Home > Reisen > Europa > Italien > Südtirol > Reiseberichte & Tipps zu Südtirol > Bozen, Südtirol > Erfahrungsbericht

Erfahrungsbericht

für Bozen, Südtirol
Nächsten Bericht ansehen "Mediterraner Flair und..."
5 Sterne Eine kleine Perle Südtirols Bericht mit Bildern
178 von 178 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro eine quirlige Stadt, schöne Blickwinkel, sehenswerte Gassen

Kontra höchstens die Mittagspause in den Geschäften

Detailbewertung

Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Sehenswürdigkeiten
Sicherheit
Gastfreundlichkeit

Der Autor

Bavaria123 Seit 9 Feb 2004

* *☼ ☼~Bücherfrühling REKORD!!! 95 Teilnehmer, 461 Berichte....Vielen DANK!!!!~☼ ☼* * ** mehr

268 Mitglieder vertrauen mir

Während meines Urlaubs im Gebiet von Welschnofen habe ich auch Fahrten in die weitere Umgebung gemacht. Eine Station war Bozen, eine Stadt, die mich auch schon bei einem früheren Besuch sehr beeindruckt hat.

= Allgemeines zu Bozen =

Die Stadt, die circa 107.000 Einwohner hat, liegt 265 m über dem Meeresspiegel. Es ist die Hauptstadt der gleichnamigen Autonomen Provinz und liegt eingebettet in einem Tal. Im östlichen Hintergrund erhebt sich das Gebirge rund um den Schlern und vor allem die beeindruckende Dolomitgruppe des Rosengartens, südwestlich blickt man auf den langen Höhenrücken der Mendel.
Bozen ist ein kultureller Mittelpunkt des überwiegend deutschsprachigen Gebietes von Südtirol. Aber auch ein Schnittpunkt wichtiger Verkehrswege und weist einen doch lebhaften Durchgangsverkehr auf.
Die zwischen den beiden Flüssen Talfer und Eisack wunderschön gelegene Altstadt, die trotz vehementer Angriffe im Zweiten Weltkrieg gut erhalten geblieben ist, weist sehr stattliche Bürgerhäuser aus Renaissance und Barock auf. Jenseits der Talfer sind in den Bereichen Gries und Quirein eher unattraktive Beamten- und Arbeiterviertel entstanden, an die sich dann auch noch eine recht große Industriezone anschliesst. Hier muss man ausnahmsweise nach sehenswerten Objekten suchen. = Die Geschichte der Stadt =

Zu römischen Zeiten war die Stadt als Bauzanum bekannt. 680 herrschten Langobarden, 740 dann Franken und später die bayrischen Grenzgrafen. Einige Zeit gehörte die Stadt zum Bistum Trient bis sie im 13. Jahrhundert den Grafen von Tirol überlassen wurde.
Seit 1363 unter der Herrschaft der Habsburgern teilte die Stadt bis 1919 die Geschicke Tirols und wurde dann im Frieden von Saint-Germain Italien zugesprochen.
1948 wurde Bozen bzw. Bolzano zusammen mit Trient zum autonomen Gebiet Trentino verschmolzen und Italienisch und Deutsch als Amtssprachen eingetragen.


= Meine Erfahrungen beim Stadtrundgang =

Wenn man mit Bus oder Bahn am Bahnhof ankommt, oder auf einem der dortigen, gebührenpflichtigen Parkplätze das Auto abstellt, kommt man durch die Bahnhofallee zum Informationszentrum und auch zum Walthersplatz. Das ist sicher ein absoluter Mittelpunkt der Stadt. Benannt wurde er nach dem Minnesänger Walther von der Vogelweide, von dem lange - leider irrtümlich - vermutet wurde, dass er aus Südtirol stammen würde. Sein Denkmal aus Marmor steht hier. Von diesem Standpunkt aus hat man einen sehr beeindruckenden Blick auf die Bergwelt, allem voran auf die Rosengartengruppe.
In der Adventszeit wird hier dann auch der Christkindlmarkt aufgebaut. Das ist eine sehr schöne und bezaubernde Atmosphäre für ein reichhaltiges Rahmenprogramm, zumal es einen riesigen Tannenbaum und eine reichhaltige Beleuchtung zu bestaunen gibt.

