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Das Blech Auto

Erfahrungsbericht

für Andre Heller: Afrika! Afrika!, Mannheim
3 Sterne Afrika Feeling in Mannheim Bericht mit Bildern
72 von 72 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro eine tolle, rasante Show

Kontra viel Brimborium und Nepp

Detailbewertung

Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Sehenswürdigkeiten
Sicherheit
Gastfreundlichkeit

Der Autor

Lilliane Seit 31 Mrz 2001

Dieses Jahr geht jeder CIAO Cent an den Tierschutz! mehr

41 Mitglieder vertrauen mir

Afrika ! Afrika ! Mannheim

Afrika ! Das klingt schon spannend, selbst für eine Welt, in der der schwarze Kontinent nur ein paar Stunden mit dem Flieger entfernt ist. Addiert man dazu das Versprechen, original afrikanische Akrobatik, Musik und Tanz portofrei ins (damals gerade) verregnete Deutschland geliefert zu bekommen, umrahmt von einer tollen Show und stilvollem Ambiente, das einen in die Magie dieses geheimnisvollen Kontinents einführt, dann hat das einen ganz besonderen Reiz, dem man sich schwerlich entziehen kann.

Wir drei Weibsen - meine Mutter, meine Schwester und ich - überlegen schon seit Anfang des Jahres, ob wir diese so vollmundig angekündigte Show, von der so viel gesprochen wird, besuchen. Doch da ich schon vor einigen Jahren einmal böse entäuscht von einer André Heller Show (die damals für mich sündhaft teuer war) entäuscht wurde und auch heuer wieder so ein leicht bitterer Beigeschmack bei den Präsentationen war, haben wir uns dann ursprünglich doch entschieden, nicht hinzugehen und lieber einer anderen Show den Vorzug zu geben.

Doch wie das Leben so spielt, hatte ich großes Glück und habe just für diese Show in Mannheim zwei Karten gewonnen. Also haben wir unseren Weiberabend kurzerhand vorverlegt und haben uns einen schönen und erlebnisreichend Abend in "Afrika" gemacht.

Die Show an sich ist zwar überall gleich, aber ich werde gern auf die besonderen Gegebenheiten in Mannheim eingehen und beginne daher meinen Bericht mit

Anfahrt / Parkplätze / Lage
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Die Show in Mannheim findet auf dem Europaplatz statt. Das ist ein zentraler Anlaufpunkt, sehr gut sowohl mit den öffentlichen Verkehrsmitteln als auch mit dem Auto zu erreichen. Er liegt direkt hinter dem Planetarium, neben dem Technik-Museum und dem Louisenpark. Entsprechend gut zu erreichen sind die zahlreichen Parkplätze, die zur Abend-Veranstaltung sogar kostenlos sind. Von hier aus sind es nur ca. 150 m bis zum Europaplatz, der schon von weitem durch die aufgebauten Erlebniszelte beeindruckt, die sogar das Planetarium überragen.

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Europaplatz auch sehr gut zu erreichen. Verschiedene Straßenbahnlinien halten praktisch direkt davor. Entweder an der Haltestelle Luisenpark, Planetarium oder Technikmuseum. Hier halten auch Busse sowie Linienbusse aus ganz Europa, vor allem in Richtung Polen und Rumänien (für die, die es ganz genau wissen wollen und von weiter her kommen ;-)

Mit dem Auto kommt man direkt vom Autobahnzubringer Mannheim-Stadtautobahn / A6 am Europaplatz vorbei, bevor man in die eigentliche Innenstadt kommt. Von der Innenstadt kommend fährt man am Besten vom Nationaltheater aus am unteren Luisenpark entlang oder von Richtung Bahnhof aus über den Tattersall. Von Mannheim Zentrum / Quadrate bietet sich die Augustaanlage an. Alle diese Straßen treffen sich praktisch genau vor dem Europaplatz. Er ist also nicht zu übersehen.

Soweit zur Anfahrt. Verkehrs- und Parkplatzchaos gibt es also in Mannheim, anders wie wohl in anderen Städten, nicht. Doch kommen wir zur eigentlichen Show und beginnen wir mit dem, was man hier bei ciao allgemein als "Herstellerversprechen" bezeichnet wird.

Afrika ! Afrika ! - Was ist das für eine Show ?
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"Das magische Zirkusereignis vom Kontinent des Staunens."

So wird man auf der Website zur Show

www.africancircus.de

informiert. Es folgt ein kurzer Abriss der verschiedenen Darstellungen und ein Hinweis auf die radende Choreografie, die vielen Sänger und Tänzer. 150 Artisten und Mitwirkende auf der Bühne sollen es sein, alle in farbenprächtigen afrikanischen Kostümen. Mehr erfährt man hier erst mal nicht.

Das Ganze bleibt also diffus, erweckt die Neugier und macht heiß auf die Show. Dazu wirklich wunderschöne Bilder, die die Sehnsucht nach mehr wecken.

Unter dem Titel "kulinarisches Afrika" werden auch kleine Gerichte präsentiert. Auch diese sind auf der Website abgebildet. Was hier die gute alte Laugenbrezel zu suchen hat, kann man nur erraten. Doch natürlich soll der Gast ermuntert werden, etwas früher und hungrig zu kommen, um die afrikanisch angehauchten ("... und internationalen ...") Gerichte (vielleicht die Laugenbrezel?) und Coctails zu testen. Das ist ja auch ganz legitim bzw. kann erwartet werden.

Vorgestellt werden hier auch die Zeltpaläste, die in ihrer Anordnung an die nordafrikanischen Souks erinnern sollen. Hier verbirgt sich auch das VIP-Zelt Marrakesch, das Café Africain und die Kunstausstellung. Diese werden in vollmundigen Texten und schönen Bildern vorgestellt und machen Lust auf mehr.

Im "Afrika Shop" kann man - so denkt man zumindest - afrikanisches erwerben. Tatsächlich gibt es hier, zumindest im Internet, nur eine Auswahl von Artikeln zur Show (CD, DVD, T-Shirt, Modellautos und Gläser/Flaschenöffner von Golden Kaan (ist wohl ein Weingut ?)

