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Zauberhafte Städte Europas Teil IV

5  12.08.2011

Pro:
schöne, gemütliche "Großstadt"

Kontra:
die gibts in jeder Stadt

Empfehlenswert: Ja 

Belisana

Über sich: Ich logg mich hier ein.... und kenn mich gar nicht mehr aus! Also, auf bessere Zeiten, wenn dieses...

Mitglied seit:13.01.2001

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***Zauberhafte Städte Europas Teil IV ***

Hallo liebe Ciao - Gemeinde,

manche werden sich noch erinnern an meine kleine Serie über zauberhafte Städte Europas, die ich 2005 gestartet habe und gerade mal drei Berichte dazu verfasst habe. Ganz ehrlich, ist es wirklich keine große Motivation zu schreiben, sind doch 98 % der Reisekategorie unvergütet- aber da nun die August-Aktion in der Reisekategorie, in der ich früher viel und oft geschrieben habe, endlich mal auch was für mich ist, werde ich die Berichte von meiner Festplatte einstellen:

Einleitung aus dem ersten Bericht 2005:

Mit diesem Bericht starte ich eine kleine Reiseserie über ein paar sehr schöne Städte Europas - kleine Städte, relativ unbekannt und nicht unbedingt solche, wo man einfach mal schnell hinfliegen kann; aber solche Städte, die ihren Reiz haben, wunderschön und gemütlich und mir auf meinen Reisen so richtig ans Herz gewachsen sind.

Die erste Stadt, über die ich erzählte hieß Novi Sad. Es ist die zweitgrößte Stadt Serbiens, an der Donau gelegen und heißt auf Deutsch übersetzt Neu Satz. Die zweite Stadt hieß Medias, meine Geburtsstadt, und liegt in Rumänien mitten im Herzen Transylvaniens. Der dritte Bericht schließlich handelte von Ruse oder Rousse. Das ist die drittgrößte Stadt Bulgariens und ein wichtiger Donauhafen.

Diese kleine Serie soll nun also

***Bratislava***

fortsetzen.

Aber bevor ich zum eigentlichen Bericht komme zuerst ein paar
*** Allgemeine Infos über Bratislava ***

Direkt an der Donau gelegen bei km 1869 ;-) und nur ca. 65 km von Wien entfernt ist die Hauptstadt der Slowakei eine kleine Perle der Donauschifffahrt. Sie liegt im Südwesten des Landes beim Dreiländereck Slowakei-Österreich-Ungarn.

Einwohner: rund 433'000
Währung: seit 1. Januar 2010 der EURO

Geschichte in Kurzform:

Mehr als 200 Jahre war Bratislava, zu deutsch Pressburg, Hauptstadt der Ungarn (1541-1784), die im Martinsdom von 1563-1784 ihre Könige krönten. Heute noch erinnert eine vergoldete Krone auf der Spitze des Kirchturms an die Krönungszeit.

Nach dem ersten Weltkrieg fiel Bratislava an die Tschechoslowakei und erst seit 1993, nach der Teilung, ist sie die Hauptstadt des "neuen" Staates Slowakische Republik.

Früher, so erzählte man mir oft, konnte man mit der "Elektrischen" in rund einer Stunde von Bratislava nach Wien fahren. Aber da hieß die Stadt noch Pressburg und außer dem Namen hat die Stadt auch die Nationalität der Einwohner verändert. Ende des 19. Jhd. betrug der Anteil der Deutschen noch 60%, 1930 noch rund 30%. Nach 1945 wurden die meisten von ihnen vertrieben und heute bilden sie nur noch eine sehr kleine Minderheit in der Gesamtbevölkerung. Das Gleiche gilt für die Ungarn, die um 1900 noch mit etwa 36% Bevölkerungsanteil vertreten waren und heute ebenfalls nur noch verschwindend geringe Gemeinde sind.

*** Ein Streifzug durch Bratislava ***

Ein Ausflug in die Stadt führt den Besucher zu den verbliebenen Sehenswürdigkeiten einer unter Maria Theresia blühenden Stadt, deren Gesicht allmählich erneuert und restauriert wurde. An allen Ecken und Enden wurde in den letzten Jahren renoviert, verschönert, modernisiert...vor allem vom Fluss aus gesehen, ist Bratislava kaum wiederzuerkennen. Der große
Bilder von Bratislava
  • Bratislava Auf nach Bratislava - Bratislava
  • Bratislava Die berühmten Bronzefiguren - Bratislava
  • Bratislava Bratislava von oben - Bratislava
  • Bratislava Die Brücke - Bratislava
Bratislava Auf nach Bratislava - Bratislava
Auf nach Bratislava
Donauhafen, die zahlreichen Industriebetriebe und Raffinerien sind sicher nicht ganz unschuldig am wirschaftlichen Aufstieg der Stadt.

