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Pro Viel Natur und saubere Luft, freundliche Einwohner,
Kontra Für einen Stadtmenschen etwas zu viel Gegend
Detailbewertung
| Preis-/Leistungsverhältnis | |
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| Anbindung | |
| Sehenswürdigkeiten | |
| Sicherheit | |
| Gastfreundlichkeit |
Das letzte Drittel unserer Rundreise durch British Columbia war angebrochen. Das Frühstücksgeschirr war gespült und ordnungsgemäß verstaut. Dasselbe galt für den Wasserschlauch, die Axt und das Abschleppseil. Der Frischwassertank war randvoll, die Batterien frisch aufgeladen, der Abwassertank hatte seinen Inhalt gluckernd in die Unterwelt des Campingplatzes ergossen.
Noch einmal ein abschließender Check: Dusche und Toilette verschlossen, Kühlschranktür geschlossen und verriegelt, Herdklappe verriegelt, Mikrowelle verriegelt, Bettzeug verstaut: Es konnte losgehen! Der bullige Zehnzylinder-Fünfliter-Motor erwachte zum Leben. Vorsichtig rangierten wir aus dem Stellplatz des Campgrounds, rollten die Zufahrt hinunter und bogen auf den Yellowhead Highway Nr. 16 ein.~~~Die Reise Teil 1~~~
Im Anschluss an einen mehrtägigen Aufenthalt in Vancouver hatten wir die Absicht, das Ursprüngliche des kanadischen Westens zu erleben, ohne dabei die bekannten "Must Sees" auszulassen. Dazu hatten wir uns ein 20ft Motorhome gemietet, damit wir von festgelegten Unterkünften unabhängig waren.Unser Weg führte uns von Vancouver nach Osten auf dem Highway 3 über Princeton, Kelowna - wo wir das Okanagan Valley durchquerten - Grand Forks, Cranbrook und über den Crow's Nest Pass zunächst nach Lethbridge. Hier wandten wir uns nach Norden, bis wir über den Highway 2 Calgary erreichten.
Von jetzt an ging es wieder in Richtung Westen. Auf dem Trans Canada Highway Nr. 1 bewegten wir uns auf die Rocky Mountains zu. Unser erstes Ziel war der Glacier National Park. Dies war jedoch nur ein Abstecher, es ging wieder zurück nach Banff und zum Lake Louise. Nach zweitägigem Aufenthalt hatten wir unsere Überlegungen, wie der Rest der Reise ablaufen sollte, abgeschlossen. Wir wollten noch ein wenig nach Norden. Vom Lake Louise aus bot sich der Highway 93 an, der nordwestlich bis Jasper führte. Und hier waren wir gestern Abend gelandet.Exakte Planung der Fahrt war äußerst wichtig. Nicht nur wegen des relativ weitmaschigen Tankstellennetzes, auch Restaurants oder andere Verpflegungsstützpunkte waren nicht dicht gesät. Hinzu kam, dass die Betriebstüchtigkeit des Motorhomes erhalten werden musste. Frischwasser- und Abwassertank hatten eine begrenzte Kapazität, ebenso die Batterien, die für die Beleuchtung unter anderem herhalten mussten. Herd, Kühlschrank und Heizung (immerhin hatten wir im Juni im Bereich der Rocky Mountains nachts leichten Frost) wurden mit Propangas gespeist. Dies war unproblematisch, denn die beiden Flaschen an Bord sollten für drei Wochen reichen und dies war weit über unseren Rückgabetermin hinaus.
Um allen Eventualitäten vorzubeugen, hatten wir uns vorgenommen, immer abwechselnd einen kommerziellen Campingplatz und einen Campground in der freien Natur aufzusuchen. Kommerzielle Campingplätze waren zwar je nach Lage und Ausstattung relativ teuer, aber man konnte sein Abwasser loswerden, sich an die Frischwasserleitung und an eine Steckdose zur Stromversorgung anschließen.~~~Der Tag geht weiter~~~
Wir hatten die Nacht in Jasper verbracht. Unser heutiges Ziel sollte Prince George im Nordwesten oder dessen Umgebung sein. Da ich am Vormittag als Beifahrer eingeteilt war, konnte ich mich durch das Studium der Straßenkarte schlau machen, wo wir denn die nächste Nacht am besten verbringen könnten. Doch zunächst weit gefehlt. Am Highway wurde gebaut. Trotz vorsichtiger Fahrweise schaukelte unser Gefährt wie ein Boot im Wellengang. Ich legte die Unterlagen zur Seite und schaute nach draußen.Plötzlich ein Schild am Straßenrand: "Enough Fuel? Next Gas Station 178 km". Für diejenigen, die wider Erwarten des Englischen nicht ganz so mächtig sind: "Genug Sprit? Nächste Tankstelle 178 km".
