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Pro Schöner Ausblick / Imposantes Glockenspiel
Kontra für manche vielleicht der anstrengende Aufstieg / während der Renovierung nur teilweise zugänglich
Detailbewertung
| Preis-/Leistungsverhältnis | |
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| Anbindung | |
| Öffnungszeiten | |
| Spaßfaktor |
Als wir über Silvester ein paar Tage in Brügge verbracht haben, schauten wir uns auch einige Sehenswürdigkeiten in der Stadt an. So stiegen wir natürlich auch auf den Belfort, über den ich heute berichten möchte …
ALLGEMEINES ZU BRÜGGEDas belgische Städtchen Brügge liegt in der Region Flandern. Die Stadt sollte wohl jedem ein Begriff sein, denn es handelt sich um eine mit jährlich drei bis vier Millionen Besuchern sehr gut besuchte Stadt. Wer den Film Brügge sehen und sterben angeschaut hat, oder schon einmal dort war, wird mir vermutlich zustimmen, wenn ich behaupte, dass es sich bei Brügge um ein wirklich schönes Städtchen handelt. In Brügge leben 115 000 Einwohner – die sogenannten Bruggelingen – davon haben sich 25 000 Menschen im historischen Stadtkern niedergelassen, den man problemlos zu Fuß erkunden kann, da er nicht so groß ist. Im Stadtkern findet man nicht nur gemütliche, enge Gassen, sehr gut erhaltene Giebelhäuschen, Zunfthäuser und viele Kirchen, sondern hier ist es durch viele Restaurants, Cafés und Geschäfte auch sehr lebendig.
Reist man mit dem Auto an, so sollte man dieses unbedingt auf einem der Parkplätze abstellen und das Zentrum zu Fuß anschauen. In der Nähe des Bahnhofs aber auch unmittelbar in der Nähe des historischen Zentrums befinden sich viele ausgeschilderte Parkplätze und Parkhäuser.ALLGEMEINES ZUM BELFORT
Unmittelbar am Markt der Brügger Altstadt befindet sich die Sehenswürdigkeit, die wohl am auffälligsten ist. Mit seinem 83 Meter hohen Turm ist der Belfort oder auch Belfried nicht zu übersehen. Ein solcher Glockenturm ist typisch für die flämischen Städte aus dem Mittelalter und stellt ein Symbol der Freiheit und des Reichtums dar. Der Turm ist heute sicherlich das Wahrzeichen der Stadt Brügge, denn es gibt kaum ein touristisches Andenken, auf dem er nicht zu sehen ist.Auf dem Marktplatz am Fuße des Belfrieds gibt es ein bronzenes Abbild des Turms, das man erfühlen kann. Daneben gibt es Erklärungen und einen Stadtplan in Blindenschrift und zwar in vier Sprachen. Ich finde das ist eine schöne Idee, denn so können auch diejenigen, die den Turm nicht anschauen können, ihn trotzdem erleben.
Der Brügger Belfort wurde über mehrere Jahrhunderte gebaut. So stammt der untere Teil bis zu den stumpfen Ecktürmen aus dem 13. Jahrhundert, der Teil bis zu den spitzen Ecktürmen wurde im 14. Jahrhundert darüber errichtet und der achteckige Oberbau, der das Glockenspiel beherbergt wurde im 15 Jahrhundert oben auf gesetzt. Man kann den Turm bis zur Glockenstube des Glockenspiels, also bis fast ganz oben, besteigen.Der Bergfried gehört zum Bruggemuseum und ist eine der 12 Sehenswürdigkeiten, die unter diesem Namen zusammen gefasst sind. Man kann aber jede der Sehenswürdigkeiten einzeln aufsuchen und muss sich nicht alle ansehen. Manchmal gibt es aber günstige Kombiangebote, dazu später mehr …
DER AUFSTIEGSowohl aus dem Film Brügge sehen und sterben als auch aus meinem Reiseführer wussten wir bereits, dass es im Belfort keinen Aufzug gibt und man die 366 Stufen hinaufsteigen muss, wenn man die Aussicht über die Stadt genießen möchte. Dass der Turm also weder behindertengerecht ist, noch empfehlenswert für Menschen, die nicht gut zu Fuß sind, ist, sollte jedem klar sein. Andererseits ist das ja bei den meisten Türmen aus dem Mittelalter nicht anders und die Stufen hochzusteigen gehört ja auch irgendwie dazu. Wir bezahlten also den Eintritt und traten durch ein Drehkreuz ein. Es darf nämlich immer nur eine bestimmte Anzahl an Besuchern hoch steigen, damit es nicht zu voll wird. Also wird man gezählt, wenn man aufsteigt und wenn man wieder herauskommt. Als wir den Turm gegen 10:30 Uhr erreichten, war der Andrang noch sehr gering und wir mussten nicht warten.
