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Erfahrungsbericht

für Brügge, Belgien
4 Sterne Brügge sehen... Bericht mit Bildern
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Empfehlenswert: Ja

Pro historischer Stadtkern, wunderschöne Gebäude, die Kanäle und Grachten

Kontra Touristenstadt, teuer, Beschilderung innerhalb der Stadt

Der Autor

Riesenkeks Seit 18 Aug 2008

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... und sterben
Sorry für den blöden Titel, aber seit ich den Trailer zu dem Film gesehen habe, geistert erstmal das durch meinen Kopf, wenn ich an Brügge denke.
So viel vorneweg: Wir leben noch!

Vor ein paar Wochen war ich für einen Tag in Brügge, um dort Fotos zu machen und mal ein wenig herauszukommen. Zwar musste ich dafür eine elendig lange Autofahrt zusammen mit meinen Eltern in Kauf nehmen, aber dafür lockte die Aussicht, danach mit meinem Freund alleine durch die Stadt zu ziehen.

1. Anfahrt
2. Parken
3. Essen
4. Allgemeines zur Geschichte von Brügge
5. Tagesgestaltung und Sehenswürdigkeiten
6. Sauberkeit
7. Rückfahrt
8. Fazit

Anfahrt


Da wir in der Nähe der niederländischen Grenze wohnen, bot es sich natürlich an, über die Niederlande nach Belgien zu fahren. Mein Freund ist also zu uns gekommen und wir sind dann wieder in Richtung seines Wohnortes gefahren. – Ja, wir haben es echt drauf mit dem sinnvollen Fahren. ;-) Auf die Autobahn Richtung Antwerpen sind wir in der Nähe von Sittard gefahren. Meines Wissens war es der Ort Echt oder die nächste Einfahrt…
Danach ging eigentlich alles ganz gut: Immer den Schildern Antwerpen nach und im Ring Antwerpen dann den Schildern Brugge folgen. Kein Problem also, da alles wunderbar ausgeschildert ist. Übrigens würde ich den meisten Leuten empfehlen, über Antwerpen nach Brügge zu fahren. Alternativ über Gent, je nachdem, von wo man losfährt. (Macht mich bloß nicht dafür verantwortlich, wenn Ihr so länger braucht…).
Eigentlich ist wirklich alles wunderbar ausgeschildert und wenn man nicht zu der Sorte Mensch gehört, der ständig irgendwo abbiegen will, sondern zu der Sorte Mensch, der einfach schön weiter dem Straßenverlauf folgt, bis das nächste Schild da ist, das einen eventuell zum Abbiegen auffordert, ist die Anfahrt wirklich kein Problem. Wir haben für eine Autoreise zur Autobahn und quer durch Belgien etwa 3 Stunden gebraucht, was durchaus noch akzeptabel ist.
Welche Autobahn man nehmen soll, kann ich schwer sagen, da es immer darauf ankommt, aus welcher Richtung man ankommt…
Informationen finden sich jedoch hier:
http://www.brugge.be/internet/de/musea/p​raktische_inlichtingen.htm_
Mit dabei ist auch die Anfahrt mit dem Zug beschrieben.

Parken


Wenn man in Brügge ankommt, bekommt man eigentlich sofort Schilder zu sehen, die einem sagen, dass man in der Stadt parken kann. Wunderbar! Und wo? Ein richtiger Hinweis zu Parkhäusern oder Parkplätzen fehlte nämlich –zumindest von dort, von wo wir ankamen. Allerdings gibt es überall an den Straßen Parkstreifen oder zumindest die Erlaubnis, auf den teilweise doch recht schmalen Straßen zu parken. Größtenteils musste dafür Geld bezahlt werden und die Parkdauer betrug nur wenige Stunden. In der Nähe der Hochschule mussten wir allerdings nichts bezahlen, die Parkdauer blieb jedoch.
Wie teuer das Parken ist, kann ich also leider nicht genau sagen, aber ich denke, in der Innenstadt wird es relativ teuer sein.
Übrigens gibt es tatsächlich so was wie Parkplätze und Parkhäuser, wie wir bei unserem Aufenthalt in der Stadt feststellen konnten. Ausgeschildert sind sie aber wirklich nicht toll.

