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Erfahrungsbericht

für Alcatraz, San Francisco
Nächsten Bericht ansehen "Ein Muss für San Francisco!"
5 Sterne The Rock Bericht mit Bildern
128 von 128 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro interessante Audiotour, toller Blick auf die Stadt

Kontra Tickets früh ausgebucht

Detailbewertung

Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Öffnungszeiten
Spaßfaktor

Der Autor

snowqueeny Seit 3 Sep 2011

Flüge nach Singapur, Tioman und Kuala Lumpur sind gebucht, juhu! mehr

8 Mitglieder vertrauen mir

Heute soll ein weiterer Bericht von unserem Sommerurlaub 2011 folgen. Nachdem wir 10 Tage in Kanada - genauer gesagt Vancouver und Kelowna - verbracht hatten, flogen wir von Vancouver aus runter an die Westküste der USA, wo wir eine Rundreise über 18 Tage geplant hatten. Erster Stopp war dabei in San Francisco, wo wir im Super 8 Motel Union Square übernachtet haben. Am ersten Tag in San Francisco stand eine der bekanntesten und meist besuchten Attraktionen San Francisco auf unserem Plan, nämlich Alcatraz. Ob sich ein Besuch für uns gelohnt hat, lest ihr in meinem Bericht.

Was ist Alcatraz?

Alcatraz ist eine ehemalige Gefängnisinsel, die in der Bucht von San Francisco liegt und den Beinamen "The Rock" trägt. Vor der Zeit, als Alcatraz als Gefängnis genutzt wurde, war auf der Insel eine Festung, die 1853 erbaut wurde. Als Gefängnis diente die Insel lange Zeit. Offiziell zum Gefängnis ernannt wurde Alcatraz 1915 und 1934 als Bundergefängnis wiedereröffnet. 1963 wird die Schließung angeordnet, da die Instandhaltung der Insel als Gefängnis einfach zu teuer war. Seit 1972 gehört die Insel zu den Golden Gate Nationals Parks, ist also ein Nationalpark und seit 1973 kommen auch wieder Besucher nach Alcatraz. Alle Eintrittsgelder werden daher für die Erhaltung der Insel verwendet. zudem ist die Insel heute von einer Vielzahl von Vögeln beheimatet. Einige Bereiche der Insel sind für Besucher komplett gesperrt, da diese als Brutplätze der Vögel dienen.

Wie kommt man hin?

Alcatraz erreicht man nur über eine Fähre, die am Pier 33, nahe der Touristenmeile Fisherman´s Wharft, ablegt. Da unser Hotel am Union Square lag, nehmen wir die Linie F der Straßenbahnen ab der Market Street, die noch mit historischen Wagen betrieben wird. Uns wurde gesagt, wir sollten an der Haltestelle Embarcadero aussteigen, was dann aber viel zu früh war. Na ja, so hatten wir noch einen Fußmarsch von noch gut 15 Minuten an den Piers entlang, was auch schön war, wir hätten aber noch gut 5 Haltestellen sitzen bleiben können. Das Pier, an dem die Fähre ablegt kann man auch von der Straßenbahn aus nicht übersehen, da sich hier so viele Touristen versammeln und überall Banner auf die Ablegestelle hinweisen.

Öffnungszeiten, Preise, Buchung

Die erste Fähre legt um 9.10Uhr vom Pier 33 ab, danach verkehren die Fähren im 30-Minuten-Takt bis abends um halb 10. Speziell an den Wochenenden und in den Sommermonaten sind die Tickets oft mehrere Wochen vorher ausgebucht, daher sollte man schnell reservieren. dies kann man auf der Seite www.alcatrazcruises.com problemlos - einfach Tour und Zeit auswählen, mit Kreditkarte bezahlten, Beleg ausdrucken und am gewählten Tag die Tickets kurz vor Abfahrt abholen. Wer nicht reserviert hat, wird im Sommer keine Chance haben, nach Alcatraz zu kommen, der Andrang ist einfach zu groß und wenn überhaupt gibt es nur Restplätze von gebuchten Tickets, die nicht abgeholt wurden. Einmal auf der Insel angekommen, kann man sich so viel Zeit lassen, wie man möchte, denn man kann jede beliebige Fähre zurück ans Festland nehmen.

Wir haben 6 Wochen vor unserer Reise die Early Bird Tour gebucht, die frühest mögliche Fähre, um dem großen Andrang um die Mittagszeit zu umgehen. Für die Tour, die neben der Fahrt auch eine Audiotour auf der Insel beinhaltet, haben wir pro Person 26$ (umgerechnet etwa 18€) bezahlt.

