Samstag, 9.7.2011 –Anreise am Vortag nach Stuttgart-
Abreise 7.00. Frankfurt am Main gleich Fitnesstraining „Treppen-Kofferschleppen“.
Alle Rolltreppen und auch Aufzüge defekt. ïŒ. Aber wie üblich genügend Zeit eingeplant und problemlos den ICE nach Stuttgart erreicht. Der Zug war angenehm leer. Sensationell schnell am Ziel.
AIDA bietet ja neuerdings im Pauschalpreis die kostenlose Zuganreise. Weil wir nicht sicher waren, ob auch in Stuttgart der Nahverkehr genutzt werden darf, sicherheitshalber in Rostock angerufen.
Dort hat man extra ein Merkblatt, weil es offensichtlich von Stadt zu Stadt unterschiedlich gehandhabt wird. Wir konnten alle S- und U-Bahnen nutzen, nicht aber die Busse. Das hat aber alles ganz hervorragend geklappt.
Stuttgart hat uns angenehm überrascht. Bislang kannten wir es hauptsächlich von den Demonstrationen gegen den neuen Tiefbahnhof. Auch am Samstag war wieder eine große Demo. Erstaunlich, wie viel ältere Bürger daran teilnahmen.
Wir fuhren zunächst nach Bad Cannstatt, um das „Neckarstrandbad“ zu besichtigen. Das war allerdings nicht der Rede wert.
Am Neckar liegt ein schönes Mineralbad. Gerne hätten wir es bei dieser brüllenden Hitze genutzt. Aber es gab noch so viel zu besichtigen.
Auch die Wilhelma (nach dem Berliner Zoo der zweitgrößte von Deutschland) nur aus der Ferne gesehen.
Tolle Innenstadt mit Schloss und Schlosspark. Schillerdenkmal. Marktplatz, Markthalle (1914 Jugendstilgebäude), Königsstraße (Haupteinkaufsstraße). Rathaus entspricht allerdings überhaupt nicht unserem Geschmack.
Der eindrucksvolle Schlossplatz und die barocken Gartenanlage ist Mittelpunkt von Stuttgart. Um den Schlossplatz herum gruppieren sich diverse beeindruckende Gebäude unterschiedlicher Stilrichtungen.
An diesem Samstag war die Hölle in diesem schönen „Freizeitbereich“ los. Stuttgart bewegt sich. Viele attraktive Events.
Außerdem fanden wieder heftige Proteste gegen den geplanten Neubau des Bahnhofes „Stuttgart21“ statt.
Bin gespannt, wie der Volksentscheid ausgeht. Bei flüchtiger Betrachtung macht der derzeitige Bahnhof einen sehr guten und voll funktionsfähigen Eindruck. Angesichts der bundesweit erheblichen Probleme der Bahn ist es sicher nicht leicht vermittelbar, so viel Geld und Kraft in ein einzelnes Projekt zu stecken. Aber schaun mer mal.
Wir wussten, dass Deutschland an diesem Wochenende gegen Frankreich im Daviscup spielte und wollten mal den Turnierort ansehen. Die Anreise zum fantastisch gelegenen Weissenhof im Nobelviertel auf dem Killesberg war allerdings nicht so einfach. Offensichtlich wurden einige U-Bahnbezeichnungen geändert. Nur durch viel Nachfragen haben wir es gefunden. Tolle Tennisatmosphäre, obgleich Deutschland deutlich unterlag. Großzügigerweise durften wir aber die Qualifikationsspiele für den anschließenden Mercedescup ansehen. Ich habe zwar schon einige klasse Spiele aus der Becker-Zeit live erlebt, aber Tennis ist inzwischen noch viel schneller und athletischer geworden. Echt beeindruckend.
Die Weißenhofsiedlung verbindet man u.a. mit dem Architekten Gropius und Le Corbusier. Die geradlinigen Außenfassaden der weißen Häuser waren zum Zeitpunkt ihres Baues (1927) revolutionär fortschrittlich und mondän.
Schöne Fahrt mit der U-Bahn, die eigentlich mehr eine ganz moderne Straßenbahn ist, in das Naherholungsgebiet um den Fernsehturm.
Der Stuttgarter Fernsehturm ist das Wahrzeichen von Stuttgart. 216 Meter hoch. Baujahr 1955. Er steht auf dem 483 Meter hohen "Hohen Bopser" im Stadtteil Degerloch. Der Stuttgarter Fernsehturm weltweit der erste mit einer Kanzel für Touristen. Herrliche Ausblicke auf das recht hügelig gelegene Stuttgart. Bei guter Sicht bis zu den Alpen.
Abschluss der Sightseeingtour in die schönen Parkanlagen rund um die Mercedes-Arena.
Recht müde im verkehrsgünstig gelegenen Ibis-Hotel angekommen. Bis spät in die Nacht das dramatische Ausscheiden der deutschen Fußballmannschaft gegen Japan angesehen. Sehr traurig eingeschlafen, denn es hätte doch ein Sommermärchen werden können und insbesondere meinem geliebten Frankfurt als Fußballhauptstadt der Damen viel Auftrieb verschafft.
Sonntag, 10.7.2011 –Flug nach Antalya-
Um 5.00 Uhr morgens im kostenlosen Ibis-Hotelshuttle gemeinsam mit 6 weiteren Gästen zum nah gelegenen Flughafen. Kein Vergleich mit Frankfurt am Main. Dennoch auch hier recht lange Personen- und Paßkonntrollen überstehen müssen. Das verleitet einem immer mehr die FliegereiïŒ.
Wegen starken Luftverkehrs über Antalya mit 20 Minuten Verspätung gestartet und dennoch pünktlich gelandet.
Leider einen recht korpulenten Sitznachbarn gehabt, der die ganze Zeit seine stark behaarten Unterarme an meine legte. Aber bei noch nicht mal 3 Stunden alles kein Problem.
Diesmal hatten wir mit dem Kofferempfang und der nachfolgenden langen Warterei im Bus etwas Pech. Die Anfangseuphorie bei Aida unter Leitung des ehemaligen Clubchefs Erny ist halt vorbei. Auf unserer ersten AIDA-Reise 1998 hatte sich die Crew noch damit gebrüstet, die Zeit der vorherigen Reisegruppe noch unterboten zu haben, die benötigt wurde, um die Passagiere von der Landung bis auf das Schiff zu befördern.
Obwohl 3 Flieger gleichzeitig ankamen, ging es mit dem Check-In sehr flott. Schön, dass man die zeitaufwändige Registrierung der Kreditkarte neuerdings später an der Rezeption vornehmen kann.