An der Südseite des Waltherplatzes gelangt man zur sehenswerten Pfarrkirche, die im 15. Jahrhundert fertiggestellt worden ist. Man sollte auf jeden Fall einen Blick in dieses Bauwerk werfen, vor allem der barocke Hauptaltar mit dem aus ornamentalen Einlegearbeiten versehenen Fußboden ist beeindruckend. Anschauen sollte man sich auch den Chorumgang hinter dem Altar mit der Grabplatte von Erzherzog Rainer von Österreich und die im Barock angefügte überkuppelte Gnadenkapelle.

Westlich vom Walthersplatz führt mich mein Weg zur Dominikanerkirche, die um 1300 erbaut und 1500 in eine dreischiffige Hallenkirche umgewandelt wurde. Mich hat besonders der langgestreckte Chor beeindruckt. Aus diesem Chor gelangt man in die Johanniskapelle, deren Decken und Wände lückenlos mit Fresken bedeckt ist. Hier benötigt man schon einige Zeit um alles anzusehen. Auch für den kürzlich restaurierten Kreuzgang sollte man sich Zeit nehmen.

Nördlich an den Walthersplatz schliesst sich die wirklich malerische Altstadt an.
An der Ecke von Goethestraße / Lauben blickt man auf alte, guterhaltene Häuser, die den Obstmarkt mit dem Neptunbrunnen umgeben. Hier riecht es an Werktagen ganz hervorragend, denn es wird eben der Obst- und Gemüsemarkt abgehalten.

Hinter einer hellen Mauer am nördlichen Stadtrand findet man eine anschauenswerte gotische Franziskanerkirche. In der Vorhalle geht es rechts in eine kleine Grotte, in der man gegen Abgabe von 50 Cent eine Opferkerze anzünden kann. Die Kirche fasziniert, da sie einen eher unregelmäßigen Grundriss hat und schöne spätgotische Malereien beherbergt. Auch die bunten Glasfenster im Chor darf man sich nicht entgehen lassen. Ganz besonders stimmungsvoll ist aber der romanische Kreuzgang mit den gotischen Gewölben, wo es wieder beeindruckende Bilder und Ornamente zu bewundern gibt.

Wenn man nun die eher schmalen Lauben entlang geht, kommt man in den Genuss des Anblickes von teilweise noch aus dem 15. Jahrhundert stammenden Häusern, die heute Textilgeschäfte, Parfümerien, Feinkostläden (unbedingt reingehen und riechen und probieren!!) oder auch Boutiquen beherbergen. Auf jeden Fall sollte man einen Blick in das Haus Nummer 17 werfen. Das ist eine Apotheke, die wegen ihrer sehr eigenwilligen und altertümlichen Einrichtung besticht.
Die "Südtiroler Werkstätten" findet man im Haus mit der Nummer 39. Hier findet man alles, was das Kunstgewerbe Südtirols betrifft. Es sind wirklich sehr schöne Artikel aus Holz, Keramik, Glas oder auch Stoff. Mich hat der Schmuck ganz besonders angesprochen...allerdings hätten die ausgewählten Stücke dann doch ein zu großes Loch in meine Urlaubskasse gerissen.

Die Lauben führen den Besucher zum Kornplatz mit dem alten, sehr schönen Waaghaus, dessen Fassade mit vielen Fresken geschmückt ist. Ein absoluter "Hinkucker" heutzutage, in dem sich von 1342 bis 1633 die Fronwaage befand.

In der Nähe des Kornplatzes darf man sich auch die Silbergasse nicht entgehen lassen. Es handelt sich hier um eine Parallelstraße der Lauben. Einen Blick muss man hier auf jeden Fall auf das Merkantilgebäude werfen, welches im Jahr 1708 errichtet wurde.

