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Pro interessant, lehrreich, Bier
Kontra im Bus nur ein kleines Glas, und auch nur einmal nachgeschenkt, Sitze im Bus nicht die bequemsten
Detailbewertung
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| Gastfreundlichkeit |
Vorwort
Bis vor kurzem habe ich noch in München gelebt, eine meiner Meinung nach sehr schönen Stadt, in der man viel erleben und auch viel mit Freunden unternehmen kann, so daß ich da nur ungern weggezogen bin. Und so kam es, daß ein Benjamin R. einer, mit dem ich mich in München angefreundet habe, mich einmal ansprach, daß er etwas entdeckt habe, woran wir doch einmal teilnehmen könnten.
Er schlug eine spezielle Stadtrundfahrt vor, eine mit einem typisch bayrischem Themenschwerpunkt, nämlich dem Bier. Während der Tour würde man im Bus mit Bier versorgt werden und bekäme einiges über München erzählt, wobei das in erster Linie alles mit Bier zu tun habe, quasi die Geschichte des Bieres in München, also zum Beispiel, welche Brauereien wie auf den Markt kamen, was es mit den Biergärten aufsich hat, die Sichtweise der Kirche zum Bier, das Oktoberfest usw.
Die Tour sollte an Punkten wie Bierbrunnen, Hofbräuhaus, Nockerberg, Theresinewiese... vorbeikommen und dann zu einer Brauerei führen, die man besichtigen kann. Je nachdem, welche Tour man wählt, ist auch noch eine Brotzeit enthalten.
Abfahrt und Zielort der Tour sind am Hauptbahnhof in München. Sie finden mittwochs bis samstags statt. Es gibt eine Vormittagstour, die um 11 Uhr beginnt und auch die Brotzeit enthält. Die Kosten liegen da bei 34 Euro pro Person. Dauer insgesamt ca. 4 Stunden. Und es gibt eine Nachmittagstour, die um 13:30 Uhr beginnt. Die dauert nur 3 Stunden ist mit Kosten von 29 Euro etwas günstiger, aber dafür beinhaltet sie keine Brotzeit.
Zwei kleine Besonderheiten wären noch zu erwähnen: Bei dem Bus handelt es sich um einen original Londoner Stadtbus (also so einen roten Doppeldecker mit geschlossenem Dach). Des weiteren darf man sein Bierglas, das man im Bus bekommt, behalten.
Infos vom Anbieter der Tour und Anmeldemöglichkeit findet man auf www.beertour-munich.com
Der Bus
Wir beide waren natürlich rechtzeitig vor der Abfahrt am Bus. Es sollte ja ein original Londoner Bus sein. Zu meiner Verwunderung waren die Türen aber auf der rechten Seite, so wie es bei Bussen in Ländern mit Rechtsverkehr üblich ist. Aber egal, wir sind dann eingestiegen, als immer mehr Teilnehmer kamen, da wir noch einen Sitzplatz oben kriegen wollten.
Die Sitze waren aber ehrlich gesagt doch etwas eng gefaßt. Da ich deutlich kleiner bin als Benjamin, habe ich mich dann ans Fenster gesetzt, und er konnte dann seine Beine etwas in den Gang auslagern.
Am Vordersitz hat man seinen Getränkehalter, in den man sein Bierglas abstellen konnte. Sowohl oben als auch unten war ein Fernseher reingestellt mit einer Videoanlage, da zwischendurch ein paar kleine Filme gezeigt werden sollten. Wer oben sitzt sollte sich irgendwo hinter dem Treppenaufgang setzen. Auch wenn die Aussicht vor der obenren Windschutzscheibe vielleicht schöner ist, kann man von dort aus die Filme nicht sehen. Leute, die dort saßen, mußten sich dann für die Filme, die sie natürlich auch sehen wollten, freie Sitzplätze weiter hinten oder unten suchen.
Das ausgegebene Bier im Bus war ein helles Pils der Spatenbrauerei. Um so weniger war ich überrascht, daß uns der Bus dann zur Spatenbrauerei gebracht hat. Das war also die Brauerei, die wir besichtigen sollten. Dort angekommen sollten wir alle Sachen aus dem Bus mitnehmen, da dieser zwischenzeitlich für eine andere Tour verwendet wurde, bis wir später wieder abgeholt werden sollten.