Um 13.00 Ortszeit (eine Stunde Zeitdifferenz) waren wir schon auf unserem geliebten Außendeck zum Mittagessen. Temperatur in der Sonne übrigens bis 45°. Wie in der Heißluftsauna. Auf dem Schiff ganz angenehm. Die Aura ist ausgebucht, aber zum Glück doch Schattenplätze bekommen.
Es sind wenig Kinder da, dennoch ist es im sehr kleinen Pool immer recht lebhaft und an Schwimmen leider nicht zu denken. Aber alles geht halt nicht. Es ist auch schön im Meerwasser unter den Wasserfall zu gehen oder gegen die Düsen anzukämpfen, bzw. sich massieren zu lassen.
Der Altersdurchschnitt auf dieser Reise ist recht hoch. Viele Reiseprofis. Wieder interessante Leute getroffen. Z.B. ein 67 jähriger, der noch eine Himalaya-Tour unternahm, mehr als 100 Länder kannte oder eine Dame, die ihr Kind beim Tsunami in Thailand verloren hatte.
Für uns halt immer schön, die ungezwungene Atmosphäre. Keine festen Tischzeiten und wenn man möchte, Kontakt ohne Ende, aber auch genügend Ruhe um z.B. diesen Bericht zu schreiben.
Die 14-Tages-Reise vor uns war sozusagen die Jungfernfahrt in dieses Gebiet für AIDA. Es hat noch nicht alles programmmäßig geklappt. Das Wetter war auch sehr kühl. Kaum zu glauben, denn bei uns zu Hause hatten wir ja schon richtigen Hochsommer. Man hat uns erzählt, dass der Ausflug „Odessa+Schwalbennest“ enttäuschend sei, weil man das sehr schöne kleine auf einem Felsen gebaute Schlösschen nur aus der Ferne sehen würde. Wir hatten gerade diesen Ausflug schon von zu Hause gebucht, weil wir ihn für die Attraktion dieser Reise hielten. Aber schauen mer mal selbst!
Sochi wollten wir eigentlich die Stadtbesichtigung individuell machen. Dies sei nicht möglich, weil man ein Einzelvisum wie in St. Petersburg benötige.
Infolge der frühen Ankunft einen vollwertigen Urlaubstag auf dem Schiff verbracht. Ein Ausflug wäre unbeachtlich der Hitze ohne längere Taxifahrt nicht möglich. Allerdings haben wir abends in der Sauna gehört, dass direkt am Schiff Bademöglichkeiten bestanden hätten.
Obligatorische Welcome-Show in gewohnter Aida-Qualität.
Montag, 11. Juli 2011 -1. Seetag-
Ruhige See. Wolkenloser Himmel. Traumwetter.
Beginn schon um 8.00 Uhr mit Yoga beim indischen Meister. Zum Glück eine junge Frau mit 2 kleinen Kindern dabei, denn unter 3 Personen findet der Kurs nicht statt. Für die junge Frau waren wir auch die „Rettung“, denn ihre beiden Mädels waren schon enttäuscht, dass der Kurs ausfällt. Kleines „Obst- und Joghurt-Frühstück“ mit Bircher Müsli, weil der rechte Appetit aufgrund des opulenten Abendmahls noch nicht vorhanden war. Dann den Kurs Bauch-muss-weg (BMW) mitgemacht. Ausnahmsweise durften wir ohne die festen unangenehmen Turnschuhe teilnehmen. Deutscher Perfektionismus verlangt halt sein Recht. Auf den italienischen Costa-Schiffen ist man da viel toleranter.
Sportprogramm wird immer mehr kommerzialisiert. Die Hälfte der uns interessierenden Angebote ist in kostenpflichtige „Workshops“ umgewandelt worden. Irgendwie muss anscheinend AIDA die günstigen Grundpreise finanzieren und nur mit Ausflügen und Barumsätzen funktioniert das anscheinend nicht.
Übliche Seenotrettungsübung. Wir hatten diesmal das Pech mitten und dichtgedrängt in der Gruppe uns die langen Ausführungen des Sicherheitsoffiziers anhören zu dürfen. Obwohl ich uneingeschränkt die Hinweise zum umweltbewussten Verhalten begrüße, frage ich mich, warum dies ausgerechnet in diesem Zusammenhang erfolgen muss. Aber alles „Peanuts“. Schön auch, dass es extra einen Umweltoffizier gibt, aber z.B. hinsichtlich des unverantwortlich hohen Badetuchverbrauchs den wir täglich miterleben mussten (wir kennen viele gute Hotels, in denen wir die Strandtücher mehr als nur einmal benutzt werden) sollte er sich mal Gedanken machen.
Wir genossen den herrlichen Sonnentag auf dem Pooldeck im Schatten bei sehr angenehmen Temperaturen um 25°. Anscheinend haben wir wettermäßig mehr Glück als die Reisegruppe vor uns.
Anscheinend wurde der Pool frisch mit Meerwasser aufgefüllt. Das Wasser hatte Nordseetemperatur. Ich ging deshalb erst mal in die Sauna und danach „schwimmen“.
Anstelle Mittagessen im Außenbereich genossen wir die angebotenen Speisen beim Poolbrunch. Wieder mit netten Leuten aus Jena ins Gespräch gekommen, die diese Reise als Gruppenreisen gebucht hatten.
Aufgrund des von uns relativ spartanisch gehaltenen Mittagessens stillten wir dafür den Kaffeehunger mit Granatsplitter und Erdbeerkuchen.
Meine Frau ging zu ihrem Lieblingslektor Aust, um nähere Infos über Izmir zu bekommen. Ganz begeistert kam sie zurück. Gut dass wir schon in Ephesus waren und auch den Pergamonaltar in Berlin gesehen haben. Morgen soll es über 40° werden.
Vor dem Abendessen eigentlich an der Entspannungssession „Traumreisen“ teilnehmen wollen, aber das Wetter war traumhaft schön und da verzichtet man natürlich auf „Indoorangebote“. Nach dem üblichen Volleyballmatch hatten wir das Pooldeck quasi für uns alleine.
Wenn man etwas antizyklisch zum Abendessen geht, hat man keinerlei Wartezeiten und Essen ist immer reichlich und auch frisch vorhanden. Ein netter Tischnachbar aus Köln schwärmte uns von seinen vielen Kreuzfahrten vor. Inzwischen gibt es für Vielfahrer eine AIDA-Clubmitgliedschaft, die Ermäßigungen bzw. Vorteile bei Check-In etc. bietet. Wahrscheinlich genauso ineffektiv wie die „Miles and More Programme“ der Fluggesellschaften! Beim Tischgespräch haben wir auch erfahren, wie toll die Karnevalsmusikveranstaltungen in der Kölnarena seien. Obwohl keine echten Karnevalfans, doch mal ein Kurzreiseziel für uns.