Essen


Da wir nicht ganz genau im Zentrum geparkt haben, ging es erstmal wieder die Straße runter, um etwas Essbares zu suchen. Immerhin war es schon nach 13 Uhr und die anderen verspürten Hunger. Wir haben dann den größten Touristenfehler gemacht, den es gibt: Wir haben uns in das erstbeste Café/Restaurant am Marktplatz gesetzt. Aber da ich nicht selber bezahlen musste und auch keine Lust hatte, noch ewig lange mit meinen Eltern durch die Gegend zu tingeln und nach etwas Essbarem zu suchen, das ein wenig preiswerter war, fand ich es jetzt nicht besonders schlimm.
Okay, der Preis von 16 Euro (!!!!!) für ein Omelett mit Pilzen war echt der Hammer, und ein paar Meter weiter hätte man zumindest „nur“ die Hälfte davon bezahlt, aber wenn meine Eltern wirklich direkt in das erstbeste Restaurant spazieren…Allerdings war die Bedienung recht freundlich und zuvorkommend und wir mussten auch nicht allzu lange auf das Essen warten.
Natürlich kann man sich in Brügge auch preiswerter ernähren. So gibt es sogar am Markt die Möglichkeit, für unter 8€ pro Person zu speisen und einen Fast-Food-Schuppen gibt es dort auch. Je weiter man nach draußen kommt, desto preiswerter werden auch Bäcker, Cafés und Restaurants. Ausnahmen bestätigen hierbei natürlich die Regel.

Allgemeines zur Geschichte von Brügge


Brügge ist die Hauptstadt der belgischen Provinz Westflandern und hat etwa 117000 Einwohner und eine Bevölkerungsdichte von 846 Einwohnern je Quadratkilometer.
Die Stadt verfügt über einen mittelalterlichen Stadtkern, der die Stadt bei Touristen so beliebt macht. Des Weiteren sind natürlich die Kanäle ein gefundenes Fressen für Fotografen.
Brügge ist seit 2000 Weltkulturerbe und war 2002 die Kulturhauptstadt Europas.
Das Stadtrecht erhielt die Stadt, die sich mit „Brücke“ übersetzen lässt (wer hätte das gedacht?!) im Jahre 1128. Sechs Jahre später hatte Brügge unglaubliches Glück, da die Stadt Dank einer Sturmflut auf einmal durch einen Kanal mit dem Meer verbunden war, und zur Handelsstadt aufsteigen konnte.
Gegen Ende des Mittelalters war Brügge wohl die reichste Stadt Nordeuropas.
Leider versandete jedoch der Meereszugang und Brügge verarmte, da die Stadt für Händler und reiche Herrscher nicht mehr interessant war. In dieser Zeit wechselte die Herrschaft über die Stadt ständig, was den endgültigen wirtschaftlichen Stillstand herbeiführte, der allerdings dafür sorgte, dass die Gebäude unverändert blieben und somit heute für Touristen die Stadt sehr attraktiv ist.
Im 19.Jahrhundert erkannte man allerdings erstmals den kulturellen Wert Brügges und die Stadt lebte ein wenig auf. Als dann erneut ein Zugang zum Meer über Zeebrügge geschaffen wurde, erholte sich die Stadt langsam.
(Quellen: wikipedia und ein Reiseführer aus der Kollektion „Beautiful Belgium“)

Tagesgestaltung und Sehenswürdigkeiten


So… endlich mit dem Essen fertig konnten mein Freund und ich uns von meinen Eltern abseilen und die Stadt auf eigene Faust erkunden. Eines vorneweg: Wir waren an dem Tag keine „typischen“ Touristen und somit habe ich nicht von jedem touristisch beliebten Bauwerk ein Foto gemacht etcpp.

Da wir eh gerade am Markt waren, bot es sich natürlich an, ihn erstmal genauer in Augenschein zu nehmen.
Er bildet das Herz der Altstadt und wurde früher als „Forum“ bezeichnet. Um den Markt herum befindet sich eine Vielzahl an verschiedenen Gebäuden, die im Laufe von sechs Jahrhunderten errichtet worden sind. Somit hat der Markt einen ganz eigenen Charme, der unvergesslich ist. Von Gotik bis hin zu profanen Bauwerken des 15. bis 19.Jahrhunderts ist hier alles vorhanden.

