Al Maha desert resort

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Al Maha desert resort

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Erholung pur in der Wüste

4  25.09.2009 (31.07.2010)

Pro:
Schöne Zelte, ruhig, Entspannung pur

Kontra:
Teuer, recht wenig Aktivitäten

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Preis-/Leistungsverhältnis

Anbindung

Service

Essen & Trinken

Sauberkeit

mehr


cathana

Über sich: Europa-Bericht jetzt endlich mit Photos. *** Danke für die vielen BHs.

Mitglied seit:23.06.2002

Erfahrungsberichte:48

Vertrauende:24

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 304 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als besonders hilfreich bewertet

***** Ergänzung: Nachdem es uns letztes Jahr im Al Maha so gut gefallen hat, beschlossen wir, auch diesen Sommer ein paar Tage dort zu verbringen. Leider war das Essen dieses Jahr so deutlich schlechter, daß ich einen Stern abziehen muß. Außerdem habe ich ein paar Worte zum Spa ergänzt. Wir haben dieses Jahr unsere Bibliothek ausgemistet und mit Bücherverkäufen 200 Euro eingenommen. Dafür haben wir uns dann zwei Massagen geleistet. Alle Ergänzungen sind mit * markiert. *****


Nach vier Monaten Urlaubsentzug war es endlich wieder soweit. Nachdem ich meinen Fidschi-Trip wegen diversen Projekten ins nächste Jahr verschieben mußte, wollte ich dieses Jahr zumindest noch eine Woche Urlaub machen und ein wenig entspannen.
Die Kriterien waren Strand, Sonne und unkompliziert und nach einigen Diskussionen über Thailand, Ägypten, Malediven oder Dubai entschieden wir uns für letzteres.

Dubai an sich interessiert mich als Urlaubsziel eigentlich gar nicht, aber es gibt dort ein Hotel, von dem ich schon lange träume: das Al Maha Desert Resort. Normalerweise liegt dieses Hotel eindeutig in der ‚unerschwinglich’-Kategorie, aber durch die derzeitige Krise gibt es auch bei Luxushotels das eine oder andere Angebot. Als ich sah, daß das Al Maha ein ‚3=2’ anbot, was den Preis auf unter 400 Euro pro Nacht brachte, war die Entscheidung für Dubai um einiges leichter.

Da wir auch eine dieser unmöglichen Flugzeiten hatten, die für Dubai normal zu sein scheinen, und erst um Mitternacht ankamen, hatten wir uns für die ersten Nacht im Four Points Downtown ein Zimmer gebucht. Dort wurden wir am nächsten Tag am Mittag von unserem (bei Dertour zwangsweise dazugebuchten) Transferservice abgeholt.

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Das Hotel
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Nach einer 45-minütigen Fahrt entlang endloser Baustellen gelangten wir an dem Zugangstor zum Reservat an. 1997 begann man auf Geheiß von Scheich Mohammed Bin Raschid Al Maktum mit der Errichtung des Reservats für die seltene Oryxantilope. 1999 eröffnete dann das Al Maha, was Oryx bedeutet, innerhalb des Gebiets seine Pforten. 2004 kamen nochmal 200 qkm Fläche dazu und inzwischen beheimatet das Reservat etwa 300 Antilopen.

Private Fahrzeuge sind in dem Naturschutzgebiet nicht zugelassen, weswegen man, wenn man auf eigene Faust anreist, auf dem Parkplatz beim Eingangstor seinen Mietwagen stehen lassen und mit dem Hotel eine Abholung dort vereinbaren muß. Von dem Parkplatz wird man dann mit einem Jeep des Hotels zur Rezeption gebracht.
***** Ergänzung: Wir sind diesmal eine Strecke mit dem Taxi gefahren, da unser Transfer-Service nicht auftauchte. Vom Flughafen bis zum Al Maha zahlt man etwa 300 AED (also 60 bis 70 Euro). *****

Vom Tor benötigten benötigten wir nochmal fast 20 Minuten bis zur Rezeption, da unserer Fahrer anscheinend Angst um sein Auto hatte und mit nicht mal 30 kmh über die Schotterpiste schlich (wo, wie er uns verkündete, 40 kmh die erlaubte Höchstgeschwindigkeit sei). Schon nach einiger Zeit kann man die kleine grüne Oase erkennen, die nur von den Zeltdächern durchbrochen wird. Neben dem kleinen Hauptgebäude, welches sich gut in die Umgebung einpaßt, gibt es hier nur das Spa und das Restaurant, alle im arabischen Stil gehalten, und die 42 Zelte der Anlage.