Alcatraz ist geöffnet zwischen 9.10 Uhr und 18.30 Uhr im Sommer, im Frühling, Herbst und Winter schließt die Insel bereist um 16.30 Uhr. Zudem gibt es spezielle Nachttour, über die ich aber nicht berichten kann. Lediglich an Weihnachten und Neujahr kann man Alcatraz nicht besuchen.


Unsere Eindrück

Leider hatten wir das für San Francisco fast schon normale Wetter, sprich Nebel und kalten Wind. Nach den über 30 Grad in Kanada mussten wir uns an die gerade einmal 12 Grad in San Francisco (wohl gemerkt im August!) erst einmal gewöhnen.
Nachdem wir unsere schon online gebuchten und bezahlten Tickets am Schalter abgeholt hatten, stellten wir uns in der schon langen Schlange vor der Fähre an. Hier werden noch Erinnerungsbilder vor einer Leinwand, auf der Alcatraz zu sehen ist, gemacht. Diese kann man sich dann nach der Rückkehr von Alcatraz kaufen, doch uns waren die damals zu teuer. Den genauen Preis weiß ich nicht mehr, aber ich glaube es waren um die 20$.

Da wir einen ersten Blick auf Alcatraz haben wollten, wählten wir einen Platz ganz oben auf der Fähre, wo es allerdings sehr windig war. Es gibt auch die Möglichkeit innen zu sitzen, wo es deutlich wärmer ist, aber eben auch die Sicht nicht ganz so gut ist. Kurz vor dem Anlegen fällt einem bereits der Lärm auf, den die vielen Vögel - es sind Hunderte, wenn nicht Tausende - machen, die sich auf der Insel niedergelassen haben. Wo man hingeht, überall sind Vögel.

Nachdem wir angelegt hatten, wurden wir darauf hingewiesen, dass wir uns mit all den anderen Touristen zunächst auf dem großen Platz versammeln sollten, denn es sollte noch eine kleine Einführung geben. Da aber einige bereits losgingen, beschlossen auch wir gleich zur Audiotour aufzubrechen, um dem großen Ansturm zu entgehen.

Die Audiotour ist im Preis bereits inbegriffen und der Start der Tour, an dem man auch die Kopfhörer und Audiogeräte bekommt gut ausgeschildert. Hier kann man zwischen verschiedenen Sprachen, u.a. Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und zum Glück auch Deutsch, wählen. Wir bekamen also unsere Audiogeräte und schon konnte die Tour über Alcatraz beginnen. Hier jeden einzelnen Schritt zu dokumentieren, ist mir nicht mehr möglich und würde auch den Rahmen sprengen, daher will ich euch hauptsächlich von unseren Eindrücken berichten.

Die Audiotour ist so aufgebaut, dass einem zunächst gesagt wird, wo man sich gerade befindet oder wohin man gehen soll. Sie führt einen natürlich hauptsächlich durch den Zellentrakt. Immer wieder wird man von der Stimme aufgefordert stehenzubleiben und wird auf besondere Details der Zellen hingewiesen. In einigen Zellen beispielsweise waren steckdosenähnliche Anschlüsse zu sehen, über die priviligierte Häftlinge genau zwei Radiosender über Kopfhörer hören konnten. In den Zellenblöcken, auch im Isolationsblock, sind einzelne Zellen geöffnet, sodass man hineingehen und einen noch genaueren Blick auf die Zellen werfen kann. In Erinnerung geblieben ist mir auch noch, dass die einzelnen Gänge mit Straßenschildern gekennzeichnet waren. So hieß der "Hauptgang" Broadway und der Platz der Uhr, die im Zellentrakt hing, wurde Times Square genannt. Interessant war auch die Erzählung vom berühmtesten Ausbruchsversuch auf Alcatraz, den man Schritt für Schritt mitverfolgen kann.