Im unteren Bereich des Belfrieds, nach ein paar wenigen Stufen, gelangt man zunächst in die Schatzkammer. Diese ist aber nicht sehr spektakulär, sodass wir die Infotafeln lasen, uns aber nicht lange dort aufhielten, sondern weiter hinauf stiegen. Die Stufen sind als Wendeltreppe angelegt und aus Stein. Man sollte also gutes Schuhwerk mitbringen, damit man nicht ausrutscht und gut oben und wieder unten ankommt. Während die Stufen zur Schatzkammer noch breit sind, ist die Wendeltreppe wirklich schmal und man muss häufig stehen bleiben, wenn jemand entgegen kommt. Es gibt einen Handlauf an dem man sich festhalten kann, aber wenn man langsam aufsteigt, ist es nicht unbedingt nötig, sich festzuhalten. Die Stufen sind nicht sehr hoch – außer man geht ganz innen – sodass man relativ problemlos vorankommt. Allerdings sind die Stufen manchmal auch unterschiedlich hoch, sodass man mal eine etwas höhere oder tiefere Stufe zwischendurch erwischt. Kleine Kinder haben hier sicherlich auch ihre Mühe.Nach etwa 10 Minuten – wenn man schön langsam aufsteigt – erreicht man den mittleren Teil des Turms, auf Höhe der 220. Stufe. Hier befindet sich die Siegesglocke. Dabei handelt es sich um eine 5200 Kilogramm schwere Glocke, die nur zu besonderen Festen oder Nationalfeiertagen geläutet wird. Es gibt auch hier wieder Informationstafeln, die man lesen kann, während man sich für den weiteren Aufstieg erholt.
Kurz bevor man ganz oben in der Glockenstube ist – nach weiteren 5 bis 10 Minuten – erreicht man den Maschinenraum. Hier kann man die 9000 Kilogramm schwere kupferne Trommel des Glockenspiels bewundern. Das Glockenspiel läutet automatisch jede Viertelstunde und jedes Mal wird eine andere Melodie gespielt. Nur in der Zeit von 21 bis 7 Uhr wird es wegen der Nachtruhe abgeschaltet. Das Glockenspiel selbst besteht aus 47 Bronzeglocken, die zusammen 27 000 Kilogramm wiegen.Während unseres Besuchs wurde das Glockenspiel renoviert, sodass man nicht alles sehen konnte, was etwas schade war. Dies wirkte sich auch auf die Glockenstube aus. Normalerweise hat man von hier aus einen Rundumblick. Durch die Renovierung war jedoch die Hälfte der Glockenstube nicht zugänglich und wir hatten nur zu einer Seite hin die Aussicht. Das wurde uns jedoch zu Beginn gesagt und der Preis war deshalb ebenfalls ermäßigt. Allerdings sollten die Bauten eigentlich nur bis Herbst 2010 andauern, waren aber im Januar 2011 noch immer nicht abgeschlossen.