An der Rezeption wurden wir dann von unserer Servicemanagerin Arlene und dem Haupt-Wildhüter Jacques empfangen und an einen Tisch im Gebäude geführt, wo uns kalte Handtücher und ein leckerer Fruchtsaft erwarteten. Während sich Arlene um die Formalitäten kümmerte, erklärte Jacques uns die möglichen Aktivitäten.

Nachdem wir uns für unsere erste Aktivität entschieden hatten, bot Arlene uns an, unser Zelt zu beziehen oder ein Mittagessen zu uns zu nehmen. Die Zelte stehen eigentlich erst ab zwei Uhr zur Verfügung, aber unseres war schon gesäubert. Wir entschlossen uns aber zuerst zu essen, da wir ziemlichen Hunger hatten. Das Mittagessen war zum Glück auch am Anreisetag schon inkludiert.
***** Ergänzung: Diesmal erwähnte unser Host nicht, dass wir direkt Mittagessen gehen können. Auf Nachfrage wurde uns allerdings erlaubt, essen zu gehen. *****

Nach dem Mittagessen wurden wir in einem kleinen Buggy zu unserem Zelt gefahren. Die Buggys kann man übrigens jederzeit anfordern, wenn einem die Wege zu weit oder die Temperatur zu hoch ist.

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Die Ausstattung
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Das Haupthaus ist sehr klein, vielleicht 100 qm groß. Darin befindet sich der Empfang, die Bar, eine kleine Bibliothek und ein Souvenirladen. Alles ist im arabischen Stil mit viel Holz und diversen Antiquitäten eingerichtet. In der Bibliothek liegen einige Tageszeitungen (teilweise als Ausdruck) aus und es gibt ein kleines Regal mit Büchern. DVDs müssen im Empfangsbüro ausgeliehen werden. Im Souvenirladen gibt es Gemälde, Postkarten, Teppich-Mouse Pads und echte Teppiche, Antiquitäten und diverse Produkte mit dem Al Maha-Zeichen, der Oryx.

Die Bar liegt im hinteren Bereich des Haupthauses. Es gibt eine kleine Cocktailkarte mit einigen nichtalkoholischen Getränken für etwa 4 bis 5 Euro und circa zehn Cocktails für etwa 8 bis 9 Euro. Dafür daß man keine Ausweichmöglichkeit hat, sehr akzeptable Preise. Auf Wunsch kann natürlich jeder beliebige Cocktail zubereitet werden. Den Al Maha-Signature-Mocktail, den es zum Empfang gab, gibt es hier übrigens auch. Zur Bar gehört noch eine kleine Terrasse mit tollem Blick über die Wüste.

Es kann übrigens überall im Haupthaus geraucht werden, was vor allem morgens um 5:30 mit leerem Magen sehr unangenehm war.

Das zweite ‚öffentliche’ Gebäude des Al Mahas ist etwas unterhalb des Haupthauses am Pool gelegen. Hier ist das Spa und der Fitneß-Center untergebracht.
Der Fitneß-Center ist sehr klein, da er aber anscheinend kaum besucht wird (wir haben nie jemand angetroffen), reichen die zwei Laufbänder, der Cross-Trainer, das Rad, das Multifunktionsgerät und die Rudermaschine vollkommen aus. Die Geräte sind nicht ganz neu, aber in gutem Zustand. Es gibt einen großen Fernseher, eine kleine Stereoanlage und einen netten Blick auf den Pool und die Wüste. In einem kleinen Kühlschrank stehen Wasser und Säfte sowie eine kleine Auswahl an Gatorade zur Verfügung. Eine kleine Obstschale gibt es auch.

Das Spa habe ich nicht ausprobiert, da mir die Behandlungen zu teuer waren. Sie sind allerdings teilweise sogar billiger als vergleichbare Behandlungen in den Strandhotels in Dubai. So hätte eine 60-minütige Gesichtsbehandlung etwa 100 Euro gekostet, eine 90-minütige Massage 110 Euro. Sehr nett hörte sich auch die Rasul-Behandlung an, die für 90 Minuten 120 Euro gekostet hätte. Die Massagen konnte man auch in der eigenen Villa durchführen lassen, wobei das allerdings einen Aufpreis von 20-30 Euro nach sich zog. Interessanterweise konnte man sogar eine Wassershiatsu-Behandlung im eigenen Pool machen lassen (110 Euro für 60 Minuten).
Die Anlage ist sehr nett, mit kleinen Ruheräumen, Springbrunnen und hübschen Behandlungszimmern. Die Umkleideräume sind sehr schön gestaltet und eine große Auswahl an Toilettenartikeln inklusive Körperpeelings etc. steht zur Verfügung. Die Sauna und das Dampfbad können unabhängig von einer Behandlung im Spa genutzt

