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Bretagne - Klein Britannien
Pro nette Leute, tolle Landschaft, erstklassiges Essen
Kontra keine
Ich fahre jetzt seit zehn Jahren regelmäßig nach Frankreich in den Urlaub, aber in den letzten 5 Jahren kristallisierte sich ein Fleckchen, das einen besonderen Eindruck auf mich hinterlassen hat (und immer noch hinterläßt, wenn ich dort bin) : Die Bretagne.
Apropos Strand, in der gesamten Bretagne findet man idyllische kleine Badebuchten, in denen man fast alleine ist. Am besten findet man diese Buchten an der Nordküste der Bretagne, an der sogenannten "Côte de granit rosé" oder in den westlichen Buchten (südlich von Brest).
Aber auch wenn das Wetter zum Baden mal nicht geeignet ist, hat man in der Bretagne immer genug zu tun : Schon allein aufgrund der eigenständigen, unabhängigen Geschichte der Bretagne gibt es unzählige historiche Orte, deren Besuch und Besichtigung sich wirklich lohnt.Der Mont-St.-Michel ander Nord-Ost-Küste der Bretagne ist eine eigenständige Klosterinsel mitten im Meer. Die Besichtigung lohnt sich immer, allerdings ist sie nur in den Sommermonaten (1.4.-31.10.) geöffnet. Ich kann allerdings die Empfehlung geben, für die Besichtigung mindestens zwei Tage einzuplanen, ein Tag ist definitiv zu wenig, wenn man sich alles in Ruhe anschauen will.
Ein weiteres "Muss" sind die vielen kleinen "umfriedeten Pfarrbezirke", das sind Dorf-/ bzw. Stadtkirchen mit einem umfriedeten (eingegrenzten) Bereich darum. Auf diesen Bereichen befindet sich, neben den Friedhöfen (auch über den lohnt sich der Gang, die Grabsteine sind teilweise wirklich phantastisch) der sogenannte "Calvaire", der Kalvarienberg. Dieser besteht in fast allen Fällen aus Stein (ich habe aber auch von welchen aus Holz gelesen, aber noch keinen gesehen) und hat den Lebensweg Jesus eingemeißelt. Da diese Kalvarienberge meist von reichen Familien aus Dank "gesponsort" worden, sind die Verzierungen und Meißelarbeiten bis ins kleinste Detail ausgearbeitet und wirklich ein "Hingucker".Neben den historischen Gegebenheiten sollte man allerdings die Landschaft auf keinen Fall unerwähnt lassen. Es gibt in der ganzen Bretagne keinen Platz, der so schön ist wie der "Point du Raz" bei Windstärke 12. Der Point du Raz ist der westlichste Landzipfel Frankreichs auf der südlichen Bretagnehalbinsel. Es ist einfach toll sich dort ca 25-30 m über Meeresoberfläche die Gischt ins Gesicht wehen zu lassen und etwas weiter entfernt im Nebel die vorgelagerte Insel Ile de Sein liegen zu sehen. Bei gutem Wetter ist der Point du Raz allerdings auch sehr schön, wenn auch längst nicht so beeindruckend.
Ein Traumhafter Blick bietet sich (allerdings nur bei gutem Wetter) vom sogenannten Menez Hom, der höchsten Erhebung der Bretagne direkt an der Küste. Er befindet sich etwas westlich der mittleren Halbinsel von Crozon. Mit ein bisschen Glück sieht man von dort aus sogar das fast 200 km entfernte Rennes, die Hauptstadt der Bretagne.Als drittes sei hier noch die "Presqu'ile de Quiberon" (=Halbinsel von Quiberon) genannt, die durch Ihre extreme Zweiteilung auffällt. Die dem Atlantik zugewandte Westküste ("Cote sauvage" = Wilde Küste) ist mit steilen Klippen und kleinen Buchten für Wanderungen sehr schön, allerdings ist es dort immer sehr windig und man hat immer einen heftigen Wellengang. Auf der anderen Seite der Halbinsel (ca. 2km) bietet sich ein völlig anderes Bild : Es ist fast kein Wind, es gibt lange weiße Sandstrände mit fast keinen Wellen, hier ist das Baden mit kleinen Kindern besonders zu empfehlen. Leider sind diese Strände im Sommer immer komplett überlaufen, daß man beim Umdrehen schon auf den Nachbarn aufpassen muß.
Was mich aber immer wieder begeistert ist die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Bretonen. Als wir vor zwei Jahren auf der Fahrt nach Quimper eine Autopanne hatten, wollte der Bauer, bei dem wir in unserer Not geklingelt hatten, keine Ruhe geben, bis er uns in seinem Gästezimmer untergebracht hatte. Am nächsten Morgen sind wir mit einem Frühstück empfangen worden, wie es mir bisher unbekannt war (und ich frühstücke gern und viel ...), der Automechaniker war informiert und als wir fertig mit Frühstücken waren stand das Auto fahrbereit im Hof. So was habe ich in Deutschland bisher noch nicht erlebt oder von anderen gehört. Da muß man sich Sorgen machen, dass man den Rottweiler nicht auf den Hals gehetzt bekommt.
Was das Essen angeht kann ich an dieser Stelle nur empfehlen, möglichst kleine, überfüllte Restaurants zu besuchen, aus denen man nur frnzösisch hört. Erstens ist dort das Essen mit Sicherheit besser als in den überlaufenen Touri-Restaurants, zweitens kann man sich dort meistens den richtigen bretonischen Spezialitäten widmen (Fisch, Muscheln, Krabben, Scampis ,.... oh je ich bekomme schon beim Schreiben Hunger).
Normalerweise kann man in allen Restaurants entweder á la carte essen oder sich ein mehrgängiges Menü auswählen. Mit dem Menü (ab ca. 70 FF) steht man sich aber immer besser, da man mehrere Sachen probieren kann, auch wenn die Portionen dann etwas kleiner sind. Eine hausgemachte "soupe de poisson à la maison" ist immer zu empfehlen.
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Belluna 07.03.2004 15:38
Kurt73 07.07.2001 20:16
kleeblaettchen81 20.02.2001 11:11
Oliver-oehringen 12.01.2001 22:23
smull 10.01.2001 20:30