Ebenfalls am Markt befindet sich der so genannte Belfried mit den Tuchhallen. Bei einem Belfried handelt es sich um einen hohen, schmalen Glockenturm, der vor allem in flämischen Städten anzufinden ist. Der Belfried wird auch als Gemeindeturm bezeichnet. Er wurde im 14. Jahrhundert (laut wikipedia ein Jahrhundert früher) gebaut und von da an ständig erweitert – ebenso wie die Tuchhallen. Der Turm ist um die 80 Meter hoch, so das er wirklich ein wenig imposant wirkt. Um nach oben zu gelangen, muss man 366 Stufen steigen. Angeblich lohnt sich der Ausblick von dort wirklich, aber ich war leider nicht oben.
Übrigens ist der obere Teil des Turms zusammen mit dem Stadtarchiv mindestens drei Mal abgebrannt. Das muss man mal schaffen. (Das Stadtarchiv war wohl nur ein Mal betroffen.)
TIPP: Übrigens befinden sich im Innenhof öffentliche Toiletten, die alle paar Minuten geputzt werden und nur ein paar Cent an Gebühren kosten.

Der Markt und seine Bauwerke sind wirklich ganz nett anzusehen, aber es handelt sich leider auch um den touristischen Supergau, da hier wirklich alles voll mit Menschen, die Fotos machen und doof rumstehen ist.
Was mir am Markt jedoch sehr gut gefällt, sind die kleinen Pferderkutschen, wie man sie beispielsweise auch aus Wien kennt. Ich habe keinen blassen Schimmer, wie die hier heißen, aber ich gucke den Pferden einfach gerne bei der Arbeit zu und finde die Idee, mit der man Pferdemist auf den Straßen verhindert (es wird über eine Art Rutschbahn in an der Kutsche befestigte Eimer geleitet) ganz nett. Wie teuer so eine Kutschfahrt ist, weiß ich leider nicht. Ich denke aber, dass die Leute ganz gut davon leben können, da selten mehr als zwei Kutschen auf Kundschaft gewartet haben.

Neben dem Markt befindet sich auch das Rathaus, welches im 14.Jahrhundert gebaut worden ist und als „bescheiden“ gilt. Nun, ich habe wirklich schon pompösere Bauwerke gesehen, aber nichtsdestotrotz hat das Rathaus seinen ganz eigenen Charme und was es an Größe nicht hat, macht es an verspielten Elementen wieder wett. Laut meines Reiseführers handelt es sich um das älteste gotische Rathaus. Ich muss gestehen, das sich mir auch das Rathaus nicht weiter angesehen habe, sondern nur daran vorbeigehuscht bin. Ja.. ich weiß... ich habe einige tolle Hallen und so verpasst… aber ich war in erster Linie wegen der Kanäle da…

Wir sind also ein wenig weiter durch die Innenstadt gestromert und hier und da auf interessante, alte Gebäude gestoßen. Leider ist Brügge was seine Sehenswürdigkeiten betrifft, schlecht ausgeschildert, so dass zumindest wir immer nur per Zufall auf etwas Interessantes gestoßen sind. Einigen mag die Taktik „rumlaufen und gucken, was sich so findet“ seltsam vorkommen, aber ich finde es manchmal die beste Methode, um herauszufinden, was die Stadt so zu bieten hat. Ich meine, ich habe mich ja im Vorfeld darüber informiert, was es da so gibt und da es nichts gab, was ich unbedingt hätte sehen wollen, fand ich die Taktik ganz gut… Anders damals in Luxemburg, wo man uns vorher nicht gesagt hatte, wohin es geht und wo meine Schwester und ich nach der Rückkehr feststellen durften, was es da alles Tolles gibt…

So haben mein Freund und ich die Heilig Blut- Basilika (auch bekannt als Basilika des kostbaren Blutes) zum Beispiel nicht gesehen, obwohl der krasse Unterschied zwischen düsterem Unterbau und der neueren Fassade wohl recht ansehnlich ist. Hier wird übrigens als Reliquie Blut von Jesus von Nazareth aufbewahrt –wer hätte das angesichts des Namens schon vermutet?! Also.. wer zu der typischen Touristenart gehört, für den ist diese Basilika wohl etwas – meinen Eltern hat sie zumindest gefallen.