Im Theater bekamen wir kaum Platz, weil sehr viele Gäste die Welcomeshow sehen wollten. Wir genießen den „altmodischen Stil“ mit einem richtig schönen großen Theater. Das „Melitta-Filtertüten-Konzept“ der neuen AIDA-Schiffe bringt nicht den gleichen Genuss. Bislang auch kaum einen Gast kennen gelernt, der Fan vom Theatrium ist.
Vorstellung der Reiseroute und Besatzung durch den Kapitän. Der jugendliche Kapitän ist eine Mischung aus Actionheld und Entertainer. Einfach unglaublich. Ähnlich klasse Typ wie Randolf Hess („Sexy-Randy“). Auch das Showensemble überzeugte und begeisterte uns mit klassischen und modern gestalteten Seemannsliedern.
Nach der Welcomeshow noch einige Tanzrunden. Gute Band, aber leider halt immer wieder die ollen Kamellen aus den 70zigern.
Unsere Kabine liegt auf Deck 6 ganz vorne am Bug. Windstärke 6 merkte man zwar nicht durch geringfügiges Schaukeln, aber die Wellen machten doch schon ab und zu merklichen Krach. Dennoch wieder klasse geschlafen. Wie üblich kommen bei uns beiden in den Träumen viele nicht ganz verarbeitete Ereignisse recht realistisch hoch, aber im Urlaub ist das doch nicht schlecht?
Dienstag, den 12.7.2011 –Izmir- (Perle der Ägäis)
Es ist schön, durch die Morgensonne geweckt zu werden.
Wenn man keinen Ausflug gebucht hat, geht alles viel ruhiger entspannter vonstatten. Um nicht in die Mittagshitze zu kommen sind wir nach sparsamem Frühstück nach 9.00 Uhr losgezogen.
Mit Taxifahrern und Pferdedroschken haben wir schon sehr negative Erfahrungen gemacht, daher ging es zu Fuß. Immer schön im Schatten entlang der herrlichen Strandpromenade. Atatürk Caddesi (auch Birinci Kordon genannt) schön von Palmen gesäumt. Herrliche Ausblicke auf das Meer. Vorbei an vielen Straßenrestaurants. Die wunderbare Strandpromenade ist eines der Wahrzeichen der Stadt. Mehrmals machten wir Rast und ließen Land und Leute auf uns einwirken. Bei dieser Gelegenheit lernten wir wieder einmal die unglaubliche Deutschfreundlichkeit und Gastfreundlichkeit der Türken kennen. Offensichtlich ohne Hintergedanken bestellte ein neben uns sitzendes älteres Ehepaar bei einem Teeverkäufer für uns 2 Gläser Tee. Aufgrund erheblicher Sprachschwierigkeiten kam leider kein Gespräch zustande.
Nach einer Stunde hatten wir unser Ziel, das eigentliche Wahrzeichen von Izmir, den Uhrturm erreicht.
Vorbei am Atatürk Museum, welches wir uns aber nicht ansahen. Es war das ehemalige Wohnhaus Atatürks und beherbergt schöne Möbelstücke, große Kamine und edle Marmorböden.
Einige hundert Meter weiter standen wir schließlich auf dem Republikplatz mit dem Cumhuriyet Monument; ein großes Reiterstandbild Atatürks. Es zeigt Atatürk auf einem Pferd in Richtung des Meeres zeigend. Das 1933 erstellte Monument erinnert an die Befreiung der Stadt durch die türkische Armee.
Konak-Moschee. Eine kleine, reich mit Fliesen geschmückte Moschee.
Auf dem Konak-Platz steht außerdem das eigentliche Wahrzeichen der Stadt: Der berühmte Uhrturm. Dieser Uhrturm wurde 1901 zum 25-jährigen Thronjubiläum Abdülhamids II. gebaut.
Bazar von Izmir. Wir schlenderten durch die einzelnen Gassen und vorbei an vielen kitschigen, aber auch vielen interessanten Läden.
Da wir schon öfters orientalische Basare gesehen hatten, hielten wir uns nicht allzu lang im Gassengewirr auf.
Wir besichtigten noch die Reste der antiken Agora. In griechisch-römischer Zeit war das der Marktplatz bzw. öffentliche Versammlungsort. Das war damals das Zentrum von Izmir (Smyrna).
Auf die Besichtigung des Zoos verzichteten wir, insbesondere weil nach unseren Vorinformationen, die Tiere hier nicht artgerecht gehalten, sondern echt nur ausgestellt werden, sogar Hunde! Einfach furchtbar.
Um 14.00 Uhr, passend zum späten Mittagessen (AIDA ist da recht flexibel und machte an diesem Tag z.B. das Marktrestaurant erst um 14.30 Uhr zu), wieder an Bord. Obwohl auf dem Schiff niemand verhungern kann, denn zwischenzeitlich gibt es auf Deck 10 neben dem Pool die Möglichkeit den ganzen Tag kleine Speisen wie z.B. Pommer, Hamburger u.a. zu sich zu nehmen.
Auf dem Pooldeck im Schatten war es sehr angenehm. Die große Hitze merkte man nicht. Leider hatte der Pool immer noch Nordseetemperaturen. Fast alle Badegäste jammerten, aber Hinweise an die AIDA-Zuständigen zeigten leider keine Wirkung. War das Baden z.B. auf der Transasia doch ein echter Genuss. Mal schauen, ob sich noch etwas an diesem Misstand im Laufe der Reise ändert?
Vor uns liefen die riesigen Kreuzfahrtschiffe von Costa (Mediterrane) und MSC aus. Ein toller Anblick. Wir legten erst um 17.00 Uhr ab. Mit dem AIDA-Song immer wieder klasse, zumal wir lange nahe dem Ufer durch eine besonders schöne Landschaft aus dem Golf von Izmir glitten.
Die griechische Inselwelt wird auch als „Land des Lichts“ bezeichnet. Aufgrund eigener Eindrücke können wir dieses Bezeichnung voll und ganz bestätigen. Unglaublich diese angenehme strahlende Helligkeit. Wir waren deshalb auch wieder bei den letzten auf dem Pooldeck und genossen so richtig die Atmosphäre.
Dabei hatten wir das Glück die Generalprobe des Showensembles (lateinammeine Fraunische Musik) mitzuerleben. Obwohl nicht unsere Musikrichtung, insbesondere die tänzerischen Darbietungen ein Genuss.