Anreisen nach Bratislava kann man sicherlich auf verschiedene Wege: die meisten deutschsprachichen Touristen sind sicherlich Österreicher, die auf einen Sprung per Zug nach Bratislava düsen oder Deutsche, die von Wien (weil sie eh da sind) aus diesen Ausflugstipp nutzen. Aus Deutschland gibt es gute Flugverbindungen aber auch ein Busnetz mit z.B. Eurolines, aber auch das eigene Auto steht sicherlich in der Diskussion. Die von den älteren Generationen aber am meisten genutzte Anreise nach Bratislava ist sicherlich die im Rahmen einer Donau-Flusskreuzfahrt. Diese Flussreisen und die dazugehörigen Schiffe bringen - und da liege ich sicher nicht falsch - meisten Touristen aus Deutschland in die Stadt; und auch aus Ländern wie Holland, Frankreich oder USA, Australien usw...


1001 Begegnungen

Meine Liasion mit Bratislava dauerte etwa 6 Jahre. :) Mit dem Schiff von Passau bis zum Schwarzen Meer bedeutete alle zwei Wochen etwa einen Tag bzw. ein paar Stunden Aufenthalt in Bratislava. Bei 7tägigen Reisen sogar 2 Tage in zwei Wochen. Von 2003 - 2007 war ich mit Sicherheit gefühlte 50-100male in Bratislava. Nicht immer sehr vergnüglich, bedeutete das meistens Hast und Hektik: während unserer kurzen Pause von meist knapp 3 Stunden sollte man alles sehen? Jeden Tag ein kleines bischen was? Weit gefehlt- mit meinen liebsten slowakischen Kolleginnen hieß es meist nur: schnell die gefühlten 2 km bis zum Tesco die Altstadt durchlaufen, Einkaufen, zurück und wenn noch etwas Zeit blieb, gerne in einem der zahlreichen Restaurants in der Altstadt vielleicht schnell etwas essen oder ein Bierchen trinken. Sightseeing in Rekordtempo!

Aber in meiner dritten Saison sollte ich Bratislava kennenlernen. ;) Ich werde diesen Tag nie vergessen als wir im Frühjahr 2005 mit der Viktoria morgens in Komarno anlegten. Unsere Gäste sollten von dort mit dem Bus nach Bratislava fahren und erst abends gegen 19 Uhr in Bratislava wieder an Bord kommen. Wir hatten damals nur etwa 80 Gäste an Bord und es gab kaum Arbeit für alle 8 Mädels und so durften Viere den Tag freinehmen. Die "Ungarinnen" wollten nicht, also gab unsere Hausdame mir und drei meiner slowakischen Kolleginnen frei. Keine Frage, so schnell waren wir noch nie aus unserer Uniform und von Bord....

Meine Lieblingskollegin Jana meckerte auf dem Weg zum Bus mit unseren Gästen, dass die Fahrt ja ewig dauern würde, dass wir den halben Tag verpassen würden, dass wir lieber "Trampen" sollten... die anderen Beiden wollten nicht, weil sie Angst hatten, ich ja eigentlich auch! Also trennten wir uns und verabredeten mit den anderen Zweien eine bestimmte Uhrzeit und Treffpunkt in Bratislava. Ich werde nie verstehen wie es dazu kam, dass ich mit Jana am Strassenrand stand und dem an uns vorbeifahrenden Bus völlig verdutzt nachschaute... hatte ich mich doch gar nicht freiwillig zum Trampen gemeldet! Und so kam es, dass wir Zwei, eine Deutsche und eine Slowakin, zwei unglaubliche Stunden auf den Strassen der Slowakei verbrachten. Zweimal wurden wir mitgenommen und ich stand das erste und letzte Mal in meinem Leben als Anhalter an einem Drehkreuz auf der Autobahn... aber wir schafften es nach Bratislava und später auf dem Schiff wurden wir die Heldinnen des Tages oder eher die Verrückten...!