Wir hatten in Jasper am Abend noch getankt und konnten daher beruhigt sein. Diese Strecke würden wir auf jeden Fall schaffen. Obwohl... Unsere fahrbare Wohnung war durstig. Bei unseren Spritpreisen wären uns die Tränen in die Augen gestiegen. Auch in USA und Kanada haben sich die Preise in den letzten Jahren fast verdreifacht. Und so riss ein Tankvorgang jedesmal ein richtiges Loch in die Reisekasse.Das Motorhome hatte zwei Tanks zu je 75 Liter. Wenn der eine leer war musste man einen Schalter umlegen, und die zweite Pumpe sprang an. Und dazu wurden wir meist schon gegen Mittag gezwungen. Ich habe später einen Durchschnittsverbrauch für die gesamte Tour von 28 l/100 km berechnet. Aber jetzt war ja noch Vormittag!!!
Endlich war die Baustelle vorüber und Rütteln und Schwanken hörte auf. Ich nahm die Unterlagen wieder zur Hand. Rechnete die Kilometer zwischen den einzelnen Abzweigungen zusammen. Bis Prince George: 277 km. Bei einem Durchschnitt von 60 km/h mussten wir mit 4 ½ Stunden rechnen. Jetzt war es zehn, wenn nichts Unvorhergesehenes eintrat, wären wir um 14.30 Uhr dort. Es konnte aber auch noch länger dauern, wenn uns weitere Baustellen, wie diejenige, die gerade hinter uns lag, aufhalten sollten.Wir passierten den Yellowhead Pass, verließen damit den Jasper National Park und kamen in den Mount Robson Provincial Park. Noch eine Rechtskurve und wir hatten die volle Sicht auf die schneebedeckten Flanken des Mount Robson, des höchsten Bergs der kanadischen Rockies mit 3 954 m. Leider lag - wie üblich - das obere Drittel in Wolken, obwohl es ein sonniger Tag war. Aber das hatten wir schon gehört, dass ähnlich wie beim Matterhorn der Berg nur wenige Tage im Jahr völlig frei zu sehen ist.
Links begleitete jetzt ein kleiner Fluss unsere Fahrt, der sich schließlich zu einem See erweiterte. Ich zog wieder die Karte zu Rate. Mit einiger Mühe entzifferte ich den Namen: "Moose Lake", also Elchsee. Etwa 15 km weit zog er sich parallel zur Straße hin. Nomen est Omen. Als wir noch ein paar Kilometer zurückgelegt hatten, bemerkten wir in dem lichten Baumbestand auf der linken Seite eine Bewegung. Im spitzen Winkel zu unserer Fahrtrichtung brach eine Elchkuh durch das Unterholz und trabte auf dem Grünstreifen am Straßenrand neben uns her. Wir hatten natürlich sofort gebremst und versucht, die Kamera schussbereit zu machen. Mit einem plötzlichen Schwenk nach links war sie aber schon wieder zwischen den Bäumen verschwunden, nachdem sie sich noch einmal kurz zu uns umgeschaut hatte. Später stellten wir beim Sichten der Bilder fest, dass wir nur noch ihr Hinterteil erwischt hatten.Und dann erfuhren wir auch, was sie so erschreckt hatte. Einer der riesigen, für Kanada typischen Holzlaster mit Anhänger kommt uns entgegen. Als er kurz vor uns ist, dröhnt sein Horn und der Fahrer hängt grinsend seinen linken Arm aus dem Fenster und stößt mit der Handfläche ein paar Mal nach unten. Wir entdecken nichts Besonderes, also Gas weg vor der nächsten Kurve. Und dann können wir sehen, wovor er uns warnte. Quer über die Straße verteilt ergehen sich ein gutes Dutzend Bergziegen (Mountain Goats) im Müßiggang. Vorsichtig und im Schritttempo schlängeln wir uns durch und fühlen uns wie im Allgäu beim Viehtrieb.
