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Erfahrungsbericht

für Bruce Peninsula, Ontario
5 Sterne Welcome to the Bruce Bericht mit Bildern
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Empfehlenswert: Ja

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Der Autor

Penthesilea Seit 7 Nov 2000

"There's a difference between knowing the path and walking the path..." (Morpheus, The Matrix... mehr

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Während ich hier sitze und meinen Freitag Abend damit verbringe, endlich die letzten Fotos meines Kanadajahres in mein Fotoalbum zu kleben, erwische ich mich immer wieder dabei, wie meine Gedanken abschweifen. Ich klebe nicht mehr nur Fotos oder Erinnerungsstücke in ein Album, nein, auf einmal bin ich wieder an den Orten, die auf den Bildern zu sehen sind, lache wieder mit den Leuten, die in Kanada nicht nur meine Email-Freunde waren und befinde mich wieder in unserem alten Minivan auf dem Weg zu Bruce Peninsula....


12 Monate vorher

Endlich ist es so weit. Das langersehnte verlängerte Wochenende ist gekommen, dass es mir erlaubt, die seit Wochen strahlende Sonne endlich einmal auszukosten und einen Kurztrip in das kleine Hafenstädtchen ganz im Norden der Bruce Peninsula, nach Tobermory zu machen. Die Bruce Peninsula, das ist die große Halbinsel in Ontario, die die östlich gelegene Georgian Bay vom westlichen Lake Huron trennt. Etwa drei bis dreieinhalb Stunden fährt man mit dem Auto von Waterloo/Kitchener bis nach Tobermory.
Tobermory, das klingt irgendwie indianisch, dachte ich immer. In Wirklichkeit bekam dieser Ort seinen Namen aber von einem an Heimweh leidenden, schottischen Seemann, der den Ort nach seinem Heimatort auf der Isle of Mull (Schottland) benannte. Heute ist Tobermory besonders bei Tauchern sehr beliebt und wird sogar "The diver's capital of Canada" genannt. Grund dafür sind die etwa 22 Schiffswracks, die ganz in der Nähe von Tobermory auf dem Grund der Georgian Bay liegen. Alleine im "Big Tub Habour", wie der Hafen von Tobermory genannt wird, kann man zwei gesunkene Schiffe aus dem 19. Jahrhundert bewundern. Und das nicht nur als erfahrener Taucher, sondern auch als "Nicht-Taucher" von einem der "glass bottom boats" aus, die mit Glasböden ausgestattet sind, so dass man - vorausgesetzt das Wasser ist nicht zu tief - den Seeboden betrachten kann. Und natürlich die Schiffswracks.

Mittelpunkt von Tobermory ist der "Big Tub Habour", der tiefste natürliche Hafen der großen Seen von Ontario. Hier, im "Big Tub Habour" tobt das Leben. Segelboote laufen ein, oder legen wieder ab, jede Stunde fährt eines der beiden "glass bottom boats" zu den Wracks oder zur nahegelegenen Flowerpot Island, die zum Fathom Five National Park gehört und so genannt wird, weil es auf ihr merkwürdig geformte, vom Wasser ausgewaschene Felsen gibt, die im entferntesten Sinne Ähnlichkeit mit einem Blumentopf haben, aber auf jeden Fall sehr beeindruckend aussehen. Am ehesten kann man sie vielleicht mit der "langen Anna" auf Helgoland vergleichen.
Zweimal am Tag legt auch die riesige Chi - Cheemaun - Fähre in Tobermory an, um Autos, Fahrräder, Motorräder und Passagiere von Tobermory zur Manitoulin Island zu befördern. Oder wieder zurück. Auch auf den Fischerbooten herrscht ein reger Betrieb.

Rund um den Hafen findet man neben vielen Touristen und Tauchern auch Kunstgalerien in denen einheimische Kunst ausgestellt ist, Pubs und Restaurants, Geschäfte für Segler und Taucher, Souvenirläden, einen Laden voller Süßigkeiten und einen Laden, in dem frisch gefangener Fisch verkauft wird.
Im Süden des Hafens findet man das einzige Hotel des Ortes, das "Princess Hotel", das zwar von außen betrachtet einen etwas heruntergekommenen Eindruck macht, aber dafür innen umso schöner ist. Und Essen kann man hier auch wunderbar. Besonders das Frühstück mit French Toast und Maple Syrup ist empfehlenswert.
Wer nicht im Hotel übernachten möchte, der findet mit Sicherheit ein Motel in der näheren Umgebung, das ihm zusagt, oder er übernachtet stilecht im Zelt mitten im Bruce Peninsula National Park und darf, wenn er Glück hat, morgens von wilden Tieren geweckt werden...

