Nach einer wundervollen, spannenden und interessanten Rundreise durch Namibia, verbrachten wir noch drei Tage auf der Auas Game Lodge, von der ich Euch heute erzählen möchte.
DIE LAGE
Anfangs über eine ausgebaute Straße, später dann über ca. 20 km Piste geht es von Windhoek aus bis zur Auas Farm. Eine dreiviertel Stunde benötigten wir für die Fahrt zur Auas Game Lodge, die in einer landschaftlich wirklich wunderschönen Gegend in den Auas-Bergen auf einer Höhe von etwa 1800 m inmitten der Dornbuschsavanne liegt.
Die Aulas Game Lodge ist zu erreichen unter Tel: +264 (0)61 240 043, Fax: +264 (0)61 248 633, Email: auas@iafrica.com.na oder P.O. Box 80887, Windhoek, Namibia
DER ERSTE EINDRUCK
Unser erster Eindruck der ***-Lodge war überaus positiv. Der Blick auf den recht großen Pool, die Liegewiese, den überdachten Außenbereich und die in einem separaten Gebäude untergebrachten Zimmer, der erste Blick auf die hübsche Bar und den kleinen, aber recht gemütlichen Speisesaal gefielen uns sehr gut. Wir wurden sehr freundlich empfangen, waren von der Lodge, die sehr sauber und gepflegt auf uns wirkte, sehr angetan. Unsere Zimmerschlüssel lagen schon längst bereit und wir konnten sogleich unsere Zimmer beziehen. Auch ein Tagungsraum für bis zu 30 Personen ist vorhanden. Ebenso findet sich im Hauptgebäude ein Fernseher für diejenigen, die auch im Urlaub über das Neueste aus der Heimat informiert sein wollen.
UNSER ZIMMER
Natürlich ging es erst einmal in unser Zimmer um unser Gepäck loszuwerden und das Nötigste aus den Koffern auszupacken. Insgesamt sind auf der Auas Game Lodge 16 Doppelzimemr vorhanden. Alle Zimmer verfügen über ein Bad und eine kleine Terrasse vor dem Zimmer, die von den Nachbarn durch Trennwände abgeschirmt ist. Die Zimmer sind stilgerecht und sehr angenehm eingerichtet. Einenr Fernseher sucht man hier vergebens - aber das darf man auf einer Lodge meiner Meinung nach auch nicht wirklich erwarten. Und wer unbedingt fernsehen möchte, kann sich dafür in den Fernsehraum begeben. Weiterhin fanden sich im Zimmer noch Föhn, Telefon sowie der obligatorische Wasserkocher zur Kaffee-/Teezubereitung.Au der linken Seite des geräumigen Zimmers befand sich genügend Ablagefläche (wenn ich an unser Chaos dort denke, dann war es schon fast zuviel Ablagefläche ;-), Spiegel, separate Kofferablage und einen Schrank mit genügend Kleiderbügeln. Auf der rechten Seite des Zimmers befanden sich zwei Stühle und ein kleiner Tisch, an der Wand standen die beiden, nicht zu harten und nicht zu weichen Betten mit seitlichen Ablagen, auf denen sich zusätzliche Lampen befanden. Das ausreichend große Bad war zwar recht schmal, dafür aber sehr lang. Auch hier gab es genügend Ablagefläche. Sowohl unser Zimmer als auch das Bad wirkten gepflegt und (was mir noch viel wichtiger ist) sehr sauber. Holzschalen und kleine (geschmackvolle) Dekofiguren gaben dem Zimmer den leicht afrikanischen Stil. Die Zimmer möchte ich insgesamt als sehr gut bewerten, nichts fehlte uns hier und wir fühlten uns wohl. Übrigens waren in den Zimmern auch Heizungen vorhanden - auf 1800 m kann es nachts schon ziemlich kalt werden. Unsere Nachbarn stellten die Heizungen sogar an - ich hingegen begnügte mich nachts mit einer zusätzlichen Wolldecke. Die Fenster waren zusätzlich mit Insektengittern versehen, so dass man die Fenster auch kippen konnte, ohne Angst zu haben, dass Moskitos oder sonstiges Ungeziefer herein kam. Auch die Tür konnte man dank einer zusätzlichen ebenfalls mit Insektengitter versehenen Tür offen lassen. Auf der Terrasse vor dem Zimmer befanden sich ebenfalls zwei Stühle sowie ein kleiner Tisch.
