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Geen Fietsen Plaatsen!

4  05.11.2010

Pro:
schöne Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten auf kleinem Raum

Kontra:
zu viele Sehenswürdigkeiten in der kurzen Zeit, teures Pflaster

Empfehlenswert: Ja 

Demelza

Über sich: Frohes Neues Jahr an alle. Mein Vorsatz für 2013: Wieder mehr lesen, schreiben und vor allem komment...

Mitglied seit:21.05.2003

Erfahrungsberichte:312

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Geen Fietsen - hier keine Fahrräder abstellen.

Wohl dem, der ein Fahrrad (einen Fiets) hat, denn motorisiert in Amsterdam unterwegs sein zu wollen, ist keine gute Idee. Dann schon lieber zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Das schont die Nerven und den Geldbeutel, denn Amsterdam ist ein relativ teures Pflaster. Schon als wir unsere Reise buchten, konnten wir das ahnen. So richtig klar wurde es uns, als wir nach dem Urlaub unseren Bargeldbestand zählten und feststellten, dass wir in drei Tagen zusammen vierhundert Euro ausgegeben hatten. Wofür – das erfahren Sie in meinem Bericht über meine Reise nach
Amsterdam

vom 1. bis 4. November 2010. Eigentlich eine ungünstige Jahreszeit für Amsterdam, da der November mit zu den niederschlagreichsten Monaten gehört - aber ich hatte noch Urlaub, und mein Mann wollte zu unserem Hochzeitstag mal raus. Also buchten wir im Reisebüro um die Ecke Flug und drei Übernachtungen mit Frühstück in einem Ibis-Hotel für zwei Personen für 811,-- Euro. Nicht gerade der Schnäppchenpreis, aber für ein ähnliches Angebot in Paris hätten wir über 900,-- Euro bezahlt. Also einigten wir uns auf Amsterdam, weil wir beide zuvor noch nie dort gewesen waren - und sollten unsere Wahl nicht bereuen. Doch zunächst ein paar kurze Fakten und die etwas ausführlicheren, persönlichen Eindrücke.

Flug, Ankunft und Hotel
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Geflogen sind wir mit KLM, der Königlich Niederländischen Fluggesellschaft, die anscheinend eng mit Air France zusammenarbeitet, was wir beim Einchecken gemerkt haben. Neu für uns war, daß wir uns unsere Bordkarten noch vor dem Einchecken selbst an einem Automaten ausdrucken mußten. Einfach Buchungscode eingeben, und schon spuckt das Gerät die Daten sämtlicher mit diesem Ticket reisender Personen aus. Verblüffend. Das Gepäck hatten wir schnell aufgegeben, und dann ging es auch schon durch die Sicherheitskontrolle, wo es für einige Reisende „Schuhe ausziehen“ hieß. Aber auch diese Prozedur war bald überstanden, genauso wie der eineinviertelstündige Flug mit unserem Cityhopper, einer kleinen Fokker 70. Mehr hatte ich, ehrlich gesagt, aber auch nicht erwartet; ein Airbus A380 wäre ja auch übertrieben. Aber während des Flugs wurde uns sogar noch ein kleiner Snack (ein Getränk und ein Tütchen Gebäck) serviert wurde. Da vergeht die Zeit wie im Flug. Auch die Gepäckabholung klappte wie am Schnürchen, die Touristen-Info fanden wir auch ohne Probleme, und mit dem Zug waren wir ruck-zuck im Zentrum von Amsterdam. Nur noch zwei Haltestellen mit der Metro gefahren und zehn Minuten zu Fuß gelaufen: Schon waren wir am Hotel. Gut, ich gebe zu, ich habe ein wenig geflunkert, denn wir mußten permanent darauf achten, keinem Radfahrer in die Quere zu kommen – und davon gab's hier viele. Außerdem hatte jemand hier geschrieben, in Amsterdam gäbe es wahnsinnig viel Hundekot, in den man zu treten droht, wenn man nicht aufpaßt. Entwarnung: Die Amsterdamer Straßen haben wir als sauber empfunden.

