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Als Frau allein durch Argentinien
Pro nicht so gefährlich, wie man denkt
Kontra man muß sich halt "passend" zu benehmen wissen
"Ist das nicht ziemlich gefährlich?" bin ich immer wieder gefragt worden. Nein, wenn man sich an die wichtigsten Verhaltensregeln hält eigentlich nicht. Nachts am Frankfurter Bahnhof fühle ich mich weniger sicher.
Die wichtigsten Tips der Reihe nach (gelten auch, aber weniger für Buenos Aires, La Plata usw. als für die Provinzen und ganz besonders ländliche Gebiete):
1.) Spanischkenntnisse sind für jeden Individualtouri in Argentinien wichtig, aber für eine allein reisende Frau noch viel wichtiger als für alle anderen! Es genügt notfalls ein bißchen, und es muß auch nicht das argentinische Spanisch sein - die Argentinier sind da großzügig und geben sich im allgemeinen viel Mühe zu verstehen. Aber je mehr, desto besser.
2.) Blonde Haare? Macht nichts, habe ich auch (und viele argentinische Frauen auch, wenn nicht echt, dann gefärbt). Aber das ist dort drüben immer noch das Schönheitsideal schlechthin, das bedeutet: Die Männer pfeifen einem ziemlich oft hinterher, gerade in den Provinzen und auf dem Land. Das ist nicht abfällig gemeint, nehmt es also als Kompliment! Und schaut euch möglichst nicht nach den pfeifenden Männern um, dann signalisiert ihr erstens, daß ihr keine Argentinierinnen seid, und zweitens (hängt damit zusammen), daß ihr möglicherweise "leicht zu haben" wärt. Als ich nach einem Jahr aus Argentinien nach Deutschland zurückkam, habe ich mich empört umgeschaut, wenn mir ein Mann nicht hinterher gepfiffen hat. Ganz raspelkurze Haare fallen übrigens ziemlich auf, und zwar nicht unbedingt positiv.
3.) Kleidung: Gerade in ländlicheren Gebieten ist sexy Kleidung nicht (!) angebracht. Und: In Kirchen, gerade in den touristisch interessanten, wird man rausgeschmissen, wenn die Knie und Schultern nicht bedeckt sind (bauchfrei geht auch nicht).
4.) Argentinische Männer sind Machos, aber auch Gentlemen. Solange ihr sie also nicht heiraten wollt (dann landet ihr möglicherweise bei den drei K), seid ihr meist auf der sicheren Seite. Sich das Land zeigen und beraten lassen, auch mal 'ne Einladung zum Essen kann man ruhig annehmen (ein bißchen drauf achten sollte man, daß man nicht an professionelle Kofferträger oder Ausflugsveranstalter gerät - die wollen dafür bezahlt werden), solange es in der Öffentlichkeit ist (es sei denn, ihr wollt es unbedingt anders - seid aber darauf gefaßt, daß die Burschen dann bei ihren Freunden prahlen und ihr sehr schnell als "leicht zu haben" geltet, was von denen ganz und gar nicht als Kompliment gemeint ist).
5.) Ich bin in einem ganzen Jahr Argentinien und verschiedenen kürzeren Aufenthalten später nur ein einziges Mal übel angemacht und angetatscht worden. Das war von einem Mann, der wußte, daß ich Deutsche war (bei einer Argentinierin hätte er sich wohl kaum getraut, aber er dachte halt, deutsche Frauen wären leicht zu haben). In so einer Situation ist es ganz gut, wenn man sich irgendwo in der Öffentlichkeit befindet. Dann helfen zwei Dinge: Erstens drohen ("ich schreie" bis hin zu "ich weiß im Zweifel, wo ich hintreten muß") und zweitens andere Leute ansprechen und um Hilfe bitten. Es wird - gerade von Männern - meist geholfen. Allerdings (ist mir nicht passiert, habe ich aber gehört): Wenn ihr aufreizend angezogen seid, kann es euch passieren, daß man euch sagt, ihr hättet es doch gewollt (in dem Fall, von dem ich weiß, ist das sogar von einem Polizisten gesagt worden).
6.) Und was hilft vorbeugend? Gerade auf dem Land und in nicht touristisch erschlossenen Gegenden ein Ehering (muß ja kein echter sein) und ein Kettchen mit einem Kreuz um den Hals. Klingt banal und albern, ist aber ein guter Trick.
7.) Ich liebe Männer (oder besser: einen zur Zeit), aber trotzdem ein Tip für lesbische Frauen, die zusammen reisen: Zusammen ein Zimmer zu bekommen ist kein Problem, zumindest eins mit zwei Betten nicht. Aber außerhalb von Buenos Aires sollten ihr euch besser nicht offen lesbisch benehmen. Ich habe mal erlebt, daß ein (sehr offensichtlich) lesbisches Pärchen von einer Art "Menschenmeute" gejagt wurde, Männern, Frauen und Kindern. War übel mitanzusehen, und ich hätte nicht an ihrer Stelle sein wollen, konnte aber auch nicht helfen. Die beiden haben sich in ihr Hotel geflüchtet, wo sie dann auch ziemlich unfreundlich "rauskomplimentiert" wurden und dann sofort abgereist sind. Gerade auf dem Land ist in Argentinien die katholische Kirche noch sehr stark, und sie ist häufig (im wörtlichen Sinne) päpstlicher als der Papst.
8.) Und die für Frauen übliche Begrüßungsgeste, egal ob ihr (natürlich nur privat!) Männern oder Frauen vorgestellt werdet (bzw. wenn ihr sie schon kennt), ist natürlich ein Küßchen (ein einziges, nicht wie in Frankreich), und zwar auf die rechte Wange (besser gesagt: rechte Wange an rechte Wange). Wenn ihr das beherrscht, dann geltet ihr schon fast als "Ehreneinheimische", solange ihr euch sonst nicht total daneben benehmt.
So, wer noch mehr wissen will, liest entweder meine anderen Meinungen über Argentinien oder schickt mir eine email mit konkreten Fragen! Viel Spaß auf der Reise! Argentinien ist wunderschön!
Achtung, dies ist der erste Berichte des Autors
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Loris87 11.07.2008 10:45
Fleckerlspeis16 21.03.2007 14:47
DANKE! DAs ist schon mal gut zu wissen!!! ich fliege alleine ende April nach Argentinien. Muss dann noch 700km weiter fahren, nach La Pampa. Warst du dort auch? Liebe Grüße von SAbine
LadyM 30.07.2003 20:33
chwagner 20.08.2002 11:38
MariaMaria 05.07.2002 23:40