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Erfahrungsbericht

für Allerlei, Berlin
5 Sterne Einige Anmerkungen und Berlin Erfahrungen Bericht mit Bildern
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Pro Berlin, Du sollst Haupstadt sein.

Kontra Berlin, warum oft so Betongrau?

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Der Autor

jr4478 Seit 15 Sep 2005

Ich bin wieder Daheim. * Aber heftiger Baulärm lässt zurzeit kaum den häuslichen Aufenthalt zu... mehr

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~~~~~~ Berlin ist eine Reise wert ~~~~~~
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Vorwort:
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Im Rahmen eines Bundeskongress war ich 4 Tage in Berlin. So einiges durfte ich erleben, sehen und erfahren. Und jetzt möchte ich einige kleine Seiten von Berlin schildern. Ich selbst bin 3 Tage nach der Währungsreform geboren. Berlin wurde damals bis Mai 1949 durch die Russen Blockiert. Die Insel Berlin blieb.Dadurch habe ich 21 jahre später regelmäßig Versorgungsfahrten nach Berlin durchgeführt.

Reihenfolge meines Berichtes:
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1. Berlin 1970

2. Kreuzberg 1970

3. Und nun ins Jahr 2007

4. Ankommen in Berlin

5. Mit dem Taxi ins Hotel

6. Zu Fuß zum Brandenburger Tor

7. Ein nobles Essen

8. Und wieder ein Taxi

9. Ein kleiner Spaziergang

10. Die "Potemkinschen" Hochhäuser.

11. Am Checkpoint Charly

12. Ein Warnstreik

13. Und mit dem Taxi wieder zum Bahnhof

14. Der Bahnhof.

15. Und Tschüss!

~~~~ 1.~~Berlin 1970
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Als 1970 wieder nach einem längeren Auslandsaufenthalt nach Hamburg kam, wollte ich gerade 21 Jahre jung, unbedingt mit einem Lkw fahren. Auf einem Samstag bewarb ich mich bei einer Spedition (Hugo Witt Nachfolger). Und nachdem ich einen neuen Reisepaß bekommen hatte, konnte ich meine erste fahrt, natürlich unter Aufsicht eines erfahrenen Kollegen nach Berlin starten.

Über die Fahrt durch die DDR kann ich immer nur eins sagen, die damaligen Grenzer hatten zwar einiges zu ärgern auf Lager, aber da ich sehr jung und vor allen gut erzogen war, wurde ich immer gut behandelt.

Am Grenzübergang Staaken war dann steht`s Eisbein mit Sauerkraut, Erbspüree und Stampfkartoffeln nachts um drei Uhr angesagt.
Der LKW war regelmäßig mit Lebensmitteln beladen. Einmal im Monat allerdings hatten wir für den Springer Verlag die "Funk Uhr" aus der Druckerei Ahrensburg" für die Berliner Bürger.

~~~~ 2.~~Kreuzberg 1970
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Ganz besonders hat es mir damals in Kreuzberg gefallen. Dort gab es eine Kneipe. Hier waren wir alle hoch geschätzt. Fast wie eine große Familie. "meine Hamburger" sagte die in Polen geborenen Wirtin. So manches Bier wurde getrunken. Gesungen und gelacht. (20 Jahre später allerdings? Na schweig ich lieber! Weinen hätte ich können. Wo war mein Kreuzberg 1970?

~~~~ 3.~~Und nun ins Jahr 2007
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Nun sind echte 37 Jahre Vergangen. Die Grenzen seit fast 20 Jahren nicht mehr vorhanden. Unser ICE läuft im Bahnhof ein. Der grau, super gestylte "Mehl"dorn Bahnhof soll etwas darstellen? Na, ich kenne wirklich schönere Bahnhöfe. Egal, hier ist Endstation für unsere kleine Gruppe.

~~~~ 4.~~Ankommen in Berlin
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Über einige Etagen erreichen wir das Tageslicht. Und der erste Eindruck? Wieder "Mehl"dorn Outfit. Das graue der Betonlandschaft wirkt auf mich nicht gerade fröhlich. Die übergroßen Eisenträger ohne Funktion sollen sie sein, könnten bei der Bahnpleite wohl in bares umgesetzt werden. Sorry, was sollen die Dinger sonst. Ja, würde Herr "Mehl"dorn sagen, das grau etwas aufheitern. Hi hi!

Schade, hier wirkt das grau derart grell. Zumindest hatte ich den Eindruck.

~~~~ 5.~~Mit dem Taxi ins Hotel.
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Nun komme ich zu etwas erfreulichen. Unsere Taxis. Ja, liebe Berliner Kutscher, immer schön der Reihe nach. Als unsere Gruppe von hinten beginnend, die Taxen stürmten, war Stimmung pur angesagt.

"Wohin soll es gehen?"

"Fahren sie einfach hinter her!"

Nun, unser Kutscher hatte ein spontanes Problem mit der Straße, aber dann plötzlich wußte er genau, was zu tun ist.

" Na, ich biege schon hier ab" (Glinkastraße?) glaube ich.

"Dahinten ist eine Baustelle."

Super, der Mann wußte Bescheid. Schnell war die Axel Springer Straße erreicht.
Die kurze Fahrt kostete so um die 6,00 Euro. Kleiner Tip und weg war er.

Jetzt zum Hotel. Bericht war vor diesem Bericht.

