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Erfahrungsbericht

für Bergwirtschaft Wilder Mann, Dresden
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5 Sterne Dresden lag mir zu Füßen Bericht mit Bildern
114 von 114 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro preiswert, toller Service, tolle Lage

Kontra ---

Detailbewertung

Essen & Trinken
Preis-/Leistungsverhältnis
Atmosphäre
Service
Anbindung
Auswahl

Der Autor

Das Frühjahr naht, der Garten ruft. Werde jetzt etwas weniger da sein. mehr

75 Mitglieder vertrauen mir

24. Mai 1968 – hätte mich vor einiger Zeit jemand nach diesem Datum gefragt, ich hätte wohl nur mit den Schultern gezuckt. Auch der Verweis auf Dresden hätte wohl nur Bilder, wie unsere Landeshauptstadt, Frauenkirche, Zwinger und Semperoper, heraufbeschworen. Doch vor zwei Monaten kam unerwartete Post, von einem ehemaligen Kommilitonen. Er war gerade in Rente gegangen und nutzte die neu gewonnene Zeit, sich Gedanken darüber zu machen, wie es wohl seinen ehemaligen Studiengefährten in ihrem weiteren Leben ergangen sei. Er machte sich mit bewundernswerter Akribie auf die Suche nach den Verschollenen und schlug vor, uns am 25. November am Ort unseres damaligen Bergfestes, 46 Jahre nach Studienbeginn, zu treffen und der alten Zeiten zu gedenken. Alles zwar etwas krumme Zahlen, aber wir waren damals auch ziemlich krumme Hunde. War doch interessant, einmal festzustellen, wie das Leben jeden von uns in der Zwischenzeit gebogen hatte. Die Einladung verhieß uns zuerst eine fachkundige Führung durch den neuen Campus unserer alma mater und dann einen geselligen Teil in der Bergwirtschaft „Wilder Mann“, die uns wohl allen noch in Erinnerung war. Etwas verwirrt war ich durch einen Passus in der Einladung: „Vor genau 15.889 Tagen haben wir hier unser Bergfest gefeiert. Nach unserer Feier hat man den Gasthof 2005 abgerissen und 2007 als modernes Hotel wieder eröffnet.“ Waren wir damals wirklich so wilde Kerle und warum hat der Abriss so lange gedauert? Allein das war ausreichend, um hinzufahren und den etwaigen Vorwurf abzuklären.

Anreise, Lage, Kontaktmöglichkeiten

Eingedenk der permanenten Staumeldungen auf der A14 entschloss ich mich, das Auto zu schonen und öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Das Internetticket inclusive Stadtverkehrsticket war schnell gebucht und ich nahm die immense, für rüstige Rentner gerade noch machbare Strecke von 400 m bis zu unserem Waldbahnhof unter die Füße, langte nach 20 min Fahrt mit dem Vorortexpress auf dem Leipziger Hauptbahnhof an, wechselte drei Bahnsteige in den Regioexpress nach Dresden, der mich nach 1,5 Stunden in die Landeshauptstadt entließ. Fast vor dem Bahnsteig lag die Haltestelle der Linie 3 mit einem Ticketautomaten für Bedürftige, zu denen ich heute nicht gehörte, und nach weiteren 20 min ohne Wartezeit war ich am Ziel meiner Wünsche, der Endstelle „Wilder Mann“. Noch 150 m einen steilen Straßenanstieg hoch und ich stand sprachlos vor dem Neubau der Bergwirtschaft. Ob die Sprachlosigkeit mehr dem Luftmangel infolge des steile Anstiegs geschuldet war oder dem tristen Äußeren des Neubaus? Lassen wir die Höflichkeit schweigen und schauen uns näher um. Doch zunächst für die Normalbürger die versprochenen Informationen.

Bergwirtschaft – Wilder Mann
Großenhainer Straße 243
01129 Dresden
www.Bergwirtschaft-WilderMann.de
info@Bergwirtschaft-WilderMann.de
Telefon. 0351 – 20 54 54 0
Fax. 0351 – 20 54 54 15

Anreise über die A4 Abfahrt Wilder Mann oder
vom Flughafen mit der S-Bahn bis Bahnhof Neustadt in 13 min, weiter mit der Straßenbahn Linie 3 Richtung Wilder Mann. Wer zu faul zum Laufen ist, kann dann noch eine Haltestelle mit dem 80er Bus fahren, der übrigens auch von der Innenstadt kommt.

