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| Userbewertung | 2 Erfahrungsberichte |
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Pro Gute Verbindungen, moderne Fahrzeuge
Kontra Auch auf langen Strecken i.d.R. keine Toiletten an Bord
Detailbewertung
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Karlsruhe genießt unter Nahverkehrsfachleuten einen exzellenten Ruf, was vor allem daran liegt, dass es dort gelungen ist, den Stadt- und den Regionalverkehr vorbildlich miteinander zu verknüpfen. Im Rahmen des sog. "Karlsruher Modells" wurden dort zwei Verkehrsträger, die üblicherweise völlig getrennt voneinander operieren, verbunden. Dies gelang dadurch, dass man es technisch möglich machte, das Straßenbahnnetz in der Stadt mit dem Eisenbahnnetz der Deutschen Bahn im Umland zu verknüpfen. Seit Jahren fahren in Karlsruhe sog. "2-System-Wagen", die sowohl mit 750 V-Gleichstrom (Straßenbahnnetz) als auch mit 15 kV-Wechselstrom (DB-Netz) fahren können. Um die Verbindungen zwischen den Netzen zu schaffen, wurden an verschiedenen Stellen Verbindungsgleise gebaut.
Einer der wesentlichen Träger des "Karlsruher Modells" ist die Albtal-Verkehrsgesellschaft mbH (AVG), über die ich nachfolgend berichten will.Die Wurzeln der AVG reichen zurück bis etwa in das Jahr 1870. Damals wurde die sog. Albtalbahn von Karlsruhe über Ettlingen bis nach Bad Herrenalb im Schwarzwald errichtet. Seit 1957 wird diese Strecke nunmehr durch die heutige AVG betrieben. Eigentümer der AVG ist zu 100 % die Stadt Karlsruhe, welche zudem als weitere Tochtergesellschaft im Bereich ÖPNV noch die Verkehrsbetriebe Karlsruhe GmbH (VBK) unterhält. Seit den 1980er Jahren hat sich folgende Arbeitsteilung zwischen beiden Verkehrsunternehmen herausgebildet: während die VBK für den Betrieb der innerstädtischen Straßenbahn- und Busverbindungen in Karlsruhe zuständig ist, betreibt die AVG als Eisenbahnunternehmen den regionalen Schienenverkehr. Beide Unternehmen sind Gesellschafter des Karlsruher Verkehrsverbunds GmbH (KVV).
Im Rahmen des Liniennetzes des KVV betreibt die AVG heute folgende Linien:S1: Hochstetten - Eggenstein-Leopoldshafen - Karlsruhe - Ettlingen - Bad Herrenalb
S2: Rheinstetten - Messe Karlsruhe - Karlsruhe - Stutensee-SpöckS4: Öhringen - Heilbronn - Eppingen - Bretten - Karlsruhe - Durmersheim - Rastatt - Baden-Baden - Achern
S5: Bietigheim-Bissingen - Vaihingen/Enz - Mühlacker - Pforzheim - Remchingen - Pfinztal - Karlsruhe - WörthS6: Pforzheim - Neuenbürg - Bad Wildbad
S9: Bruchsal - Bretten - Maulbronn - MühlackerS11: Hochstetten - Eggenstein-Leopoldshafen - Karlsruhe - Ettlingen - Waldbronn - Langensteinbach - Ittersbach
S31: Odenheim - Bruchsal - Karlsruhe - Ettlingen-West - Rastatt - Forbach - Baiersbronn -FreudenstadtS32: Menzingen - Bruchsal - Karlsruhe - Ettlingen-West - Rastatt - Baden-Baden - Achern
S41: Karlsruhe - Durmersheim - Rastatt - Forbach - Baiersbronn - Freudenstadt - EutingenEine Ausweitung des Netzes ist geplant. Am weitesten gediehen sind die Planungen für die Strecke von Wörth nach Germersheim.
Eingesetzt werden auf den Strecken der AVG moderne Elektrotriebwagen der Baureihe GT 8-100 des Herstellers DÜWAG (heute: Siemens Transportation Systems). Diese jeweils 37 m langen Einheiten (bei Bedarf auch in Doppeltraktion eingesetzt) haben je nach Ausführung eine Kapazität von ca. 85 bis 100 Sitz- und 95 - 130 Stehplätzen. Die neueren Fahrzeuge verfügen zudem über Niederflur-Einstiege.Ausgestattet sind die Fahrzeuge mit Sitzen aus dem Hause Vogel-Sitze - hier griff man im Bewusstsein der Verantwortung kommunaler Unternehmen für die Region auf einen renommierten Karlsruher Hersteller zurück. Diese Sitze sind vergleichsweise bequem, so dass man auch mal eine längere Strecke bequem aushalten kann. Inwieweit sie allerdings für wirklich lange Strecken (zur Info: die längste Strecke der AVG, die S4, braucht für die Strecke von Öhringen nach Achern rund 3 Stunden) geeignet sind, vermag ich nicht zu beurteilen.
Zu kritisieren ist, dass die Züge über keine Toiletten verfügen. Im Kurzstreckenbetrieb mag dies nicht so dramatisch sein, auf längeren Strecken dagegen schon. Eine Ausnahme bilden hier lediglich die vier sog. "Regio-Bistros", Stadtbahnwagen mit einem Kiosk, an dem Speisen und Getränke verkauft werden.Der Fahrplan der AVG-Linien innerhalb des KVV ist sehr dicht. Auf den wesentlichen Strecken fahren die Züge zu den Hauptverkehrszeiten im 10-Minuten-Takt, außerhalb der Stoßzeiten oder auf kleineren Nebenrouten im Regelfall mindestens einmal je Stunde. Einen eigenen AVG-Tarif gibt es aufgrund der Integration der AVG in den KVV nicht. Stattdessen gilt im Regelfall der KVV-Tarif. An Bord der Fahrzeuge findet man übrigens Fahrscheinautomaten.
Mit der AVG ist es dem KVV gelungen, die Region vorzüglich an die Stadt Karlsruhe anzubinden. Im Gegensatz zum Regionalverkehr der DB AB, der im Regelfall am nicht gerade zentral gelegenen Karlsruher Hauptbahnhof endet, führen die Routen der AVG größtenteils direkt in das Herz der Stadt, so dass man aus dem Umland z.B. ohne Umsteigen direkt zum Marktplatz, dem Mittelpunkt Karlsruhes, gelangen kann. Insofern ist die AVG eine wesentliche Stütze des Nahverkehrs im Großraum Karlsruhe im Allgemeinen sowie des "Karlsruher Modells" im Speziellen. Für mich als ÖPNV-Kunde hat die AVG daher die Höchstwertung von fünf Ciao-Sternen verdient.Nur der Vollständigkeit halber möchte ich noch erwähnen, dass die AVG neben dem Betrieb der Stadtbahnen auch noch in weiteren Geschäftsfeldern aktiv ist. Diese wären: Schienen-Güterverkehr, Straßen-Güterverkehr sowie Gelegenheits-Omnibusverkehr.
Noch ein Wort zu den Bildern: Diese stammen nicht von mir, sind jedoch im Rahmen einer GNU Free Documentation License von jedermann nutzbar.
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slampre 30.07.2008 01:14
togri 23.06.2008 16:17
t.schlumpf 30.03.2008 20:22
LoloMay 28.03.2008 14:54
Hab ich sogar auch schon mal benutzt, wenn ich mich nicht ganz täusche.
Erstmal: Die Zweisystemfahrzeuge der Nummern 846-846 sowie 900-901 haben Toiletten und werden auf der S41 und S4 eingesetzt und das sind die langen Linien!