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Bad Tölz und Isarwinkel
Pro hoher Freizeitwert
Kontra trotz meines Fernwehs, meine Heimat
Hört man den Namen Bad Tölz, denken die meisten sicherlich an die Fernsehserie "Der Bulle von Tölz", an den Tölzer Knabenchor, an den Tölzer Schützenmarsch oder auch vielleicht an Thomas Mann, der hier einige Zeit verbrachte und Romane schrieb. Aber Bad Tölz und sein Umland haben viel mehr zu bieten, als z.B. nur eine Krimiserie!
Bad Tölz ist das Eingangstor zum schönen Isarwinkel und auch mein Geburtsort. Ich wohne als da, wo andere Urlaub machen.Ein wenig Geschichtliches...
In alten Chroniken werden erstmals Burgen im Isarwinkel erwähnt. Im Schutz dieser Burgen siedelten sich Flößer und Handwerker an. Denn hier kreuzten sich zwei wichtige Handelswege, die Isar, auf der Holz verschifft wurde, und die Salzstraße die vom Berchtesgadner Land (Bad Reichenhall) ins Allgäu führte.Nach einer furchtbaren Brandkatastrophe im Mittelalter ließ Herzog Albrecht III den Markt Tölz ganz in Stein wieder aufbauen. Es entstand die historische Marktstraße, die noch heute mit ihren aneinandergereihten Giebelhäusern und Freskenmalereien wohl einmalig in Bayern ist und oft als der "schönste Festsaal Bayerns" genannt wird. Fast am oberen Ende der Straße steht Kaspar Winzerer auf seinem Podest und blickt die Marktstraße bis zur Isar hinunter.
Durch den 30jährigen Krieg und die Pest wurde Tölz und sein Umland beinahe entvölkert. Im spanischen Erbfolgekrieg war Tölz der Mittelpunkt des Aufstandes der Oberländer Bauern. Sein tragisches Ende fand dieser in der Sendlinger Mordweihnacht 1705. Diesem Ereignis wird heute noch z.B. in Waakirchen, östlich von Bad Tölz gelegen, gedacht.Mit der Entdeckung der Jodquellen am Blomberg Mitte des 19. Jh. und der Eröffnung einer Eisenbahnlinie nach Tölz erhielt der Markt einen Aufschwung als Heilbad und wurde schließlich 1906 zur Stadt ernannt.
... wo liegt den nun Bad Tölz???Bad Tölz liegt nur 50 km südlich von München, eingebettet in eine wunderschöne Moränenlandschaft mit sanften Hügeln, Wiesen und Wäldern; mit kleinen Dörfern und Weilern in Oberbayern. Charakteristisch sind die barocken Dorfkirchen mit ihren Zwiebeltürmen und meistens mit einem typischen Wirtshaus gleich nebenan, wo die "Mannsbilder" früher und auch heute noch zum Frühschoppen einkehren.
Vieles ist von hier aus in kurzer Zeit zu erreichen, sei es, daß man einen Abstecher an den Gardasee unternehmen will oder kurz mal nach Tirol hinüberfährt.... was kann ich denn hier sonst noch unternehmen???
In unserem HEIMATMUSEUM erfährt man auf ca. 1500 m² mehr über die Stadtgeschichte, über die Flößer, über Bürgertum und Wohnkultur. Es sind auch Trachten, bemalte Tölzer Schränke und Truhen sowie ein Truhenwagen wie er bei der berühmten Leonhardifahrt benutzt wird, ausgestellt.Auch in Tölz gibt es ein MARIONETTENTHEATER. Es wurde bereits 1908 von einem hier ansässigen Apotheker gegründet.
Einige der alten Puppen sind heute im Heimatmuseum zu sehen.
Am Blomberg gibt es Deutschland längste SOMMERRODELBAHN und wer nicht zum Rodeln Lust hat kann hier oben auf dem Blomberg und dem Zwiesel herrlich wandern.
Und in Lenggries, südlich der Stadt, lädt das Brauneckgebiet Sommers wie Winters zu sportlichen Aktivitäten ein. Vielleicht auch schon bei dem einen oder anderen durch Martina Ertl und die "Wilde Hilde" bekannt.
Auch für Radtouren ist der Isarwinkel hervorragend geeignet, so kann man z.B. auf beiden Seiten der Isar nach Lenggries hinaufradln (keine großartigen Steigungen) oder sich nordöstlich halten und zum Kirchsee (Moorsee und Naturschutzgebiet) und weiter nach Dietramszell eine Tour unternehmen. Auch das idyllische Gaißachtal ist für einen Fahrradausflug bestens geeignet (Teil des Königsee-Bodensee-Radweges).
Im ganzen Umland gibt es natürlich noch viele weitere Möglichkeiten, seinen Tatendrang auszuleben. Auf dem Rücken eines Pferdes, bei Kutschfahrten (auch im Winter), beim Segeln und Surfen an einem der oben genannten Seen, wobei für die Surfer der Walchensee oder der Sylvensteinstausee (dafür wurde das Dorf Fall versenkt) vielleicht schon kein Geheimtip mehr ist.... und was passiert sonst so im Lauf eines Jahres???