Ein weiterer Höhepunkt erwartet den Besucher am Rathausplatz mit den unglaublich schmuckreichen Häuserfassaden und dem im 19. Jahrhundert erbauten sehenswerten Rathaus.

Wer eher auf Moderne Kunst steht, für den bietet das Museum für Moderne Kunst sicher einiges. Aber am Samstag und am Montag Vormittag steht man hier vor verschlossenen Türen.

Noch weiter Richtung Westen kommt man zum Archäologischen Museum (hierzu gibt es einen Extra-Bericht von mir) und zum Städtischen Museum. Hier sieht man nicht nur eine sehr umfangreiche Trachtensammlung, sondern auch Kunstwerke aus verschiedenen Zeitepochen und vieles mehr. Außer am Montag kann man hier ein paar interessante Stunden verbringen.

Von den Museen aus kann man in Richtung Talfer gehen. Ich bin hier die Bozener Wassermauerpromenade entlang gegangen. Hinter einem liegt wieder das malerische Panorama der Rosengartengruppe, rechts befinden sich sehr schöne Häuser mit verschiedenen Bäumen und Sträuchern, Bänken und Imbissmöglichkeiten und links schaut man auf die weiten hügeligen Rebflächen. Nach einigen Gehminuten erreicht man das Schloss Maretsch, das heutzutage als Tagungszentrum genutzt wird. Aber einige Räume des Gebäudekarrees mit den runden Ecktürmen sind zu besichtigen. Besonders sehenswert ist hier die im ersten Stock liegende vollkommen ausgemalte Loggia.
Vom Schloss Maretsch gelangt man zum Schloss Klebenstein mit der Antoniuskapelle und somit zum Beginn der St.-Ostwald-Promenade. Wer gutes Schuhwerk und eine große Portion an Ausdauer hat, sollte hier durchaus vorbei schauen. Es geht 400 m zunächst sanft ansteigend, dann steil über Porphyrhängen bergan neben Steineichen, Zypressen und Pinien zum schönen weinberühmten Ort St. Magdalena. Möglich ist auch die Nutzung einer Seilbahn.

Wer nun schon so weit gegangen ist, der wird es auch zur Burg Runkelstein noch schaffen. Mich hat sie aus geschichtlichen Gründen interessiert und ich bin auch nicht enttäuscht worden. Die aus dem 14. Jahrhundert stammende Burg wurde um 1880 gründlich überholt und ist einen Besuch auf jeden Fall wert. Die alten Fresken gehören zu den bedeutendsten ihrer Art weltweit. Die meisten sind im westlichen Palas sowie im Sommerhaus zu finden und beschäftigen sich mit Szenen aus dem höfischen Leben, aus Rittergeschichten und dem Alten Testament. Genießen kann man auch die Aussicht aus den Fenstern der offenen Halle des Sommerhauses.

Über eine Brücke gelangt man an das andere Ufer der Talfer und kann entlang der Grieser Wassermauerpromenade zum Siegesdenkmal schlendern. Das ist ein recht klotziges Siegesdenkmal von 1928, das mich nicht unbedingt angesprochen hat. Viel schöner ist dann der Weg über die breite Freiheitsstraße in den gartenreichen Villenort "Gries", den man auch gesehen haben sollte. Ein erster Blickfang ist das Stadttheater. Weiter sehenswert ist das Benediktinerkloster am Grieser Platz, das fast vollständig von einer Ringmauer umgeben ist. Man sollte sich auf jeden Fall die Zeit nehmen und sich die ausgezeichneten Wand-, Decken- und Altarbilder ansehen.

Nur ein paar Schritte weiter nördlich gelangt man durch eine Allee zur Grieser Pfarrkirche, die in gotischer Form erscheint. Eine absolute Sehenswürdigkeit stellt hier der Altar das. Es handelt sich um ein kunstvolles Schnitzwerk mit der Darstellung der Marienkrönung. Unbedingt ansehen!!