„Auf Anfrage können wir natürlich auch ein Kinderbett mit in das Zimmer stellen. Für Familien lassen sich jeweils zwei Zimmer als Suite über eine Verbindungstür zusammenlegen.“ heißt es auf der Website der Auas Game Lodge.
WANDERWEGE
Bei der Ankunft drückte man uns eine kleine, einlaminierte Wanderkarte im DIN-A-5-Format in die Hand. Die verschiedenen Wege - von gerade einmal einem bis zu 7 oder 8 km waren hier farblich markiert. Am nächsten tag stand einer der Wege auf unserem Programm. Dank der Karte war es auch kein Problem den richtigen der Wege zu finden. Ohne die Karte sollte man sich vielleicht nicht unbedingt auf den Weg machen, denn das Lodge-Gelände ist mit über 10.000 Hektar doch schon recht groß und hier besteht durchaus die Möglichkeit sich zu verlaufen. An der Rezeption bekamen wir noch den Hinweis unbedingt eine Kopfbedeckung und Wasser mitzunehmen. Auch bat man uns hier Bescheid zu geben welchen Weg man laufen wolle, falls man einen der längeren Wege machen würde. Es macht wirklich Spaß die Gegend auf eigene Faust zu erkunden, die Landschaft auf sich wirken zu lassen und mit ein ganz klein wenig Glück auch verschiedene Tiere beobachten zu können. Springböcke und Kudus sahen wir auf unserem Weg. Und plötzlich stand auch ein Strauß nur zwei, drei Meter vor uns. Er wirkte allerdings ebenso erschocken wie ich. Wir und der Strauß setzten unsere Wege dann in die entgegen gesetzte Richtung fort. Es ist schon spannend alleine seinen Weg durch die Wildnis zu machen - sei es bis zum Affenfelsen oder entlang der Gnu-Route.
Unseren recht frühen Abendspaziergang (es wird bereits um halb sechs dunkel) machten wir zum großzügigen Leopradengehege, das nur einige Gehminuten entfernt lag. Leider konnten wir die zwei darin untergebrachten Tiere nicht entdecken - aber wir hörten sie. Auf dem Weg dorthin sahen wir außer einer Warzenschweinfamilie, die vor uns den Weg überquerte noch jede Menge Springböcke.
Auch ein Krokodilgehege war in unserer Karte eingezeichnet. Dort stand allerdings die Gehegetür offen und ich gehe nicht davon aus, dass das Krokodil ebenfalls spazieren war, sondern nicht mehr existiert. Eigentlich wollte ich an der Rezeption nachfragen, habe es dann aber vergessen.
Die Idee der Wanderwege gefällt mir sehr gut. Hier hat man somit auch genügend Abwechslung, wenn man längere Zeit auf der Lodge verbringt. Zebras, Warzenschweine, Gnus, Giraffen, Paviane, Strauße, Schakale und sogar Geparde gibt es übrigens auf dem Gelände… Und je nachdem, welchen der Wanderwege man läuft, hat man Chancen diese Tiere zu sehen.
DAS FRÜHSTÜCK
Abends wurde man gefragt, wann man morgens frühstücken wollte. Dass wir gegen acht Uhr frühstücken wollten kam gut an, denn das Personal beginnt seinen Arbeitstag um sieben Uhr. Mein Favorit beim Frühstück war die Quark-Joghurt-Mischung mit frischem Obst. Ansonsten wurde verschiedene Cerealien, Wurst, Käse, Marmeladen, verschiedene Teesorten und Säfte angeboten. Eier in allen Variationen mit oder ohne Speck bekam man frisch zubereitet und serviert. Man musste sich hierzu nicht ans Personal wenden, sondern wurde sofort danach gefragt. Der Kaffee wurde in Warmhaltekannen serviert und bei Bedarf gab es sofort frischen Kaffee. Der Service war ausgezeichnet und sehr freundlich.
Das einzige, was evtl. verbesserungswürdig wäre, wäre die Anschaffung eines weiteren Toasters. Ist eine größere Reisegruppe anwesend, dann kann es beim Frühstück mit nur einem Toaster durchaus zu Engpässen kommen, denn Reisegruppen frühstücken meist gemeinsam.