Abendessen im Außenbereich nicht möglich, da alle Plätze besetzt. Wieder ein nettes und sehr interessantes Paar aus der Schweiz kennengelernt. Die Frau (spanische Wurzeln und Schmuckdesignerin) wunderte sich über die deutsche Eigenschaft, schon um 7.00 Uhr morgens die Liegen mit Handtuch zu reservieren und dann die Liegen kaum zu nutzen. Mal sehen, ob die 2 neu eingestellten Poolstewards eine Änderung bewirken. Die mangelnden Schattenplätze sind halt das große Problem. U.E. ließen sich durch geschicktere Organisation noch recht viele zusätzliche Schattenplätze schaffen. Schaut man nur wie viel (zu viel) Platz für die Lagerung diverser Artikel auf dem Sonnendeck blockiert wird. Die Show auf der Poolparty genossen wir ein zweites Mal. Allerdings waren uns die anschließend vom weiblichen Discjockey gespielten Hits zu altmodisch. Deshalb Abschluss des Tages bei Livemusik in der AIDA-Bar.
Abschließend noch einige allgemeine touristischen Infos zu Izmir:
Izmir ist mit fast 3 Million Einwohnern nach Istanbul und Ankara die drittgrößte Stadt in der Türkei.
Agora, der Marktplatz und damit das antike Zentrum von Izmir sind für Archäologiefreunde ein Muss.
Ephesus ( 80 km ) zwei antike Städte Ephesos und Pergamon. Ephesus hatten wir schon vor Jahren, allerdings im November besucht. Echt sehenswert. Sehr viel angenehmer als in der momentanen Hitze (40°) und dem Touristengedränge.
Der Artemistempel von Ephesos gehörte einst zu den sieben Weltwundern. Heute kann man das Theater, das 25.000 Personen fasst, die restaurierte Celsus-Bibliothek.
Die Faszination von Izmir beruht auf einem Mythos. Sie ist die Geburtsstadt bekannter Persönlichkeiten, wie z.B. angefangen von Homer bis hin zu Aristoteles Onassis. Wahrscheinlich wurde Izmir im 3. Jahrtausend gegründet, Dreitausend Jahre lange hieß diese Stadt „Smyrna“. Angeblich gegründet von dem sagenhaften Amazonen. Das waren antike Kriegerinnen. Historiker sind aber unsicher, ob sie tatsächlich existierten.
Heute ist Izmir eine moderne Industrie- und Handelsstadt.
Durch den zweitgrößten Hafen der Türkei ist sie das kulturelle und wirtschaftliche Tor zum Westen.
Izmir liegt traumhaft schön an einer schönen großzügigen Bucht an der türkischen Westküste, der türkischen Ägäis, und zieht sich terassenförmig an den umliegenden Hügeln hoch.
Viele Türken halten Izmir für die schönste Stadt ihres Landes. Die Stadt hat ein besonderes Flair.
Izmir, eine gelungene Mischung aus Orient und Okzident.
Die Stadt Izmir ist allemal ein Besuch wert und führt den Besucher in eine Welt von tausendundeiner Nacht ein, die man in Westeuropa überhaupt nicht kennt.
Mittwoch, 13. Juli 2011 -Istanbul-
Morgenschwimmen ausfallen lassen, da der Pool immer noch eiskalt war.
Teilnahme am äußerst anstrengenden Fitnessprogramm „Fatburner“. Da haben die Muskeln echt gebrannt. Erstaunlich, welche Übungen die Fitnesstrainerinnen immer wieder erfinden, um mir zu zeigen, wie wenig fit ich bin, bzw. welche untertrainierten Muskeln der Körper hat.
Um 12.00 Beginn der Einfahrt nach Istanbul.
Herrlich angenehmes Wetter. Schon beeindruckend, sich per See einer solch berühmten Weltstadt zu nähern. Dazu noch der Liegeplatz. Besser geht es nicht. Direkt an der Galata-Brücke am Eingang ins Goldene Horn. Neben uns wieder die 2 Riesenpötte aus dem vorherigen Hafen. Mittagessen auf Deck 9 im Freien mit Blick auf den Topkapi-Palast, die Hagia Sophia, die blaue Moschee, die „Europa Brücke“ (Verbindung zweier Kontinente) usw. Eines der schönsten Panoramen, die wir kennen.
Vor 6 Jahren haben wir schon die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Altstadt besichtigt, außerdem hatte ich mal mit meinem Neffen eine Busreise nach Istanbul gewonnen.
Wir beschlossen daher mal nach rechts Richtung Dolmabahce-Palast zu gehen. Entgegen der Auskunft der Scouts hat der große Hafen doch mehrere Ausgänge. Haben wir leider erst auf dem Rückweg gemerkt. Auf dem Schiff war es im Schatten fast frisch, aber in der Stadt hat man die 30° doch stark gemerkt. Spaziergang entlang der alten Stadtmauer im starken Verkehr. Durch einen schönen Park und vorbei an den Schiffsanlagestellen für Fähren und Rundfahrten. Übrigens sehr preiswert mit ca. 5 Euro. Am Dolmabahce-Palast eine riesige Warteschlange. Also auf den Eintritt verzichtet und zwangsläufig die recht hohe Besuchsgebühr von 10 Euro gespart.
Einfach mal eine Stunde im Park dem Treiben zugesehen. Unser Eindruck, dass es immer mehr voll verschleierte Frauen in schwarzer Kleidung gibt, wurde auch von den Scouts und dem Lektor bestätigt. Es muss doch einfach unerträglich bei der Hitze sein, die Welt zudem nur durch zwei schmale Schlitze wahrnehmen zu können.
Was hat uns der Wachsoldat leid getan. In strammer Haltung musste er eine Stunde regungslos stehen und dazu noch die Witzchen der Besucher über sich ergehen lassen. Sein Vorgesetzter hat ihm mal nach einer halben Stunde den Schweiß von der Stirn und aus den Augen gewischt. Ich wäre spätestens nach 5 Minuten in dieser Hitze umgefallen.
Abends auf Deck 10 bei traumhaft schönen Wetter die Ausblicke genossen. Richtung Goldenes Horn war reger Schiffsverkehr. Bis zu 20 Schiffe manchmal gleichzeitig vor dem Goldenen Horn.
Um den immer mehr zurückgehenden „Heißhunger“ anzuregen am Sportprogramm „Stretch+Relax“ teilgenommen.