Auf unserer Suche nach abgelegenen, nicht ganz so bekannten Orten und genialen Fotomotiven sind wir sehr kurz an der St.-Salvatorkathedrale vorbeigekommen, die noch aus dem 9.Jahrhundert stammt, in meinen Augen jedoch nicht weiter erwähnenswert ist.

Auch an der Liebfrauenkirche sind wir vorbeigekommen und sie war mir tatsächlich ein Foto wert, da ein Torbogen recht nett aussah. Leider ist dieses Foto aber verschollen, beziehungsweise konnte nicht verarbeitet werden. Dem Reiseführer nach zu urteilen sieht sie auch von Innen ganz nett aus. Hier befindet sich übrigens eine von Michelangelo erschaffene Madonna, die ich mir schon ganz gerne angesehen hätte… leider war es mir entfallen, als wir an der Kirche vorbeigekommen sind.

Auch an verschiedenen anderen Höfen und Kirchen sind wir vorbeigekommen. Sie sahen zwar ganz nett aus, aber man muss ja auch nicht alles haarklein auseinanderpflücken. Wer auf Gebäude steht, dem empfehle ich zu den eben genannten Plätzen noch den Beginenhof und die Gegend um das Gruuthuse-Museum und das Groenige Museum, da sich hier eine Vielzahl von kleinen, braunen mittelalterlichen Häusern befindet, an die ich mich leider nicht erinnern kann und von denen ich die Befürchtung habe, dass ich sie nicht gesehen habe, was nur bedeuten kann, dass ich nochmals nach Brügge muss. ;-)

Brügge verfügt über eine Vielzahl an Museen. Angefangen von den typischen Museen mit Gemälden (Groeninge Museum), mit Möblen und kunsthandwerklichen Produkten (Gruuthuse-Museum) über verschiedene historische Museen mit dem Schwerpunkt Brügge bis hin zu einem Schokoladen – und einem Frittenmuseum. Die städtischen Museen werden typischerweise in die drei Kategorien Schöne Künste (vom 15. bis zum 21. Jahrhundert), Bruggemuseum und Hospitaalmuseum eingeteilt.
Und nein, ich war in keinem drin, da ich im Moment ein wenig auf mein Geld achte. Wenn ich jedoch noch mal in Brügge bin und ein wenig Geld zur Verfügung haben sollte, werde ich wohl ein paar der Museen aus der Kategorie Schöne Künste besuchen.
Das Frittenmuseum halte ich persönlich übrigens für relativ sinnlos, aber vielleicht ist es ja für Familien mit Kindern ganz interessant – ebenso das Schokoladenmuseum.

Sooo… wenn ich soooo viel nicht gesehen habe, was habe ich denn dann überhaupt gesehen?
- Ganz einfach: Das Brügge, das für mich an diesem Tage interessant war. In Brügge gibt es eine Vielzahl an Gassen und hinter jeder Kreuzung findet sich erneut ein schöner Fleck, der zum Ausruhen oder Entspannen oder Fotografieren einlädt. Je weiter man sich vom Zentrum entfernt, desto ruhiger und „normaler“ wird es und die Häuser wirken ein wenig moderner.
Es kommt mir allerdings so vor, als würden die meisten Häuser von außen als nicht allzu modern gebaut, damit sie in das Stadtbild passen. – Und das gelingt wirklich gut. Bei Brügge handelt es sich um eine Stadt, die einen typischen, flämischen Flair versprüht, was nicht zuletzt an der Art der Gebäude liegt.
Gut, wirklich außerhalb finden sich auch ein paar lieblos dahin geschmierte Häuserzeilen, die einfach zweckdienlich sind, aber so lange man zumindest in der Nähe des Zentrums ist, merkt man den Unterschied zu deutschen Städten wirklich.