Wer immer noch Zeit und Lust hat, der kann weiter gehen und kommt zur Guntschna-Promenade. Hier kann man wunderschöne Aussichten genießen. = Mein Schlussfazit =

Bozen ist eine sehr beeindruckende Stadt. Zum einen kann man sehr viele historische Bauten bewundern. Zum anderen besticht auch einfach die geografische Lage mit dem wunderschönen Panorama.

Die Stadt ist lebhaft und quirlig, selbst am Sonntag.
Ich habe mich hier sehr wohl gefühlt. Man kann gut und so ziemlich alles einkaufen, viel ansehen, sehr viel wandern. Überall begegnet man der Geschichte und steht doch ganz in der Gegenwart.
Man kann verschiedene Museen besuchen, die immer wieder mit Sonderausstellungen locken, Kirchen und Schlösser besichtigen oder aber im Hallenbad seine Runden drehen und anschließend die Wärme der Sauna genießen. Im Winter laden die Eislaufplätze an der Genuastraße und In der Sill zu sportlichen Aktivitäten ein.

Auch kulinarisch enttäuscht Bozen nicht. Es werden in verschiedenen Preisklassen internationale und nationale Köstlichkeiten angeboten. Ich war einmal in einem kleinen netten Lokal am Waltherplatz, in dem regionale Schmankerl serviert wurden, was mich preislich und kulinarisch überzeugt hat. Ein anderes mal habe ich in der Sparkassenstraße ein chinesisches Restaurant besucht, das eine sehr günstige Mittagskarte aufwies und mich in allen Belangen sehr überzeugt hat.

Wer in der Gegend ist, sollte mindestens einen - besser mehrere Tage in Bozen verbringen. Die Stadt ist erlebenswert zu jeder Jahreszeit.Nun versuche ich noch , Bilder anzufügen...

Vielen Dank für`s Lesen, Bewerten und Kommentieren, Bavaria


Bilder

für Bozen, Südtirol
Das Stadtzentrum
von Bavaria123 Bavaria123

Bewerten Sie diesen Erfahrungsbericht

Wie hilfreich ist dieser Bericht für Sie? Leitfaden zum Bewerten

Achtung, dies ist der erste Berichte des Autors

Anstatt dem Mitglied eine negative Bewertung zu geben, bitte daran denken:

  • Helfe diesem Mitglied durch nützliche Tipps

  • Melde einen Missbrauch wegen unerlaubter Kopie oder anderer Gründe an das Ciao Support Team.

Aktiviere die Funktion für negative Bewertungen

Kommentar schreiben

 Kommentar abgeben  Kommentar abgeben

JavaScript sollte aktiviert sein, um eine Bewertung oder einen Kommentar abgeben zu können.

Kommentare

Haben Sie eine Frage zu Bozen, Südtirol? Frage stellen
Vorherige Seite Nächste Seite Seite 1 von 36 | 1 - 5 von 178 Kommentaren
  • blonde_lady 23.05.2010 14:29
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • esposa1969 30.04.2010 16:38
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • FraeuleinMaren 30.04.2010 10:12
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Rattenzauber 27.10.2009 11:42
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • s.st1 04.01.2009 14:42
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
Vorherige Seite Nächste Seite Seite 1 von 36 | 1 - 5 von 178 Kommentaren

Mehr Berichte

für Bozen, Südtirol

Ähnliche Angebote

für Bozen, Südtirol
* Alle Preise inkl. gesetzlicher MwSt und ggf. zzgl. Versandkosten. Preise, Verfügbarkeit und Versandkosten können im jeweiligen Shop zwischenzeitlich geändert worden sein, da eine Echtzeit-Aktualisierung technisch nicht möglich ist. Maßgeblich sind immer die Preise und Angaben auf der Händlerseite. Alle Angaben ohne Gewähr.