Ardennen

Erfahrungsbericht über

Ardennen

Gesamtbewertung (4): Gesamtbewertung Ardennen

 

Alle Ardennen Testberichte

 Eigenen Erfahrungsbericht schreiben


 


Eine Woche voll Kultur und Spaß

4  13.09.2004

Pro:
reizvolle Landschaft, Sehenswürdigkeiten,keine lange Anfahrt

Kontra:
Sprachprobleme, teuer, unbeständiges Wetter

Empfehlenswert: Ja 

pumilla

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:19

Diesen Bericht empfehlen auf Google+
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 77 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Unseren Sommerurlaub verbrachten wir in diesem Jahr in den belgischen Ardennen. Genau gesagt in Blaimont, einem Dörfchen in der Nähe von Dinant.
Wir, das waren mein Partner, zwei Teenis und ich. Eine schwierige Aufgabe für mich, denn der Urlaub sollte für alle ein Erlebnis werden. Da wir nur 7 Tage Zeit und ein begrenztes Budget hatten , hieß es schon im Vorfeld: planen und kalkulieren, um jedem gerecht zu werden.

ALLGEMEINES
////////////////////////////

Schon bei der Ankunft am Freitag Nachmittag waren wir überwältigt von der Schönheit der Region. Riesige Kuhwiesen, Pferdekoppeln und Wälder prägen die Landschaft.Sogar ein richtiges Kamel konnten wir auf einer Weide bestaunen ; was aber natürlich nicht typisch für die Region ist.
Die Maas schlängelt sich durch die Berge und bietet einen herrlichen Anblick. Spaziergänger und Radfahrer dürften hier allerdings nicht auf ihre Kosten kommen. Die bergige Landschaft in der Provinz Namur ist für ungeübte nicht immer leicht zu erkunden. Immerhin gibt es Straßen mit 15 % Steigung. Rad- und Fußwege sind nur selten zu finden. Wo denn auch, wenn links der Straße der felsige Berg in die Höhe ragt und sich rechts die Maas in ihrem Bett tümmelt !?

Die Ausflugsziele
////////////////////////////////


DINANT
-----------
Dinant, ein altes Städtchen mit zahlreichen touristischen Attraktionen, ist die Geburtsstadt von Alphonse Sax, dem Erfinder des Saxophons.Etwa 12 000 Einwohner leben in dem von Felsen umgebenen Ort.

Wer schwindelfrei ist, sollte unbedingt mit der Seilbahn auf die 100 m über der Stadt liegende Zitadelle fahren (19 € für 4 Personen). Hier hat man einen gigantischen Ausblick auf die Stadt und die Maas, die sich ihren Weg durch den Ort bahnt.

Wir entschlossen uns daher noch zu einer Bootstour von Dinant bis Falaen und zurück ( 16 €). Die Fahrt vorbei an den steilen Felsen der Ardennen und den schönen alten Häusern, die zum Teil in die Felsen gebaut wurden, dauerte etwa 45 Min. Leider sprach der Bootsführer nur französich und niederländisch; so dass wir nicht alles verstanden, was er über die Geschichte der
Ardennen erzählte. Dass Dinant eine Rolle im 2.Weltkrieg spielte, weiß ich noch aus dem Geschichtsunterricht. Dass die Felsen viele Verstecke für die belgische Bevölkerung bieten, habe ich aus den Erzählungen des Kapitäns erfahren.

Eine weitere Attraktion ist die Grotte La Merveilleuse (19 € für 4 P.) Sie ist bekannt wegen ihrer feinen weißen Tropfsteine und der Wasserfälle. Trotz der vielen Stufen ist die Grotte leicht zu begehen und eignet sich auch für einen Ausflug mit kleineren Kindern. Der Führer spricht französich, englisch und ein paar Brocken deutsch. Von ihm erfuhren wir, dass in einem der Säle alljährlich Saxophonkonzerte stattfinden. Schade, dass wir das nicht miterleben konnten. Denn ich kann mir vorstellen, dass das bei der Akkustik, die die Höhle bietet, ein unvergleichbares Erlebnis wäre.