~~~~ 6.~~Zu Fuß zum Brandenburger Tor
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Nach einer längeren "Frischpause" hat sich unsere Gruppe dann getroffen. Im "Tucher", nahe am Brandenburger Tor war ein Raum bestellt. Der Fußweg dorthin war schon spannend. Sich jetzt den Weg für den Rückweg zu merken, war schon etwas schwierig.

Das Ambiente im "Tucher" einfach "Einmalig". Über Preise kann ich nichts sagen. Uns wurde alles bezahlt. Nervig allein waren die einfachen Holzplatten als Tische. Wobei die Tische mit braunem Packpapier schon recht dekorativ wirkten.

~~~~ 7.~~Ein nobles Essen
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Im "Tucher" gab es ein vorbestelltes Menü für die Gruppe. Was ich wirklich auf den Teller hatte, vermag ich nicht zu benennen. Zu schwer sind die Bezeichnungen. Der einzelnen Gänge. Geschmeckt hat es aber.

~~~~ 8.~~Und wieder ein Taxi
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Klar und wieder ein Taxi. Unser Taxifahrer war kein echter Berliner. Mehr aus dem Osten ist er einst gekommen. Die Axel Springer Straße war ihm nicht ganz geläufig. Der Vorschlag, dann fahren sie einfach hinter dem Vordermann her. Nee, aber das ließ doch sein Stolz nicht zu.
Als wir an der "Glinkastraße" ankamen, sagte ich so nebenbei:
"Hier ist der Kollege vorhin eingebogen, hinten soll eine Baustelle sein".

O, der Stolze war Sieger. Geradeaus ging es weiter. Und siehe da, eine Baustelle.

Nun, unser Driver hatte nun alles auf eine Karte gesetzt. Das nächste rechts war sein Ziel. Doch Scheis..., eine Einbahnstraße.

"Gestern bin ich hier noch durchgefahren!"

Gas, und zack ging die Fahrt entgegen der Einbahnstraße weiter. Da unser Driver nun einen riesigen Umweg machen musste, wurde das Taxameter abgestellt. Allerdings ohne etwas zu sagen. Nun, ich saß hinten und die 6,50 waren futsch. Mit Tip bekam unser Driver dann 7,50 Euro.

Und hier schon erfuhren wir die erlebten Geschichten der anderen Kollegen aus der Gruppe. Jeder konnte seinen Berliner Taxifahrer etwas besonderes nachsagen.

Lieber Berliner Taxifahrer, ihr seit Super.

~~~~ 9.~~Ein kleiner Spaziergang
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Der nächste Tag begann mit einem längeren Gang durch Berlin. Bewundern muss ich immer wieder den rasanten Straßenverkehr. Ich komme nun selbst aus einer Großstadt, aber hier wunderte es mich steht's, nie einen Unfall zu sehen.

Vorbei an der britischen Botschaft, dann am Ostfriesischem Konsulat (Kleiner Scherz. In einer breiten Straße, wo auch immer, war mittig eine ca. 3 Meter hohe, angeschrägte Grünfläche. Eben wie ein Deich an der Nordsee).

Bein Russen vorbei (keine Schreie waren zu hören!) und durch das Brandenburger Tor Richtung dem Reichstagsgebäude. Wobei ich wenig Verständnis dafür habe, das unmittelbar an die herrliche Architektur der alten Gebäude, jetzt neue Gebäude "angeklatscht" wurden. Schade!

Auch das weitere Grau der nun folgenden Gebäude war etwas zu grau.

Ganz besonders überrascht war ich am Holocaust Mahnmahl. Zuerst wirkte das Ganze einfach nur so dahin gestellt. Aber als ich nun langsam Richtung Mitte ging, konnte ich schon den Sinn etwas mehr verstehen.

Meine Hände umklammerten einen kleinen Stein. Es ist unheimlich und ergreifend. Meine Gedanken wurden wirklich mit jedem Schritt in die Tiefe von einem "Verstehen" geprägt.

Jeder, der langsam durch die Reihen geht, dann nach links oder rechts schaut, sieht den einen oder anderen Besucher nur vorbeihuschen. Ein großes Gefühl der Furcht oder auch Angst, da könnte etwas sein, ist steht´s der Begleiter. Doch, der "Erschaffer" hat recht mit diesem Bauwerk. Es steht eben nicht nur da, es nimmt mich mit.

Einen kleinen mitgenommenen Stein legte ich dann irgendwo auf einer der Blöcke ab. Und ich bin froh, hier gewesen zu sein.

Mit der U-Bahn dann erreichten wir wieder unser Hotel

~~~~ 10.~~Die "Potemkinschen" Hochhäuser.
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Die Überschrift sagt es schon. Ich habe noch nie sog. "Potemkinsche "Häuser" gesehen. (oder wie sagt man zu Häusern, die in Wahrheit Attrappen sind?).