Auch über unser Hotel, das Ibis Stopera in der Valkenburgerstraat 68, gab es nichts zu meckern. Unser Zimmer im vierten Stock lag auf der Rückseite des Gebäudes und war daher ruhig, mit Blick auf eine Gracht und einen Renaissancekirchturm. Die Betten waren bequem, das Zimmer und das Hotel selbst sauber und von innen freundlich eingerichtet. Beim Frühstück, das man zwischen sechs und elf Uhr einnehmen konnte, hatten wir die reichhaltige Auswahl am Büffet zwischen mehreren Sorten Wurst, Käse und Brot. Marmeladen, Honig, Butter und Nußnugatcreme gab es zwar nur abgepackt, aber wer es frisch haben wollte, konnte bei Obstsalat zugreifen. Auch an britische Besucher wurde gedacht, denn es gab Rührei, gebackene Bohnen und Würstchen. So viel erst mal zum Hotel, wo wir einmal auch unser Abendessen verzehrten (gut zwar, aber ein teurer Spaß). Da es zu der Ibis-Hotelkette gehört, dürfte der Standard überall gleich sein. Allein vier davon gibt es in Amsterdam. Unseres befand sich im Stadtteil Plantage, laut Dorling-Kindersley-Vis-à-vis-Reiseführer „mit ihren breiten, von Bäumen gesäumten Straßen und bemalten Sandsteinhäusern ein schöner Stadtteil, der – zu Unrecht – im Schatten anderer Viertel Amsterdams steht“ (Seite 140). Dazu später aber mehr.


Erste Eindrücke
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Hey, da ist ja ein Flohmarkt. Das war in der Tat das erste, was wir erblickten, als wir aus der Metrostation „Waterlooplein“ ausstiegen und den Weg zum Hotel suchten. Dann kamen kurz hintereinander auch schon zwei Sehenswürdigkeiten: Die portugiesische
Bilder von Amsterdam
  • Amsterdam 01 Gracht - Amsterdam
  • Amsterdam 06 Hausboote - Amsterdam
  • Amsterdam 03 Fiets - Amsterdam
  • Amsterdam 04 Fassade - Amsterdam
Amsterdam 01 Gracht - Amsterdam
Eine der vielen Kanäle, auch Grachten genannt.
Synagoge, die aber momentan renoviert und daher durch ein Baugerüst verdeckt wird und das Joods Historisch Museum (Museum für jüdische Geschichte, bestehend aus vier Synagogen, die durch Gänge miteinander verbunden worden sind). Auch eine Diamantenschleiferei befindet sich in der Plantage, unserem Stadtviertel, das hier an das Viertel Oude Zijde angrenzt. Wir wollten uns aber nicht mit alter Geschichte aufhalten, sondern lieber ein wenig die Grachten und Straßen entlang spazieren, da der Nachmittag schon vorangeschritten war und die meisten Museen um 18 Uhr schließen. Das Wetter war schön, und so schlenderten wir über den Dauerflohmarkt am Waterlooplein, betrachteten die Schaufenster verschiedener Modegeschäfte und landeten zuerst in einer Confiserie, wo man in Schokolade getauchtes Obst und heiße Schokolade genießen konnte (zu gesalzenen Preisen), um anschließend gemütlich noch ein Bierchen in einer Eckkneipe zu trinken. Nur um festzustellen, daß wir „unser“ Lokal bereits am Rembrandtplein gefunden hatten, eine von Touristen stark frequentierte Ecke. Bier und Snacks waren gut – was wollten wir mehr... Und vor allem: Was wollen wir uns alles anschauen? Hier gibt es ja so viel, was man unternehmen kann. Museen, alte Kirchen, urige Kneipen, Grachten, Parks, Läden, und, und, und... Fragt mich lieber, was wir alles nicht unternommen haben.