Bilder von Al Maha desert resort
  • Al Maha desert resort Bedouin Suite
  • Al Maha desert resort Hauptpool
  • Al Maha desert resort Bett
  • Al Maha desert resort Dusche
Al Maha desert resort Bedouin Suite
Eingang zum Zelt mit Oryx davor
werden.
***** Ergänzung: Bei unserem zweiten Aufenthalt haben wir uns je eine Massage gegönnt. Ich hatte eine Lomi Lomi-, mein Freund eine Reflexology-Massage. Wir sollten uns 30 Minuten vorher im Spa einfinden. Auf dem Weg dahin begegnete uns ein Golfbuggy, der uns anscheinend abholen sollte (was uns aber keiner gesagt hatte). Wir zogen uns um und wurden dann in den Ruheraum geführt. Hier wurde uns ein Tee serviert und die Unterlagen ausgefüllt. Der Ruheraum ist wirklich sehr schön gestaltet und ich nutzte die Zeit, um in einem Hideaway-Buch zu blättern und von anderen tollen Hotels zu träumen. Die Massagen waren dann hervorragend. Es gab absolut nichts auszusetzen. Sehr schön war auch, dass die Räume nicht so sehr gekühlt waren, dass ich gefroren hätte. Nach der Massage wurden uns Früchte und ein Tee und Smoothie serviert. Letzterer schmeckte leider gar nicht gut. Wir entspannten noch eine Weile und schauten den Oryx beim äsen zu und ließen uns dann zurückfahren. *****

Wie erwähnt befindet sich hier auch der Pool des Al Mahas. Da er nicht gekühlt ist, waren wir jeden Nachmittag hier schwimmen. Ab circa drei Uhr steht die Sonne nicht mehr direkt über dem Pool und da anscheinend kaum jemand hier schwimmt, man kann herrlich allein entspannen.
Es gibt circa 10x2 Liegen und jedes Liegenpaar ist mit einem Schirm und jede Liege mit zwei Handtüchern ausgestattet. Vor dem Spa gibt es noch diverse weitere Sitzgelegenheiten und einen kleinen Kühlschrank mit Wasser.
Eine kleine Karte mit Snacks und (sehr leckeren) Smoothies (circa 5 Euro) ist vorhanden. Regelmäßigen Service scheint es nicht zu geben, wahrscheinlich war dafür zu wenig los. Wir mußten unsere Smoothies auf jeden Fall im Spa bestellen.
Der Pool ist als Infinity Pool angelegt, was auch mit der Wüste im Hintergrund sehr nett wirkt. Dadurch, daß der Pool am Rande des Resorts liegt und drumherum einiges an Grasfläche vorhanden ist, kommen hier jeden Nachmittag die Oryxantilopen zum grasen hin. Wenn man die Tiere also aus nächster Nähe beobachten möchte (also so etwa aus zwei Meter Abstand), sollte man sich hier einfinden. Vögel sind natürlich auch hervorragend zu beobachten und sogar die Gazellen wagen sich hier in die Nähe. Die Oryxe sind übrigens auch im Rest des Resorts anzutreffen. Bei unseren abendlichen Spaziergängen haben wir regelmäßig Oryxe auf den Wegen angetroffen, einmal sogar direkt vor dem Eingang zu unserem Zelt.

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Die Zelte
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Die Zelte liegen entlang drei oder vier Hauptpfade, die nachts sehr nett von kleinen, dezenten Lampen erleuchtet sind. Jedes Zelt hat seine eigene kleine Auffahrt und die Rückseite des Zelts ist durch einen hohen, blickdichten Zaun geschützt. Eine kleine Lücke gibt es allerdings, durch die die Bediensten das private Abendessen servieren können, falls man auf der Terrasse essen möchte.

Das 'Zelt' ist genaugenommen ein Häuschen, über welches sowohl innen unterhalb der Decke, als auch außen über dem Dach, eine Zeltplane gespannt wurde, so daß der Eindruck von einem Zelt entsteht. Und wenn nicht einige der Zelte durch einen kleinen Taifun zwei Tage vorher 'abgedeckt' gewesen wären, hätte es auch sehr authentisch gewirkt.