Und damit man auch wirklich etwas gutes für Afrika tut, gibt es auch ein Hilfsprojekt für die "Art in Afrika" - Stiftung der UNESCO , die hier vorgestellt wird. Sage und schreibe 1 (!!!) Euro von jeder Eintrittskarte fließt als Förderung in diese Stiftung ....

Alles in allem ist die Website sehr aufwändig und mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Sie hält die Spannung hoch und macht richtig Lust auf die Show. Wenn man das so liest, ist Afrika ! Afrika ! ein echtes Muss.

Und was sagen die Kritiker ?
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Eins ist klar - seit die Show im Wiener Prater uraufgeführt wurde, überschlagen sich die Kritiker schier mit ihrem Lob. Hier ein paar Auszüge, die ich zitiere:

"Afrika ! Afrika ! Animiert das Publikum zum Sitze-Rausreißen."

"Wer Afrika erspüren will, muss in Hellers Zelt"

"...Königreich der Gaukler und Paradies der Lebensfreude ..."

"... ein Zirkustheater ..."

"Das Thempo ist atemberaubend. Die Biegsamkeit der schwarzen Körper schier unfassbar, die Virtuosität von Artisten und Jongleuren einzigartig. André Hellers neuer Geniestreich Afrika ! Afrika ! hat wie ein Blitzstrahl im novembernassen, winterdunklen Wiener Prater eingeschlagen.!"

"Man kommt fröhlicher, unbeschwerter, vielleicht auch glücklicher aus dem Zelt, als man hinein gegangen ist. Ein Besuch von Afrika ! Afrika ! sollte vom Artz verschrieben werden können. "

"Spätestens wenn sich aus einem Hexenkessel tänzerischer Prolog Schwertjongleure aus Ägpten jede Vernunft im Umgang mit Hieb- und Stichwaffen lachend zu leugnen scheinen, ist im Auditorium die Hölle los. Und in weiterer Folge wird von Fassungloser "Kinnlade-Runter" bis zur seelenvollen Heiterkeit so ziemlich alles auf der nach oben offenen Freudenskala durchgespielt."

"Mit Afrika ! Afrika ! tut Andre Heller dem Publikum den Künstlern und einem ganzen Kontinent etwas Gutes"

Soweit zu den Pressestimmen. Ich will sie erst mal nicht kommentieren - ich komme später noch darauf zurück. Doch ich möchte hier schon anmerken, dass genau dieses Presseecho uns ursprünglich davon abgehalten hat, denn doch Karten zu kaufen. Irgendwie war mir alles zu glatt, zu unsachlich und zu euphorisch. Ich bin jetzt sicher nicht jemand, der absolut an allem herumkritisieren muss. Aber ich bin kritisch und rede den Leuten nicht gern nach dem Mund - und genau so kam bzw. kommt es mir bei den Pressestimmen vor. Bei so viel Lobhudelei MUSS es sich ja um DAS Ereignis des Jahrhunderts handeln.

Schau ´mer mal !Preise und Buchung:
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Karten bekommt man auf vielfältige Art und Weise. Ich bestelle meine häufig im Internet, z.B. über Eventim.de. Wenn man sich die Show ergoogelt, bekommt man noch andere Anbieter, die die Karten verkaufen. Es gibt sie aber auch im Reisebüro und natürlich direkt an der Abendkasse. Hier lohnt es sich, vorher anzurufen und nachzufragen, ob noch Karten vorhanden sind, bevor man spontan loszieht.

Die Karten kosten zwischen 25 Euro (schlechteste Plätze, Kinder - gleiche Karte für Erwachsene 31 Euro) bis 91 Euro (diese Karten sind für Kinder und Erwachsene gleich. Die weitaus meisten Karten werden im Mittelfeld, zwischen 59 und 79 Euro, verkauft. An der Abendkasse sind die Preise etwas günstiger als bei Bestellung im Internet, wohl weil keine Gebühren dazu kommen.

Ich hatte ja zwei Karten (im Wert von je 59 Euro ! Dankeschön an den edlen Spender !) gewonnen. Da wir zu dritt waren, haben wir vorher telefonisch geklärt, ob noch Karten für den selben Termin vorhanden waren. Waren sie. Also haben wir an der Abendkasse eine dritte Karte dazu gekauft. Da es neben unseren Plätzen keine freien Plätze mehr gab, haben wir eine Karte in der Nähe geholt, die allerdings zur günstigsten Kategorie gehört hat (sonst wäre die Dritte im Bunde ganz am anderen Ende des Zeltes gesessen). Hinterher hat sich aber herausgestellt, dass dieser günstigere Platz nicht mal schlechter war als deutlich teurere Plätze. Ausserdem war dann in unserer Reihe noch etliches frei, so dass wir uns dann einfach zusammen gesetzt haben.

Schon mal vorweg - fast alle Plätze sind prima, selbst bei den ganz billigen, falls man nicht direkt hinter einer der Säulen für die Beleuchtung/Sound sitzt oder ganz seitlich am Eingang, neben dem Vorhand, hinter dem die Darsteller hervorkommen, denn dann sieht man die ganze Show nur von seitlich-hinten. Leider gibt es auch bei den teuren Plätzen solche direkt außen am Rand. Es lohnt sich also, sich mit der Sitzplatzverteilung vertraut zu machen. Begrüßung/Eingang
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Wie beschrieben, sieht man den riesigen Zeltpalast schon von Weitem.Er ist wirklich beeindruckend. Um ein riesiges Mittelzelt mit orientalisch angehauchter "Zwiebelturm" Form in Signalrot gruppieren sich etliche kleinere Zelte in Gelb und erinnern an eine nordafrikanische Stadt. Das Kassenhäuschen ist in einem dieser kleineren Zelte untergebracht, genau wie auch das Zelt des südafrikanischen Fremdenverkehrsamtes, in dem man sich auch informieren kann und die nette kleine "Lovebeads" verschenkt haben, Anstecker, die aus farbigen Glasperlen geknüpft sind, von denen jede Farbe eine "liebe" Bedeutung hat.

Von diesen Zelten aus geht es über einen Steg, der rechts und links von riesigen Masken und "Marterpfählen" gesäumt wird, hinüber zu dem eigentlichen Zeltkomplex.