Was wir nicht unternommen haben
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Anne-Frank-Huis: Jeder zweite, den wir fragten, empfahl uns das Anne-Frank-Haus, wo sich die Familie Frank während der Besatzung zwei Jahre lang auf engstem Raum versteckt hatte, bevor sie entdeckt und ins KZ verschleppt worden waren. Wer sich dieses geschichtsträchtige Gebäude anschauen möchte, sollte früh kommen, denn die Warteschlangen davor sind vom allerfeinsten.

Rembrandthaus: Ich mag zwar die alten Meister, aber nicht unbedingt Porträtmalerei; dann schon lieber Van Gogh.

Meine Lieblingsbilder gesehen: Van Goghs „Caféterrasse bei Nacht“ (die hängt im Nationale Park de Hoge Veluwe), den „Sämann“ und sein „Schlafzimmer“ (die sind nach Tokio ausgeliehen) und Vermeers „Mädchen mit dem Perlenohrring“ (ist in Den Haag ausgestellt). Keine Entschädigung sind die nachgemalten Bilder bei den Händlern draußen auf der Straße.

Kirchen besichtigt: Weder die Oude Kerk im Rotlichtviertel, noch die Westerkerk im Jordaanviertel oder gar die Geheimkirche „Ons' Lieve Heer op Solder“ (unser Lieber Herr auf dem Dachboden) im Amstelkringmuseum (Stadtviertel Nieuwe Zijde) – dazu war leider einfach die Zeit viel zu knapp.

Shopping: Weder das berühmte Kaufhaus „De Bijenkorf“ noch das 1990 eröffnete große Einkaufszentrum namens Magna Plaza, das in der ehemaligen Post untergebracht worden ist. Wir haben uns auf so wenige Programmpunkte konzentriert, daß wir am Schluß weder Zeit noch Lust für ausgedehnte Shoppingtouren hatten. Lieber bummelten wir durch die Einkaufsstraßen und ließen uns zum Kauf von leckeren Pralinen oder ausgefallenen Getränken in dekorativen Flaschen hinreißen.

Abhängen im Coffee Shop: Es wimmelt hier zwar vor diesen „Cafés“, in denen man Haschisch konsumieren kann (außerhalb ist es strengstens verboten), aber so richtig hineingetraut haben wir uns dann doch nicht. Was vielleicht daran liegt, dass ich kein Raucher bin und mein Mann kein Vertrauen zu der ganzen Atmosphäre in diesen Läden hatte. Außerdem wollten wir uns beide nicht zudröhnen. Man weiß ja nie, wie so ein Zeug wirkt. Bier in gewissen Grenzen okay; alles andere: no way.

A propos Bier. Es gibt im östlichen Grachtengürtel das sogenannte Heineken Experience. Dort kann man sich einer Führung durch die Brauerei anschließen und bekommt zum Schluß Freibier, aber nachdem wir das zweifelhafte Vergnügen hatten, in einem Restaurant dieses bierähnliche Getränk zu probieren, entschlossen wir uns, diesen Programmpunkt ausfallen zu lassen.

Die Zeit wollten wir besser nutzen, und zwar mit einem Besuch des Van-Gogh- Museums und des Rijksmuseums. Das eine öffnet um zehn Uhr, das andere schon um neun Uhr seine Pforten. Und vor beiden sieht man beim Aussteigen aus der Trambahn schon die endlos scheinenden Schlangen. O Graus. Glücklicherweise hatten wir eine Citycard, die sogenannte „I amsterdam“-Card. Für Besitzer einer solchen Karte gab es einen Extrazugang, dank dem uns das lange Schlangestehen erspart blieb. Zu der „I amsterdam“-Card komme ich noch.