Als wir Prince George erreichten, war es doch schon fast 15 Uhr. Gerade hatten wir von Tank 1 auf Tank 2 umgeschaltet. Also ist die Tankstelle vorn rechts unsere. Es trifft sich gut, dass sich ein McDonalds in unmittelbarer Nähe befindet, denn es grummelte schon vernehmlich in den Eingeweiden. Aber allzu lange hielten wir uns nicht auf. Während wir zwei Big Macs einschieben, konsultieren wir die Karte, denn wir wollen so früh wie möglich den nächsten Standplatz erreichen.Da wir diesmal in freier Natur kampieren möchten, müssen wir noch ein Stück fahren, denn in unmittelbarer Nähe von Prince George gibt es keine Möglichkeit. Entweder 65 km nach Süden oder 50 km nach Norden. Wir entscheiden uns für den nördlich gelegenen Crooked River Provincial Park.
Nach knapp einer Stunde hatten wir unser Ziel erreicht. Eine ganze Reihe von Standplätzen war bereits belegt. Als wir jedoch ein Stück weiter den Parkweg entlang fahren, haben wir das Glück, einen freien Platz in der Nähe des Flussufers zu finden. Der Platz ist großzügig angelegt. Bis zum nächsten besetzten sind es fast 50 Meter. Die Standfläche ist gut befestigt, eine betonierte, mit einem eisernen Korb versehene Feuerstelle (fire pit) in unmittelbarer Nähe. Wir richten unsere Behausung her, besprechen das Abendessen.Plötzlich klopft es an die Wand. Ich schaue nach draußen, wo ein Mann steht um uns Hello zu sagen. Er stellt sich als unser kanadischer Nachbar vor und will natürlich von uns erfahren, woher wir kommen. Vielleicht zehn Minuten lang tauschen wir uns lebhaft aus. Schließlich weist er uns noch darauf hin, dass wir das Holz für unser Lagerfeuer nicht vom ersten Stapel holen sollten. Es sei noch zu feucht. Zum Schluss will er noch wissen, ob wir auch angeln wollten. Als wir beide verneinen, geht er kopfschüttelnd davon. Ein Kanadier kann halt nicht verstehen, dass es unter den Menschen auch Nichtangler gibt.
Wir schleppen erst einmal Holz für unser Lagerfeuer heran, das wir zum Abendessen entfachen wollen. Auch dies ein absolutes Muss auf solchen Plätzen. Das notwendige Holz dafür wird von den Forstverwaltungen bereitgestellt. Jetzt nimmt auch unsere Bordaxt ihre Tätigkeit auf, denn die groben Klötze sind kaum geeignet, innerhalb kurzer Zeit entflammt zu werden. Während wir beide schuften, blubbert eine Harley-Davidson heran. Der Parkwächter (Warden) in Uniform kassiert den Obolus für die Nacht, denn umsonst wird der Platz nicht gepflegt und das Holz bereitgestellt.Beinahe hätte ich noch etwas vergessen. Rund um unseren Standplatz herrschte ständig Bewegung. Aber nur, wenn es relativ ruhig war und man sich selbst nicht heftig bewegte. Dutzende von Erdhörnchen tauchten aus ihren Bauten auf, äugten neugierig zu uns herüber und kamen auch näher heran. Leider konnten wir sie nicht füttern, denn Brot wollten wir ihnen nicht geben und ungesalzene Nüsse hatten wir keine mit.
Diesmal wurde es spät, auch weil die Temperaturen - schon wegen des Feuers - erträglich waren.~~~Die Reise Teil 2~~~
Wie üblich starteten wir am nächsten Tag gegen halb zehn.Am nächsten Morgen ging es zurück zum Highway 97 bei Quesnel und auf ihm Richtung Süden. Über Williams Lake folgten wir dem alten Goldgräbertrail, bis wir ihn bei Clinton verließen und über Nebenstraßen in Pavilion auf den Highway 99 stießen. Auf ihm legten wir den Rest des Weges Richtung Süden vorbei am Mount Whistler zurück.
Die Rückgabe des Motorhomes am letzten Tag in Vancouver ging problemlos vonstatten. Nachdem der Vermieter festgestellt hatte, dass wir keine inneren oder äußeren Schäden an seinem Besitztum verursacht hatten, spendierte er uns noch einen Shuttle, um uns samt Gepäck am Flughafen abzuliefern.Drei wunderschöne Wochen westliches Kanada waren vorüber.
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Stephanos2 26.05.2010 20:53
Zilina 16.01.2010 21:44
Jetzt habe ich endlich wieder die bh`s exzellent lg Zilina
fantagirlie 08.10.2009 13:26
hochsauerlaender 29.09.2009 15:26
l.x.klar 25.09.2009 16:33
greetz from wallcity beartown
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Buch, gebundene Ausgabe, 76 S., Karte, Erschienen: 2008 - 1st edition. |
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Chateau Victoria, Victoria (British Columbia) 3.5 Sterne |
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