Im Eingangszelt herrscht ebenfalls nordafrikanische Athmosphäre. Einlasser in weiten weißen Kaftanen und mit kleinen roten Deckelhütchen auf dem Kopf kontrollieren die Karten und heißen die Besucher willkommen. Alles geht sehr zwanglos und freundlich zu. Bereits hier fällt auf, dass das Personal dunkelhäutiger ist. Wobei es wohl eher türkischstämmige Mitbürger waren, die hier zum Einsatz kamen.

Bereits im Hintergrund des Eingangsbereiches wurden die üblichen Souvenirs angeboten: T-Shirts, Showmusik auf CD, die Show auf DVD, Poster, Kalender und Programmheft. Diese Punkte haben wir allerdings ignoriert und uns sofort ins Getümmel gestürzt. Die würden uns schon nicht weglaufen ;-)

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Eingangsbereich sehr gut auf das Erlebnis eingestimmt hat. Es herrschte eine lockere, freundliche und trotz der vielen Menschen entspannte Athmosphäre. Die Werbestände/Verkaufsstände haben mich etwas gestört, darum gebe ich Note 2.

Garderobe
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An dem Tag, als wir die Show besucht haben, war das Wetter sehr durchwachsen bis regnerisch - vor Beginn der Show war es sogar kurz so stürmisch, dass man sich in dem riesigen Zelt fast ungemütlich gefühlt hat. Trotzdem war es ziemlich warm, so dass wir zwar Jacken dabei hatten, aber froh waren, als wir sie im Zelt ausziehen konnten. Leider gab es keine Garderobe, also mussten wir die Jacken mit uns herumschleppen.

Angenehm waren aber die Schirmständer im Eingangsbereich, in die jeder ganz zwanglos seinen Schirm stellen konnte, was auch viele (wir auch) genutzt haben. Sie wurden zwar nicht "bewacht", aber das war wohl auch nicht notwendig. Jedenfalls konnten wir unseren nach der Show anstandslos zurück nehmen.

Das Garderobenproblem hätte man sicher noch besser lösen können, vor allem, weil die Sitzreihen und Sitze sehr eng waren. Darum gebe ich für die Garderobe nur eine Note 3.Ein kleiner Rundgang zur Orientierung
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Vom Eingangsbereich führt eine übdachte (bzw. überzeltete ;-) Verbindung in das größte Vorzelt, praktisch das Foyer zum eigentlichen Hauptzelt, in dem dann die Show stattfand. Die erste Anlaufstelle für die Besucher und der Warte- und Pausenraum in der Erlebniswelt.

Wir waren ca. eine Dreiviertelstunde vor Showbeginn da und das war gut so, denn später drängeln sich so viele Leute hier im Foyer und in den Nebenzelten, dass man kaum mehr was zu sehen bekommt. So hatten wir viel Zeit, herumzubummeln und uns alles anzuschauen. Praktisch den Hauch Afrikas in uns aufzusaugen ;-)

Im großen Foyer gruppierten sich an den Wänden und auch an mehreren strategisch gut plazierten Stellen in der Mitte die Stände mit den Culinaria - darauf werde ich später noch zu sprechen kommen. Auf jeden Fall ist hier richtig, wer einen kleinen Hunger und Durst mitgebracht hat.

Auch hier beherrscht dunkelhäutiges Servicepersonal in weißer Beduinen-Tracht oder knallbuntem Hawaii-Hemd die Szenerie. Ansonsten fällt mir nicht viel Afrikanisches auf - es erinnert eher an eine bunte Festzeltathmosphäre. Leider gibt es nur wenige Stehtische (zu wenige für die vielen Menschen). Wer also etwas von den afrikanischen Gerichten probieren möchte, sollte rechtzeitig da sein, denn sonst muss man im Stehen und ohne Tisch essen. Wenn man dann noch eine Handtasche, eine Jacke und ein Sektglas balancieren muss, wird es eng. Vor allem, weil bei den meisten Gerichten Messer und Gabel angesagt ist.

Vom Foyer aus gehen rechts und links kleinere Seitenwege ab, die zu den anderen "Sehenswürdigkeiten" führen. Beginnen wir den Rundgang mit Blickrichtung auf die Shwobühne nach rechts, kommt man (zumindest in Mannheim) zu der "Kunstausstellung", die wir uns auch später noch näher betrachten wollen.

Daran schließen sich Toiletten an, die in ausreichender Menge zur Verfügung stehen und sowohl vor- als auch nach der Show tiptop sauber waren.

Also wieder zurück ins Foyer und von dort aus linker Hand weiter auf dem Rundgang.

Hier kommt man zuerst in den Souvenir-Shop-Bereich, den ich auch gern später noch näher begutachten will. Geht man um den Souvenirstand herum, gibt es zwei Möglichkeiten - geradeaus in das Café Africain oder rechts herum, vorbei an einem kleinen Ruheraum, in das VIP-Zelt "Marrakesch". Auch hier gibt es noch einmal Toiletten.

Auf die einzelnen Zelte werde ich gleich noch näher eingehen. Jedenfalls kommt man vom Ruheraum, VIP-Bereich und Foyer aus auf einen Rundweg, der um das eigentliche Hauptzelt führt und von dem aus man die verschiedenen Sitzränge gut erreichen kann.

Das Ganze wirkt sehr verwinkelt und ist vom Veranstalter auch so gewollt, da sich der Besucher darin wie in einem nordafrikanischen Soukh fühlen soll. Ich fand´s gut gemacht, meine Begleitung hat leicht den Überblick verloren (Weiber können halt keine Landkarten lesen fg)

Was mir sehr gut gefallen hat, war das Interieur der Zelte. Große, mit Gold verzierte Spiegel waren in vielen Ecken aufgestellt. Auf dem Boden lagen orientalisch angehauchte gewebte Teppiche. Alles sehr stimmig. Herrlich fand ich die riesigen Kronleuchter, die aus Müll (vornehmlich Plastikmüll - alte Flaschen, Verpackungen und Haushaltsgeräte wie auch Glasflaschen) kunstvoll zusammengestellt waren und somit den Glanz und das Elend Afrikas sehr wirkungsvoll vereinten.