Es hat mich sehr enttäuscht, dass bei so einer Finanzlage in Berlin riesige Hochhäuser nur aus Gerüstbauteilen in den Himmel wachsen. Klar Arbeitsplätze werden so geschaffen, aber was soll so ein Unsinn. Nur Planen um ein Gerüst das nichts weiter als das Gerüst ist. Keine Mauern, nichts als Gerüst.

Auf einer Fußballfeld großen Fläche waren gerade die ersten Gerüstteile komplett auf den Boden gestellt. Also auch im Inneren. Einer der Gerüstbauer konnte mir dann wunderbar das weitere Vorgehen erklären. Natürlich freue ich mich über die Arbeitsplätze, aber verdammt, wer bezahlt diesen Unsinn? Der Soli?

~~~~ 11~~Am Checkpoint Charly
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Diesen Grenzübergang habe ich häufig 1970 gesehen. Grauenvoll! Jetzt das Museum ist ein MUSS!

Wir sind mit einigen weiteren Kollegen in das Museum gegangen. Jeder aber ging seinen Weg durch dieses düstere Kapitel deutscher Nachkriegszeit. Viel Dinge waren mir bekannt. Jetzt noch einmal all das zu erleben, zu sehen und nachzulesen, ja das hat ganz schön Kraft verbraucht. Die eine oder andere Träne habe ich verschenken können. Und hier kein Gefühl zu zeigen, war einfach unmöglich. Hinterher habe ich nur eines gewollt, schnell raus und schräg gegenüber einen Espresso mit den Kollegen zu trinken. Jetzt langsam auch kamen die ersten Worte wieder ins unser zusammen sein.

~~~~ 12~~Ein Warnstreik
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Ein Warnstreik war angekündigt. Der öffentliche Dienst in Berlin wird in einer Art und Weise mit Löhnen niedrig gehalten, da kann schon Wut aufkommen. Das allerdings Herr Körting mindestens 6 Grukw zur Begleitung mitschickt mit voll mit behelmten Polizeibeamten, zeigt doch nur, wie tief der Berliner Senator gesunken ist. Auffallend waren im Warnstreikzug sehr viele uniformierte Polizeibeamte mit einen Button" ich streike". Noch mehr Polizeiangestellte und viele viele andere Menschen, die um ihren Lohn bangen müssen sollen hier nicht vergessen werden.

(Zwischenbemerkung: Gestern traf ich einen neu eingestellten Kollegen, der gerade mal 8 Euro weniger bei einer 39 Stundenwoche verdient, wie vorher als Hartz 4 Empfänger. Dieser Kollege hat das Pech, er verdient 90 Cent zu wenig. Somit stehen ihm 145 Euro Kindergeld nicht zu. Er muss der B.A. Hartz 2 beantragen (ich kenne mich damit nicht aus) aber nächsten Monat bekommt er wieder eine Schmutzzulage, dann ist der Kinderbetrag wieder neu zu beantragen)

~~~~ 13~~Und mit dem Taxi wieder zum Bahnhof
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Ja, und alle guten Dinge sind schnell vorbei. Mit div. Taxen fuhr unsere Gruppe wieder zu "Mehl"dorn Klotz.

~~~~ 14~~Der Bahnhof.
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Also Bahnhof. Vorher noch einen Kaffe getrunken und schon ab in die Tiefe zu IC. aus Wien. Und wieder das Gefühl, der Bahnhof ist ein nicht sehr schöner Bahnhof. Zumindest bieten die Bahnsteige keine Besonderheiten. Klar, oben in den hallen dampft das Leben. Eben so große Stadt hat wirklich mehr verdient als nur einen grauen "Mehl"dorn Klotz.

~~~~ 15~~Und Tschüss!

Ja, Berlin, das waren nur wenige Stunden. Aber Erinnerungen waren wieder neu aufgefrischt. Du bist verdammt lebendig geworden. Dein Herz schlägt kraftvoll. Du bietest uns Gästen einfach alles. Nur eben zu wenig Zeit! Und die muss jeder einfach haben.
Berlin, du bleibst mit vielen Dingen in Erinnerung. Gern besuche ich dich wieder. Aber bitte dann nicht mit "Potemkinschen" Hochhäusern. Leere Plätze müssen nicht Scheinen, sie Können leer sein, dann ist zu sehen, was noch fehlt. Jetzt fehlt scheinbar wenig aber davon eine ganz Menge.

Berlin, nicht Tschüss.

Auf Wiedersehen.

Bilder

für Allerlei, Berlin
Pontemkisches Hochhaus
von jr4478 jr4478

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Kommentare

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  • Glowhand 03.05.2009 20:40
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • DamarisAnklam 01.11.2008 11:23
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • maggie1117 04.05.2008 10:42
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • 1966kessy 28.04.2008 23:22
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Trisa 10.03.2008 04:24
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