Herrlich der nächtliche Ausblick über Istanbul. Toll die Beleuchtung der „Europabrücke“ und historisch interessanten Bauwerke. Die Brückenbeleuchtung ist mit der Lasershow der AIDA vergleichbar.
Das Musik- und Unterhaltungsprogramm war an diesem Abend nicht so prickelnd. Nach 3 Tanzrunden in der AIDA-Bar noch vor 23.00 Uhr ins Bett .
Donnerstag, 14. Juli 2011 –Istanbul-
Die angebotene halbstündige Frühgymnastik fiel leider aus, weil nicht die Mindestteilnehmerzahl von 3 Erwachsenen erreicht wurde. Als Ballsportler „hasse“ ich die „Eisengeräte“, aber da ich halt schon mal auf Sportprogramm eingestellt war, wenigstens eine halbe Stunde an den modernen Foltergeräten verbracht.
Wegen der drückenden Hitze (33° im Schatten) keine große Tour unternommen, zumal wir ja alles noch recht gut in Erinnerung haben.
Schöner Spaziergang vom Schiff über bzw. z.T. unter der Galata-Brücke Richtung „Basarviertel“. Faszinierende Atmosphäre hier an der Schnittstelle zwischen Orient und Okzident.
Übrigens beim Dutyfree-Job am Hafenausgang unglaublich günstige Zigaretten für liebe Freunde eingekauft.
Anstrengender halbstündiger Anstieg zur Süleman-Moschee. Enges, verwirrendes Gassenchaos. Hier hatte man den Eindruck, im ursprünglicheren Istanbul zu sein. In einer kleinen Gasse sahen wir z.B. unzählige Geschäfte die lediglich Gürtelschnallen in allen Variationen verkauften oder herstellten? Manchmal entsteht der Eindruck, dass sehr viele Menschen einfach nur herumsitzen bzw. vor sich hindösen. Dazwischen sieht man aber auch bemitleidenswerte Träger, die schwere Lasten schleppen oder auf Sackkarren transportieren. Z.T. sind die so in Eile, dass man aufpassen muss, dass sie einen nicht über den Haufen rennen. Zwischendurch immer wieder junge Leute, die kleine Teegläser in der Größe von Schnapsgläsern in die kleinen Lädchen bringen.
Der Weg zur größten und schönsten Moschee Istanbuls hat sich echt gelohnt.
Ich durfte mit kurzen Hosen und Muscel-Shirt hinein. Die Hosenbeine und das T-Shirt hatte ich umsonst mitgenommen. Meine Frau hatte Hosen an, die über die Knie gingen und ein Tuch für Schulter und Kopf. Das wurde nicht akzeptiert. Aber der sehr nette junge Mann am Eingang war auf so etwas vorbereitet und kleidete Meine Frau wie eine Muselmanin ein. Meine Frau war optisch nicht wiederzuerkennen. Ich wollte ein Bild von ihr machen, aber nach Androhung eines körperlichen Verweises habe ich von diesem Vorhaben gelassenïŠ.
Die Süleman-Moschee liegt oberhalb des Goldenen Horns. Der weltberühmte türkische Architekt Sinan hat sie 1557 im Auftrag des mächtigen Sultan Suleymann des Großartigen fertig gestellt. Die Ausstattung wirkt streng und nicht überladen. Beeindruckend die Teppiche und Glasfenster.
Istanbul war 2010 Kulturhauptstadt Europas. Die Um- und Neugestaltungsarbeiten im Außenbereich sind aber noch lange nicht abgeschlossen.
Von Sinan hatte schon unser damaliger Reiseleiter in den höchsten Tönen geschwärmt. Muss wohl echt eine beeindruckende Persönlichkeit gewesen sein. Jedenfalls können sogar wir Laien bestätigen, dass diese Moschee wirklich ein Meisterstück des klassischen osmanischen Stils darstellt.
Eigentlich wollten wir auf dem Rückweg noch dem Großen Basar einen Sightseeing-Besuch abstatten, aber Meine Frau hat ja zwischenzeitlich so viele orientalische Basare gesehen, dass sie lieber zum Mittagessen zurück auf das Schiff wollte.
Zu unserer großen Freude hatte offensichtlich der Clubdirektor seinen Einfluss geltend gemacht und das Poolwasser erwärmen lassen.
Viele der ca. 150 auf dem Schiff anwenden Kids werden es ihm danken.
Beim Mittagessen wieder mit einem netten Paar in unserem Alter aus Baiersbronn ins Gespräch gekommen.
Sie hatten auch schon viel Kreuzfahrterfahrung und lobten z.B. „Mein Schiff“ sehr. Das ist so ein typisches Beispiel dafür, dass man seine eigenen Erfahrungen machen muss bzw. Bewertungen immer höchst subjektiv sind. Andere Gäste nannten das TUI-Schiff einen alten Kahn, der AIDA nicht das Wasser reichen können. Also, irgendwann werden wir uns einen persönlichen Eindruck verschaffen, wenn wir dazu noch genügend „Lebens- bzw. Urlaubszeit“ haben.
Nachmittag wieder im Schatten bei sehr angenehmen Temperaturen verbracht. Weil der Sport am Morgen mangels genügender Teilnehmer nicht zustande kam, mal am Nachmittag 45 etwas Neues ausprobiert. Kombination zwischen Boxen, Kicken, komplizierten Tanzschritten und das alles mit rasanter Powermusik. Die 5 durchweg nicht mehr so jungen Teilnehmer wurden an ihre Leistungsgrenzen geführt. Wahnsinnig anstrengend und eigentlich nichts mehr für mich.
Zur Entspannung lange den Pool genutzt.
Auslaufen und Fahrt durch den Bosporus von 19.00 bis 21.00 Uhr. Eine beeindruckende Fahrt. Der Kommentar von Herrn Aust war leider nicht besonders gut zu hören und hätte auch etwas umfangreicher sein können.
Abendessen unter dem Motto „indisch“. Besonders gut haben mir die Tomatensuppen nach dem Motto „Höllenfeuer“ geschmeckt.
Abendprogramm eine Show über Michael Jackson, Der „Earth-Song“ war klasse, die anderen Songs haben uns nicht gefallen. Der Inhalt der Show blieb unverständlich. Kostüme und tänzerische Darbietungen wieder superspitzenklasse.
Allgemeine Infos zu Istanbul:
Sehenswert, aber bereits auf unserer letzten Reisen besichtigt:
Topkapi-Palast, Blaue Moschee, Hippodrom, Basilika-Zisterne, Großer Basar, Gewürzbasars, Galata-Turm.
Alle Ziele sind für gute Spaziergänger in erreichbarer Nähe des Schiffs leicht erreichbar.