Für PKW stehen reichlich Parkplätze am und um das Hotel zur Verfügung. Mit dem PKW ist das Zentrum, die Altstadt, in 8 Minuten zu erreichen, mit der Linie 3 in 25 Minuten.

Rezeption

Die Rezeption ist großzügig angelegt und mit kompetentem freundlichen Personal besetzt. Bereits bei der Vorbereitung unserer Veranstaltung konnten wir dies feststellen. Auch bei technischen Problemen wurde schnell und unkompliziert geholfen. Bei der Anreise wurden an 2 Empfangsplätzen die Anmeldeformalitäten schnell und unbürokratisch erledigt, vieles war bereits vorbereitet. Das Hotel verfügt über zwei Häuser, die alle direkt über Aufzüge und Treppen von der Rezeption bzw. über das Restaurant zu erreichen sind. Auf dem Weg zum Aufzug sah ich eine spezielle Behindertentoilette und neben den Treppen zum Restaurant eine behindertengerechte Rollebene. Neben den 88 Zimmern werden 2 behindertengerechte Mehrbettzimmer sowie ein Familienzimmer angeboten. Dass dieses Hotel sehr familienfreundlich ist, erkannte ich auf dem Weg durch das Restaurant, das infolge seiner Größe ein wenig den Charme eines Großraumbüros vermittelt, aber sehr festlich geschmückt und offensichtlich für mehrere Großveranstaltungen vorbereitet war. Worauf ich aber im Zusammenhang mit der Familienfreundlichkeit hinweisen wollte, ist die Tatsache, das sich mitten im Restaurant eine Villa Kunterbunt, ein Spielhaus für Kinder mit Tischen, Stühlen und natürlich Spielgerät befindet. Ein wenig Abschirmung zum restlichen Restaurant ist auch vorhanden, so dass man sich nicht gegenseitig stört. Eine tolle Idee, die ich so noch nicht sah.
Die Zimmer

Über den bereits erwähnten Aufzug und einen freundlich gestalteten lichtdurchfluteten Gang gelangte ich zu meinem Zimmer und öffnete es mit der Chipkarte, deren Wandhalter ich im etwas abgedunkelten Zimmer nicht gleich fand, aber dann gingen mir und danach dem Zimmer ein Licht auf. Nach dem Aufziehen der Vorhänge blickte mich die Ruhestätte für die nächste Nacht freundlich an und vom Kopfkissen grüßte ein süßer Gruß einladend. Doch noch war nicht Schlafenszeit. Generell sind die Zimmer mit zwei Betten ausgestattet, die schräg gegenüber stehen. In meinem Fall war das zweite Bett auf Couch umgerüstet. Der geräumige Schrank nahm meinen Mantel und mein Gepäck auf und ich entdeckte schnell die Beutel für die zu bügelnden Hemden, den Schuhlöffel, das Nähzeug und den Schuhputzschwamm. So sollte es auch in dieser Preisklasse sein.

Der Fernseher blieb während meines Aufenthaltes unbenutzt, ebenso das Telefon und das WLAN. Sehr gut fand ich eine 15seitige Informationsmappe mit Stadtplan, in der ich wirklich alle das Hotel, Restaurant und die nähere Umgebung betreffenden Informationen fand. Der Blick aus dem Fenster bestätigte mir, dass mir, wie versprochen, Dresden zu Füßen lag. Obwohl das Hotel direkt an einer vielbefahrenen Staatsstraße liegt, hörte ich nachts keinerlei Lärm und konnte bestens schlafen. Die Matratze war von sehr guter Qualität und ich fühlte mich fast wie zu Hause. Da ich anderweitig geplant hatte, nutzte ich die angebotene Möglichkeit des Frühstücks oder des Abendbrots auf dem Zimmer nicht und sparte somit die Servicegebühr von 5 € je Bestellung. Eine Minibar fand ich nicht vor, es gab hierfür eine bessere Alternative. Doch dazu später.

