Am 15. April 2011 beginnt in Koblenz die Bundesgartenschau Rhein und Mosel werden herausgeputzt und da wird auch die "Alte Burg" im alten Glanz erstrahlen !
Dort wo die Mosel in den Rhein fließt steht das weltbekannte "Deutsche Eck" .
Auf dem Weg dorthin, werfen wir aber noch einen Blick auf die vielen anderen schönen Sehenswürdigkeiten, die Koblenz, drittgrößte Stadt in Rheinland-Pfalz, zu bieten hat.
Wir kommen von der Balduinbrücke und sehen die ehemalige "kurfürstliche Burg", die kurz Alte Burg genannt wird und worüber ich heute berichten möchte. - Bild 1 -
Diese Brücke ist die Verbindung über die Mosel von dem Stadtteil Lützel und Neuendorf zur Innenstadt von Koblenz.
Sie wurde 1332 vom Erzbischof und Kurfürsten Balduin gebaut und sie bietet gerade bei Sonnenuntergang eine traumhaft schöne Kulisse. - Bild 2 -
Wir laufen die Burgstraße nach links und sehen dieses weisse, schön renovierte Gebäude, das ist sie, die "Alte Burg" . -Bild 3 -
Etwas Geschichte zu diesem Haus:
1185 von den Herren von der Arken auf Resten der römischen Stadtmauer aus dem 4. Jahrhundert wurde sie errichtet
ab 1277 durch Erzbischof Heinrich II. von Vinstingen von Trier erweitert und mehrfach umgestaltet.
Zu dieser Zeit diente sie als Residenz für die Erzbischöfe
um 1307 wurde der Kernbau unter Erzbischof Johann vollendet
1806 zog eine Bleiweiß-Fabrik dort ein
1898 schloss die Fabrik wieder und verkaufte das Haus an die Stadt Koblenz
Seit 1977 ist in der "Alten Burg" ein Teil der Stadtbibliothek untergebracht
Der Baustil des Hauses:
Durch die vielen Umbau-Arbeiten der Besitzer ist die "Alte Burg" eine Mischung aus Spätgotik, Renaissance und des Barocks.
Sie hat ein Walmdach und zur Moselseite hin einen runden und einen achteckigen Turm. Und wie jeder unschwer erkennen kann, könnte diese Seite einen neuen anstrich vertragen, denn die Hochwasserschäden zeigen genau den Pegelstand an. -Bild 4 -
In das Haus selber kommt man nur zu den Öffnungszeiten des Stadtarchives, welches dort untergebracht ist. Durch das Fenster der Tür kann man eine wunderschöne Wendeltreppe aus Sandstein erkennen. - Bild 5 - aber es ist Sonntag, und ich gehe nicht hinein, warum auch, jetzt will ich nicht lesen, obwohl das gerade hier der beste Ort überhaupt wäre, um etwas über die Stadtgeschichte zu erfahren.
Das Stadtarchiv:
Denn hier ist eine große Literatursammlung zur Stadtgeschichte von Koblenz und aus der Region untergebracht.
Darüber hinaus gibt es noch ca. 9500, zum Teil sehr alte Bände
die über folgende Themen berichten:
Koblenzer Stadtgeschichte, allgemeine und vergleichende Stadtgeschichte, Kommunalwissenschaften, rheinische Landesgeschichte und Landeskunde, deutsche Geschichte, Archivwissenschaft und historische Hilfswissenschaften
Im 3. Obergeschoss sind die wertvollsten Bände, es ist ein historischer Altbestand von über 20 000 Bänden, die alle vor 1850 erschienen sind, die aber nur für "bestimmte" Leute einsehbar sind.
Besuchen
kann ich dieses Haus frei und unverbindlich innerhalb der Öffnungszeiten.
Es finden auch Vorträge und Sonderveranstaltungen in den oberen Räumen statt. Bei einer solchen Veranstaltung bin ich auf das Gebäude aufmerksam geworden und konnte mir die wunderschönen Stuckdecken ansehen.
Die Geschichte des Stadtarchivs:
1406 wird zum ersten Mal ein Aufbewahrungsort für städtische Akten und Urkunden erwähnt.
von 1471 ist ein Urkundenverzeichnis in Form von vier Papierblättern in Schmalfolio erhalten.
Im 16. Jahrhundert interessiert sich der Trierer Erzbischof für das Stadtarchiv
1830 erfolgte wohl die erste wissenschaftliche Benutzung des Stadtarchivs
1856 erstellte Staatsarchivar Adam Goerz für einen Teil der städtischen Urkunden ein neues "Findbuch"
Ab 1882 ordneten und verzeichneten die Staatsarchivdirektoren Dr. Heinrich Reimer und Dr. Max Bär die erste "Abgabe" , die dann
1909 zugänglich war.
1944 wurde alles in das Kalibergwerk Salzdetfurth bei Hildesheim ausgelagert,
1946 gelangte das Stadtarchiv wohlbehalten ins Staatsarchivs zurück
Ab 1974 erfolgt der Aufbau in eine Dienstbibliothek
Seit 1992 wird durch EDV eine laufende Bibliographie zur Geschichte dieser Stadt erstellt
Ab 1. Januar 1997 ist das Archiv ein eigenständiges Amt innerhalb des Kulturdezernats.
Wir gehen weiter:
vorbei am dem Mittelrheinmuseum mit dem "Augenroller", der Florinskirche, einer dreischiffigen romanischen Pfeilerbasilika, wieder "runter" zur Mosel; um den Weg bis zum Blumenhof
und dann zum "Deutschen Eck" fortzusetzen.
Von hier aus ist die alte Burg am Schönsten !
Und das ist wirklich empfehlenswert, sich an das Deutschen Eck in den nachgelesenen Biergarten zu setzen um die Moselfront mit den schönen alten Häusern zu betrachten. Der "Deutsche Kaiser", das älteste Gasthaus mit der dunkelroten Farbe, das Mittelrheinmuseum von hinten, und nicht zuletzt die alte Burg, die aus der Entfernung einen schönen Kontrast zur Moselbrücke bietet. Wenn dann die Sonne untergeht, und der Erzbischof Balduin als Silhouette vor dem rot gefärbten Himmel zu sehen ist, dann trinke ich auf Koblenz ! Und mir ist klar: Das ist ein Stück Heimat !
Die Anschrift
Alte Kurfürstliche Burg
Burgstraße 1
56068 Koblenz
Tel. 0261/129 26 35
Die Öffnungszeiten:
Mo, Di, Do, Fr 14:00-17:00 Uhr sowie nach Vereinbarung
Parkmöglichkeiten:
Unterhalb der Burg, direkt an der Mosel gibt es gebührenpflichtige Parkplätze
Anfahrt:
Mit dem Bus der Linie 1 bis Florinsmarkt
Fazit:
Empfehlen kann ich den Besuch der "Alten Burg" NICHT, denn es ist in dem Sinne keine Sehenswürdigkeit, die man von Innen betrachten sollte. Von außen aber ist sie an der Moselprommenade ein einzigartiges Prachtstück, daß unbedingt zum "Bild" des Moselufers dazugehört und das ich nicht missen möchte !
Auch eine "Ecke", wo ich noch nie war. LG! Andrea