Um das Zelt zu betreten, benötigt man noch einen richtigen Schlüssel und gelangt dann in den kleinen Eingangsbereich, von dem eine Tür zum Bad und eine zum Schlafzimmer abgeht. Neben einem sehr kleinen Schreibtisch befindet sich hier noch die Minibar (nicht inklusive, aber mit akzeptablen Preisen), mehrere Flaschen stilles Wasser, der Kaffee-/Wasserkocher und eine sehr schöne Auswahl an Tees (7 Sorten von Ronnefeldt) in hübschen Holzdosen. Auch der Zucker etc ist in netten kleinen Dosen untergebracht. Eine große Auswahl an Gläsern (tatsächlich auf die verschiedenen Weinsorten abgestimmt) und einige Porzellantassen sind vorhanden. Wie auch der Rests des Zelts ist schon der Eingangsbereich sehr schön mit diversen Antiquen und Kleinigkeiten dekoriert.

Durch hölzerne Doppeltüren betritt man dann das Schlafzimmer. Gleich linkerhand befindet sich ein großer Schrank mit viel Platz, um Kleidung aufzuhängen, aber leider nur mit vier kleinen Schubladen unterhalb des Fernsehers, um Dinge abzulegen. Hier befindet sich auch der Safe, der DVD-Spieler, vier Bademäntel (zwei dicke und zwei dünne) und zwei Paar Hausschuhe. Rechterhand befindet sich das große Bett, das großzügig mit Kissen dekoriert ist. Das Bett ist King Size, besteht allerdings aus zwei separaten Matratzen. Den Spalt merkt man aber kaum und die Matratzen waren wunderbar fest. Vor dem Bett stehen zwei schöne alte Truhen, in denen man noch Kleinigkeiten verstauen kann. Rechterhand steht ein kleiner Schreibtisch, wo man auch seinen Computer ans (kostenlose, eher langsame) Internet anschließen kann. Wer seinen Adapter vergessen hat, kann sich einen im Empfangsbüro leihen.

Außer der Rückseite des Zelts am Eingangsbereich sind alle Wände voll verglast. So hat man vom Bett oder den zwei Chaiselongues aus einen tollen Blick auf die Wüste. Auf dem Tisch zwischen den beiden Sofas erwartete uns ein großer Teller mit Nüssen und getrocknetem Obst, welchen wir natürlich erstmal komplett ignorierten, um die riesige Terrasse in Anschein zu nehmen und die Temperatur unseres Privatpools auszutesten.

Jedes Zelt hat einen eigenen kleinen Überlauf-Pool mit 20 qm Größe. Dazu befinden sich auf der Terrasse noch zwei Liegen (die Poolhandtücher liegen in einer Tasche bereit) und etwas seitlich Tisch und Stühle für private Abendessen. Die Pools sind temperiert, so daß wir unseren nach dem zweiten Tag nicht mehr genutzt haben, weil er uns zu kalt war. Wer also auch lieber Badewannenwassertemperaturen mag, gleich bei Ankunft bescheid geben, daß der Pool nicht runtergekühlt wird. Die Pools sind nachts übrigens erleuchtet, was sehr hübsch aussieht. Wenn man schlafen geht, kann man die Beleuchtung dann außen über einen kleinen Schalter abstellen. Die Pools sind wunderbar geeignet, um Vögel zu beobachten, da die kleinen Besucher ständig zum trinken oder baden vorbeischauen. Die Pools sind übrigens nicht gechlort und das Wasser wird später zum Bewässern der Bäume genutzt.

Als kleine Extras sind die Suiten mit einer Staffelei mit Ölkreide ausgestattet, falls man kreativ werden möchte, eine iPod-Docking Station für die eigene Musik ist vorhanden und ein Fernglas zur Beobachtung der Tiere liegt auch bereit. Wenn man wissen möchte, mit welchen Antiquitäten das eigene Zelt ausgestattet ist, kann man auf einem kleinen Zettel neben dem Schrank die Details darüber nachlesen. Zwei Regenschirme sind übrigens auch vorhanden.

Das Bad des Zelts ist sehr großzügig gestaltet. Es gibt eine riesige ovale Badewanne, an der zwei große Flaschen mit Shampoo, und Duschgel bereitstehen. Über eine kleine Duftlampe wird ein angenehmer Geruch verbreitet. Daneben befindet sich die sehr große Dusche mit einem normalen Duschkopf und einer Regenwalddusche. Der Wasserdruck war bei beiden sehr gut, Warmwasser dauerte allerdings eine ganze Weile. Die Handtücher sind sehr nett auf einem hölzernen Handtuchhalter zwischen Badewanne und Dusche drapiert. Gegenüber liegen die zwei Waschbecken. Rechts und links von den Waschbecken liegen noch weitere Handtücher. Benutzte Handtücher schmeißt man hier nicht wie in anderen Hotels auf den Boden, sondern in einen bereitstehenden Korb. An Toilettenartikeln stehen ein Rasierset und ein kleines Döschen mit Ohrenstäbchen und Watte und eine Flasche mit Pflegelotion zur Verfügung. Alle Pflegeartikel sind von Bulgari.

