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Erfahrungsbericht

für Basel
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3 Sterne Basel - eine Reise wert?
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Empfehlenswert: Nein

Pro Schöne Altstadt

Kontra Bei schlechtem Wetter kaum Freizeitmöglichkeiten

Der Autor

catweazlecat Seit 11 Jan 2001

Reisen ist mein Leben, deshalb arbeite ich auch am Flughafen Frankfurt/Main. Ansonsten bin ich... mehr

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Am vergangen Freitag war es endlich soweit. Wir machten uns mit dem PKW auf den Weg nach Basel um dort unser Wochenende zu verbringen.

Natürlich haben wir uns vorab im Netz über die Stadt sowie die Freizeitmöglichkeiten informiert. Besonders hilfreich war dabei die Seite
www.basel.ch im Internet. Dort findet man viel Wissenswertes über die Stadt , die Freizeitmöglichkeiten, Hotels und Gastronomie.

Voller Erwartung fuhren wir also Richtung Süden, den Pass und einige Schweizer Fränkli im Gepäck, immerhin ist Schweiz ja quasi ausserhalb Europas ;-) (nix Euro-Land) und es gibt noch eine echte Grenze, die man erst einmal überqueren muss um ins Land zu gelangen.
Glücklicherweise fiel uns dann vor der Abreise noch ein, das man in der Schweiz ja für das Auto eine sogenannte Vigniette benötigt. Dabei handelt es sich um einen Aufkleber der an der Frontscheibe des Wagens angebracht werden muss um darauf hinzuweisen das der Fahrzeughalter die Strassengebühr von 27 Euro bezahlt hat. Diese Vigniette erhält man beim ADAC und sie gilt für ein komplettes Kalenderjahr. Leider gibt es dafür keine Vergünstigung – auch wenn man nur 1x in die Schweiz fahren möchte. Pech gehabt.

An der schweizer Grenze dauerte es etwa 10 Minuten um die Kontrolle der Grenzbeamten zu passieren. Übrigens kann man auch dort direkt noch die Vigniette fürs Auto kaufen, sollte man sie vergessen haben. Es gibt eine eigene Warteschlange für Autos ohne Aufkleber.

Das Basel direkt am Rhein hinter der Grenze liegt hatten wir ja schon auf der Strassenkarte gesehen. Tatsächlich sind es weniger als 2km bevor man den Rhein überquert und durch ein wenig ansehnliches Industriegebiet mit Chemiefabriken (Hofmann-La Roche u.a.) in Richtung Stadtmitte fährt.
Wir waren beide einigermassen geschockt beim Anblick der Industrieanlagen sowie des Verkehrs und der Baustellen, die in die Stadt führten.
Irgendwie hatten wir uns Basel idyllisch und ruhig am Rhein vorgestellt. So etwa wie Rüdesheim, nur grösser. Nunja, weiter ging es in Richtung Innenstadt um unser Hotel zu beziehen das sich sehr zentral am Heumarkt befand.

Das SAS Radisson Hotel in dem wir wohnten, ist für eine Basel-Besichtigung wirklich gut gelegen. Direkt vor dem Haus gibt es eine Strassenbahnhaltestelle, der Zoo und die Altstadt sind nur ein paar Schritte entfernt und somit gut erreichbar. Über das Hotel werde ich noch einen gesonderten Bericht verfassen.

Leider regnete es über das gesamte Wochenende mehr oder weniger stark wodurch unsere Freizeitplanung etwas ins Wanken geriet. Nichtsdestotrotz gingen wir am Freitagabend in Regenkleidung und mit Leih-Schirm vom Hotel auf unseren ersten Altstadtspaziergang vom Hotel bis zum Rathaus.
Was uns zuerst auffiel waren die fast menschenleeren Strassen und Gassen abends um 19.00 Uhr. Die Geschäfte schlossen wohl alle bereits um 18.30 – von wegen Servicewüste Deutschland – und auch die meisten Cafe’s und Restaurants erschienen irgendwie dunkel und leer.
Am Theaterplatz bemühte sich eine Live-Band im strömenden Regen um Zuhörer. Leider fast vergeblich. Die Strassen und Gässchen sowie die Fussgängerzone sind recht hübsch mit den alten Häusern und den kleinen verwinkelten Gassen.
Für den ersten Abend reichte es uns und wir gingen zurück ins Hotel.

Am Samstag sollte dann das grosse Besichtigungsprogramm losgehen. Der Wettergott meinte es leider noch immer nicht gut mit uns und liess es weiterrieseln. Also ab in die Regenjacke, den bereits liebgewonnenen Schirm unter den Arm und raus in den sommerlich feuchten August.
Mittlerweile hatten wir vom Hotel Infobroschüren sowie die „Basel-Card“ bekommen mit der man fast überall kostenlos die Museen und den Zoo besuchen kann. Einige Diskotheken und Bars bieten darüber ebenfalls Discount oder ein Freigetränk an.
Wir hatten uns einen ausführlichen Altstadtspaziergang vorgenommen sowie den Besuch des Baseler Münsters sowie einiger Museen, die man alle gut zu Fuss erreichen konnte und die uns als recht interessant erschienen.