Was ich ganz lustig finde ist, dass überall renoviert wird und darauf geachtet, dass man in das Stadtbild passt – und dann steht man auf einmal vor einem richtig modernen Garagentor oder sieht einen Spielzeugmarienkäfer in einem Garten zum Kanal hin.
Klar, man kann nicht verhindern, dass die Leute sich nur um das Stadtbild kümmern, sondern auch um ihre eigenen Angelegenheiten und an sich stört es auch nicht. – Es ist nur ein wenig… lustig.

Einen Blick sollte man vielleicht auf die Hochschule werfen, da sie doch ganz nett aussieht. Und nicht zu weit vom Stadtzentrum entfernt liegt.

Des Weiteren ist der Jan van Eyck – Platz zu empfehlen. Dieser Platz war das Zentrum des Handelsaustausches im Handelsviertel. Hier findet sich noch eine Vielzahl von mittelalterlichen Gebäuden, von denen eine Vielzahl Herrenhäuser mit großen Kellergewölben sind. Auch ein Denkmal, das Jan Van Eyck zeigt, findet sich dort.

Auch die kleinen und großen Grünflächen Brügges sind nicht zu verachten. Allerdings sollte man eine genaue Vorstellung davon haben, wie man hinkommt, denn wir sind ein paar Mal am Koniginnenpark vorbei gelaufen, da er einfach… klein ist. Dafür ist er ganz nett gemacht und ein schöner Ort zum Ausruhen aber ein wenig ungepflegt und die Bierdosen in der Mitte werden anscheinend selten weggeräumt.
An einem großen Kanal finden sich diverse Windmühlen, für die Brügge ebenfalls bekannt ist und die eigentlich sehr gut zu finden sind.

Was es in Brügge haufenweise gibt, sind Chocolaterien und ähnliche Geschäfte. Brügge ist die Hauptstadt der Schokolade und hatte nach der letzten Zählung 49 Pralinengeschäfte. Nun, wir sind an vielen dieser Geschäfte vorbeigekommen und ich rate daher zu Folgendem: Nicht direkt in das erste Geschäft reinlaufen, sondern unbedingt die Preise vergleichen! Wer in der Nähe des Marktes einkauft, zahlt für 100 Gramm Pralinen gerne mal 3 bis 5 Euro oder mehr (je nach Pralinenart). Außerhalb gibt es Pralinen für 1,50 bis 3 Euro je 100 Gramm, was eindeutig ein besseres Preis-Leistungsverhältnis darstellt. Teilweise bieten die Geschäfte natürlich teure Produkte in Schachteln und anderen Behältern, die an den Kaufort erinnern, an. Da bezahlt man dann für vier Pralinen in einer winzigen Metalldose gerne 10 Euro, wenn man Pech hat. Aber wer’s braucht… Eine Chocolaterie, die direkt neben einem Sexshop ihren laden hat, hatte die nette Idee, Brüste und weibliche Hinterteile aus Schokolade zu machen. Hier ist das Preis-Leistungsverhältnis zwar auch zu hoch, aber es geht noch so gerade und die Idee ist ganz nett.
Wir waren in einer kleinen Chocolaterie in der Nähe des Marktes, wo 100 Gramm etwa 2,20€ gekostet haben, haben allerdings dort nichts geholt, obwohl die Sachen sehr gut aussahen. Stattdessen haben wir weiter außerhalb einen Pralinékuchen geholt, der sehr gut aussah und sich auch gut anhörte… Leider war etwas wenig Creme für den Preis (6 Euro) dadrin, so dass sich auch hier das Verhältnis nicht gelohnt hat. Meine Mutter hingegen hat Pralinen für 1,50€ je 100 Gramm gekauft, was absolut okay ist (so viel kostet es hier auch).
Geschmacklich sind die Sachen allerdings wirklich der Hammer und Schokoladenliebhaber sollten hier auf ihre Kosten kommen.