Zuguterletzt ist noch eine separate Toilette vorhanden, in der es zusätzlich noch ein Bidet gibt. Etwas unschön waren die Reste des Klebestreifens am Toilettensitz. Aus irgendeinem unsinnigen Grund hält man es anscheinend für nötig, einen Klebestreifen anzubringen, auf dem ‚sanitized for your protection’ steht.

Jeden Abend findet ein Aufdeckservice statt, der die Vorhänge zuzieht, den Pool beleuchtet, Handtücher auswechselt, das Bett vorbereitet und, was ich persönlich am nettesten fand, eine kleine schwimmende Kerze im Badezimmer anzündet.

Neben den 37 'Standard'-Zelten, den Bedouinen-Suiten, wie wir eine hatten, gibt es noch zwei Royal Suiten, eine Emirates Suite und die Presidential Suite. Unser Zelt hat insgesamt 75 qm, wobei das sich auf die Gesamtfläche bezieht. Die beiden Royal Suiten besitzen zwei Schlafzimmer und einen größeren Pool, sind aber ansonsten auf 175 qm gleich eingerichtet. Die beiden Emirates Suiten haben einen noch größeren Pool und eine Unterkunft für mitgebrachtes Personal (375 qm). Die Presidential Suite mit drei Schlafzimmern auf 530 qm wird wohl jedes Jahr drei Monate vom Scheich gebucht, von denen sie dann aber nur 1,5 Monate genutzt wird. Die restlichen 1.5 Monate sind nur dazu da, um sicher zu gehen, daß die Suite tatsächlich frei ist, wenn sie genutzt werden soll!

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Das Restaurant
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Im Al Maha gibt es nur ein einziges Restaurant, das Al Diwaan, welches unterhalb des Hauptgebäudes liegt. Hier wird von 7 bis halb 11 Frühstück serviert, von halb 1 bis halb 3 Mittagessen und von halb 8 bis 10 Uhr Abendessen. Zum Abendessen ist auch die Terrasse geöffnet, von der man einen wunderbaren Blick auf die Wüste hat. Rundherum werden Fackeln angezündet und in der Ferne ist ein Wasserloch beleuchtet (wobei man die Tiere tagsüber im Resort viel besser und einfacher beobachten kann). Die restlichen Mahlzeiten werden in einem netten, kleinen Saal serviert, der sehr angenehm temperiert war (ich also ausnahmsweise nicht gefroren habe).
Zum Frühstück und Mittagessen wird 'angemessene Kleidung' erwartet, zum Abendessen bei den Herren lange Hose, (Polo-)Hemd und geschlossene Schuhe. Jackets müssen nicht getragen werden.

Das Mittagessen wird als Buffet serviert. Man kann aber auch von einer kleinen Karte Sandwiches, Pizzas, etc. bestellen, wenn einem die Gerichte am Buffet nicht zusagen.
Es gab jeden Tag zwei verschiedene Häppchen (z.B. Meeresfrüchtestrudel oder Hummerterrine), Sushi, grünen und Tomaten-Mozarella-Salat. Dazu drei weitere Salate wie z.B. Feigen-, Spargel- Couscous- oder Rote Beete-Salat. Dann jeweils drei Vorspeisen mit Leckereien wie Ente, Lachs oder Lende mit leckeren Chutneys und eine Suppe. Die des ersten Tages, Ananas-Kokos, war am besten, aber auch die Hühnersuppe und die Hummerbisque konnten sich sehen lassen.
Des weiteren gibt es drei Hauptgerichte, dazu Gemüse und Beilagen. Uns hat die Schweinelende mit Apfel-Nuß-Chutney, die Entenbrust mit Ingwer-Aprikosen-Chutney, der Lachs in Zitronensauce und der Thunfisch in roten Zwiebeln am besten geschmeckt.
***** Ergänzung: Das Mittagessen ist immer noch sehr gut, aber hier sind uns die ersten Sparmaßnahmen aufgefallen. Statt drei Hauptgerichten gibt es nur noch eins bis zwei, wobei der zweite an zwei Tagen ein Pie war und meiner Meinung nach deswegen nicht als Hauptgericht zählt. *****
Zum Abschluß gibt es Käse (eine eher traurige Auswahl), jeden Tag zwei andere Sorten Häagen Dasz-Eis, Früchte und etwa acht verschiedene Süßspeisen wie z.B. Himbeer-Trifle, Mango-Nektarine-Crumble, Maracuja-Parfait, Kaffir-Kokos-Törtchen, Crème Brulee, Zitronengras-Bavarois, Pflaumenbrotpudding und Erdbeerwindbeutel. Arabisches gab es eigentlich nicht.

