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Erfahrungsbericht

für Arles
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5 Sterne La Feria - Stierkampf in Frankreich
27 von 27 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro Atmosphäre, Flair

Kontra -

Der Autor

madcaddies Seit 30 Jul 2000

Aktuell: Muss wegen meinem Zivi-Job im Rettungsdienst relativ viel arbeiten und hab deswegen kaum... mehr

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Meine letzten Osterferien habe ich in der Provence, in Frankreich, verbracht. Genauer gesagt in Saintes-Maries-De-La-Mer in der Nähe von Arles. Ostern ist die Zeit, in der die ersten Ferias beginnen. Zwar kommt der Stierkampf eigentlich aus Spanien, er hat jedoch auch in Südfrankreich eine große Tradition. Der Grund dafür ist wohl vor allem, dass es in der Camargue neben den berühmten Flamingos und Pferden auch sehr viele Stiere gibt. Die größten Ferias werden in Nimes, Arles und Saintes-Maries-De-La-Mer gefeiert.
2-3 mal im Jahr finden diese statt. Die ganze Stadt befindet sich im Stierkampffieber. Dies bekamen wir bei einer Besichtigung von Arles mit. Überall hingen die Plakate für 'La Feria'. Da wir noch nie bei einem Stierkampf waren, beschlossen wir uns dieses Ereignis einmal anzusehen.
Obwohl an 3 Tagen insgesamt 6 kämpfe stattfinden war es verdammt schwierig noch Karten zu bekommen. Das besondere an Stierkämpfen in Arles ist, dass diese in der antiken römischen Arena stattfinden. Zwar ist diese teilweise mit Stahlgerüsten für mehr Tribünen zugebaut und verliert dadurch etwas an ihrem alten Flair, wenn aber die 20.000 Zuschauer ihre Plätze eingenommen haben, fühlt man sich wie ins alte Rom zurückversetzt.
Statt mit Gladiatoren beginnt der Kampf aber nun mit dem Einzug der Toreros und Picadores. Zuerst finden sich die Picadores in der Arena ein. Dann wird der Stier hineingelassen. Aus seiner Box, in der es sehr dunkel ist und in der er kaum etwas zu fressen bekam, kommt er nun in das gleißende Sonnenlicht der Arena, in der 20.000 Zuschauer erstmal laut aufschreien. Er weiß also kaum wie ihm geschieht und geht auf alles los, dass sich bewegt.
Die Picadores reizen den Stier nun mit rosa-gelben Tüchern und kleinen Lanzen, die sie dem Stier vom Pferd oder zu Fuß in den Rücken rammen. Hiermit wird der 'Toro', wie sie ihn immer wieder rufen, auf den Kampf mit dem Torero vorbereitet. Dieser betritt, prunkvoll gekleidet, mit der Muleta, dem roten Tuch, und einem Degen die Arena.
Mit der Muleta versucht er den Stier zu reizen, wenn dieser ihn dann angreift folgen die vielen 'Faenas', die bekannten Ausweichmanöver, die vom äußersts fachkundigen Publikum mit vielen "Ahhhs" und "Ohhhs" bedacht werden. Wenn der Torero schlecht ist, wird auch schon mal gepfiffen oder gelacht, bzw. der Stier bejubelt.
Wenn der Stier erschöpft ist, setzt der Torero zum Todesstoß an. Während der Stier auf ihn zugerannt kommt, versucht er den Degen durch den Rücken in Lunge und Herz des Stieres zu stechen. Ein guter Torero schafft es den Stier sofort zu töten. In diesem Fall spricht man von einem guten Stierkampf und der Torero bekommt als Zeichen der Anerkennung ein Ohr. Für sehr gute Kämpfe gibt es zwei Ohren und den Schwanz.
Bei insgesamt 6 Kämpfen hatten wir das Pech, dass auch ein sehr junger (18 Jahre) Torero kämpfen durfte. Er brauchte insgesamt 8 Versuche um das Tier zu töten. Für den Stier ist ein unerfahrener Torero natürlich eine große Qual...
Stierkämpfe sind für uns Mitteleuropäer natürlich sehr ungewohnt und für viele auch abstoßend. Für mich steht jedoch fest, dass es auch sehr schöne Stierkämpfe gibt, zumindest wenn der Torero sein Handwerk versteht.
Wer sich eine richtig gute Meinung über Stierkämpfe bilden will, sollte sich auf jeden Fall einmal eine Feria ansehen. Ich muss sagen, dass auch ich beim Gedanken an Stierkampf vorher eher abgestoßen war, aber die Kämpfe waren sehr interessant und ich werde mir auf alle Fälle noch mal einen ansehen.
Auch das Spektakel um die Kämpfe ist gigantisch. Um die Arena herum war ein großer Jahrmarkt und am Abend vor den Kämpfen fand das große 'Abrivado' statt. Dabei werden die Stiere durch die Stadt getrieben, wobei die einheimischen Jugendlichen vor den wilden Tieren her rennen. Für Touristen ist dies jedoch nicht empfehlenswert. Beispiel gefällig? - In Nimes wurde im Frühjahr eine deutsche Touristin beim Abrivado von einem Stier getötet...


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Kommentare

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  • nadine1978 28.03.2011 12:38
    Bewertete diesen Bericht als
    hilfreich

    Aber ein Stümper ist sicher noch schlimmer, da hast du wahrscheinlich recht... Schade ist nur, daß der Stier selber keinen Erfahrungsbericht schreiben kann - er würde sicher nur einen Pflichtstern geben...

  • nadine1978 28.03.2011 12:37
    Bewertete diesen Bericht als
    hilfreich

    Ist nicht auch ein erfahrener Torero eine Qual für den Stier ...?

  • XXmaxiXX 06.02.2002 08:50
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • tricolore 28.12.2001 12:16
    Bewertete diesen Bericht als
    hilfreich
  • gracia 02.12.2001 22:48
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
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