Wahrzeichen von Tobermory ist das "Lighthouse", der Leuchtturm, der die Einfahrt des "Big Tub Habour" kennzeichnet. Hier, am Leuchtturm begegnet man im Sommer immer mindestens 20 - 40 Tauchern, die die Felsen rund um den Leuchtturm als "Einstieg" in die Georgian Bay nutzen. Anfangs hatte ich mich noch gewundert, warum hier am Leuchtturm nur Taucher "baden gehen" und man bei der Hitze gar keine Schwimmer oder Sonnenanbeter trifft, die sich eine Abkühlung in der Georgian Bay gönnen. Trotz allem habe ich nicht weiter darüber nachgedacht und es hat mich auch nicht davon abgehalten, in meinen Bikini zu steigen und ins Wasser zu springen. Hätte ich's mal lieber nicht gemacht. Das Wasser hatte vielleicht 12 - 14°C und ich war schneller wieder draußen, als ich drinnen war. Ein Beweisfoto gibt's aber trotzdem und so bin ich wohl eine der wenigen Personen, die sagen kann, dass sie ohne Neoprenanzug in der Georgian Bay gebadet hat. Hinterher haben wir dann von einem Einheimischen erfahren, dass man normalerweise zum Baden zum Lake Huron fährt. Dieser ist nämlich nicht so tief wie die Georgian Bay und deshalb auch ein ganzes Stückchen wärmer... Aber hinterher ist man immer schlauer!

Baden kann man aber nicht nur im Lake Huron, sondern auch im Cameron Lake, einem kleineren See, ganz nah beim "Bruce Peninsula National Park". Im Vergleich zur Georgian Bay ist dieser See richtiggehend warm und eine willkommene Abkühlung bei heißem Sommerwetter. Wer nicht Baden will, kann sich hier auch Kanus ausleihen und wie die Indianer per Kanu die Halbwildnis erkunden.

Auch bei nicht so schönem, kälterem Wetter hat die Bruce Peninsula einiges zu bieten. Direkt in Tobermory beginnt der "Bruce Trail", ein 773 km langer Trail, der sich immer in der Nähe des Wassers über Felsen und Wurzeln durch den Bruce Peninsula National Park Richtung Süden schlängelt und schließlich in Queenston beim Niagara River endet. Innerhalb des Bruce Peninsula National Parks gibt es auch mehrere kleinere Trails, die ein Stück den Bruce Trail entlangführen um dann wieder in die Wälder zurück zum Ausgangsort führen. Einen Teil des Bruce Trails sollte man auf jeden Fall entlangwandern, man wird dabei immer wieder von einer atemberaubenden Aussicht auf die Georgian Bay belohnt. Und wenn man etwas Glück hat, dann trifft man dabei sogar auf einen Schwarzbären oder tritt fast auf eine Garter Snake, eine gelbschwarz gefärbte Schlange, so wie ich. Ich weiß nicht, wer mehr Angst hatte, die Schlange oder ich, die Schlange hat sich jedenfalls mit hoch erhobenem Haupt ins Dickicht verzogen und ich habe dafür einen kostenlosen Adrenalincocktail erhalten...

Macht man sich die Mühe und fährt auf die andere Seite der Bruce Peninsula, um einen Blick auf den Lake Huron zu werfen, so muss man eine ganze Weile suchen, um einen solchen Ort zu finden. Die meisten Grundstücke am Lake Huron gehören Privatleuten und sind mit Cottage und Privatstrand versehen. Hat man aber doch einen solchen Ort gefunden, dann wundert man sich erst mal, dass man tatsächlich an einem See stehen soll, erinnert einen doch alles viel eher an ein Meer oder einen Ozean. Nicht nur, dass man bis zum Horizont nichts als Wasser sieht, nein, auch Wellen gibt es hier, die in Ufernähe brechen und an den Strand rollen. Wenn man jetzt noch die Augen zumacht, dann hört man nur noch "Meeresrauschen" und vielleicht ein paar Möwen...


© Penthesilea


PS: Es muss nicht immer Kanadas Westen sein, Ontario ist auch schön!!!


Bilder

für Bruce Peninsula, Ontario
Der Leuchtturm von Tobermory
von Penthesilea Penthesilea

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Kommentare

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  • heidelbaerchen 15.10.2005 16:11
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Lebe derzeit auch in Waterloo und möchte nächstes Wochenende einen Ausflug zum Bruce Trail machen :-) Lieben Gruß, Nicole

  • mozarteum 03.09.2005 13:26
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • flobayreuth 19.02.2005 23:15
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • modschegibbchen 19.02.2005 21:19
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • TurboFranky 30.06.2004 16:46
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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