Meine nächsten Rendeszvous mit der Stadt beschränkten sich die nächsten Jahre dann doch nur noch auf "gepflegtes Shopping" und harmloses Sightseeing. Ja, ich muß sagen, ich mag diese Stadt. Ich habe Alles, Vieles gesehen - die Plattenbauten wie die Slums, die Prachtschlösser und Prachtbauten, die Schönen und weniger schönen Ecken und Strassen der Stadt. Das ist das Schöne daran, wenn man wie ich immer mit Einheimischen unterwegs war.

*** Sehenswürdigkeiten ***

Nun, die meisten Sehenswürdigkeiten konzentrieren sich sicherlich um das Zentrum her. Hauptanziehungspunkt überhaupt und Wahrzeichen der Stadt ist die hoch über Bratislava aufragende Burg mit ihrem vier markanten Türmen. Charakteristisch für das Stadtzentrum sind die zahlreichen Palais im barocken Stil.

Burg Bratislava ( Bratislavský hrad )

85m hoch über der Donau thront die Burg als Wahrzeichen der Stadt auf dem Burghügel. Sie wurde mehrmals umgestaltet, abgebrannt und originaltreu wieder aufgebaut. Ihre Stile eindrucksvoll wie wechselhaft: erst gotisch, dann Renaissance, später Barock. Seit dem letzten Umbau - um 1640 - sieht die Burg so aus wie heute mit ihren vier Türmen. Ein umgedrehter Tisch, wie manch einer sie liebevoll nennt.

Heute ist die Burg Repräsentationssitz des slowakischen Parlaments und dient auch als Museum. In den letzten drei Jahren war die Burg allerdings kein schöner Anblick, meine Fotos stammen deshalb auch vor der Renovierung, als nicht ständig die häßlichen Gerüste an den Mauern klebten. Seit letztem Jahr, 2010 also, erstrahlt das Wahrzeichen in neuem Glanz, diesmal in Weiß! Nur die Türme sind so geblieben, aber die neue Farbe steht der "alten Dame" fantastisch; vor allem abends und Nachts, wenn sie wunderschön beleuchtet wird weiß jeder, das ist Bratislava. Ein Pflichtbesuch also und von dort oben hat man einen wunderschönen Blick über die Stadt.

Altes Rathaus ( Stará Radnica )

Das Alte Rathaus am Hauptpaltz aus dem 14./15. Jhr. ist eines der ältesten erhaltenen Häuser der Stadt. Seine traurige Fassade wurde 1989 aufwendig restauriert und der ursprünglich gotische Bau wurde im 16. Jhr. im Renaissancestil umgebaut, während der Turm ein barockes Aussehen erhielt. Im Alten Rathaus ist das Pressburger Stadtmuseum untergebracht.

Michaelertor ( Michalská brána )

Bei einem Bummel durch die Strassen und Gassen der Altstadt begegnen wir den Resten der alten Stadtmauer, die trotz moderner Schnellstraßen erhalten geblieben ist. Das Michaelstor ist das letzte Überbleibsel der alten Befestigung. Im Turm befindet sich eine Ausstellung mittelalterlichen Waffen und Rüstungen.

Martinsdom ( Katedrála svätého Martina )

einer der bekanntesten Sakralbauten aus dem 13.-16. Jahrhunderts. Der gotische St. Martinsdom, in dem früher die Könige aus dem Hause der Habsburger gekrönt wurden, liegt im Herzen der Stadt und wurde öfters teilweise renoviert.

Neue Brücke ( Nový Most )

Die neue Brücke find ich am faszinierendsten an den "neuen" Gebäuden aus dem 20. Jahrhunderts. Eine 430 Meter lange und 21 Meter breite Doppelbrücke über die Donau, die das Zentrum mit dem Stadtteil Peterzalka verbindet. Hoch oben im Pfeiler der Brücke befindet sich in 80 Metern Höhe das Panaorama-Cafe. Mein Freund und ich sind mit dem Schnellaufzug nach oben gekommen, wieviel der kostete, weiß ich nicht mehr genau. Das Cafe haben wir uns nur angeschaut, weil die Preise dort wirklich gepfeffert sind. Stattdessen haben wir auf der Aussichtsplattform einfach nur die grandiose, undbeschreiblich schöne Rundumsicht über Bratislava und das Dreiländereck Österreich, Ungarn und Slowakei genossen. Und viele schöne Bilder gemacht. *g*