Freitag, 15. Juli 2011 –2. Seetag-
Infolge Zeitumstellung eine Stunde gewonnen Das längere Dösen hat gut getan. Ich habe momentan wegen des üppigen Abendessens keinen Appetit und lasse deshalb das Frühstück ausfallen, besser gesagt nur einen Kaffee, Erdbeermilch oder Orangensaft.
Teilnahme am Sportgramm „Flexibar“. 45 sehr anstrengende Minuten, weil die Übungen die sog. Tiefenmuskeln trainieren und da ist doch erheblicher Nachholbedarf vorhanden.
Um 11.00 Uhr ins Theater und den wunderbaren Diavortrag von Herrn Aust über Sotchi und Jalta genossen.
Danach vergeblich einen Platz auf Deck 6 gesucht. Sind einfach zu wenig Stühle bzw. etliche Passagiere die unverschämterweise auch noch für die Füße einen zweiten Liegestuhl benötigen.
Auf dem Pooldeck mit viel Glück Liegen (leider nicht zusammen) im Schatten ergattert.
Nachmittags mal den wunderbar angenehmen Whirlpool genutzt. Das Wetter nicht mehr so heiß. Mehrmals Gewitter. Aber immer angenehm im Freien. Wir stellen fest, dass man entgegen anderslautenden Empfehlungen ein Schiff auch in der größten Sommerhitze empfehlen kann.
Nochmals einen Vortrag von G. Aust über Odessa besucht.
Nachdem es im Pool etwas ruhiger wurde, vor dem Abendessen noch ein wenig Bewegung. Sauna zum Abschluss.
Beim Abendessen interessante Tipps zur nächsten Traumreise „Südammeine Frau“ von jungen Leuten bekommen, die diese Reise als 4-Wochentour im Januar gemacht hatten. Für mich ganz wichtig, es ist nur für die Amazonas-Tour Gelbfieberimpfung erforderlich. Diese recht belastende Impfung sollte man sich gut überlegen ab einem Alter in den 50zigern.
Die Show des englischen Alleinunterhalters (bissiger, britischer Humor) war super. Selten so gelacht. Mitreisende meinten, viel besser als Jay Ray und Ingo Apelt, die auch schon auf der AIDA waren.
Recht früh ins Bett, weil Meine Frau nicht gut schläft.
Samstag, 16. Juli 2011 –Sochi- „Perle Russlands“
Super gutes Rücktrainingsprogramm als Frühsport gemacht.
Meine Frau fühlt sich leider nicht so gut.
Nach dem Frühstück hatte ich den 7. Sinn und bin gegen den Willen meiner Frau zum Arzt. Der hat den „Hautfaltentest“ gemacht und sofort starken Flüssigkeitsmangel prognostiziert. Meine Frau trinkt auch immer wie ein Spatz. Als dann noch die Rede auf die momentanen psychischen Probleme im Zusammenhang mit der Betreuung von Oma kam, war alles klar. Ein Liter Infusion und sofortige Bettruhe. Sochi und Jalta Ausflüge gestrichen. Das stark belastende subtropische Klima (33° im Schatten und gewittrig schwül) war nicht zu verkraften. Ich wollte auch für mich die gebuchten Ausflüge streichen lassen, das akzeptierte man verständlicherweise nicht, weil ja keine „ernsthafte Erkrankung“ bei Meine Frau vorliege, sondern nur Ruhe und viel Trinken angesagt sei.
Vor dem Ausflug alleine zum Mittagessen. Interessantes älteres Schweizer Ehepaar kennengelernt. Der Mann hat schon sehr viele Kreuzfahrten unternommen. Seit Jahren macht er einmal im Jahr mit seinem Freund große 3-wöchige Reisen (u.a. auch Südammeine Frau).
Wenn er zurückkommt hat seine Frau jedes Mal eine andere Überraschung für ihn parat, wie z.B. Einrichtung einer neuen Küche, Umbauten am Haus,
Wohnungsrenovierung etc. Einen Kommentar hierzu erspare ich mir.
Ausflug war gut organisiert. Leider langwierige Passkontrolle. Werden die Russen hoffentlich irgendwann mal lockerer gestalten.
Individueller Landgang bedauerlicherweise nicht möglich. Zollfreie Zigaretten übrigens zum Wahnsinnspreis von 7 Euro. Aber unbekanntere Marke und für die Echtheit wahrscheinlich keine Garantie.
Der russische Reiseleiter sprach gut Deutsch. Hielt die kleine Gruppe von 25 Personen gut zusammen. Insgesamt alles bestens, obwohl ich viel lieber mit Meine Frau den Großteil des Besichtigungsprogramms individuell gemacht hätte. Allerdings völlig uninteressant, so lange Einzelvisum zum Preis von 35 Euro (so jedenfalls haben das Mitreisende beim Abendessen berichtet) erforderlich ist.
Sochi ist Teil des längsten „Kurortes der Welt“. Eine herrliche Landschaft. Schutz vor den Nordwinden durch die Berge des Kaukasus (über 4000 m und ganzjährig Skigebiet mit Powderschnee).
2014 finden hier die Olympischen Winterspiele in Krasnaja Poljana und 2018 die Fußball WM statt. Der Reiseleiter war optimistisch, dass alles klappen würde.
Wir besichtigten zunächst die orthodoxe Kathedrale des Erzengels Michael. Ein herrlich inmitten von Palmen und tropischen Gewächsen liegendes Gotteshaus mit einer achteckigen vergoldeten Kuppel. Innenbesichtigung für Frauen Kopfbedeckung erforderlich. Sehr schöne goldene Innenausstattung mit vielen Ikonen. Danach kleiner Spaziergang über die wunderbar gelegene obere Kurpromenade. Sochi macht wirklich den Eindruck eines Weltbades. Tolle Ausblicke aufs Meer. Was wäre ich so gerne mal Baden gegangen, aber wir hatten ja nur ein Gruppenvisum und da wollte ich nichts riskieren.
Besichtigung des schönen Wintertheaters (über 1000 Besucherplätze). Durch die vielen Säulen (88) entsteht ein griechischer Eindruck.
In Sochi herrscht rege Bautätigkeit. Die Fahrt auf einen „Besichtigungsberg“ entfiel daher leider.