BrauereibesichtigungBrotzeit
Die Brotzeit, die in unserer Tour ja enthalten war, fand im Anschluß an die Führung statt. Das war auch noch auf dem Gelände der Brauerei, wo sich Münchens höchstgelegenes Bierstübchen befindet. Dort wurde man mit einer relativ einfachen Brotzeit versorgt. Sie bestand nur aus Leberkäse, Wiener Würstchen, Brezeln, Semmeln und natürlich Bier, wobei der Leberkäse aber irgendwie sehr fade schmeckte. Aber man konnte ihn durchaus essen.
Eine Teilnehmerin der Tour, die mit uns am Tisch saß, hat sich ziemlich aufgeregt, daß es keine Weißwürste gab, was ihrer Meinung nach zu jeder bayrischen Brotzeit gehöre. Nun war es aber schon fast 14 Uhr. Ich habe ihr versucht zu erklären, daß man in Bayern nach 12 Uhr keine Weißwürste mehr ißt. Doch sie erwiderte, daß dies Quatsch und ein weit verbreitetes Gerücht sei. Gut, ich war jetzt eh nicht in der Stimmung, das auszudiskutieren, zumal es mich nicht weiter tangiert hatte und sich dieser Standpunkt bei ihr eh schon absolut manifestiert hatte. Aber eigentlich habe ich lang genug in München gelebt, um zu wissen, daß ich recht hatte.
Das Personal, das uns Bei der Brotzeit bedient hatte, war auch nett und freundlich, hatte sich aber schon irgendwie irgendwelche Automatismen angelegt, und hat einzelne individuelle Abweichungen von der Norm gar nicht wahrgenommen. So wurde ich, als ich mal wieder ein Glas geleert hatte, wieder gefragt, ob ich noch ein Bier wolle. Da ich nicht wußte, wieviel Zeit wir noch haben, habe ich eigentlich dankend abgelehnt. Aber dennoch wurde mir dann kurz danach ein weiteres Bier serviert. Vermutlich konnte die Bedienung nicht glauben, daß jemand auf diese Frage ablehnen reagiert und haben dann automatisch das Bier serviert. Doch ich lag mit meiner Einschätzung recht, kurz danach kam allgemeine Aufbruchstimmung auf. Also mußte ich mein Bier doch wesentlich schneller austrinken, als ich es sonst machen würde. Aber ich habe es durchaus verkraftet.
Was mir an diesem Bierstübchen auch sehr gut gefallen hat, war die angeschlossene Terrasse, auf die man gehen konnte. Von dort hatte man eine herrliche Aussicht über München.
Meinung
An sich war das ein ganz netter Halbtagesausflug. So hat man München einmal von einer ganz speziellen Perspektive kennengelernt., was auch mir noch etwas gebracht hat, obwohl ich ja schon einige Jahre in München gelebt habe. Ich fand es auch von der Organisation her nett gemacht. So war es keine Sauftour, sondern wirklich ein Stück Bildung, das sehr interessant rübergebracht wurde und bei dem man nebenbei mit dem Bier verköstigt wurde, während man einiges über dessen Geschichte und Herstellung und der ganzen Kultur darüber erfahren hat.
Der Bus war jetzt nicht der bequemste, und viel Bier gab es im Bus auch nicht, wo bei ich aber sowieso keine Maßkrüge erwartet hatte. Man hat viel mitnehmen gekonnt und so muß ich sagen, daß ich froh bin, daß ich die Tour mitgemacht habe. Man mußte auch keine Heizdecken kaufen oder so. Alles, was geboten wurde, war im Preis mit inbegriffen. Die Tour ist im Prinzip für jung und alt sehr interessant, wobei ich jetzt natürlich keine Kinder mitschleppen würde, die ja nichts vom Bier haben. Ich weiß jetzt auch nicht, ob die etwas anderes zu trinken kriegen oder dann auf dem trockenen sitzen.
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Ibis1980 27.03.2012 10:04
elkoma 17.03.2012 09:32
BH von mir. LG Michael
Sepp-das-Wiesel 20.02.2012 19:44
das würde ich auch gerne einmal machen. So sieht man München, wie du schon geschrieben hast, mal ganz anders. Am liebsten würde ich die Tour aber durch London machen. Eine Pub-Kultur-Tour in so nem Bus, wäre vielleicht ne neue Geschäftsidee. Prost
Janny18 05.11.2011 08:50
Sehr coole Idee finde ich. LG Jan
DieterMW 02.09.2011 15:53
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