Die Ausstattung und Athmosphäre der Zelte war insgesamt sehr stimmig arrangiert, wenn auch nicht überall durchgehalten. Sitzgelegenheiten und Abstellmöglichkeiten für Essen und Getränke waren leider deutlich zu wenig. Insgesamt waren etwas zu viele Verkaufsstände, so dass der Platz für die Besucher im Foyer kurz vor Beginn der Show und wärend der Pause sehr beengt war. Die sanitären Anlagen dagegen waren gut bestückt und sauber. Daher gebe ich insgesamt eine 2-Cafe Africain
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Das Café Africain hätte besser Café Marrakesch heißen sollen. Denn hier war das Interieur sehr orientalisch, einem Beduinenzelt nachempfunden. Auf niedrigen geflochtenen Hockern konnten sich die Besucher um runde Teetische mit polierten riesigen Messingtabletts gruppieren. Ausgeschenkt wurde Kaffee und Tee sowie kalte Getränke. Zum Essen konnte man eine afrikanische Süßspeise oder Laugenbrezeln wählen. Auch hier lagen überall Teppiche auf dem Boden und standen Spiegel an den Wänden, was eine sehr authentische, heimelige Athmosphäre ergab, die mir persönlich sehr gefallen hat. Leider war der Zuspruch durch die anderen Gäste nicht sehr groß - im Gegensatz zu den Stehtischen im Foyer war hier nur wenig besetzt, obwohl es viel gemütlicher war. Ich schätze, es lag an den niedrigen Sitzgelegenheiten. Denn das was letztendlich auch der Grund, warum wie hier nur durchgelaufen sind - meine Mutter hatte Bedenken, dass sie nicht mehr vom Boden hochkommt. Anderen ging es sicher genauso.

Vom Cafe aus konnte man theoretisch auch nach Draußen gelangen und dort an Biertischen Platz nehmen. Sicher eine tolle Idee nach der Show. Aber an unserem Besuchstag hat es so sehr geregnet, dass diese Möglichkeit nicht genutzt wurde.

Die Idee war gut gemeint und die nordafrikanische Stimmung sehr gut eingefangen. Leider wurde das vom Publikum nicht so gut angenommen. Ich vergebe hier eine 1-

Ruheraum
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Neben dem Café Africain gab es noch einen kleinen, sehr ähnlich eingerichteten Ruheraum mit Sitzgelegenheit (am Boden, s.o.). Der wurde hauptsächlich als Durchgangsraum neben dem VIP-Bereich genutzt und war relativ ruhig, fast abgeschieden. Also ein kleiner "Geheimtipp" für alle, die im Foyer keinen Stehtisch mehr ergattern konnten ;-)

Das war an sich eine sehr gute Idee, aber mit nur 4 Sitzen einfach zu mager, darum vergebe ich hier eine 3.

VIP-Bereich Marrakesch
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Scheinbar muss solch ein VIP-Bereich einfach sein. Warum er "Marrakesch" getauft wurde, entzieht sich meinem Verständnis. Denn hier war eigentlich nichts Besonderes. Er war noch nicht mal gemütlich oder schön eingerichtet. Einfach nur ein großes, leeres Zelt mit zwei, drei Stehtischen an der Seite, ein kleiner Teil mit Gurten abgetrennt (damit sich die VIPs nicht an den Normalos infizieren ;-) und auf einer Wand eine große Leinwand. Dazu eine Bar, an der später in der Pause auch Getränke (und Salzbrezeln !) verkauft wurden.

Möglicherweise wird dieser VIP-Bereich von Firmen bei Incentivs genutzt, doch wärend der Vorführung, die wir besucht haben, war er einfach nur leer und öde. Hier hat sich wohl keiner so richtig gut gefühlt. Von afrikanischer Athmosphäre war hier jedenfalls nichts zu spüren.

Für den normalen Besucher war dieser Bereich sehr unattraktiv, da dieser Bereich überhaupt nicht ausgestaltet und einfach nur leer und entäuschend war, ein Loch, durch das durchzugehen schon eine komische Athmosphäre vermittelte. Auch die VIPs an diesem Abend haben sich hier offensichtlich nicht wohl gefühlt. Daher vergebe ich hier nur eine 4. Kulinarisches Afrika
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Dieses Highlight wird ja bereits auf der Website in den höchsten Tönen besungen. Kulinarische Spezialitäten aus Afrika und internationale Küche sollte es geben. Natürlich haben wir diese auch ausprobiert. Wenn wir schon mal einen Weiberabend machen, wollen wir uns auch bekochen lassen.

Chakalaka, ein afrikanisches Gemüseragout (kalt serviert) mit würzigen Hackbällchen

In Chili marinierte Hühnerspieße mit Gemüse-Cous-Cous

in Maismehl frittierte Garnelen auf Tomatenkompott

gebratene Truthahnbrust-Streifen auf Kenia Linsen

eine vegetarische Gemüse-Variation sowie

eine Auswahl afrikanischer Desserts (zusammen angerichtet)

standen auf der Speisekarte.

Die Gerichte wurden auf einem Teller aus Spanholz und mit Holzbesteck ökologisch korrekt serviert. Die Portionen waren relativ klein, aber sehr hübsch angerichtet (die Garnelen z.B. mit einer Orchideenblüte verziert). Drei gerichte haben wir ausprobiert und sie haben alle drei sehr gut geschmeckt. Bei einem Preis von 5 bzw. 6 Euro pro Portion war das voll akzeptabel.

Das große kulinarische Highlight habe ich jedoch nicht gefunden. Meiner Meinung nach war es eher gute alte Hausmannskost, was hier serviert wurde. Warum jemand ein Gericht mit Tomaten und Mais ausgerechnet als afrikanische Spezialität verkaufen will, bleibt mir ein Rätsel, aber ich will nicht spitzfindig sein. Das warme Essen war jedenfalls okay.