DAS MITTAGESSEN
Während unserer letzten drei Tage auf der Lodge hatten wir im Gegensatz zu unserer Rundreise Vollpension. Das Mittagessen konnten wir aus der Mittagskarte der Lodge auswählen. Fünf oder sechs verschiedene Gerichte wie Toast, Penne Arrabiata und Fish & Chips befanden sich auf dieser Karte. Unser Favorit war der Toast Polonaise, ein mit einer Art Geflügelsalat und Käse überbackener und leckerer Toast. Das Mittagessen wurde schnell serviert und auch hier war der Service ebenso gut und freundlich wie bei den übrigen Mahlzeiten. Zwar hieß es in unserer Reisebeschreibung „Die Mahlzeiten werden in Büffetform serviert“, aber angesichts der Tatsache, dass wir anfangs zu viert, am letzten Tag sogar nur zu zweit waren, ist das natürlich nicht möglich. Ich könnte mir aber vorstellen, dass sich so mancher Gast hierüber beschwert ;-)
DAS ABENDESSEN
An den ersten beiden Abenden (wir waren nur zu viert) bekamen wir entgegen der Aussage in unserer Reisebeschreibung kein Büffet, sondern ein sehr, sehr leckeres Menü. Die Speisen waren sehr schön appetitlich angerichtet und schmeckten ganz hervorragend. Besonders gut schmeckten mir die fruchtige Tomaten-Ingwersuppe und die leckeren Oryx- und Kudu-Steaks. Der Service war wie gewohnt gut, freundlich und sehr aufmerksam. An unserem letzten Tag auf der Lodge war neben einer Familie mit Kind noch eine über 20-köpfige Reisegruppe eingetroffen. Abends gab es also ein Büffet. Und auch das war ausgezeichnet. Nach einer leckeren Suppe und verschiedenen Salatsorten gab es Braii - wie das Grillen in Namibia und im benachbarten Südafrika - genannt wird. Der Koch selbst servierte und wir konnten ihn bei dieser Gelegenheit erfreulicherweise einmal persönlich für seine Kochkünste danken. Der Koch, Gerson war sein Name, freute sich darüber. Was es als Nachspeise gab, weiß ich nicht mehr, denn die Nachspeisen haben wir zugunsten des leckeren, gegrillten Steaks ausfallen lassen.
„Für das leibliche Wohl sorgt unser Küchenchef mit seinem Team. Sie servieren Ihnen täglich frische, vielfach selbst angebaute, einheimische Spezialitäten, zubereitet nach internationalem Standard.“ Heißt es auf der Website der Lodge und dem kann ich nur zustimmen. Apropos „selbst angebaut“. Direkt hinter dem Haupthaus entdeckten wir einen kleinen Garten, indem verschiedene Gemüse und Salate angebaut wurden. „Wenn Sie einmal einen Sonderwunsch haben oder eine bestimmte Diät einhalten möchten - unser Küchenchef freut sich darauf, Ihnen das Gewünschte zubereiten zu dürfen!“ heißt es weiterhin - und auch wenn wir keine Sonderwünsche hatten, bin ich überzeugt, dass dem tatsächlich so ist.
SPEISESAAL UND BAR
Die Mahlzeiten wurden entweder auf der Terrasse (Mittagessen) oder im Speisesaal eingenommen. Der hübsche, kleine Speisesaal verfügt über schlicht-moderne Tische und Stühle, hübsche, moderne Gemälde im afrikanischen Stil an den Wänden, einen Kamin, eine zusätzliche Heizung (die am ersten Abend auch eingeschaltet wurde) sowie ein Regal, in dem sich genügend Lesestoff in verschiedenen Sprachen befindet.
Gleich neben dem Speisesaal, direkt am Eingang des Hauptgebäudes befindet sich linkerhand eine kleine, gut ausgestattete Bar. Sollten alle Zimmer belegt sein und alle Gäste gleichzeitig zur Bar wollen, könnte es dort allerdings schon ein klein wenig eng werden. Allerdings gehe ich davon aus, dass dies eher selten der Fall ist.
GAME DRIVE
Bei unserer Ankunft wurden wir informiert, dass auch ca. 2- bis 2,5-stündige Game Drives gebucht werden können. Der Preis betrug pro Person ca. 25,-- Euro, was uns als durchschnittlich und keinesfalls überteuert erschien. Jeeps standen hierfür zur Verfügung. Allerdings hatten wir kurz zuvor knappe drei Tage im Etosha-Park verbracht und verzichteten daher auf diese Unternehmung. Die an unserem letzten Tag eingetroffene Reisegruppe jedoch machte diese Fahrt über das Lodge-Gelände und war damit auch zufrieden.