Ein Essen in einem der zahlreichen Restaurants rundete unseren Ausflugstag ab. Leider sprach die Bedienung nur französisch und es gab keine deutsche Speisekarte. Trotzdem fanden wir alle das Richtige und es schmeckte uns ausgezeichnet. Die Preise liegen bei etwa 15 € pro Gericht.....nicht gerade wenig bei unserem schmalen Budget.
Dann machten wir uns aber schnell davon. Dinant ist nämlich sehr überlaufen. Besonders viele holländische Touristen tummeln sich in den engen Straßen. Die Außenbeschallung der Geschäfte bringt auch viel Unruhe in den Ort. Zu kaufen gibt es in den vielen kleinen Läden und Souvenierständen vor allem teuren Kitsch.

Falaen
----------
Auch der mittelalterliche Ort Falaen bietet einige Attraktionen. So stand als erste sine Besichtigung der Ruinen von Montaigle auf unserem Programm. Hier handelt es sich um eine alte Burgfestung aus dem 13- bis 16. Jahrhundert, die heute unter Denkm,alschutz steht. Bei strahlendem Sonnenschein hatten wir vom höchsten Punkt aus einen tollen Überblick auf die wunderschöne Landschaft. Leider ist die Ruine schon sehr verfallen und wird erst im Laufe der nächsten Jahre restauriert. Das angrenzende Museum zeigt aber auf anschauliche Weise wie die Burg einmal ausgesehen hat und wie man im Mittelalter lebte. Gekostet hat die Burgbesichtigung incl. Museumsbesuch 12 € für uns vier.
Damit der Sport nicht zu kurz kommt, haben wir auch eine Fahrt mit den Draisinen der Molignée unternommen. Diese viersitzigen Draisinen werden von 2 Personen per Pedalen angetrieben, während die anderen beiden entspannt die Landschaft genießen können. Auf Schienen führt der Weg entlang dem malerischen Molignée-Tal. Der Hin-Weg führte gemächlich bergauf....und so ließen wir die Kinder strampeln. Zurück ging es dann logischerweise bergab und wir Erwachsenen übernahmen nun das Strampeln. Trotz Meckerns merkten wir doch, dass es den Kindern großen Spaß machte; und so fanden wir die Kosten in Höhe von 14 € auch angemessen. Der Ortskern von Falaen bietet nur wenig Attraktives. Geschäfte sind kaum vorhanden. Trotzdem fanden wir eine nette Pizzeria und aßen uns für etwa 10 € pro Kopf richtig satt.

Han- sur Lesse
---------------------
Der Ausflug nach Han-sur-Lesse bildete den Höhepunkt unserer Reise. Von Blaimont aus fuhren wir etwa eine Stunde mit dem Auto.Dort wollten wir dann den Wildtierpark und eine Grotte besichtigen. Das angebotene Superkombiticket berichtigt zum Besuch des Tirparks mittels Safari-Bus , der Grottenbesichtigung und anschließendem Bauenhofbesuchs sowie dem Eintritt in ein Museum. Alles zusammen 16,25 € pro Person; also für uns vier 65 €. Für soviel Geld wurde uns aber auch viel geboten.
Zuerst ging es mit einem offenen Bus ins Wildgehege. Hier konnten wir viele verschiedene Tier bestaunen. Wildschweine, Hirsche, Rehe , Wölfe, Bisons Tarpans, Luchse, Braunbären und, und, und....wurden von allen Safari-Teilnehmern ausgiebig fotografiert. Der Fahrer machte viele Stopps und gab uns damit Gelegenheit die Schönheit der Natur zu genießen und zu fotografieren. Die Tiere scheinen sich dort allesamt sehr wohl zu fühlen, denn sie beobachteten uns nur gelangweilt. Mir gefiel der Bär am besten, aber auch die Wildschweinbabies fand ich sehr niedlich. Leider dauerte die Fahrt insgesamt nur etwa 90 Min. Die Erläuterungen des Safariführers wurden auch nur in Enlisch und französisch abgehalten und so erfuhr ich erst zu Hause, dass Tarpans die Urform der heutigen Pferde sind.

Nach einer Stärkung machten wir uns dann bereit zu einer weiteren Grottenbesichtigung. Die Grotte von Han ist weltberühmt und trägt drei Sterne im Guide Michelin.
Zuerst fährt man mit einem Zug vom Zentrum des Dorfes bis zum Eingang der Grotten. Dann leitet ein Führer die (leider viel zu große) Gruppe durch 3km lange Gänge und Säle. Riesige ,bis 7m hohe Stalagmiten versetzten uns in Erstaunen. Hier wurde mir bewußt, wie alt unsere gute Erde ist. Ein Stalagmit wächst nämlich in 100 Jahren nur wenige Zentimeter.