Jetzt erst einmal ein wenig Kunst
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Auf vier Etagen konnten wir, nachdem wir die Sicherheitskontrolle (wie am Frankfurter Flughafen und der Deutschen Börse) passiert hatten, Kunstwerke des 19. Jahrhunderts, eine Studiensammlung und die Arbeiten Van Goghs ausgiebig studieren, unter anderem die „Krähen über dem Kornfeld“, die „Sonnenblumen“ und „das Gelbe Haus“. Auch ein Porträt, das er von seinem Freund Paul Gauguin gemalt hatte, ist dort zu finden. Im Gegenzug sind im Van-Gogh-Haus auch Gemälde von Gauguin ausgestellt. Wir arbeiteten uns dabei von oben nach unten durch, um Beine und Füße zu schonen und stellten fest, daß diese Idee sehr clever war, weil sämtliche Leute, die in der Schlange gewartet hatten, nun dichtgedrängt in den unteren Stockwerken standen und versuchten, einen Blick auf die bekanntesten Bilder Van Goghs zu erhaschen.

Ein ähnliches Erlebnis wartete auf uns im Rijksmuseum, wo als bekanntestes Gemälde die Nachtwache von Rembrandt ausgestellt wird. Auch hier Sicherheitskontrollen wie auf dem Flughafen, wo man durchleuchtet wird – was dazu führte, daß wir in einer langen Schlange warten mußten, weil es eine Sonderkasse für Inhaber der City Card hier nicht gab und wir eine Weile sprichwörtlich im Regen standen. Wer sich für Porträtmalerei begeistern kann, ist hier genau richtig aufgehoben. Außer der „Nachtwache“ und der „Winterlandschaft mit Eisläufern“, 1618 von Hendrick Averkamp gemalt, sowie den detaillierten Kirchengemälden von Pieter Jansz Saenredam (1597-1665) waren in dem Museum keine weiteren für mich interessanten Gemälde oder Exponate ausgestellt.

Vielleicht lag meine Lustlosigkeit auch in der Tatsache begründet, dass nach zweieinhalb Stunden im Van-Gogh-Museum bei uns ein wenig die Luft raus war. Da half nur eins: Erst mal einen Hot Dog verspeisen, und dann an einer Grachtenfahrt teilnehmen. Da konnten wir unsere schmerzenden Füße 75 Minuten lang ausruhen lassen. Von dem überdachten Boot aus wirkten die reichverzierten Giebelhäuser gleich ganz anders als bei einem Spaziergang bei Nacht. Die Erklärungen zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten kamen auf niederländisch, englisch, französisch, deutsch und polnisch, wie aus der Pistole geschossen und gaben einen groben, oberflächlichen Überblick über einen Teil der Amsterdamer Geschichte. Was es mit den Geheimkirchen auf sich hat, warum die Häuser hier wirklich so schmal gebaut wurden und was sich hinter ihnen genau verbirgt, das kann mein Reiseführer besser und detallierter – aber zum Entspannen und visuellen Genießens des Stadtpanoramas, besonders vom Hafen aus, war dieser Ausflug bestens geeignet. Kommen wir nun zu den nüchternen Fakten. Was war denn nun der Vorteil dieser City Card? Finden wir es heraus:


Die City Card, auch bekannt als „I amsterdam“-Card
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Am Flughafen Schiphol konnten wir in der Tourist Info nicht nur die Karten für die Zugfahrt nach Amsterdam kaufen (als teurere Alternativen wären nur Taxi, Hotelbus oder normaler Linienbus geblieben), sondern auch die City Card, auch „I amsterdam“-Card genannt. Es gab welche für unterschiedlich lange Nutzungsdauern. Ab erstmaliger Entwertung war unser Exemplar 72 Stunden lang gültig und kostete 53,-- Euro pro Person.