Interessant auch der Bäderbezirk Macesta. Seit 100 Jahren werden durch das heiße (60°) Schwefelwasser rheumatische Beschwerden geheilt. Laut Reiseleiter soll es auch einen Verjüngungseffekt haben. Ich habe meine stark verschlissenen Sportlerbeine längere Zeit in die stinkende Schwefelbrühe gehalten, aber leider keine Wirkung verspürt. Sicher muss ich nochmals wiederkommen. Wenn die Visumbürokratie abgebaut wird, in der Tat eine Option. Viele Strände haben wir unmittelbar neben dem Schiff gesehen. Leider durch hässliche Buhnen unterteilt.
Die Sommerresidenz von Stalin liegt im Grünen Wäldchen von Macesta. Leider war in unserem Ausflug dieser Programmpunkt nicht enthalten.
Letzter Besichtigungspunkt war der Botanische Garten. Das sog. Dendrarium war echt sehenswert. Herrliche Steilhanglage. Nicht nur die vielfältigsten Bäume sondern auch Skulpturen und Pavillons. Immer wieder herrliche Blickachsen.
Pünktlich zum Ablegen wieder auf dem Schiff.
Tolle Ausfahrt mit wundervollem Panoramablick auf Sochi.
Abendshow „Tanz der Steine“ nicht so mein Geschmack, obwohl die Lasershow und die Tanzdarbietungen first class waren.
Allgemeine touristische Infos:
Der Kurort am Schwarzen Meer wird mit Nizza und Cannes verglichen.
Sochi hat ca. 400.000 Einwohner.
Anfang des 19. Jahrhunderts ist Sochi aufgrund der schwefelwasserstoffhaltigen Mineralquellen und wegen ihrer Heilwirkung berühmt geworden.
Für die Russen ist die Region Groß-Sochi (145 km) das Top-Urlaubsziel.
Subtropisches Klima.
Gegen die kalten Nordwinde schützt der Kaukasus.
Badesaison ist Mai bis Ende Oktober. Aufgrund des Klimawandels aber keine zuverlässige Größe mehr. Der Ozean war z.B. in diesem Juni nur ca. 16° warm.
Die Kurorte sind ganzjährig besucht. Im Winterhalbjahr kommen z.B. viele Kranke aus Tschernobyl.
Über 80 Prozent des Stadtgebiets sind fast das ganze Jahr grün.
Außer der beeindruckenden Natur und dem Kurbetrieb bietet Sochi auch in kultureller Hinsicht Einiges.
Z.B. die berühmte Michael Archangel Kathedrale. Sie wurde von 1873 bis 1891 aus Anlass des Kaukasischen Krieges gebaut.
AIDA bietet als Ausflug auch den Besuch der Datscha von Josef Stalin an.
Diese befindet sich auf dem Territorium des Sanatoriums der „Grüne Wald“.
Die Räume sind original ausgestattet. Besonders interessant die kugelsichere Couch, das silberne Schreibset (Geschenk von Mao Zedong) und die Wachsfigur von Stalin.
Sochi bietet auch ein Delphinarium. Gäste der AIDA waren ganz begeistert. Für mich früher auch ein Wunschtraum gewesen. Seit ich aber die kritischen Filmberichte zur artgerechten Haltung dieser intelligenten Tiere gesehen habe, stehe ich diesem „Vergnügen“ recht skeptisch gegenüber.
Russische Politiker und Businessleute erledigen ihre Geschäfte im Sommer oft in Sochi. Deshalb auch die Bezeichnung „Sommer-Hauptstadt Russlands“.
Sochi ist Geburtsstadt der Tennisstars Evgenij Kafelnikow und Maria Scharapowa.
Krasnaja Poljana liegt im Kaukasus Gebirge auf 600 Meter Höhe, ca. 40 km von der Küste entfernt.
Wladimir Putin fährt hier Ski.
Die Berge rund um Sotschi erreichen 2.000 Höhenmeter. Der höchste Berg im Kaukasus (und in Europa) ist der Elbrus (5.642 m).
In der Region Sotschi gibt es mehr als 50 heilsame Mineralquellen. Berühmt ist das schwefelwasserstoffhaltige Mineralwasser von Mazesta. Der Stadtname kommt aus einer der kaukasischen Sprachen und bedeutet «Feuerwasser».
Das erste Gebäude für Kurbäder wurde im Jahr 1902 erbaut. In der Groß-Sochi-Region gibt es mehr als 200 Sanatorien.
Sochi liegt im Kaukasischen Biosphärenreservat.
Sonntag, den 17.07.2011 –Jalta - „Perle der Krim“
Wir hatten den Ausflug Krimküstenrundfahrt zu 42 Euro gebucht weil ich unbedingt das weltberühmte Schwalbennest sehren wollte.
Offizielle Ausschreibung:
Krimküste mit Schwalbennest
Stationen: ca. 30 min Busfahrt nach Liwadia; ca. 1 h Besichtigung des Zarenpalastes mit dem Museum der Jalta-Konferenz von 1945 und der Ausstellung „Die Romanows auf der Krim“; ca. 30 min Busfahrt zum Aussichtspunkt Schwalbennest, Fotostopp; ca. 25 min Busfahrt nach Alupka; ca. 50 min Besichtigung des Museums für Bildende Kunst im Woronzow-Palast; ca. 45 min Rückfahrt zum Schiff
Auf eigene Faust ist die Ukraine zwar leichter als in Russland zu erkunden, aber die SprachbarriereïŠ.
Der Ausflug ging um 9.30 Uhr los. Treffpunkt 9.15 Uhr im Theater. Damit es nicht zu den unangenehmen Staus im Treppenhaus kommt, hatten die Scouts eine Neuerung eingeführt. Die Gruppen wurden nur nach und nach zu den Bussen gelotst.
Die Entscheidung für den Ausflug war richtig. Alles gut organisiert. Prima Führung (sie bat mich am Ende sogar um formularmäßige Beurteilung des Ausfluges). Knallheißes Sommerwetter. In der Sonne um die 40°. Im Schatten nachmittags um 17.00 Uhr immer noch 32°. Da Jalta, ebenso wie Sochi, sehr grün ist und viele hohe Bäume vorhanden sind, konnte man recht gut die Hitze ertragen.
Ein Mitreisender berichtete, dass es in Deutschland auch 42 ° habe: nämlich morgens 14°, mittags 14° und abends auch 14° ïŠ. War doch gut, dass wir die ursprünglich geplante Skandinavienkreuzfahrt nicht bekommen haben.
Die Zollformalitäten waren diesmal echt ein Klacks. Sehr freundlich und sehr schnell wurden wir durch das Hafengebäude zu den Bussen geschleust.
Mit viel Glück im voll besetzten Reisebus den schönen Platz direkt hinter dem Fahrer bekommen. Also beste Sicht und dazu auch noch immer die fachkundigen Erläuterungen der Reiseführerin aus erster Hand.