Wer sein Geld gerne ausgibt, dem empfehle ich zusätzlich noch eine Fahrt in einem der Boote, die über die Grachten fahren. Für Erwachsene kostet die Fahrt in den Booten mit viel Tiefgang um die sechs Euro. Allerdings kann so eine Fahrt ganz nett sein und man lernt die Stadt normalerweise auch besser kennen.

In der Innenstadt gibt es natürlich auch diverse Einkaufsmöglichkeiten, was Kleidung und ähnliche Dinge angeht. Aber wer fährt extra weg, um woanders shoppen zu gehen?!
ÜBRIGENS: Wenn man in Brügge einkaufen oder essen geht, hat man eigentlich keine Probleme mit der Verständigung, da die meisten Leute, die mit den Toristen zu tun ahben, Englisch, Flämisch, Deutsch und Französisch sprechen.

Sauberkeit


Als Touristenstadt kann man es sich natürlich eigentlich nicht leisten vermüllt zu sein. Tatsächlich laufen hier ständig Leute rum, die Müll sammeln und die Stadt sauber halten. Leider gilt dies anscheinend aber zu einem großen Teil nur für die Plätze, die von Touristen nur so gefüllt sind, denn außerhalb habe ich –wie bereits erwähnt- einen Haufen Bierdosen gesehen. Des Weiteren gibt es ein paar zugemüllte Hinterhöfe.
An sich ist die Stadt jedoch wirklich überraschend sauber.

Rückfahrt


Aus der Stadt raus zu kommen war schon immer eine Schwierigkeit für unseren Fahrer… So auch hier… Wir haben die richtige Ausfahrt verpasst, er ist unruhig geworden und wir sind schließlich über Gent zurückgefahren. Ich muss allerdings sagen, dass die Beschilderung auch hier für Ortsunkundige nicht wirklich gelungen war. Die Hinfahrt war sehr viel leichter.
Nunja, der Umweg über Gent hat uns höchstens zwanzig Minuten mehr gekostet, was ich so nicht erwartet hätte.
Wieder hier angekommen, waren wir entsprechend müde, da wir über sechs Stunden im Auto gesessen und teilweise unseren Fahrer beruhigen mussten, da er etwas nervös wurde. Manchmal frag eich mich echt, ob er lange Autostrecken fahren sollte…
TIPP! Soll heißen: Wer nicht gerne lange unterwegs ist, der nimmt sich am besten ein Zimmer in Brügge. Neben den teuren Hotels gibt es auch ein paar preisgünstigere Hotels und Pensionen. Fündig wird man in jedem Fall.

Fazit


Brügge ist sicherlich einen Besuch wert und wer mehr als ein paar Stunden Zeit hat, kann auch verschiedene Museen besuchen. Nicht zu Unrecht ist diese Stadt UNSECO Weltkulturerbe.
Für Fotografen ist Brügge eigentlich schon fast ein Muss und auch für Kunst- und Kulturliebhaber bietet die Stadt einiges.
Der Tag war insgesamt gesehen relativ schön, wobei eine etwas bessere Planung und weniger Müdigkeit vielleicht doch ganz gut gewesen wäre. Ebenso ein Hinreisen ohne Eltern. ;-)

Bilder

für Brügge, Belgien
Brügge, Belgien
Eine wundervolle Seitenstraße
von Riesenkeks Riesenkeks
Brügge, Belgien

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Kommentare

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  • schlagergalaxie 02.07.2010 18:03
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    ich gehöre zu der sorte mensch, der an sich immer dem straßenverlauf folgt. meine mutter ist das genaue gegenteil, die meint ständig abbiegen zu müssen bzw. ist es ihr immer suspekt, einfach dem straßenverlauf zu folgen. egal wie die schilder sind. wenn ich sie dann mal im auto mit habe, wird's "lustig" :-( und sie wundert sich dann immer, dass ich mich zurechtfinde und sie nicht. ob ich so je nach brügge finden würde... ;-)

  • tapio-maunzi 13.03.2010 13:54
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    BH nachgeliefert. Gruß Doris

  • arielle76 02.02.2010 23:52
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Cybermike1202 30.12.2009 19:20
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Kleinnightwish 04.12.2009 11:44
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Komisch, ich war mir eigentlich sicher, dass ich den Bericht bewertet hatte...

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