Mir persönlich hat die Audiotour sehr gut gefallen. Sie dauerte kannp 50 Minuten und erinnerte doch eher an ein Hörspiel als an eine manchmal langweilige Museumsführung. Da lag vor allem an dem guten deutschen Sprecher, der eine sehr ruhige, tiefe und angenehme Stimme hatte. Interessant wurde die Tour vor allem dadurch gemacht, dass die einzelnen Stationen oft mit passenden Geräuschen unterlegt waren, wie z.B. im Speisesaal, den man sich wirklich bildlich mit all den Gefangenen gefüllt vorstellen konnte. Gelungen waren auch die immer wieder eingespielten Kommentare ehemaliger Häftlinge und Wärter, die Geschichten vom Leben auf Alcatraz erzählten. Auch das Tempo der Tour war für uns perfekt. Wer vor einigen Zellen oder Ausstellungsstücken länger verweilen möchte, kann aber jederzeit auch auf seinem Gerät den Pausenknopf drücken. Sollte man nicht mitgekommen sein oder sich eine Stelle nochmals anhören, gibt es dafür einen Rückspülknopf. Aber wie gesagt, für uns war das Tempo genau richtig. Lediglich ein einziges Mal waren die Angaben, wohin man gehen sollte, etwas ungenau, und wir mussten zurückspulen, da wir beide nicht kapiert hatten, wohin es als nächstes gehen sollte. Hätte ich das nächste Mal die Wahl zwischen einer Führung und dieser Tour, würde ich auf jeden Fall die Tour wählen. Man ist einfach unabhängig, kann sein Tempo wählen, es war sehr interessant gemacht (fast wie ein Hörspiel) und alle wichtigen Informationen über Ausbruchsversuche, berühmte Häftlinge und dem Leben der Familien der Wärter auf der Insel waren auch drin. Und sollten doch Fragen offen bleiben, gibt es ja Infotafeln oder die netten Mitarbeiter, die man an jeder Ecke sieht.

In einer Informationsbroschüre stand, dass die Audiotour einen Preis gewonnen hat - das kann ich mir gut vorstellen, auch wenn nirgends stand, um welchen Preis es sich handelt. Nach der Tour haben wir den Rest der Insel noch auf eigene Faust erkundet. Speziell die Gärten fand ich ganz nett, aber auch den Freiganghof sollte man sich auf jeden Fall noch genauer ansehen. Insgesamt hat mir der Aufenthalt auf Alcatraz sehr gut gefallen und ich kann jedem, der in San Francisco ist, den Besuch empfehlen. Die Gebäude sind zwar wirklich schon etwas heruntergekommen, aber die Geschichte von Alcatraz ist einfach faszinierend, der Zellentrakt geradezu bedrückend und die Aussicht auf die Skyline San Franciscos wunderschön. Das einzige, was mir nicht gefallen hat, war der Nebel, der uns die Sicht auf die Golden Gate Bridge verdorben hat, aber dafür kann Alcatraz ja nichts...

Fazit

Mein Fazit sollte für alle, die den bericht gelesen haben, klar sein. Ein Besuch von Alcatraz lohnt sich auf alle Fälle, denn die Insel und das ehemalige Gefängnis sind einfach interessant und sehenswert. Die "award-winning" Audiotour war ein absolutes Highlight, da sie eben wie eine Art Hörspiel und keinesfalls langweilig war. Dafür gibt man dann auch gerne mal 26$ aus. Und wer noch nicht genug hat, für den kommen hier noch einige

interessante Fakten

zu Alcatraz:

* Der Leuchtturm von Alcatraz war der erste an der pazifischen Küste und ist seit 1854 in Betrieb

* Das Zellengebäude war nie voll belegt, im Durchschnitt waren 260 Häftlinge bei 336 Zellen auf Alcatraz.

* Häftlinge mussten so lange auf Alcatraz bleiben, bis sie nicht mehr als störende oder unverbesserliche Elemente angesehen wurden. Bis 1969 konnten weibliche Gefangene nicht als "unverbesserlich" eingestuft werden - daher gab es auf Alcatraz auch nie weibliche Häftlinge und auch keine Frauen als Aufseher.

* Alcatraz besitzt eine der größten Seemöwenkolonien an der Küste Kaliforniens.


Vielen Dank fürs Lesen, Kommentieren und Bewerten. Sollte ich etwas vergessen haben, lasst es mich wissen!

P.S.: Bilder kommen noch, wenn ciao mich lässt...


Bilder

für Alcatraz, San Francisco
DSCF3199b - Alcatraz, San Francisco
kurz vor dem Anlegen auf Alcatraz
von snowqueeny snowqueeny
DSCF3199b - Alcatraz, San Francisco

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Kommentare

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  • belli4charlotte 13.04.2012 06:40
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Elke008 10.03.2012 06:07
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    BH ist da. lg

  • SiggiWidder 07.03.2012 20:45
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Elke008 05.03.2012 13:53
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    BH folgt

  • hochsauerlaender 24.02.2012 10:39
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    B H

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