends phänomenal ist.
Danach über die Szabadsag-/Freiheitsbrücke zur Markthalle, um Geschenke einzukaufen. Die Markthalle ist allerdings Montags nur bis 17 Uhr geöffnet ist, Di.-Fr. bis 18 Uhr und Samstags nur bis 14 Uhr.
Danach Vaci utca: die berühmte Promenade
Als nächstes St Istvan/Stephan Dom besichtigen
Und später im Gerbaud-Cafe als Ausgleich für das enorme Kalorienverbrauch verschiedene Törtchen verkosten. Oder im Cafe Kör richtig essen gehen.
Und zum Schluß die Kettenbrücke bei Nacht betrachten.

Tag 2: Heldenplatz & Stadtwäldchen/Zoo
Am Vormittag je nach Interessenlage entweder den Zoo oder das Museum der Bildenden Künste besichtigen, oder im Stadtwäldchen spazieren gehen und Boote fahren.
Am Nachmittag einige Stunden im Szechenyi-Bad verbringen.
Auf dem Rückweg den Heldenplatz bei Nacht betrachten.

Falls noch ein dritter Tag zur Verfügung steht, ist ein Ausflug in die Budapester Umgebung zu empfehlen, z.B. im Budaer Bergland (Budai-hegyek) mit der Kindereisenbahnfahrt und Superausblick auf Budapest.

Und weitere Stunden kann man in den zahlreichen Bädern verbringen oder in Museen oder beim Shoppen.

ABREISE – Manche Ungarn sind ihren sozialistischen Wurzeln treu
Während unseres Aufenthaltes schimmerte die sozialistische Erziehung immer wieder wahrnehmbar durch. Da die (leider negativen) Ausprägungen nicht geballt rüber kamen, hat es uns nicht besonders gestört. Meistens war es eindeutig, dass die Marktwirtschaft und Kapitalismus nach Adam Smith doch als natürlichere Lebensform bereits verinnerlicht wurden. Der Sozialismus weht jedoch ganz spürbar, sobald man mit den traditionell staatlichen Institutionen wie beispielsweise Post oder beim Parlament in Berührung kommt. Dann muss man sich ganz ganz klein machen und sich „einordnen“. Die ganze Ladung an Negativem haben wir jedoch auf dem Flughafen bei unserer Abreise abgekriegt. Es ist nämlich so, dass wenn man auf dem Flughafen Ferihegy ein Problem hat (z.B. Flug storniert), dann hat man ein wirkliches Problem (auch wenn man mit Lufthansa fliegt).
Leider hatten wir etwas Pech bei der Rückreise und unser Flug wurde annulliert. In dieser Situation wurde uns am Lufthansa-Abfertigungsschalter nur allzu deutlich klar, dass wir uns in einem post-sozialistischen Staat befinden, wo ein Kunde nichts zu melden hat und sich bitte von einem Schalter zum anderen und dann wieder zurück scheuchen lässt. Nach fast 2 Stunden hin und her in 3 Schlangen, ergatterten wir dann doch beinahe die letzten Plätze für den nächsten Flug. Aber nur mit viel Nachdruck und Widerstand und gezeigtem Unwillen uns noch einmal in eine andere 1-Stunden lange Schlange anstellen zu wollen, ergatterten oder genauer gesagt erkämpften wir 3 Tickets von den gerade mal 10 übriggebliebenen für den nächsten Flug. Hätten wir noch länger gezögert und uns abwimmeln lassen, hätten wir insgesamt 6 Stunden (anstatt von 3) auf den übernächsten Flug warten müssen.
Es ist also eindeutig, dass man bei Problemen ein starkes Fell benötigt und die „Machtspielchen“ sozialistischen Art verstehen und beherrschen muss.

Also, dieser letzte Eindruck war nicht gerade erfreulich.

FAZIT
Das Beste an Budapest sind Menschen (solange man den Service-Sektor meidet). Und die Architektur! Und die Badethermen!! Und das Parlament! Und Konditoreien und Leckereien.
Es gibt viel zu sehen, zu unternehmen, zu erleben und zu shoppen.
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich die Stadt (vor allem aus Zeitgründen und Vielfalt anderer Reiseziele) in den nächsten 3 bis 4 Jahren noch mal besuchen werde. Aber ich bin froh, da gewesen zu sein. Mit einigen Abstrichen bin ich von der Stadt sehr sehr angetan.
Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Budapest in 5 Jahren (dank EU-Gelder) eine wirkliche Prachtstadt sein wird. Dann wird es womöglich Zeit für einen erneuten ausgedehnten Besuch, möglichst im Mai.


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Ungarisches Parlament
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von FeliceChiara
Ungarisches Parlament

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Kommentare

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  • helmut.agnesson 31.01.2012 19:17
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Pici16 10.10.2011 21:30
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Marnie61 17.05.2011 14:25
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Die-Xanadu 07.05.2011 16:01
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • tapio-maunzi 04.05.2011 20:13
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    BH und Gruß. Doris

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