Das scheint zunächst eine Menge Geld zu sein, aber wir konnten damit die öffentlichen Verkehrsmittel so oft nutzen wie wir wollten und gratis das Van-Gogh-Museum, das Rijksmuseum und das Wissenschaftszentrum NEMO besuchen, kostenlos eine Grachtenfahrt mitmachen und bekamen 25% Ermäßigung auf den Eintrittspreis für den Zoo und den Preis für ein Abendessen (ohne Getränke) in einem griechischen Restaurant. Schon für unser kleines Programm, bestehend aus Zoo (18,50 Euro), Van-Gogh-Museum (14,-- Euro), Rijksmuseum (12,50 Euro) und Grachtenfahrt (13,-- Euro) hätten wir ohne Karte 58,-- Euro bezahlt. Wenn man jetzt noch die Fahrten mit der Tram und der Metro hinzurechnet, so hat sich die Karte für uns schon gelohnt – schon allein beim Umgehen der Schlange am Van-Gogh-Museum.

Sicher hätten wir auch noch das Houseboatmuseum oder die Kirche „Ons' Lieve Heer op Solder“ besuchen können, um die Karte noch besser auszunutzen – aber dazu hätten beide während unseres Aufenthalts geöffnet haben müssen, und das waren sie leider nicht, wie ich jetzt erfahren habe. Und ob sich die 25% Ermäßigungen auf unterschiedliche Attraktionen und Essen in Cafés und Restaurants wirklich rentiert, kann ich auch nicht beurteilen. Zum ersten Kennenlernen der Stadt fand ich sie jedoch hilfreich. Beim nächsten Besuch würde ich dann schon eher ein Fahrrad mieten, um auf diesem Weg die Stadt zu erkunden, und bei der Suche nach einem geeigneten Restaurant den Reiseführer meines Vertrauens zu Rate ziehen.


Nach alter Kunst folgt nun die Moderne
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... oder besser gesagt: Willkommen im 19., 20. und 21. Jahrhundert. Denn wir nutzten am folgenden Tag das schöne Wetter aus und machten uns auf in den Zoologischen Garten Artis (Plantage Kerklaan 38-40), von unserem Hotel aus knapp 15 Gehminuten entfernt, und gar nicht weit weg vom Hafen. Artis ist der älteste Zoo der Niederlande – erbaut im 19. Jahrhundert. Mit unserer City Card bekamen wir 25% Ermäßigung auf den Eintrittspreis und bezahlten zusammen 27,-- statt 36,-- Euro. Im Preis enthalten ist außerdem auch der Besuch des Planetariums, auf den wir aber aus Zeitgründen verzichtet haben; denn vorrangig wollten wir uns das Reptilienhaus und das Aquarium anschauen – wegen unserer geschuppten Freunde waren wir eigentlich auch hergekommen. Fasziniert haben uns die freifliegenden Vögel und die sich frei bewegenden Lemuren, die die Baumkronen hoch über uns unsicher machten. Im Reptilienhaus konnte ich das erste Mal einen fast ausgewachsenen sieben Meter langen Tigerpython und ein fünf Meter langes Krokodil aus der Nähe bewundern. Besonders ins Herz geschlossen hatte ich jedoch die im Sommer dieses Jahres geschlüpften Geckos, Eidechsen und Schildkröten, denen ich ganz aus der Nähe bei ihrer Mahlzeit zuschauen konnte. Und im Aquarium die vielen bunten Fische und Amphibien zu bewundern – da ging mir das Herz auf. Aber darüber werde ich einen gesonderten Bericht verfassen. Nach vier Stunden verließen wir diese charmante Oase der Ruhe wieder und widmeten uns der Neuzeit.