Neben diesen Gerichten wurden ja auch noch "internationale Spezialitäten" angekündigt. Darunter versteht der Veranstalter Wraps mit verschiedenen Füllungen, die zugegebenermaßen sehr lecker ausgesehen haben (wir haben sie aber nicht probiert. Kostenpunkt 5 Euro pro Stück) sowie - ihr werdet es erraten - Laugenbrezeln (Kostenpunkt 2 Euro das Stück).

Als kleine Snacks wurden weiterhin Chips und Knabberzeug in kleinen Tüten sowie Schokolade von Carte d´Or angeboten. Dies alles zu, wie ich finde, horrenden Preisen. Beispiel: Tütchen Chips/Knabberzeug à ca. 50 Gramm 2-3 Euro, Tafel Schoki (100g) 4 Euro. Das kann man, muss man aber nicht haben.

Natürlich gehören zur Bewirtung auch Getränke. Diese wurden ebenfalls im Foyer, aber auch im Café Africain (und in der Pause auch für Normalsterbliche im VIP-Bereich) ausgeschenkt. Natürlich gab es die üblichen Verdächtigen wie Softdrinks, Mineralwasser, Bier, Wein uns Sekt. Es wurden aber auch Coctails gemixt. Die alkoholfreien Getränke kosteten 4 Euro (nein, ich habe mich nicht vertippt). Cola, Fanta & Co. à 0,3, Wasser à 0,5 l. Was das Bier gekostet hat, habe ich mich nicht erkundigt. Ein Glas Sekt kostete 9,50 Euro, wie mir eine andere Besucherin im Gespräch verraten hat. Die Coctails sahen recht lecker aus (sehen das nicht alle Coctails ;-) aber wir haben nicht probiert, da wir noch fahren mussten. Sie wurden zu 8,50 Euro angeboten. Das ist zwar nicht billig, aber die Coctail-Preise in Mannheim liegen allgemein so um den Dreh. Im Cafe Africain gab es ausserdem noch Kaffee und Tee, hier haben wir uns aber nicht länger verweilt, so dass ich bezüglich der Preise nicht sicher bin.

Insgesamt bleibt zu sagen, dass man sich vorher überlegen sollte, ein Abendessen irgendwo einzunehmen und eine Flasche Sprudel einzupacken, wenn man mit der Familie unterwegs ist. Denn im Bewirtungsbereich wird man locker 50 Euro und mehr los, wenn man z.B. als Eltern mit Kindern unterwegs ist.

Bei der Bewirtung möchte ich die Note splitten und vergebe einmal eine 2 für die sehr wohlschmeckenden und schön angerichteten Speisen und Coctails, die auch preislich akzeptabel waren.

Für das Drumrum bei der Bewirtung, die Getränke und die Snacks kann ich leider nur eine 3 vergeben. Es war zwar alles da, aber Bier und Cola bringt mir jedes kleine Dorffest - und mehr war hier auch nicht geboten. Die Preise waren einfach total überzogen und keinesfalls familientauglich.Kunstausstellung
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Als ich den Hinweis "Kunstausstellung" am Zelteingang sah, war ich sehr neugierig, denn ich besuche gern Kunstausstellungen und finde besonders ethnische Kunst interessant. Also überredete ich meine Begleitung, zuerst dorthin zu gehen und uns die Sache anzusehen, nachdem wir unseren Hunger im Foyer gestillt hatten.

Was vollmundig als "Ausstellung" angekündigt wurde, war nicht mehr als eine Präsentation von 5 Exponaten verschiedener afrikanischer Künstler, die noch dazu auf engestem Raum, direkt vor den Toiletten, zusammengepfercht waren, so dass sie garnicht wirken konnten.

Es handelte sich um Objektkunst. Aus Müll und Abfall konstruierte Installationen, teilweise mit Filmsequenzen von einem Fernseher und Fotos ergänzt. Auf die einzelnen Objekte selbst möchte ich jetzt nicht näher eingehen. Ich fand sie jedenfalls interessant und würde gerne eine größere Ausstellung dieser Künstler besuchen. Doch die Bezeichnung "Kunstausstellung" in diesem Kontext zu verwenden, fand ich schon vermessen.

Es fällt mir schwer, das Ganze zu benoten. Die Künstler selbst haben sicher eine sehr gute Note verdiehnt. Doch da das hier ein Erfahrungsbericht über die Veranstaltung "Afrika ! Afrika!" ist und nicht über die Künstler, gebe ich eine Note 3 für den guten Willen und gute Idee bei schlechter Ausführung und übersteigertem Selbstbewusstsein.


Souvenirschop
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Neben den üblichen Promotion Artikeln wie T-Shirts, DVD der Shop und Musik-Cd hatten die Besucher Gelegenheit, sich im Souvenirshops eine afrikanische Kleinigkeit mit nach Hause zu nehmen. Es gab z.B. Schlüsselanhänger aus bunten Glasperlen oder den Früchten des Mammutbrotbaumes, Armreifen aus Holz und Horn, gefilzte Taschen, gebatikte Tücher und aus Glasperlen geknüpfte Leguane, die meiner Schwester ganz besonders gefielen, weil sie so schön geglitzert haben.

Mir haben besonders die kleinen Blechautos gefallen, die in den armen Ländern Afrikas aus altem Blechmüll, vor allem Getränkedosen, für die Kinder als Spielzeug hergestellt werden. Darüber hatte ich mal einen Filmbericht im Fernsehen gesehen und war ganz begeister, solche Autos "in Echt" erleben zu dürfen. Da die Modelle aber identisch waren und zudem die Dosen perfekt sauber und ohne Makel, nehme ich an, dass es sich nicht wirklich um handgefertigte Autos gehandelt hat sondern dass sie speziell als Souvenir in einer Fabrik hergestellt wurden. Trotzdem habe ich mir eins gekauft, das ich besonders putzig fand. Er hat 6 Euro gekostet, die größeren Autos 12 Euro. Die Show und die Zelte durfte man ja nicht fotografieren, meinen kleinen Flitzer zu Hause schon. Ein Bild füge ich diesem Erfahrungsbericht bei.

Insgesamt waren die Preise der Souvenirs, so wie ich das gesehen habe, im Rahmen des Üblichen, was man so z.B. auf dem Weihnachtsmarkt findet. Also okay.