Das Münster ist wirklich eine sehr imposante Kirche und liegt sehr zentral und schön am Rhein. Nach der Besichtigung ging es weiter zu Fuss um die Museen zu besichtigen die wir uns vorher bereits ausgesucht hatten. Wir wollten gerne ins Cartoon-Museum in der Karrikaturen uvm. gezeigt werden, die Papiermühle – in der die Geschichte und die Herstellung des Papiers gezeigt werden, das Anatomische Museum – mehr was für Hartgesottene, die keinen Ekel vor eingelegten Körperteilen haben sowie das Jean Tinguely Metallmuseum. Leider mussten wir am Cartoon-Museum feststellen das es leider nicht selbstverständlich zu sein scheint das – besonders am Wochenende – Museen von morgens bis abends geöffnet sind. Bis auf das Tinguely Museum hatten alle am Samstag Nachmittag nur von 14.00-17.00 Uhr geöffnet. Das anatomische Museum war leider sowieso nur Sonntags geöffnet. Damit waren unsere Pläne eigentlich schon fast erledigt. Klar war das wir nicht innerhalb von 3 Std. nachmittags die Museen besichtigen könnten und so entschlossen wir uns dazu das Metallmuseum auf der anderen Rheinseite zu besichtigen, da es ja erst 11.00 Uhr vormittags war. Wir machten also einen schönen Spaziergang im Regen durch die Altstadt zum Rhein hinunter. Dort überquerten wir den Fluss mit einer der dienst tuenden Fähren. Die Überfahrt dauert etwa 5 Minuten und kostet 1,20 Franken pro Person. Ist wirklich ein nettes Erlebnis und empfehlenswert.

Den Nachmittag verbrachten wir dann also im Metall-Museum, danach ging es per Bus und Strassenbahn zurück in die Stadt und ins Hotel.
Die öffentlichen Verkehrsmittel sind wirklich sehr zu empfehlen. Busse und Bahnen fahren in kurzen Abständen und man kommt wirklich sehr gut von Punkt A nach B. Zu den Kosten kann ich leider nichts sagen, da wir ein sogenanntes „Mobility Ticket“ vom Hotel bekamen. Damit ist eine kostenlose Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel möglich.

Da wir eigentlich noch nicht um 17.00 Uhr zum Abendessen gehen wollten und die Innenstadt ja nun bereits mehrfach zu Fuss durchspaziert hatten, überlegten wir uns ein Wellness-Center mit Sauna (den Temperaturen angemessen) zu besuchen, das in direkter Nachbarschaft des Hotels angesiedelt war.
Nennt sich Wellness-Parc und besitzt eine eigene Homepage unter www.wellnessparc.ch
Leider mussten wir auch da feststellen das es üblich ist diese Freizeiteinrichtung am Samstag bereits um 19.00 Uhr zu schliessen. Schade, wegen 2 Stunden wollten wir dann doch nicht die hohen Eintrittspreise bezahlen.

Die Freizeitgestaltung fiel uns stündlich schwerer. Kino wäre noch eine Möglichkeit gewesen, aber alle Filme in englischer Orginalfassung mit zweifachen Untertiteln in deutsch und französisch mochten wir uns dann doch nicht antun.
Bars und Bistros waren sehr viele geöffnet. Aber nachmittags von Kneipe zu Kneipe zu ziehen gehört auch nicht unbedingt zur bevorzugten Freizeitgestaltung.
Letztendlich spazierten wir um 18.00 Uhr in Richtung Rathaus um dort in einem Restaurant zu Abend zu essen und den Rest unseres Abends wieder durch ausgestorbene Gassen zurück zum Hotel zu schlendern.

Besonders um den Barfüsser-Platz und den Heumarkt herum gibt es sehr viele Bars, Bistros, Kinos und Diskotheken in denen sich offensichtlich die schweizer Jugend vergnügt. Erstaunt stellten wir fest das viele Raucher statt der üblichen Zigaretten Joints in den Händen hielten. Wir hatten fast das Gefühl in Amsterdam statt in Basel zu sein. Habe allerdings keine Ahnung ob der Genuss von Dope in der Schweiz erlaubt ist oder nicht.

Alles in Allem würde ich persönlich nicht mehr nach Basel fahren. Einmal ist genug und die Sehenswürdigkeiten – mal von den Museen abgesehen – kann man gut in ein paar Stunden zu Fuss erkunden. Sicher ist die Stadt bei Sonnenschein um einiges schöner und attraktiver und der Baseler Zoo soll auch einen Besuch wert sein.
Wenn man aber sowieso in der Schweiz Urlaub machen will, kann man sicher mal auf dem Weg weiter ins Land hinein Station in Basel machen um sich die Altstadt für ein paar Stunden anzuschauen.

Wir hatten uns die Stadt jedoch um einiges attraktiver und unterhaltsamer vorgestellt als ständig vor irgendwelchen verschlossenen Türen zu stehen.

Besonders eigenartig finde ich auch das ausgerechnet Sonntags fast alle Restaurants – ich denke mal Mc Donalds ausgenommen - geschlossen sind.
Wer das wohl erfunden hat?

Zum Schluss noch ein paar Anmerkungen zur Währung und den Preisen:

Für uns Euro-Zahler muss gesagt werden, die Schweiz ist ein recht teures Pflaster. Das Parken pro Tag liegt bei 25 SFR, ein Hauptgang im Restaurant zwischen 25-35 SFR, Dessert etwa 6-8 SFR, ein 0,3 Wasser etwa 3,90 SFR. Der Wechselkurs lag bei 10 SFR = 7 EUR.

Da soll noch mal jemand sagen unsere Preise wären hoch ;-)


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Kommentare

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  • nicki28 13.09.2010 18:34
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • jaros 22.04.2009 08:55
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Superhubert 06.12.2007 04:59
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • hacker3171 06.06.2004 21:36
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • macias 18.03.2004 23:38
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Nun ja, es gibt in der Schweiz wirklich spannendere Orte als gerade Basel. Doch die alle genauso teuer. Allerdings sind die Löhne im Verhältnis zu Deutschland ebenfalls höher - unter dem Strich sollte also etwa gleich viel bleiben. Ansonsten: das Pickerle heisst Vignette, nicht Vigniette... *g* Grüsschen aus dem Land der hängenden Mundwinkel (sprich: aus der Schweiz), macias

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