Langsam wird es Zeit, übers Geld zu reden. Eine Übernachtung im Einzelzimmer ist ab 50,-€ zu erhalten, ich nahm eine solche wahr. Etwas verblüfft war ich über die Kostenaufgliederung auf der Rechnung. 48,10 € für das Zimmer, 1,90 € für das Frühstück. Wollte man mich hier etwa auf Diät setzen? Im Prospekt hatte ich doch etwas vom Verwöhnbuffet im Wintergarten gelesen. Doch dazu später. Wer nicht gern allein reist, kann hier für ab 35,- € pro Person im Doppelzimmer übernachten. Ob dann die Betten auch so weit auseinander stehen? Ich war brav und blieb dumm zu diesem Thema. Später las ich allerdings auf der Website des Hotels, dass man selbst als Einzelgast im Doppelbett nächtigen konnte, vermutlich in der höheren Preiskategorie. War allerdings kein Problem für mich, denn ich und mein Kater fanden ausreichend Platz.

Obwohl ich das zum Zimmer gehörige Bad erst am kommenden Morgen bei wieder vollem Bewusstsein richtig nutzte, bereits jetzt der erste Eindruck.
Das Bad

Der erste Blick ins Bad zeigte mir ein unerwartetes Platzangebot, die sich auch auf den beigefügten Bildern nachvollziehen lässt. Eine rechteckige bodengleiche Dusche mit Ausmaßen, die auch meinem breiten Kreuz und nicht weniger breiten Bauch volle Bewegungsfreiheit garantierten, überraschte mich mehrfach. Der Boden der Dusche aus in Beton eingelassenen Flusskieseln war nicht nur eine Wohltat für das Auge, auch meine Fußsohlen baten um längeren Aufenthalt. Das im Spender enthaltene Duschbad unbekannter Marke duftete angenehm und fühlte sich gut auf der Haut an. Als sauberer Bursche verließ ich den Glaskasten.

Am geräumigen Waschbecken fand ich nicht nur einen großen Spiegel vor, auch einen schwenkbaren Rasierspiegel, einen gut funktionierenden Föhn und diverse Kleinigkeiten, wie eingeschweißte Zahnputzbecher, Seife, Duschhaube und Nagelfeile. Die Handtücher waren über einem nicht auf Sparflamme gestellten Heizkörper angenehm vorgewärmt und die Entlüftung funktionierte, ohne das etwas in Mitleidenschaft gezogene Gehör zu malträtieren.

Nachdem ich mich etwas frisch gemacht hatte, begab ich mich zum Restaurant, in dem wir unser Wiedersehen feiern wollten. Auf dem Weg dahin kam ich an der zentralisierten Minibar vorbei, in die ich allerdings nur einen kurzen Blick riskierte. Wollte ja nicht beim ersten Zusammentreffen mit meinen Kommilitonen mit einer Fahne Einzug halten. Hätte zwar vielleicht alte Erinnerungen wachgerufen, aber man weiß ja nie.

Die Minibar

Wie zu vermuten, handelt es sich nicht um einen überdimensionierten Kühlschrank, sondern eine gemütliche kleine Bar, übrigens den einzigen Raum im ganzen Hotel, der über einen getrennten Raucher- und Nichtraucherbereich verfügt. Ansonsten herrscht glücklicherweise striktes Rauchverbot. Das Ambiente fand ich sehr ansprechend, ebenso die Tatsache, dass der Barkeeper neben dem Angebot aus der Barkarte den Gast mit wechselnden Wochencocktails überrascht. Ganz neugierige Menschen können sich ein Video-Tutorial zum jeweils aktuellen Wochencocktail auf http://www.youtube.com/BergwirtschaftWM anschauen.

Die Barkarte überrascht nicht nur mit einfallsreichen Kreationen, auch für die Bildung wird etwas getan. So die aktuelle Begrüßung: „Alkohol trinkt man überall auf der Welt. Es heißt ja nicht umsonst: Der blaue Planet.“ oder auch:“Als ich von dem schlimmen Folgen des Trinkens las, gab ich sofort das Lesen auf.“