Ich fand es gut, dass solche etwas ausgefalleneren Souveniers angeboten wurden, wenn ich auch in jedem 3.-Welt-Laden in der Stadt eine größere Auswahl an hochwertigeren afrikanischen Arbeiten habe. Die Blechautos waren für mich etwas ganz Besonderes, da ich schon vorher einen Bezug dazu hatte. Daher gebe ich dem Souvenirshop die Note 2.

Innezelt - Sitzplätze
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Eine ganze Weile sind wir herumgeschlendert - machen wir uns doch endlich auf zu den Sitzen ins Hauptzelt. Dieses war rund, die Sitzreihen gruppierten sich um die ebenfalls runde Manege.

Hier hersschte insgesamt Zirkus-Athmosphäre und soweit ich das feststellen konnte, handelte es sich auch um eine traditionelle Zirkus-Bestuhlung in einem traditionellen Zirkuszelt. Die Ränge bestanden aus bunten Klappsitzen aus Plastik. Die Sitze waren sehr eng. Wäre alles voll gewesen, hätten wir gesessen wie die Sardinen. Mit den Jacken dabei war es recht ungemütlich. Auch, dass immer die ganze Reihe aufstehen und man sich - deutlich enger als im Parkett im Kino - aneinander vorbei drücken musste, wenn man in der Mitte der Reihe saß, hat mich gestört. Glücklicherweise waren unsere Jacken nicht nass, denn das wäre echt ungemütlich geworden.

Auch auf den 100 Euro Logenplätzen hatte man nicht wesentlich mehr Platz, hier wurden jedoch gepolsterte und mit Hussen überzogene Stühle gestellt, die zum Sitzen bequemer waren. Für Leute mit Bandscheibenproblemen empfehle ich unbedingt so einen Platz ;-)

Die Sitze waren getreppt angeordnet, so dass man einen sehr guten Überblick hatte, selbst wenn der Vordermann etwas größer war. Das war wiederum sehr positiv. Auf den Logenplätzen in den drei Reihen direkt vor der Bühne war dies nicht der Fall, ich denke, die hinteren haben hier nicht so gut gesehen. Die Plätze ganz außen an der Zeltwand waren schon recht weit weg vom Geschehen. Wir hatten Plätze ungefähr in der Mitte der Sitzreihen, das war m.M.n. ideal, da man alles überblicken konnte, ohne die Details zu verpassen.

Durch den Zeltaufbau gab es nur 4 Trägersäulen im Innenraum, die selbst aber nicht viel Platz weggenommen haben. Insofern hatten fast alle Plätze freie Sicht auf die Bühne. Durch das Bühnenrund und den quadratischen Überbau über dem Bühnenvorhang, der von der Band besetzt wurde, ergaben sich jedoch für die dortigen Plätze das Problem, dass die Zuschauer die Show quasi von seitlich-hinten sahen. Da sich fast niemand darum gekümmert hat und die Acts zur Tribüne hin ausgerichtet waren, waren diese Plätze ziemlich schlecht, auch wenn sie teilweise als sehr teure Kategoriepläzte verkauft wurden. Ich empfehle daher, einen der Plätze in der Frontsicht oder der Seite bis hin zur Mitte der Seiten zu wählen. Hat man so einen Platz, ist es fast unerheblich, welche Kategorie man bucht. Die Dame neben mir erzählte, dass sie ganz froh sei, ihre ursprünglich gekauften 100-Euro-Karten verschenkt zu haben, denn von ihrem Platz, den sie, wie ich, gewonnen hatte, sei die Sicht tatsächlich besser.

Insgesamt möchte ich der Bestuhlung eine Note von 3 geben, wegen der drückenden Enge und Ungemütlichkeit der Plätze, die aber zum Großteil gute Sicht haben. Diese Tatsache hätte vielleicht eine bessere Note verdiehnt, aber wir sind hier nicht im Zirkus Fontanelli, der gerade mal 10 Euro pro Karte nimmt, sondern in der "Show des Jahrhunderts" und ich finde, dieses Vergnügen sollte man nicht mit Bandscheibenschaden und plattgetretenen Füßen bezahlen müssen. Beim winterlichen Witzigmann-Varieté im Spiegelzelt bekommt man deutlich bessere, bequemere Sitzplätze für fast das gleiche Geld - und dazu noch lecker Essen. Dagegen kann Afrika ! Afrika ! einfach nicht punkten.

Innenzelt - Ausstattung
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Wie bereits beschrieben, war das Innenzelt im Prinzip ein stinknormales Zirkuszelt mit einer ebensolchen Athmosphäre. Wie in einem Zirkus saß die Kapelle, die hier eigentlich eher eine Calipso-Band war, direkt über dem Bühneneingang auf einer Empore. Diese Band sorgte - schon optisch - tatsächlich für afrikanisch-karibisches Feeling.

Gegenüber des Vorhangs, praktisch über den Tribünenplätzen, war ein riesiges Bild des Afrika! Afrika ! Logos aufgehängt. Dieses Logo wurde seitlich mittels Projektoren an die Zeltwände projeziert und je nach Inhalt des nächsten Life-Acts verändert, so dass er zu den Darstellungen passte. Das war zunächst überraschend, aber insgesamt sehr stimmig und eine tolle Idee, die mir recht gut gefallen hat.

Zu Beginn der Show war in der Mitte eine Art riesige, kurze, aufrecht stehende Röhre aufgebaut, die aber nach der ersten Darbietung, eine Art Schattentanz, bis an die Zeltdecke gezogen wurde.

Weitere afrikanisch anmutende Ausstattung und Dekoration war leider nicht vorhanden, so dass ich der Zeltausstattung eine3 geben möchte - okay, mit guten Ansätzen aber nicht aussergewöhnlich.

Die Show selbst
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Gleich vorneweg - die Show ist wirklich sehenswert und ich ziehe meinen Hut vor allen mitwirkenden Künstlern, die wirklich ihr Bestes geben. Die Darbietungen sind sehr vielfältig, bewegt sich aber ausschließlich im Bereich der Artistik und Tanz. Es gibt verschiedene Darbietungen ber Jonglage, unter anderem mit Bällen, Schüsseln, Töpfen und Tischen, "menschliche Pyramiden", eine "Schlangenfrau" und ein "Schlangenmann" - beide ganz großartig aber komplett unterschiedlich in der Darbietung, ein wahnsinnig schnelles Basketball-Match auf Einrädern, eine gekonnt inszenierte Rap-Einlage (wohl eher amerikanisch - aber egal!), Stepptanz, Körberakrobatik und und und.