Während des ganzen Jahres finden in der Marktstraße verschiedene Veranstaltungen statt. Besonders gut etabliert haben sich der zweimal jährlich stattfindende Töpfermarkt im Frühjahr und Spätsommer, sowie der Christkindlsmarkt.Beginnen wir aber vielleicht in der Faschingszeit. Immer im Januar findet in Gaißach das sogenannte "Schnablerrennen" statt. Hier müssen die maskierten Burschen auf einem hölzernen Schlitten über steile Hohlwege und eine Naturschanze ins Tal brausen. Zugelassen zu dieser oft höllischen Fahrt sind auch nur einheimische Gaißacher. Dieses Spektakel findet immer am dritten Sonntag im Januar statt.
An Josefi (19.März) beginnt dann die Starkbierzeit und gekostet werden kann dieses Starkbier dann z.B. in Sachsenkam in der Brauerei Reutberg.Am 1. Mai werden dann in den Dörfern der Umgebung die Maibäume aufgestellt und jeder Ort hätte dann gerne den höchsten des ganzen Kreises. Mit dem Brauch ist auch das Maibaumstehlen verbunden. Die Bäume werden von den jungen Männern Tag und Nacht bewacht, aber es passiert doch jedes Mal, daß einer gestohlen wird. Die Bestohlenen müssen Ihren Baum dann mit viel Bier und einer deftigen Brotzeit auslösen. Der Baum wird ohne technische Hilfsmittel, also nur mit Muskelkraft aufgestellt. Abends oder ein paar Tage später wird dann beim Maitanz weiter kräftig gefeiert.
Folgt man weiter im Jahr gibt es in vielen unserer bayrischen Dörfer und Städte Fronleichnamsprozessionen oder auch viele Trachtenumzüge und Gaufeste zu sehen.Im Juni gibt es bei uns dann noch vielerorts Sonnwendfeiern (Juni) auf den Bergen und auch im Umland. Ist man selbst im Tal geblieben leuchten diese Feuer ringsherum von den Bergen herab.
Den ganzen Sommer über gibt es dann wieder verschiedene Feste, z.B. Schupfenfest, Seefest, Isarfest, Inselfest ...Im Herbst, am dritten Sonntag im Oktober, gibt es in den Dörfern noch das Kirchweihfest (Kirta). Früher wurde Kirchweih am Namenstag des Kirchenpatrons abgehalten, die Bauern hatten jetzt ihre Ernte eingebracht und ihre Arbeit auf den Feldern erledigt. Dann werden Enten und Gänse geschlachtet und es gibt die Kirchweihnudeln, ein Schmalzgebäck. Als Kind konnte ich mich noch sehr gut an die "Kirta-Hutschn" erinnern. Ein langes und breites, an Ketten befestigtes Brett, auf dem die Mädchen saßen, und die Schaukel von den Burschen des Dorfes in Bewegung gebracht wurde.
Anfang November werden dann um den Namenstag des Hl. Leonhard herum in vielen Orten Leonhardiritte abgehalten. Bekannte Leonhardiritte finden z.B. hier in der Nähe in Benediktbeuern, Warngau oder in Kreuth statt.... und wo kehrt man ein???
In und um Tölz finden sich viele typische Wirtshäuser, einige will ich hier kurz nennen:In Tölz findet man z.B. das "Alte Zollhaus", das "Salettl" oder das "Alte Fährhaus". Letzteres sogar mit einem Michelin-Stern.
Unweit von Tölz befindet sich in Kirchbichl das Wirtshaus "Jägerwirt" mit kleinem Biergarten und bayrischen Gerichten. Viermal im Jahr ist Schlachtfest mit Schlachtschüssel und Kesselfleisch.Oder man begibt sich zum Kloster Reutberg in Sachsenkam, das Bräustüberl liegt exponiert auf einem Hügel mit schönem Biergarten und Blick über das Voralpenland. Unweit davon der Kirchsee, ein Moorsee. Sehr stark von Münchner frequentiert, aber im hinteren Teil schöne Badestellen (mein erster Tag 2000 14.Mai, letzer Tag Mitte Oktober) und schon früh warmes Badewasser oder im Winter auf dem zugefrorenen See gibt es einige Aktivitäten wie Eisstockschießen, Fahrradfahren??? etc.
Man könnte die Liste der Restaurants beliebig weiterführen, aber lernt doch die Landschaft und die Besonderheiten des Tölzer Landes und des Isarwinkels mit den kleinen Dörfern, Weilern und gemütlichen Gasthäusern auf einer Tour selbst kennen und findet vielleicht auch noch Unbekanntes heraus.
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kinddersonee 09.04.2006 12:26
BlackOzean 06.04.2003 17:19
Tappimal1 20.10.2002 00:51
store_troll 20.02.2002 23:54
Winfried Koelsch 13.02.2002 22:30
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