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Erfahrungsbericht

für Asien-Pazifik-Wochen, Berlin
Nächsten Bericht ansehen "Veranstaltung großer Klasse"
3 Sterne Asien für Europäer
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Empfehlenswert: Ja

Pro Vorträge und Vorführungen

Kontra nicht authentisches Straßenfest

Wer mich kennt oder mal einen Blick in mein Profil geworfen hat, weiß, dass ich sehr begeistert bin von Asien und nicht nur gern dorthin reise, sondern auch Südostasienwissenschaften sowie Geschichte Südasiens studiere. So sind natürlich Veranstaltungen wie die Asien-Pazifik-Wochen, wenn sie zudem noch in meiner Heimatstadt stattfinden, ein absolutes Muss.

Die Asien-Pazifik-Wochen gab es 1997 erstmals in Berlin, seitdem finden sie im Abstand von 2 Jahren statt. Sie widmen sich allen Ländern östlich von Pakistan und denen westlich von Japan, also dem ganzen asiatischen Raum und es gibt auch australische Marktstände.

Die Asien-Pazifik-Wochen gehen insgesamt fast 3 Monate und es finden immer um die 100-150 Veranstaltungen statt, von Diskussionenrunden über Vorträge hochrangiger Dozenten der Unis der asiatischen Länder bis hin zu Aufführungen ritueller Tänze und Bollywood-Film-Vorführungen. Das Ziel des Veranstalters ist es Neugier zu wecken, Informationen zu vermitteln und Hemmschwellen abzubauen.

Neben den ganzen Veranstaltungen, die über die ganze Stadt verteilt in Kinos, Säälen und vor allem im Haus der Kulturen der Welt stattfinden, gibt es auch noch ein kleines Straßenfest auf dem Schloßplatz in Mitte, das aber nur 3 oder 4 Wochen im August/September.
Das Fest ist für echte Asien-Begeisterte eher enttäsuchend.
Es gibt diverse Stände und Buden, an denen man Räucherstäbchen und Klamotten, die einem als „indisch“ verkauft werden (Indien war das Motto in diesem Jahr, außerdem ist es ja nach wie vor „in“). Also während die Räucherstäbchen noch authetisch nach indischem Tempel rochen, waren die Klamotten fast alle für einen deutschen Markt hergestellt. Keine indische Frau würde durchsichtige Blusen, Miniröcke oder ähnliches anziehen, auch wenn das ganze aus Saristoff gemacht ist (es steht überall drin „ich war mal ein Sari“, auf deutsch ;-)) und mit Spiegeln versehen ist. Auch sind die meisten Verkäufer aus Deutschland, die wenigen Asiaten, standen lethargisch in ihren Ständen. Ich dachte mir „was ist denn mit denen los, müssten sie nicht einem hinterher laufen, zeigen was sie alles haben und es anpreisen wie wild?“ so kenne ich es aus Asien zumindest. Kauft man etwas, kann man nicht mal um den Preis feilschen, was sind das denn für komische Inder ;-))
Das beste war ein indischer Marktstand mit Lederjacken, an dem groß Stand „Leder aus Europa“. Brauche ich dafür die Asien-Pazifik-Wochen?!
Urig und lustig ist jedes Mal die mongolische Jurte in der man Platz nehmen,Musik lauschen und etwas trinken kann.
Auch ansonsten wird immer für das leibliche Wohl der Besucher gesorgt, viele Stände mit Essen aus allen möglichen asiatischen Ländern, vorwiegend wieder Indien, aber auch China und Thailand, wird angeboten, allerdings zu sehr heftigen Preisen und obwohl Asiaten kochen, schmeckt es einfach nicht so wie dort. Voller Vorfreude orderte ich 2 Samosas, die hier recht teuer waren (3,50 Euro für eins) biß hinein, in der Hoffnung, die schmecken authentisch und was war?Es schmeckte irgendwie nicht, einige Gewürze fehlten und überhaupt...Auch das Curryhuhn für 5 Euro war kein wirklicher Genuss, wenn man was besseres kennt.

Aber nun mal zu den anderen Veranstaltungen. Bereits auf dem Schloßplatz gibt es immer einen Pavillon, der über das jeweilige „Motto-Land“ informiert, diesmal war es wie gesagt Indien, vor 2 Jahren China. Es sind eher oberflächliche Infos und die Übersetzungsfehler in den Texten lassen einen oft schmunzeln, aber es ist nicht schlecht gemacht.

Die Vorträge sind fast immer gut besucht und man trifft oft Leute, die man kennt (die Leute, die sich wirklich für Asien begeistern, scheinen nicht sooo zahlreich zu sein...;-)), schön sind auch die vielen Bollywood-Filme, die ja eigentlich immer gleich sind, aber dennoch immer wieder witzig.
Organisatorisch ist es immer recht gut gemacht, über Hefte, die in Cafés, Läden, aber auch in der Uni ausliegen, kann man sich informieren, was wann wo ist. Wer aber überall hingehen will, hat verdammt viel zu tun und kaum mehr Zeit für was anderes, manche Veranstaltungen, vor allem Vorträge sind auch schonmal vormittags in der Woche und es gibt auch Diskussionsrunden, die 3 Tage von morgens bis abends gehen.
Der Eintritt zu nahezu allen Veranstaltungen ist frei, wenn , beispielsweise für einen Kinofilm, Eintritt verlangt wird, ist er meist gering und beläuft sich auf einen Betrag von wenigen Euros.


Fazit:

Eine schöne Idee und ich geh da sicherlich auch immer wieder hin, vor allem zu den Veranstaltungen, sofern man eben genug Zeit dazu hat.Das Straßenfest gibt leider nur einen Überblick über das, was wir eben für typisch asiatisch halten und was sich gut verkauft.

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Kommentare

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  • togri 06.01.2006 12:11
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • MrTINN 14.02.2004 13:46
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • niehls0815 26.11.2003 13:42
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • rinitier 02.11.2003 02:00
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • aiyana 30.10.2003 18:20
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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