Neben den einzelnen Künstlern gibt es mehrere wunderbare Tänzergruppen. Alle Künstler (bis auf 3, die ich gezählt habe) waren typisch dunkelhäutig-afrikanisch. Alle Darbietungen waren Elemente der Akrobatik aus dem klassischen Zirkus, wobei man gewollt-witzige Clowns und traurige Tierdressuren überhaupt nicht vermisst.Ich muss jedoch sagen, dass ich in ähnlicher Form alles schon mal gesehen habe. Untermalt war das Ganze mit Elementen aus dem Varieté.

Ein weiterer Unterschied gibt es zum traditionellen Zirkus. Dort wird ja jeder Artist mit Trommelwirbel und viel Tam-Tam vom "Zirkusdirektor" separat angekündigt. Dies war bei Afrika ! Afrika ! nicht der Fall. Statt dessen wurden die einzelnen Darbietungen durch Tanz und Musik ergänzt und aufgelockert. Die Choreografie bestach durch heiße, wirbelnde Rhytmen, die an die Stammestänze der Eingeborenen angelehnt waren und farbenprächtige Kostüme sowie auch Gesangseinlagen und Darbietungen auf traditionellen, teilweise sehr ungewöhnlichen Instrumenten. Das war sehr beeindruckend und ließ dem Publikum kaum Zeit zum Luft-Holen. Das war wirklich gelungen !

Neben rasanten und atemberaubenden Vorführungen gab es auch beschauliches, wie z.B. die wunderschönen Tier-Verkleidungen, die die Tiere Afrikas auf der Bühne kurz lebendig werden ließen.

Ich möchte den geneigten Besuchern nicht die Spannung vorweg und auch nicht die Magie aus der Sache nehmen, darum werde ich auf die einzelnen Acts nicht weiter eingehen. Es gibt aber wunderschöne, eindrucksvolle Bilder und Videoclips auf der Homepage www.africancircus.de die anzuschauen sich lohnt, um sich Appetit auf mehr zu machen. Allerdings möchte ich darauf hinweisen, dass der von der Presse vielgepriesene Schwerttanz bei unserer Vorführung in Mannheim leider ausgefallen ist.

Den Darstellern und der Choreografie möchte ich eine glatte 1 geben, die sie sich echt verdient haben.

Mein Favorit der Show
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Kurz eingehen möchte ich jedoch auf die Darbietung, die mir am meisten gefallen hat. Das war eindeutig die Jonglage mit den bunten riesigen Schüsseln, Wasser und Regenschirm. Die Schüsseln wurden von einer Gruppe Tänzerinnen hereingebracht, die wärend der ganzen Darbietung anwesend waren und die Schüsseln nicht einfach, im Glitzer-Pailetten-Abendkleid dekorativ dabeistehend (wie z.B. bei klassischen Zauberern im Zirkus üblich) rüberreichten. Sie waren im Gegenteil in die Show eingebunden und fester Bestandteil der Darbietung, die so durch Musik, Tanz und Choreografie enorm an Unterhaltungswert, Spannung und Ausgelassenheit gewann. Dazu passten hervorragen die farbenfrohen, sehr knappen Kostüme der Tänzerinnen wie auch die mit bunten spiralen versehenen großen Schüsseln, die sich wie Kreisel drehten und der knallbunte Regenschirm, über den die Wasserfontänen spritzen.Wo Licht ist ...
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... da ist bekanntlich auch Schatten. Und es gab einige Punkte, die mich etwas traurig gemacht und dem Ganzen einen bitteren Beigeschmack gegeben haben.

Das sind zum Einen einige der ausgewählten Kostüme. Das Motto der Show war ja, Afrika erspüren. Und das wurde im Großen und Ganzen auch sehr gut umgesetzt mit farbenprächtigen, teils wohl auch tatsächlich traditionellen Kleidern, Masken und Kostümen. Doch an einigen Stellen haben sich die Veranstalter m.M.n. total vergriffen: Und zwar gab es bei mehreren Einlagen Kostümierungen mit Frack und Zylinder sowie Charleston Kleider und "blonde" Perücken. Nennt mich überkritisch, aber das sind keine typisch afrikanischen Elemente. Im Gegenteil, das stammt deutlich aus einer Zeit und einer Kultur, in der Schwarzafrikaner in Europa und Amerika als Sklaven ausgebeutet wurden. In der Neger-Sklaven zum Wohlgefallen der feinen Herrschaften in einen Frack gesteckt wurden, um Getränke aufzutragen oder die Tür zu öffnen - oder einfach nur wie ein dressierter Schimpanse vorgeführt zu werden. Die Charleston-Kleider und das ganze Drumrum erinnert an ein New Orleans, in dem sich junge creolische Mädchen an den Meistbietenden der Feinen Gesellschaft als Konkubine verkaufen mussten, um die Familie zu ernähren. DAS ist nicht Afrika und auch nicht afrikanische Kultur sondern Unkultur der weißen Gesellschaft, wie sie ja leider trotzdem heute noch teilweise praktiziert wird. Dass die Darsteller - freiwillig oder unfreiwillig - in diese Kostüme schlüpfen mussten, macht mich traurig und wütend.

Ein weiteres Beispiel, das in die gleiche Richtung geht, wurde wärend der Pause an die Wände projeziert. Ich habe ja bereits beschrieben, dass die Projektionen am Zelthimmel immer passend zu der Darbietung gestaltet wurden.In der Pause wurde statt dessen das Logo der Show (mit dem wunderbar verkleideten Mann) eingeblendet. Doch als zusätzlicher "Gag" rollte dieses mit den Augen. Auch hier wiederum: das hat nichts mit Afrika zu tun sondern mit der Unterdrückung der Schwarzen durch eine weiße und reiche Minderheit, wo ausstaffierte schwarze Sklaven Gospels singen und mit den Augen rollen, zur Belustigung ihrer Herren.