Leider musste ich aus den vorgenannten Gründen auf eine Pina Colada zu 5,80 € oder einen Cuba Libre zu 6,80 € verzichten und begab mich flugs zum Restaurant, von denen es übrigens zwei im Hause gibt. Leider war es zu kühl, um den wunderschönen Blick von der Sonnenterrasse des Restaurants über Dresden länger zu genießen, so wandte ich mich dem infolge der langen Tischreihen für die Gäste der Weihnachtsfeiern entstandenen Charme eines Großraumbüros, der durch eine ansprechende Weihnachtsdeko etwas abgemildert wurde, zu und gedachte der alten Zeiten der Bergwirtschaft.
Der Wilde Mann in Sagen und Legenden sowie in der Vergangenheit

Wenn man den Namen des Berggasthofs richtig verstehen will, sollte man wissen, dass der Wilde Mann Erwähnung in vielen Sagen und Märchen der mittelalterlichen Literatur findet. Er wurde als ein mit großen Kräften ausgestatteter, stark behaarter, nackter oder nur mit Moos oder Laub bekleideter Einzelgänger geschildert.

Zu Beginn der Neuzeit, in der die Menschen in unbewohnte Gebiete vordrangen, wurde der „Wilde Mann“ zum Hüter der Bodenschätze, den es zu überwinden galt, um Reichtum zu erlangen. Der „Wilde Mann“ wurde so zum Namensgeber für Flurstücke und Berge, für Einrichtungen des Bergbaus und später auch für gastronomische Einrichtungen.

Wie kam nun der erste Gasthof zu seinem Namen? Nicht dadurch, dass der Silberbergbau in dieser Gegend weit verbreitet war. An den Hängen der Hellerberge entstand um 1860 das Weingut Wilder Mann und verdankt seinen Namen vermutlich der Sage, nach der das Areal am Ende des dreißigjährigen Krieges vom Kurfürsten an einen Einsiedler (Wilder Mann) verschenkt worden sein soll, nachdem dieser dem Landesherrn bei einem Raubüberfall das Leben gerettet hatte.

Erster nachgewiesener Besitzer war der Dresdener Bürgermeister Philipp Strobel. Bereits um 1690 gab es einen einfachen Bierausschank. Nach einem Umbau 1892 mit Saal und Gartenterrasse wurde der Wilde Mann zu einem beliebten Ausflugslokal. Nach dem ersten Weltkrieg wechselten mehrfach die Besitzer. Der Privatbesitz überstand Insolvenzen und Kriege, aber nicht die DDR. Bis 1991 wirtschaftete die HO den Rest in Grund und Boden. Die nach 1994 erfolgte Rückübertragung an die Erbengemeinschaft führte infolge mangelnder Investorennachfrage an dem verfallenen Gebäude zum Abriss 2005. An seiner Stelle entstand 2007 der familiengeführte Neubau eines Vier-Sterne-Hotels mit öffentlichem Restaurant.

Ein wenig beruhigt, dass uns unser damaliges Bergfest wohl kaum nachgetragen wurde, betrat ich das Restaurant.

Das Restaurant

Wir hatten Platz für 20 Personen bestellt und fanden ihn im hinteren Teil des Restaurants, der durch einige aufgestellte Raumteiler vom Rest abgetrennt war. So saßen wir unter uns und die lange Tafel war auch platzmäßig großzügig aufgestellt. Für den späteren Abend hatten wir ein gemischtes Buffet zu 20 € pro Person bestellt. Die Bedienung war sehr aufmerksam und freundlich und speziell für unseren kleinen Bereich da. Das Getränkeangebot war gut, zunächst wurde vorwiegend ein sehr würziges Hausbier in den Sorten Pils, Schwarzbier und helles Hefeweizen geordert, je 0,5 l zu 1,80 € bzw. das Weizen zu 2,80 €. Das Tafelwasser kam zu 0,5 l ebenfalls 1,80 €, analog diverse Softdrinks. Kaum war ein Glas leer, stand ein aufmerksamer Geist zur Seite und fragte unaufdringlich nach weiteren Wünschen.

Der gute Service war offensichtlich. Als unangemeldet ein Notebook mit Beamer zur Vorführung alter Erinnerungsfotos auftauchte, waren blitzartig ein passender Tisch und Verlängerungskabel zur Hand und nach Gebrauch wieder verschwunden.