Das Abendessen wird als 5-Gang-Menü serviert. Wenn man es bis nachmittags um 3 Uhr anmeldet, kann man auch ein arabischen Menü oder vier verschiedene Curries (‚Sri Lanka’-Menü) bekommen. Neben dem Al Diwaan kann man auch auf seiner eigenen Terrasse speisen (gegen einen Aufpreis von etwa 20 Euro werden alle Gänge einzeln serviert, reiner Roomservice kostet nichts extra). Für einen ähnlichen Betrag kann man angeblich auch in der Wüste ein Picknick machen. Uns wurde leider gesagt, daß das während der Sommersaison nicht angeboten wird, da die Speisen zu schnell verdürben und es Skorpione gäbe.
Ein typischen Menü besteht aus einem Amuse Bouche wie Spargelterrine mit Ziegenkäse, gefolgt von der Vorspeise, wo man bereits die Wahl zwischen vier Optionen hat. Besonders lecker war hier Huhn- und Fleischpaste mit Waldorfsalat, Serranoschinken, Sherry-Datteln und getoastetem Brot und das Wildcarpaccio mit roter Beete und Pflaumenwein-Beerenmarmelade. Ein kleines Sorbet macht den Gaumen dann wieder für die Hauptspeise frei. Am besten war das Sorbet des dritten Tages, Erdbeer-Balsamico.
Bei den Hauptspeisen hat man auch vier Variationen zur Auswahl. Es gab jeweils ein vegetarisches Gericht (z.B. Kartoffel-Gnocchi mit Pilzen, Artischoken und Ziegenkäse) und je mindestens ein Fleisch- und ein Fischgericht. Sehr lecker war z.B. das Filet mit Blumenkohl-Macaronis, Spinat und Zitronen-Thymiansaft, aber am besten war definitiv die Ente mit Sauerkirschen und Süßkartoffelpuree, jeweils genau so durch zubereitet wie gewünscht.
Zum Abschluß gab es noch ein Dessert., die auch alle sehr, sehr lecker waren. Besonders interessant war dabei der Champagner-Rosenwasser Marshmallow mit Beerensalat und Weiße Schokoladensuppe und das Shalab Mousse auf Himbeertörtchen mit Schokoladensauce.

***** Ergänzung: Beim Abendessen wurden die Sparmaßnahmen ganz besonders deutlich. Statt eines jeden Tag wechselnden Menüs, gibt es jetzt eine Karte, die für ein Quartal gilt. Die neun verschiedenen Hauptspeisen, darunter Foie Gras und Wagyu Beef Carpaccio waren noch recht abwechslungsreich, aber die neun Hauptgänge waren etwas enttäuschend. Sardinen, frittierte Zucchini oder Tomaten-Carpaccio finde ich jetzt nicht so richtig spannend und vom Rest war eigentlich nur der Surf'n'Turf-Teller, der Wolfsbarsch und der Tunfisch interessant. Was ja theoretisch für drei Tage gerreicht hätte, aber die Beilagen waren auch deutlich weniger kreativ und reichhaltig als letztes Jahr. Immer noch recht gut, aber auch nicht mehr so überragend waren die Dessers. Wo ich letztes Jahr noch die sehr ausgefallen, oben genannten Nachspeisen bekam, gab es dieses Jahr eher gute Standards: eine türkische Platte oder eine Creme Brulee mit Waldbeeren oder Ananas-Kokosnuss-Pannacotta.
Alles in allem kann man sagen, wenn wir nicht im Vorjahr dagewesen wären, hätten wir das Essen vermutlich recht gut gefunden. Aber im direkten Vergleich hat man halt sehr gemerkt, wie sehr die Auswahl abgenommen hatte. Wir haben deswegen auf die beiden Alternativ-Abendessen zurückgegriffen, die wir letztes Jahr nicht ausprobiert hatten, das Sri Lanka-Curry und die arabische Platte.
Beim Sri Lanka-Menü bekommt man vier Currys serviert: Linse-Dahl-, Auberginen-, Shrimps- und Hühnchen-Curry, die alle hervorragend waren. Dazu gibt es Poppadum mit Chutneys. Bis auf den Nachtisch fallen leider alle anderen Gänge weg. Nachtisch wird von der Karte gewählt.
Beim arabischen Menü wird eine kleine Mezze-Platte mit diversen Dips serviert. Danach eine gemischte Grillplatte mit Fisch, Lamm, Huhn und Rind, dazu Reis und eine sehr leckere Tomatensauce. Als Nachtisch gibt es Obst oder Umm Ali. Wir haben stattdessen nach der türksichen Platte gefragt, welche wir auch bekamen - aber nur für eine Person. *****