DIE AUSSICHTBei klaren Wetterverhältnissen hat man von der Glockenstube eine unheimlich tolle Aussicht. Man soll bis zu 12 Kilometer weit, also bis zur Küste, blicken können. Wir hatten mit dem Wetter allerdings kein Glück, denn der Himmel war grau, nebelig und so konnten wir nicht sehr weit sehen. Die Fenster in der Glockenstube sind mit Draht geschützt, sodass man sich nicht hinauslehnen oder etwas hinunterwerfen kann. Um Fotos zu machen, sind die Öffnungen aber groß genug, als dass man eine Kompaktkamera hinaushalten kann. Die Aussicht muss bei gutem Wetter wirklich toll sein, in unserem Fall, sieht man auf den Bildern, dass man einen schönen Überblick über die Stadt hat, aber mehr sieht man dann auch nicht. Trotzdem hat sich der Aufstieg gelohnt, wenn ich auch gerne noch einen Blick in die andere Richtung geworfen hätte.
Während wir oben waren, setzte das Glockenspiel ein, was natürlich sehr laut ist, wenn man direkt daneben steht. Als der erste Schlag ertönte, hielt ich mir die Ohren zu. Ich konnte immer noch genug hören und die Melodie erkennen, aber hatte so zumindest nicht das Gefühl, mir einen Hörschaden zuzuziehen. Mit Kindern würde ich darauf achten, die Glockenstube nicht zu betreten, wenn das Glockenspiel gerade läutet. Da dies jede Viertelstunde passiert, kann man es ja abpassen.DER ABSTIEG
Der Abstieg ging etwas schneller, war auch nicht so anstrengend, wie der Aufstieg, aber dafür muss man aufpassen, dass man nicht zu schnell die Stufen hinunter geht, denn sonst bekommt man einen leichten Drehwurm. Schon beim Abstieg merkten wir, dass seit unserer Ankunft ein paar mehr Besucher den Turm besteigen wollten, denn es kamen uns sehr viele Leute entgegen. So mussten wir häufiger anhalten und jemanden vorbei lassen. Nach 15 Minuten waren wir aber wieder wohlbehalten unten angekommen. Und schön warm war uns auch von den vielen Stufen.PREISE UND ÖFFNUNGSZEITEN
Der Belfort hat täglich von 9:30 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Bis 16:15 Uhr kann man noch Tickets kaufen, danach lohnt es sich nicht mehr, weil man für den Auf- und Abstieg sonst zu lange bräuchte und kaum Zeit für die Aussicht hätte.Das Besteigen des Turms kostet normalerweise 8 EUR für Erwachsene, Besucher zwischen 6 und 25 Jahren zahlen 4 EUR. Durch die Renovierung war der reguläre Preis jedoch gesenkt. So zahlten wir 6 EUR pro Person. Ich finde den Preis an sich in Ordnung, aber wenn man nur die Hälfte der Aussicht hat, sollte man vielleicht auch nur die Hälfte des Preises verlangen. Andererseits muss das Geld für die Renovierung auch irgendwo her kommen und somit soll es dafür keinen Punktabzug geben.
Möchte man viele oder alle Museen in Brügge besuchen, dann sollte man sich ein Kombiticket kaufen. Für 15 EUR (ermäßigt 5 EUR) kann man 3 Tage lang alle Sehenswürdigkeiten des Bruggemuseum besichtigen. Ein fairer Preis, wie ich finde.FAKTEN
BelfortÖffentliche Toiletten für 60 Cent gibt es im Innenhof des Belforts.
Weitere Informationen unter:FAZIT
Wer nach Brügge kommt, sollte unbedingt den Belfort besteigen, denn vom Turm aus hat man einen schönen Blick über die Stadt. Idealerweise klettert man an einem klaren Tag hinauf, aber auch bei Nebel und diesigem Wetter, wie wir es hatten, hat sich der Aufstieg gelohnt. Schade war, dass die Renovierungsarbeiten länger andauerten als geplant und wir so nur einen Teil der Aussicht genießen konnten. Da dies aber nicht immer der Fall ist, will ich dafür keinen Punkt abziehen und vergebe volle fünf Sterne und eine Empfehlung für alle, die sich vor vielen Stufen nicht fürchten …
Achtung, dies ist der erste Berichte des Autors
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yeppton 25.04.2011 08:25
t.schlumpf 18.04.2011 13:37
besser spät als nie ;o))
wuzelduzel 10.04.2011 01:44
Eierkuchen70 31.03.2011 23:02
duderally 31.03.2011 13:53