Das Buffet überraschte uns zu dem bereits genannten Preis reichlich mit:

Kalten Speisen

Gemischte Aufschnittplatte mit verschiedener Wurst und Braten aus eigener Herstellung
Käseauswahl garniert mit Trauben
Butter und Brotkorb

Salate

Bohnen-, Gurken- und Tomatensalat mit hauseigenem Dressing

Suppe

Waldpilzsuppe mit knusprigen Croutons

Warme Speisen

Pangasiusfilet auf Blattspinat mit Sauce Mornay gratiniert
Kleine Schweinelachssteaks auf Kräuterrahmchampignons
Duftreis, Petersilienkartoffeln und Kroketten

Desserts

Saisonaler Obstkorb
süße Miniaturen, Petit Fours
Auswahl von Kuchen aus unserer Hausbäckerei

Eine leckere Auswahl in reichlicher Menge. Der Service blieb seinem Standard treu. Besteck war entsprechend der möglichen Speisenfolge eingedeckt, Teller ausreichend am Buffet. Kaum war ein Teller am Platz geleert und das Besteck aufgelegt, schon wurde gefragt, ob abserviert werden darf. Das ging blitzartig. Auch neues Besteck wurde bei Bedarf sofort nachgelegt. Die Aufmerksamkeit des Personals beeindruckte. Zum Dessert bestellte ich mir einen Espresso zu 1,80 €, das schien hier wohl der Standardpreis zu sein.

Als wir dann zur Unterhaltung übergingen, schaute ich in die Weinkarte und wählte einen Schoppen Merlot aus dem Languedoc zu 3,80 €, bei dem ich auch blieb. Interessiert warf ich einen Blick in die Speisekarte, um für meinen Bericht ein paar Informationen zu gewinnen, denn nicht jeder wird gleich ein Buffet bestellen wollen. Hier einige Beispiele für das preiswerte Angebot:

Sächsische Kartoffelsuppe mit Scheiben von hausgemachten Knackern 1,80 €
Folienkartoffel mit Lachstartar, Sauerrahm und kleinem Salat 6,80 €
Schweineschnitzel Wiener Art mit Pommes und Salat 5,80 €
Rindersauerbraten an Apfelrotkohl und Kartoffelklöße 7,80 €.

Das möge genügen. Zu den hausgemachten Leckereien am Buffet noch ein kleiner Hinweis. Ganz neu im Angebot ist der Verkauf der hauseigenen Fleischerei nach Hause. Knacker, Lachsschinken, Leber- und Blutwurst werden neuerdings auch als Mitnahmeartikel angeboten. Hausmannskost im Darm oder auch Glas. Ziemlich geschäftstüchtig.

Interessant die Feststellung am Rande, das das große Restaurant rappelvoll war. Auf dem Parkplatz hatte ich zuvor zwei große Reisebusse gesichtet. Alle schienen sich ziemlich wohl zu fühlen. Die der Diashow unterlegte Musik mit anschließender Texteinblendung zu Gaudeamus igitur genossen wir ohne eigene Beteiligung, wir hatten nicht das Bedürfnis, das gesamte Restaurant für uns allein zu beanspruchen. Es wurde es ziemlich langer angenehmer Abend, nach den vielen Jahren hatten wir uns viel zu erzählen. Als wir dann feststellten, dass bis zum Frühstück nicht mehr allzu viel Zeit verblieb, beschlossen wir, die einmal bezahlten Betten wenigstens kurzzeitig zu nutzen.