Tafelwasser ist inklusive. Mit der Weinkarte haben wir uns nicht weiter beschäftigt. Die Auswahl schien aber recht groß zu sein und, wenn auch nicht billig, auch nicht überteuert. Wenn man eine Flasche bestellt, sie aber nicht geleert hatte, konnte man sie bis zum nächsten Abendessen ‚lagern’ lassen.
***** Ergänzung: Man kann auch die Cocktails von der Barkarte bestellen. Letztes Jahr waren die nichtalkoholischen Cocktails hervorragend. Dieses Jahr haben wir sie wieder bestellt und waren extrem enttäuscht. Dieselben Cocktails schmecken schon fast schlecht. *****

Nach dem wirklich guten Mittag- und Abendessen am ersten Tag waren wir schon sehr auf das Frühstück gespannt. Hier wurden wir leider etwas enttäuscht. Die Qualität war okay, aber die Auswahl wird von jedem anständigen Hilton (und zum Beispiel unserem nächsten Hotel, dem Le Meridien Mina Sehayi) übertroffen. So gab es nur ein Müsli und Cornflakes, einen Natur- und einen Fruchtjoghurt, Lachs, geräuchertes Fleisch oder Fisch, eine Sorte Wurst, drei Sorten Käse, jede eine Sorte Donuts, Muffins, Stückchen, zwei Sorten Croissants, zwei Sorten Brot, etwas frisches Obst und eine Suppe, Orangen- und Grapefruitsaft, allerdings nicht frisch. Omelette, ein English breakfast (mit Bohnen, Speck, etc) oder American pancakes (echt amerikanisch, also komplett ohne Geschmack, dafür leicht angebrannt) konnten bestellt werden. Dazu gab es Toast und zwei bis drei Sorten d’arbo-Marmelade. Als Tee wurde Twinings genutzt. Billiger ging es wohl nicht. Immerhin war der schwarze Tee von Ronnefeldt, aber auch ein Beutelchen, nicht lose. Da hatte ich mir von einem Hotel dieser Qualität doch deutlich mehr erwartet.
***** Ergänzung: Man hat es immerhin geschafft, den Twinings-Teebeutel durch einen Ronnefeldt-Teebeutel zu ersetzen. Ich erwarte aber immer noch mehr von einem solchen Hotel. *****

Der Service war alles in allem recht gut, hatte aber immer wieder Lücken. So wurde zum Beispiel zweimal vergessen, uns Butter zu bringen. Einmal, als wir sagten, daß wir gleich bestellen wollten, ging die Dame trotzdem einfach wieder, ohne die Bestellung aufzunehmen. Einmal wurden wir morgens 5 Minuten komplett ignoriert (und es ist ja nicht so, als ob da bei 4 bis 5 Pärchen viel los ist). Trotz meines Hinweises, daß ich nur auf Haselnüsse allergisch bin, wurde eine Maronenbeilage nicht serviert, die mit der Grund war, warum ich das Gericht überhaupt bestellt hatte. Und manchmal wurde Pfeffer zum Hauptgericht angeboten, manchmal nicht (wobei ich diesen Brauch noch nie verstanden habe – wie kann ich wissen, ob ich Pfeffer brauche, wenn ich das Gericht noch nicht probiert habe?!?). Von ‚perfekt’ ist man also noch einiges entfernt.