Bei der Kostümierung der Steptänzer als Grubenarbeiter in den Gold- und Edelsteinminen Afrikas findet man ähnliches. Auch hier werden Schwarzafrikaner zum Wohle und für den Luxus einer weißen Minderheit aufs schlimmste Ausgebeutet, auch heute noch. Das ist keine afrikanische Kultur sondern moderner Kolonialismus in ihrer schlimmsten Form. Mein Fazit
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Sicher war es für die Artisten, soweit sie tatsächlich aus Afrika kommen, eine enorme Chance, ihre Kunst einem breiten Publikum vorzuführen, Geld zu verdienen und sich insgesamt zu verbessern. Die Darbietungen waren auch durch die Bank weg hervorragend, stimmig und super schön. Auch die Choreografie, Musik und Interieur verdienen ein großes Lob.

Aber meiner Meinung nach war es ganz sicher nicht die Show des Jahrhunderts, auch nicht die Show das Jahrzehnts. Geboten wurden Elemente aus dem klassischen Zirkus, eingebettet in eine gute Choreografie. Wirklich aussergewöhnliches, erstaunliches sah man nicht, das man nicht auch in Zirkus Roncalli und vergleichbarem sehen könnte. Trotzdem war es mal etwas anderes. Doch den vollmundigen Ankündigungen konnte die Show nicht gerecht werden.

Also nochmal zu den Pressekommentaren:


"Afrika ! Afrika ! Animiert das Publikum zum Sitze-Rausreißen."
-> Davon habe ich nichts gespürt. Die Zuschauer waren zwar gut dabei und haben viel geklatscht, aber ich hätte nicht bemerkt, dass nach Ende der Vorstellung jemand "Zugabe" gerufen hätte oder dass die Leute von ihren Sitzen gesprungen wären - noch weniger diese herausgerissen hätten. Geboten wurde traditionelle Zirkusartistik in erfrischendem Gewand. Das wurde vom Publikum auch so honoriert.


"Wer Afrika erspüren will, muss in Hellers Zelt"
-> Es wurden sicher einige schöne afrikanische Impressionen geboten, doch ein Muss ist es nicht. Das Ganze erinnert eher an eine Animation in einem abgeschotteten Beach-Club, in dem Einheimische zum Broterwerb traditionelle Gewänder tragen um sich mit den Gästen gegen Geld fotografieren zu lassen. Dagegen ist nichts einzuwenden, doch berauschend ist es nicht..


"...Königreich der Gaukler und Paradies der Lebensfreude ..."
-> Sorry, aber dieser Satz passt zu jeder Zirkus- und Varietévorstellung, die einen Schuss Pulver wert ist.


"... ein Zirkustheater ..."
-> Das ist es ganz sicher.


"Das Thempo ist atemberaubend. Die Biegsamkeit der schwarzen Körper schier unfassbar, die Virtuosität von Artisten und Jongleuren einzigartig.
-> Definitiv !
André Hellers neuer Geniestreich Afrika ! Afrika ! hat wie ein Blitzstrahl im novembernassen, winterdunklen Wiener Prater eingeschlagen.!"
-> Das will ich nicht bestreiten.


"Man kommt fröhlicher, unbeschwerter, vielleicht auch glücklicher aus dem Zelt, als man hinein gegangen ist.
-> Ist das nicht Sinn und Zweck jeglicher Show? Kein Mensch, der sich nicht mindestens ein bisschen kindliche Freude erhalten hat, kommt trauriger aus einer Zirkusshow als er hinein gengangen ist.

Ein Besuch von Afrika ! Afrika ! sollte vom Artz verschrieben werden können. "
-> Was hat der Journalist bekommen, um sich zu so einer Aussage hinreißen zu lassen ?


"Spätestens wenn sich aus einem Hexenkessel tänzerischer Prolog Schwertjongleure aus Ägpten jede Vernunft im Umgang mit Hieb- und Stichwaffen lachend zu leugnen scheinen, ist im Auditorium die Hölle los.
-> Ich muss sagen, wenn es in anderen Auditorien nicht anders zugegangen ist, als in Mannheim, wurden die Acts zwar mit viel Applaus belohnt, aber "die Hölle los" sieht doch deutlich anders aus

Und in weiterer Folge wird von Fassungloser "Kinnlade-Runter" bis zur seelenvollen Heiterkeit so ziemlich alles auf der nach oben offenen Freudenskala durchgespielt."
-> "seelenvolle Heiterkeit" - kein Kommentar, das ist sowas von überzogen. "Kinnlade-Runter" sollte auch so ziemlich auf jede artistische Zirkusdarbietung zutreffen.


"Mit Afrika ! Afrika ! tut Andre Heller dem Publikum den Künstlern und einem ganzen Kontinent etwas Gutes"
-> Bestimmt haben die Künstler auch verhältnismäßig gut verdiehnt (hoffe ich jedenfalls inständig für sie, denn sie sind es definitiv wert), auch das Publikum war sicher soweit zufriden. Die Afr

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für Andre Heller: Afrika! Afrika!, Mannheim
Das Blech Auto
von Lilliane Lilliane

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Kommentare

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  • Rattenzauber 20.12.2007 15:19
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Mundi1 14.12.2007 20:52
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich

    Besser als auf dem Afrikanischen Kontinent. Denn dort ist mir im Moment zu unruhig. lg. Mundi PS. Herzlichen Dank für Deine Bewertung meines Rhodos-Berichtes.

  • Shelagh 10.12.2007 07:30
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Von den Ausschnitten bzw. der Werbung, die ich im TV gesehen habe, hätte mich das auch durchaus gereizt, - aber jetzt bin ich mir da nicht mehr so sicher ... Toller Bericht! Chris

  • LoewieLoew 26.11.2007 13:13
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Auch von mir ein Zwangskommentar wegen bh, was soll man da noch als intelligenten Kommentar hinterlassen? Steht ja alles im bericht ;-)

  • allshehad 09.11.2007 13:09
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Zwangskommentar wegen bh. lg jule

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