Weitere Sehenswürdigkeiten wären die vielen Palais die rund umd das Zentrum verstreut sind. Wie das um 1760 erbaute Palais Grassalkovich (Residenz des Präsidenten), das benachbarte Erzbischöfliche Sommerpalais das der Sitz der Regierung ist. Historisch bedeutsam ist der 1781 erbauten Primatialpalais, dem heutigen Sitz des Bürgermeisters, hier wurde 1805 von Napoleon I. und Kaiser Franz II. der Frieden von Pressburg unterzeichnet.
*** Die berühmten Einwohner Bratislavas ***

Beim Bummeln durch die Altstadt begegnen sie einem überall:

+ da wären zum einen der "Paparazzi" der hinter dem Café Paparazzi mit seiner Kamera auf Opfer lauert
+ da wäre der galante Herr, der "schöne Naci" (Pekný Náci Ignác) - ein Denkmal für einen Bonvivant. Er grüßt mit seinem Zylinder in der Rybárska brána.
+ da wäre der "der Gaffer", sicherlich eines der begehrtesten Fotomotive, der Arbeiter, der seinen Kopf aus dem Strassengulli steckt und den vorbeilaufen Frauen ständig unter die Röcke guckt. Da er schon mehrmals von Lieferwagen "überfahren" wurde, hat man das Schild "Man at Work" aufgestellt, seitdem ist der Gaffer sicher
+ da wäre der napoleonische Soldat, der sich gemächlich auf eine Bank stützt. Es heißt, es sei Napoleon persönlich...

Ich bin ihnen jedesmal begegnet und ich fragte mich so manches mal "Wie die wohl dahin gekommen sind?" Die sind natürlich alles schöne Bronzefiguren, um die sich die Touristen manchmal scharen. Nicht selten habe ich erlebt, wie Manche über den Mann im Gullideckel gestolpert sind, andere sich auf den eleganten Herrn mit Hut stürzen, um eine bleibende Erinnerung zu schießen. Ich hab keine Ahnung, wie oder wer diese Figuren da aufgestellt hat, aber sie passen ins Bild von Bratislava und gehören dazu.

*** Zum Schluss…***

… hoffe ich, dass ich allen etwas die Stadt Bratislava näher bringen konnte. Ich war jetzt schon so oft dort, und immer wieder bin ich gerne dort- zuletzt leider Ende 2010. Nun, da ich der Schifffahrt den Rücken gekehrt habe, bin ich wohl seltener an der Donau anzutreffen.

Das Bild von Bratislava ist moderner geworden. Am schönsten sieht man das vom Wasser aus, also der Donau. Noch im Jahre 2009 befand sich zwischen Donau und vielbefahrener Strasse nur ein paar Bäume und ein mehr schlechter als rechter Gehweg. Heute bzw. seit letztem Jahr kann man dort auf einer neu errichteten Promenade wunderbar flanieren, es gibt Terrassen mit Cafes und Restaurants direkt am Ufer. Nicht nur die neu in weiß angestrichene Burganlage vermittelt ein komplett neues Bild von Bratislava, auch diese neue Promenade sieht schick und sehr modern aus. Zwei Dinge, zwei Veränderungen, die nun zum neuen Bild von Bratislava gehören. Das "alte" Stadtbild verändert sich stetig...

... und die Preise in Bratislava sind seit Einführung des EUROs auch nicht mehr Ohne.

Ich bedanke mich fürs Lesen dieses Berichts und wenn er euch gefallen hat, lade ich euch zum fünften Teil ein, wenn ich mich entschieden habe, ob ich meinen Bericht über Belgrad, den ich noch überarbeiten muß, überhaupt veröffentlichen soll.

PS: Ich hoffe, ich habe 10 schöne Fotos von der Stadt, denn bei den Massen auf meinem PC kann ich mich gar nicht entscheiden, welche ich nehmen soll. ;)

Belisana für Ciao 2005-2011

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
christianpirker

christianpirker

01.02.2012 19:39

Toller Bericht!

mozarteum

mozarteum

02.12.2011 23:53

ist schön dort ... und bei meinem letzten besuch fand dort das red bull air race statt ... :-) lg detlef

t.schlumpf

t.schlumpf

21.11.2011 17:27

Ein paar frische belglische Waffeln hinstell und bravo sag ;o)

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