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Die Aktivitäten
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Pro Tag sind zwei Aktivitäten inklusive, wobei derzeit morgens vier und abends zwei verschiedene Aktivitäten angeboten werden. Das Bogenschießen, welches wir gerne gemacht hätten, wird derzeit leider nicht angeboten. Damit hat man bei längeren Aufenthalten schnelle keine Optionen mehr. Bei unseren 3 Tagen war es kein Problem.
***** Ergänzung: Diesmal waren die Bogen da und wir konnten Bogenschießen machen. Der persönliche Guide erklärt einem, wie es gemacht wird, und dann kann man eine Stunde langen sein Glück versuchen. Der Guide ist auch derjenige, der in die Sonne geht und die Pfeile wieder einsammelt - sehr praktisch. Auch hier gibt es Wasser nur auf Nachfrage. *****
Morgens kann man beim Falkentraining zuschauen, auf den ehemaligen Rennpferden des Scheichs reiten (wird erst ab drei Jahren Reiterfahrung empfohlen), einen Spaziergang durch die Wüste machen oder eine 4x4-Fahrt durch die Dünen. Abends besteht die Möglichkeit, eine Tiersichtung im 4x4 zu machen oder auf Kamelen einen Ausflug zu machen. Bis auf die Dünenfahrt finden alle morgendlichen Aktivitäten bereits um 5:45 statt (am Tag unserer Abreise wurden sie wegen der inzwischen etwas später aufgehenden Sonne um eine Dreiviertelstunde nach hinten verlegt). Treffpunkt für alle Aktivitäten ist im Hauptgebäude jeweils 15 Minuten vor Beginn. Da um halb 6 noch kein Frühstück serviert wird, bekommt man in der Bar Tee, Kaffee, Saft und Wasser sowie Croissants für einen kleinen morgendlichen Snack.

Wir haben am Ankunftstag den Kamelritt gemacht. Man reitet ca. 20 Minuten bis man auf einer kleine Anhöhe ankommt, von der aus man die Sonne direkt über dem Resort untergehen sieht. Dazu werden Sekt, Wasser und Dattelsaft sowie eine kleine Auswahl Nüsse serviert. Wer nicht auf dem Kamel hinreiten möchte, kann sich auch per 4x4 hinfahren lassen. Beim Ritt zurück kommt man in der Dunkelheit an und hat einen schönen Blick auf das mit Fackeln und kleinen Lampen erhellte Resort.

Am nächsten Morgen stand die Dünenfahrt auf dem Programm. Dafür muß erstmal das Naturschutzgebiet verlassen werden, da die 4x4 dort nicht frei fahren dürfen. Einige größere Dünen in Sharjah sind das Ziel, wo die 4x4 dann gut ausgefahren werden. Hin und wieder blieb mal einer der 4x4 stecken, was den Spaßfaktor des Ganzen aber noch erhöhte.
Am nächsten Tag waren wir bei dem Spaziergang dabei und konnten die Sonne über der Wüste aufgehen sehen. Unser Wildhüter erklärte uns diverse Spuren, von den drei verschiedenen Schlangenspuren über Kamelspinnen zu Füchsen und den Unterschied zwischen Oryx und Gazelle. Den Unterschied zwischen den beiden beheimateten Gazellenarten erklärte er uns anhand zweier Skelette, die wir fanden.

Wir hatten bei allen dreien Aktivitäten viel Spaß und hätten sie bei mir Zeit vor Ort auch sicherlich wiederholt. Bei den morgendlichen Aktivitäten sollte man übrigens eine Flasche Wasser mitnehmen, für Getränke ist nämlich nicht gesorgt, was zumindest bei dem Wüstenspaziergang durchaus Probleme verursachen kann.

Zusätzlich wird morgens um halb 8 am Pool ein Sunrise Stretch & Yoga-Kurs angeboten. Wir waren aber zu faul uns das mal anzuschauen.

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Sonstiges
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Es wird darum gebeten Mobiltelefone nur in der eigenen Suite zu nutzen und überall anders auszuschalten. Kinder unter 12 Jahren sind nicht erlaubt.
Die Einlage ist eingeschränkt auch für Rollstuhlfahrer geeignet. Problematisch ist eigentlich nur der Zugang zum Restaurant.
Das Publikum des Resorts ist recht gemischt, es sind aber definitiv recht viele Deutsche darunter. Und bis auf vereinzelte Mutter-Tochter- oder Eltern mit erwachsenem Kind-Gruppen sind nur Pärchen zu finden.
Das Hotel ist Mitglied bei den Leading Hotels of the World und kann natürlich auch über deren Webseite gebucht werden. Die Webseite des Al Maha ist unter www.emirateshotelsresorts.com/al-maha/en/ zu finden.

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Fazit
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Wir wissen nicht, ob wir nochmal hinfahren werden. Letztes Jahr waren wir total begeistert, aber dieses Jahr war hinsichtlich des Essens doch eine ziemliche Enttäuschung. Die Zelte sind toll und der Entspannungseffekt wirklich sehr hoch, aber wir werden vermutlich dann doch mal die Malediven oder so ausprobieren.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
nostalgia86

nostalgia86

06.10.2013 11:46

Verspätungs-BH

mr.matze

mr.matze

02.08.2013 13:02

bh

83michi

83michi

28.07.2013 15:16

BH wie versprochen

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