Beeindruckend war auch ein Ton-und Lichtschauspiel. Mystische Klänge und angestrahlte Tropfsteine verzauberten alle Anwesenden.
Zum Schluß brachte uns ein Boot auf einem unterirdischen Flußlauf zum Ausgang der Höhle.
Nur für dieses Erlebnis hat sich die Belgien-Reise gelohnt.
Zum Schluß besuchten wir noch das Museum der unterirdischen Welt. Hier bekommt man einen Einblick über Forschungsarbeiten und Ausgrabungen in dieser Region. Hier haben wir viel über Flora und Fauna der unterirdischen Welt erfahren. Zahlreiche Fundstücke bieten einen Einblick in die Vergangenheit.

Die Menschen
///////////////////////////


Die Einwohner Belgiens sind alle zuvorkommend und hilfsbereit. Leider spricht man in der Region selten Deutsch. Die meisten Touristen kommen wohl aus den Niederlanden oder aus Frankreich. Viele Belgier scheinen sich auch standhaft dagegen zu wehren ein wenig Englisch zu lernen. Da ich nur über wenig Französisch-Kenntnisse verfüge, war die Verständigung nicht immer leicht.

Das Wetter
/////////////////////


Unsere Reise fand in der letzten Augustwoche statt. Glücklicherweise hatten wir stets strahlend blauen Himmel bei etwa 25° C. Die Abende in den Bergen waren aber empfindlich kühl. Wie überall in den Bergen muß man in der Ardennen-Region aber stets mit plötzlichem Wetterwechsel rechnen.

Fazit
/////////


Obwohl und die Reise mehr als geplant gekostet hat, war es doch eine Woche voller wunderschöner Erlebnisse. Um alles Sehenswerte zu besichtigen sind 7 Tage allerdings viel zu wenig. Viele schöne Schlösser gibt es noch zu besichtigen, Brauereien könnten besucht werden, Klöster laden zu einem Besuch ein. Mutige könnten Kajak fahren oder an steilen Wänden klettern.........Aber wer weiß? Vielleicht führt uns der Weg noch einmal in die Ardennen.

Bilder von Ardennen
  • Ardennen Bild 70912 tb
  • Ardennen Bild 70914 tb
  • Ardennen Bild 70913 tb
  • Ardennen Bild 70918 tb
Ardennen Bild 70912 tb
Blick vom Boot auf die Maas
Diesen Bericht empfehlen auf Google+
Sponsoren-Links
Ihre Bewertung dieses Erfahrungsberichtes

Wie hilfreich ist dieser Erfahrungsbericht für Ihre (Kauf-)Entscheidung?

Bewertungsrichtlinien

Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
ShortBrini

ShortBrini

24.08.2006 00:26

da möcht ich auch mal gerne hin....Brini

VaniHH

VaniHH

07.08.2005 21:03

Toller Bericht über eine Region, die ich noch nicht wirklich gut kannte. Mich persönlich würde noch interessieren, wie es in den Region mit Unterkünften aussieht: gibt es auch kleine Pensionen, B&B bzw. Jugendherbergen? Oder nur touristisch teure Hotels? Ciao, VaniHH

Zabadac

Zabadac

10.11.2004 15:55

Netter Bericht über meine Wahlheimat. Ja nun, es scheint immer noch Leute zu geben, die glauben, die ganze Welt müsse deutsch sprechen ;-) Das Nicht-Englisch-Sprechen liegt aber eher an Faulheit als an Wissen. Besonders die jüngere Generation wählt gerne Englisch als Zweitsprache, da weder die Flamen französisch noch die Wallonen flämisch sprechen wollen. Es gibt aber einen kleinen Flecken nahe Aachen, wo eine deutschsprachige Minorität lebt - gerade mal 50000 Leutchen sind es, die deutsch als Muttersprache benutzen. Komm nächstes Mal auf einen Kaffee bei mir vorbei ...

Eigenen Kommentar schreiben

max. 2000 Zeichen

  Kommentar abschicken


Bewertungen
Dieser Erfahrungsbericht wurde bislang 3024 mal gelesen und von Mitgliedern wie folgt bewertet:

"besonders hilfreich" von (4%):
  1. VaniHH
  2. JanaLipy
  3. bopp

"sehr hilfreich" von (96%):
  1. Lady-Alexa
  2. Rumyana
  3. ShortBrini
und weiteren 71 Mitgliedern

Informationen zur Berechnung der Gesamtbewertung.