Der Wintergarten

Erhebliche Zeit nach Sonnenaufgang erwachte ich und genoss die Wohltaten eines erfrischenden Bades. Der Druck auf die Fußsohlen begann allmählich den Druck im Kopf zu vertreiben und ich kleidete mich an, um mich auf die Suche nach dem als Frühstücksraum avisierten Wintergarten zu machen. Er fand sich im Untergeschoss und bot mir als erstes einen wunderbaren Ausblick auf die ebenfalls vorhandene Sonnenterrasse und das unter uns liegende, längst erwachte Dresden. Danach schweifte der Blick durch den ebenfalls gewaltigen Raum mit einem ebenfalls gewaltigen Frühstücksbuffet, das sich irgendwie mit der Preisangabe auf der Rechnung überhaupt nicht abgleichen ließ. Mein Innerstes sagte mir, überlasse den Kopf den kleinen Bohrhämmern und stopfe ihn besser mit ausreichend Nahrung und starkem Kaffee, damit er wieder zu seiner wahren Bestimmung findet. Ich bedauerte, für das lange Buffet nicht über Rollschuhe zu verfügen und begab mich somit auf Schusters Rappen zu den Auslagen. Auf der warmen Strecke wurden mir leckere Rühreier, gebratener Schinken und Nürnberger Bratwürstchen angeboten, auf der kalten ein reiches Sortiment an allem, was die Verwertung der Landwirtschaft so alles bot. Zahlreiche Sorten von Minibrötchen und Brot warteten darauf, belegt und verspeist zu werden, große Obstplatten lächelten den Liebhabern fleischloser Kost zu, wie auch diverse Müsli- und Saftautomaten. Ich füllte meinen Teller mit dem, was mir derzeit bekömmlich erschien und hatte kaum einen Tisch mit ähnlich schlaftrunkenen Gestalten erspäht, als schon eine junge Dame nach meiner Zimmernummer fragte. Ehe ich auf falsche Gedanken kam, fragte sie noch nach meinen Getränkewünschen und empfahl mir einen starken Mokka. Sie schien wohl sehr erfahren zu sein, was mir der Mokka kurz darauf bestätigte. Meine Lebensgeister und mein Appetit erwachten. Wir nahmen nicht nur Nahrung zu uns, sondern auch am Abend unterbrochene Gesprächsfäden wieder auf. Es wurde ein würdiger Abschluss des Treffens.

Mit bescheidenem Interesse nahm ich noch zur Kenntnis, dass der Wintergarten nicht nur als Frühstücksraum dient, sondern freitags ab 20.00 Uhr in ihm das Tanzbein geschwungen werden kann. Der Eintritt beträgt sagenhafte 3,00 €. Man zieht hier eben den Gästen das Geld nicht schon vor der Tür aus der Tasche. Mit Sonderveranstaltungen ist man hier generell rege, jeden Mittwoch ist Haxen- und Maßbiertag, wo die Haxe mit Sauerkraut, Klößen und Senf für 5,80 € zu haben ist, die passende Maß Bier dazu für 3,40 €. Wer davon noch nicht satt ist, kann dienstags zum Schnitzeltag anreisen, wo wöchentlich die Schnitzelvariationen wechseln. Ich kann nur noch einmal feststellen, ein sehr geschäftstüchtiges Haus, das auch für Tagungen bestens gerüstet ist..

Abreise und Fazit

Was bleibt noch viel zu sagen. Die Abreise verlief völlig unkompliziert, der Zimmerpreis konnte bar, mittels EC- oder Kreditkarte entrichtet werden und auch der Weg zur Straßenbahn verlief ohne Komplikationen. Ich konnte nur noch feststellen, dass ich auch ohne Zeitplanung schnell zu einer passenden Straßenbahn und einem Regioexpress nach Leipzig kam und gut gelaunt nach einem Abstecher über den Leipziger Weihnachtsmarkt in meinen Waldexpress stieg, um die heimatlichen Gefilde zu erreichen.

Das Studientreffen wie auch die Wahl des Veranstaltungsortes waren ein Volltreffer und ich kann sowohl dem Ausrichter, der Euch weniger interessieren dürfte, als auch der „Bergwirtschaft Wilder Mann“ fünf Sterne verleihen. Gerne wieder!


Bilder

für Bergwirtschaft Wilder Mann, Dresden
Titel - Bergwirtschaft Wilder Mann, Dresden
Bergwirtschaft Wilder Mann, Dresden
von ditho1911 ditho1911
Titel - Bergwirtschaft Wilder Mann, Dresden

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Kommentare

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  • suffocat 28.01.2012 19:30
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Toller Bericht, für den ich nur BH vergeben kann :))! LG Helmut

  • geistreich 10.01.2012 18:30
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Gut, dann wurde diese Bildungslücke bezüglich des Ursprungs des Namens "Wilder Mann" - ergänzend zu dem sonst ebenfalls einwandfreien Bericht - auch geschlossen. ;-) LG Karin

  • Antonia007 06.01.2012 12:50
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    TOP

  • chipad 01.01.2012 10:00
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    BH!

  • Finetta12 29.12.2011 12:38
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    dresden ist als reiszeile nächstes jahr geplant-für den wertvollen tipp ein bh

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