QUAD-TOUREN & MOUNTAIN-BIKES
„Eine Attraktion sind sicherlich die geführten Quad-Touren. Sie werden mit den vierrädrigen Quad-Bikes an Stellen geführt, die selbst mit dem Geländewagen nicht mehr zu erreichen sind. Sie entscheiden, wie lange Sie fahren möchten, ob Sie irgendwo Halt machen möchten - zum Beispiel auf einem Hügel, um den atemberaubenden Rundblick zu genießen und gleichzeitig ein Picknick serviert zu bekommen.“ heißt es auf der Website der Game-Lodge. Da wir keine dieser Quad-Touren gemacht haben (wir wollten nach der Rundreise einfach nur etwas relaxen), kann ich auch zu den Preisen nichts sagen. Die Quads, die hinter dem Hauptgebäude standen, sahen allerdings gut aus und ich kann mir vorstellen, dass diese Touren wirklich Spaß machen. Auch Mountain-Bikes können von den Sportlichen ausgeliehen werden.
PREISE
Wir hatten unseren Aufenthalt pauschal gebucht und ich kann daher absolut nichts zu den Preisen sagen. Auch meine Recherche auf der Website sowie im Internet brachte mich nicht wirklich weiter. Hier finde ich nur Angebote für 4 Tage Vollpension (mit Flug ab Frankfurt) für ca. 1.200 Euro. Ich gehe aber einfach einmal davon aus, dass sich die Preise auf dem landesüblichen Niveau bewegen. Zahlen kann man auf der Lodge im Übrigen mit TUI Card, VI, MC.
TIMOR UND DIE SCHWEINE
Auch „Haustiere“ fanden sich auf der Auas Game Lodge. Bei unserer Ankunft machten wir sogleich Bekanntschaft mit den beiden niedlichen, freundlichen Warzenschweinen, die damit beschäftigt waren den Rasen neben dem Pool zu durchpflügen und sich von uns auch nur kurz ablenken ließen. Die Schweine sind zahm und können auch gestreichelt werden. Von den Resten meines Toasts waren sie hellauf begeistert, Käse, Brot und Schinken waren im Handumdrehen in den Schweineschnauzen verschwunden, nur die Tomate (vielleicht war es eine holländische ? ;-)) wollten die Beiden nicht so recht…Viel interessanter als die beiden Schweine war jedoch Timor. Timor, das drei Monate alte Erdmännchen, das auf der Lodge vom Besitzer gefunden wurde und nun vom Personal der Lodge aufgezogen und verwöhnt wird. Auch wir hatten viel Spaß mit dem freundlichen, kleinen, überaus verspielten Kerl. Mit so einem putzigen kleinen Kerl spielen ist wirklich toll und gehörte - trotz all der anderen Tiere auf dem Gelände - zu meinem persönlichen Höhepunkt. Er kam angerannt, ließ sich streicheln und umwerfen (daran hatte er besonders viel Spaß), rannte wieder ein Stückchen weg und kam erneut zum „Angriff“. Offensichtlich hatte der kleine Kerl ebenso viel Spaß wie ich.
FAZIT
Nicht nur als perfekter Abschluß einer Namibia-Reise ist diese Lodge zu empfehlen. Hier konnten wir nochmals alle gesammelten Eindrücke der Reise in der passenden Umgebung auf uns wirken lassen. Ich denke, dass die Auas Game Lodge auch der perfekte Beginn für den Start einer Tour durchs Land ist. Wir haben uns auf der Lodge sehr wohl gefühlt, fühlten uns willkommen und gut umsorgt. Auch wenn man sich hier mitten in der Wildnis befindet, ist für genügend Abwechslung gesorgt. Unser leider nur 3-tägiger Aufenthalt auf der Lodge war ebenso entspannend wie interessant und es kam keine Minute Langeweile auf. Mir gefällt, dass man hier verschiedene Tiere in ihrer ganz natürlichen Umgebung beobachten kann, dass man sich auf dem kompletten Lodge-Gelände frei bewegen kann, mir gefällt die Freundlichkeit und der professionelle und herzliche Service. Mir gefällt die Lage mit dem umwerfenden Blick über die Auas Berge und das besonders abends grandiose Licht, mir gefällt die angenehme, entspannende und lockere Atmosphäre - kurzum - uns gefiel hier wirklich alles und ich vergebe nun gerne fünf von fünf Sternchen und eine Empfehlung.