Das Wissenschafts- und Technologiezentrum NEMO im Hafen sieht von weitem aus wie ein Schiff. Auf vier Stockwerken können die Besucher an Experimenten zum Thema Wasseraufbereitung, Solartechnik, Elektrizität, Rundfunk, optische Täuschung, Biologie, etc. teilnehmen – allerdings sollte man darauf vorbereitet sein, daß sich hier vorwiegend Kinder mit ihren Eltern austoben. Mit 12,50 Euro (Kinder bis 3 Jahre zahlen nichts) wäre das für uns ein kostspieliges Vergnügen gewesen, hätten wir mit der City Card nicht freien Eintritt gehabt. Lange hielten wir uns auch nicht darin auf, und um 17 Uhr schloß dieses Museum ohnehin schon, so daß wir noch ein wenig durch den Hafen schlenderten und das schwimmende Chinarestaurant „Sea Palace“ von außen bewunderten, welches mit unzähligen Glühbirnen bestückt ist, so daß es in der Dämmerung hübsch leuchtet. So hübsch wie einige der schönsten Brücken Amsterdams. They can glow in the dark.

Leider war unser Amsterdam-Besuch nach zwei vollen und durch An- und Abreise nur angebrochenen zwei Tagen viel zu schnell beendet, so daß wir beschlossen haben, ein anderes Mal wiederzukommen – dann aber zu einer Jahreszeit, in der es tagsüber länger hell ist, und dann eine ganze Woche. Last but not least hat es mir sehr gut gefallen in Amsterdam. Es gibt allerdings einige Dinge, vor denen ich warnen möchte.

Erstens: Auch wenn sich der Autoverkehr in erfreulichen Grenzen hält, sollte man nicht sorglos auf die Straße laufen, es sei denn, man möchte von einem Radfahrer auf dem Lenker mitgenommen werden. Radfahrer sollte man hier wirklich nicht unterschätzen. Auch auf den Schienen stehenzubleiben und Löcher in die Luft zu starren, kommt nicht gut an. Zweitens: Taschendiebe. Davor warnen auch Schilder, vorzugsweise an belebten Plätzen. Mit Geld herumzuwedeln, ist eine dumme Idee.

Drittens: Sich blind auf Veranstaltungshinweise aus dem Internet zu verlassen. Ich hatte mich so darauf gefreut, im „Winterland Amsterdam“ am Montagabend einen Glühwein zu trinken, da laut der Homepage von Iamsterdam am Rembrandtplein ein „wunderschöner Weihnachtsmarkt mit Eisbahn“ vom 1. November 2010 bis 1. Januar 2011 stattfinden sollte. Doch was mußten wir entdecken, als wir am Rembrandtplein unser erstes Bierchen dieses Urlaubs tranken? Sie bauen die Eisbahn erst noch auf, und von Buden weit und breit keine Spur, denn die Veranstaltung findet offiziell vom 19. November bis 2. Januar statt. Dumm gelaufen. Viertens: Gesalzene Essens- und Getränkepreise. Auch Zigaretten und Schuhe gibt es hier nicht günstiger. Wir sind in den drei Tagen für Essen und Trinken zusammen knapp vierhundert Euro losgeworden.

Fünftens und letztens: Nehmen Sie sich nicht zuviel vor, wenn Sie die Stadt entspannt kennenlernen möchten. Ich hatte mir einen riesigen Plan gemacht und konnte nur einen Bruchteil davon in die Tat umsetzen. Conclusio: Drei Nächte sind zum Kennenlernen zwar kurz, aber ideal. Deshalb gibt's auch nur wenige Fotos dieses Jahr, und die wurden alle mit dem Handy aufgenommen. Mehr hätte ich von sieben Nächten gehabt – aber warum nicht im nächsten Jahr einen neuen Versuch starten? Genügend Pläne hätte ich ja schon...
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
lenchen_196

lenchen_196

08.04.2012 22:58

wir fahren in einer Woche hin, tolle Tipps von dir! BH und LG Lenchen

autoklinik

autoklinik

07.12.2010 00:03

Eine Stadt, die ich noch nicht kenne...wenn ich aber mal hinfahre kaufe ich keinen Reiseführer sondern drucke mir Deinen Bericht aus! LG, Stefan

brahmagirl

brahmagirl

14.11.2010 02:33

:)

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