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Bilder lügen nicht! Oder etwa doch?
Pro viel Wissen für Leute, die noch selber denken
Kontra zu beengt
Detailbewertung
| Preis-/Leistungsverhältnis | |
|---|---|
| Anbindung | |
| Sehenswürdigkeiten | |
| Sicherheit | |
| Gastfreundlichkeit |
"Bilder, die lügen" ist eine Wanderausstellung des Hauses der Geschichte in Bonn und befindet sich bis Ende April im Pommerschen Landesmuseum in Greifswald. Sie war vorher in Bonn und dann in Berlin zu sehen. Die Zuordnung der Ausstellung ist aufgrund der Herkunft, bei Ciao nicht richtig, da Berlin nur einer der Ausstellungsorte war.
Unterhaltung braucht der Mensch, und da hier in Greifswald nicht oft etwas los ist, war die Eröffnung einer interessant klingenden Sonderausstellung im fertigen Teil des sich noch im Ausbau befindenden Museums eine Möglichkeit, ein Wochenende mit schlechtem Wetter etwas abwechslungsreicher zu gestalten. Die Ausstellung befindet sich im Lichthof des Museum, weshalb das Tageslicht die Exponate in eine angenehme Helligkeit hüllt."Ein Bild sagt mehr als tausend Worte." Doch sagen Bilder auch die ganze Wahrheit? Wenn man etwas sieht, dann glaubt man es eher, denn schreiben kann man viel und Papier ist geduldig. Doch Bilder haben ihre Unschuld verloren. Heutzutage lügen diese graphischen Zeitzeugnisse mehr als je zuvor. Auf welche Art und Weise sie dazu gebracht werden ihre Betrachter eine Realität zu zeigen, die nur auf dem Papier existiert, kann man anhand der ausgestellten Exponate sehen. Diese Ausstellung ist in viele Themen unterteilt, die alphabetisch angeordnet sind. Die Themen der einzelnen Buchstaben habe ich als Anhang hinzugefügt.
Die harmlosesten Dinge, die man in der Ausstellung sehen kann, sind sicherlich die optischen Täuschungen. Mit ein paar kleinen Tricks kann man Bilder so gestalten, daß man damit das Gehirn Dinge sehen lassen kann, welche überhaupt nicht da sind. Auch das Beispiel von Computertricks, die in Filmen verwendet werden, um eine Realität zu schaffen, die den Zuschauer fasziniert, ist notwendig, da das Drehen bestimmter Szenen viel zu gefährlich wäre. Daß nicht alle Bildmanipulationen immer im Sinne der Allgemeinheit sind, daß wird mit den übrigen Exponaten gezeigt.
Wer Bilder wegschmeißt, weil auf ihnen etwas zu sehen ist, an was man nicht erinnert werden möchte, betreibt in gewisser Weise auch Damnatio memoriae, das Auslöschen von Erinnerung. Wer auf dem Bild nicht zu sehen ist, der war auch nie da. Daher wird fleißig herum retuschiert und aus einem Gruppenfoto verschwinden mit der Zeit immer mehr Leute und es wird letztendlich zur Solonummer, wie es uns ein paar Beispiele aus dem Reiche Stalins zeigen. Aber auch Bilder mit Leuten, die nie so gemacht worden sind, bekommt man zu sehen. Da ist auf dem Titelbild einer Klatsch-Illustrierten die Frau des norwegischen Kronprinzen mit einem Baby zu sehen, ist zwar nicht ihres, aber wer weiß das schon. Oder Steffi Grafs Kopf auf dem Körper einer untalentierten Volksmusikantin. Sie kann schon froh sein, daß sie nicht auf den Körper von Roseanne montiert wurde, aber trotzdem sieht es so aus, als ob sie einen extrem schlechten Geschmack hat, was Kleidung betrifft.
Witzig ist auch, was der Jugendschutz an Merkwürdigkeiten verursacht. Da werden selbst Comics zensiert und Details weg retuschiert, die zu sexistisch oder gewalttätig sein sollen. Donald Duck und gewalttätig? Hört sich lächerlich an, ist aber so! Jedenfalls in den Augen einiger Besserwisser. Putzig waren auch die ausgestellten UFOs, die zugehörigen Zeitungsausschnitte gleich mit dabei, damit man sehen kann, was Hobbybastler mit banalen Basteleien an Aufregung verursachen können. Ich will die gesamte Ausstellung nicht beschreiben, die paar Beispiele, die ich erwähnt habe, sollen nur als kleine Appetitmacher dienen.Die Exponate sind zum Großteil Fotografien und Zeitungsausschnitte. Es gibt auch ein paar Filme zu sehen oder man kann interaktiv eine Szene animieren, welche aber nicht völlig realistisch wirkt. Zu jedem Exponat gibt es eine Beschreibung, die bei einigen Stücken recht lang ausfallen. Das heißt also, daß man eine gewisse Zeit braucht, bis man alles gesehen hat, obwohl die Ausstellung nicht so groß ist. Viele Beispiele kannte ich zwar schon, aber im Kontext mit anderen Exponaten war es doch recht interessant zu sehen.
Da ich am Wochenende die Ausstellung besucht habe, war sie recht gut besucht. Das heißt daß es stellenweise recht beengt war. Die Stellwände im hinteren Teil des Lichthofes waren zu dicht zusammengestellt, so daß es für meinen Geschmack zu eng für den Besucheransturm war. Einige Wände standen auch recht dicht an der Wand, so daß man nicht allzuviel Platz zum vorbeilaufen hatte. Den vorhandenen Platz hätte man besser ausnutzen können, da der vordere Teil des Hofes ungenutzt war. Positiv ist zu bemerken, daß die Ausstellung keinen Eintritt kostet, da die Ausstellung vom Bundesamt für politische Bildung gesponsort ist.Der Besuch dieser Ausstellung lohnt sich, da man durch das Gesehene kritischer mit der Presse umgeht, wenn man ein gewisses Hintergrundwissen hat. Da die Ausstellung nur in wenigen Orten gastiert, sollte man ruhig mal die Gelegenheit nutzen, sie zu besuchen, wenn sie schon in der Nähe ist.
Als kleinen Tip kann ich kunstbegeisterten Leuten empfehlen, die vor etwa einem Jahr neu eröffnete Gemäldegalerie zu besuchen, über die man in die Ausstellungsräume betritt. In dieser Galerie kann man über 200 Gemälde bewundern . Diese Sammlung, die ursprünglich aus dem Stettiner Schloßmuseum stammt und vor kurzem noch in Kiel zu bewundern war, hat schon ein gewisses Weltniveau, wenn man den Kritikern glauben möchte.
Anhang
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1966kessy 10.09.2008 21:47
s.st1 07.09.2008 17:09
sanne81 28.11.2007 13:50
jeffy1968 03.11.2007 11:42
Karabienchen 11.09.2007 21:35
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