Glück im Unglück
16.08.2005
Pro:
Die modernste Stadt Perus
Kontra:
Sehr gefährliche Viertel
Empfehlenswert:
Ja
 Strangf
Über sich:
Mitglied seit:08.08.2003
Erfahrungsberichte:13
Vertrauende:1
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 42 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Auf meinem Trip nach Peru, wollten ich eigentlich zum berühmt berüchtigten Mirador de Condor um beim Sonnenaufgang die majestätischen Vögle beobachten zu können, um in Gedanken "El Condor Pasa" (frei: Der Kondor fliegt vorbei) singen zu können (das alle peruanischen Straßengruppen spielen ;-) ). In den vorherigen Tagen hatte ich weitere Backpacker getroffen, die mir alle meine bisherige Info bestätigten, dass sie von Arrequipa aus sich ein Taxi für einen Tag genommen hätten, was mir gerade Recht war, da meine Zeit leider knapp war und ich nur einen Tag dort verbringen konnte.
Am Busbahnhof in Arrequipa angekommen, war ich erst einmal heilfroh, dass mich mitten in der Nacht jemand vom Hostal "El Indio Dormido" abgeholt hatte, denn die Taxifahrer waren ziemlich brutal, haben einen beschimpft (einer hat sogar nach mir getreten), weil man ihren Service nicht wahrnehmen wollte!!! Aber im Hostal gleich ein böses Erwachen: Der Colca Canyon (das Kondorziel) wäre in der Nähe von Chivay und einfach 5,5 Stunden entfernt, was somit eine weitere Reise von 11 Stunden bedeutet hätte, bzw. eine Übernachtung in Chivay (um von dort aus ein Taxi zu mieten für einen Tag = 50 Soles)... Also musste ich leider die Kondore streichen.
Stattdessen war also ein Stadterlebnistag angesagt. Die Hostalbesitzerin war sehr nett, und hat mir einen Stadtplan gegeben, sowie die Viertel eingezeichnet, um die man einen großen Bogen machen sollte (und ich empfehle jedem, sich darüber in seiner Unterkunft Bescheid geben zu lassen), und ich machte mich auf, die Stadt zu besichtigen. Natürlich sollte man auch im Touristenzentrum nicht schlafen und auf Taschendiebe aufpassen, wobei der Verkehr eigentlich gefährlicher ist, weil die Autos grundsätzlich nicht für Fußgänger anhalten. Arequipa ist ziemlich jung, gerade mal knapp zweihundert Jahre, was sich sofort wiederspiegelt in der Bauweise der Gebäude, die weiß und mächtig und relativ europäisch aussehen (da ihr Gründer aus Spanien kam)... Außerdem bemerkt man augenblicklich, wenn man vorher schon andere Städte in Peru gesehen hat, das die Einwohner in Arequipa relativ mehr verdienen, denn es gibt weniger offensichtliche Armut und viele renovierte Häuser.
Am Besten nimmt man sich ein Taxi bis zum Zentrum, was einen nicht mehr als 4 Soles kosten darf (wenn der Taxifahrer das nicht akzeptiert, das Taxi wechseln).... Es ist wunderschön, sich die Sehenswürdigkeiten am Plaza de Armas anzuschauen (dem zentralen Platz), welche ein riesiges Kloster, die Kathedrale und einige Museen sind. Hinterher kann man sich dann relaxt auf die Terrasse eines der vielen Cafés setzen, um ein bisschen Sonne zu tanken, und das wuselige Treiben von oben beobachten zu können.
Das Klima ist in Arequipa ganzjährig wüstenähnlich, so dass man hier tagsüber keinen dicken Pulli braucht, sondern eher einen guten Sonnenschutz! Zum Mittagessen empfehle ich das erste Restaurant auf der linken Seite mit Dachterrasse in der kleinen Passage hinter der Kathedrale (ich habe leider den Zettel mit der Adresse verloren), auf der man eine himmlische Ruhe genießen kann, sowie Urlaubsflair (weil schön dekoriert mit Kakteen und Holzmöbeln) und gutes Essen (das Menü kostet etwa 20 Soles pro Person)!
Ich finde, dass man dies gut alles an einem Vormittag machen kann.. Der Nachmittag sollte für eine Tour in der Gegend um Arequipa genutzt werden. Da ich nicht so der Fan von Kirchen und alten Gebäuden bin (zumindest nicht, um dafür extra 4 Stunden im Bus zu verbringen), habe ich mich für eine Cabalgata entschieden (Pferdeausritt). Buchen kann man die Touren in den Reiseagenturen in der Straße vom Plaza de Armas Richtung Kloster, wobei man alle einmal abklappern sollte und vor allen Dingen handeln!!!! Meinen Ausritt habe ich schließlich für 40 Soles (für 4 Stunden) bekommen, wobei man wahrscheinlich ein bisschen mehr kalkulieren sollte, aber höchstens 25 USD. Der Ausritt führte dann durch riesige Maisanbaugebiete, die terrassenförmig angelegt sind und man hat eine wunderschöne Aussicht auf die drei Vulkane, die Arequipa umgeben. Außerdem kommt man an einem Inkafriedhof vorbei und kann einfach die Natur genießen und das Reiten selbstverständlich.
Wer mer Zeit hat, der kann den größten der Vulkane in einer Ganztagestour besteigen, was ich wohl gemacht hätte, aber leider.... Meiner Meinung nach ist Arequipa als Stadt in einem halben Tag erledigt, aber was die Gegend drumherum angeht, kann man wohl gut und gerne 3 Tage einrechnen (Colca Canyon, Vulkan, Landgebiet)!!!
Es war zumindest eine schöne Alternative zu den Kondoren, wenn auch nicht ganz so spektakulär! Das Nachtleben kann ich nicht beschreiben, da ich bereits um 20 Uhr wieder zurück nach Cusco gefahren bin.
Für die Unterkunft kann ich den "El Indio Dormido" wärmstens empfehlen, wenn auch nur für Leute, die einen billigen Schlafplatz suchen und keinen großartigen Komfort. Die Betten sind bequem, und es gibt 24h warmes Wasser, ein Luxus, den ich auf dieser Reise zu schätzen wissen lernte, sowie supernettes, aufmerksames Personal und Sauberkeit.... (http://members.tripod.com/h_indio_dormido/ => Preis: 15 Soles pro Person) VIEL SPAß BEIM REISEN!!!!
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18.08.2005 08:47
toller Bericht
16.08.2005 19:53
Toll, das würde mich auch noch interessieren! LG Konrad
16.08.2005 16:27
Hab leider bis jetzt noch immer nicht das Geld zusammensparen können, um mal nach Peru zu reisen ...