Zunächst ging es durch das schöne Städtchen Jalta (20.000 Einwohner) entlang der Küste nach Alupka. Von einer Aussichtsterrasse aus sahen wir auf einem Küstenvorsprung gelegene Schwalbennest. Das ist eine Burg mit Zinnen und Schießscharten, die einer Rheinburg nachempfunden wurde. Erinnert an eine Miniaturausgabe von Neuschwanstein.
1912 vom deutschen Baron von Stengel erbaut,
Die unmittelbare Besichtigung ist nur durch Buchung eines speziellen Ausfluges möglich.
Für mich das Highlight dieser Reise. Meine Erwartungen wurden voll und ganz erfüllt. Nur schade, dass Meine Frau nicht mitkonnte, denn gerade auf diesen Teil der Reise hatte sie sich so gefreut.
Die Halbinsel Krim mit ihren zahlreichen Hotels und Sanatorien ist echt ein Genuss. Massentourismus ist noch nicht festzustellen. Allerdings würden die engen Straßen ohnehin keine zusätzliche Belastung mehr vertragen. Was hatte der Busfahrer für schwierige Situationen meistern müssen, wenn größere Autos in den engen Kurven entgegenkamen.
Vom Schwalbennest Weiterfahrt zum Woronzow-Palast, der 1848 im Stil eines englischen Herrenhauses (Tudorstil) erbaut wurde.
In diesem Palast war während der Jalta-Konferenz im Februar 1945 die britische Delegation untergebracht.
Ein Schiff von der Größe der AIDA und dem damit verbundenen Besucheraufkommen bringt ein solch historisch wertvolles Gebäude an seine Belastungsgrenze. Ein Albtraum für Museumsdirektoren und Restauratoren.
Bestimmt wird es früher oder später eine Besuchskontigentierung geben. Anscheinend ist dies auch schon für die griechischen Meteora-Klöster passiert. Vor 6 Jahren hatten wir diese Kleinode noch besichtigen dürfen. Schon damals wunderte ich mich, dass so viele Besucher in diese recht kleinen Kunstwerke gelassen werden.
Die Fahrt führte weiter nach Liwadia zum berühmten „Weißen Palast“.
Das ist die ehemalige Sommerresidenz der russischen Zaren.
Außerdem Schauplatz der Konferenz von Jalta.
Stalin, Roosevelt und Churchill haben hier über das Schicksal von Hitler-Deutschland entschieden.
Der Konferenzsaal ist originalgetreu eingerichtet.
Nie hätte ich mir träumen lassen, diese historisch so bedeutende Stätte mal live erleben zu dürfen. Im langweiligen Geschichtsunterricht hat mich früher so etwas nie interessiert. Wenn man aber die Fotos der damaligen Regierungschefs und die Originalschauplätze sieht, ist das doch etwas ganz anderes.
Sehr beeindruckt hat mich auch die tragische Geschichte der letzten Zarenfamilie. Von der jüngsten Zarentochter „Anastasia“ und deren angeblichen Wiederauftauchens hatte ich vor Jahren mal so nebenbei die Schlagzellen mitbekommen. Jetzt konnten wir die Räumlichkeiten und insbesondere die Fotos der Familie im Original betrachten. Interessant die persönlichen Verflechtungen. Auf einem Bild zeigte uns die Fremdenführererin den letzten deutschen Kaiser (Wilhelm II.) Er war der Cousin des letzten russischen Zaren.
Ein russischer Chor gab eine kurze Vorstellung. Höre ich persönlich ganz besonders gern. Ein echter Genuss.
Zurück auf dem Schiff um 16.00 Uhr. Bei so viel Eindrücken hatte ich kaum Hunger.
Morgens reicht mir mein Bircher Müsli. Erbeer- und Bananenmilch. Immer viel frisches Obst, insbesondere Ananas. Nachmittags schnell ein Rosinenbrötchen und ein trockenes Brotchen geholt (schmeckt übrigens ganz klasse, wenn man tagelang nur doch auserlesene Speisen zu sich genommen hat) und schnell mit Meine Frau noch mal von Bord.
Die Fußgängerzone von Jalta ist echt zu empfehlen. Herrlich unter alten Bäumen gelegen. Tolle Ausblicke auf das Meer. Auch aus der Ferne die schöne Newski-Kathedrale gesehen. Die Kathedrale, 1902 erbaut, ist die größte russisch-orthodoxe Kirche im Süden der Halbinsel Krim. Mit ihren vergoldeten Zwiebeltürmen ist sie eine russische Kirche, also wie man sie sich so üblicherweise vorstellt. Herrlich anzusehen.
Weil ich die Badesachen sicherheitshalber mal mitgenommen hatte, der Versuchung nicht widerstehen können, auch das Meer zu testen. Leider wenig attraktiver Badestrand. Kies. Tang verfault. Schmaler Strand. Viel Abfall. Im Meer jede Menge Plastikreste und Medusen/Quallen. Das Wasser angenehm warm, aber ich blieb nicht lange drin, weil ich Angst vor evtl. Feuerquallen hatte. Das wäre dann das Ende eines schönen Urlaubs gewesen.
Ausfahrt 18.00 Uhr noch mal am Schwalbennest vorbei. Bei fantastischem Wetter eine Freude, insbesondere für Meine Frau, da sie nun doch noch das eigentliche Ziel ihrer Reise gesehen hatte. Wudnerbar wieder die Erklärungen mit viel historischen Hintergrund durch den Kapitän.
Diesmal mit viel Glück auf Deck 9 im Freien 2 Plätze ergattert. Leider keine angenehme Tischgesellschaft. Daher auf Deck 6 den Abend und den herrlichen Sonnenuntergang in friedlicher Zweisamkeit genossen.
Poolparty um 21.30 Uhr bei immer noch sehr hohen Außentemperaturen. Wieder klasse Show nach dem Muster des Beatclubs mit Hits aus den 60zigern.
Damenfussball infolge Zeitverschiebung noch die Verlängerung angesehen. Über den Sensationssieg der Japaner gefreut. Nach der Katastrophe von Fukushima tut solch ein unerwarteter Erfolg dem symphatischen Volk sicher sehr gut. Das so frühe und jämmerliche Ausscheiden der Deutschen im eigenen Land schemrzt immer noch etwas. Im Eintrachtstadion haben sie Plakate hochgehalten „Neid-Mare“. Na, ja, aber ein Albtraum war es schon ein wenig. Dieses Jahr lief für uns Frankfurter sportlich gesehen ja alles schief. ïŒ
Allgemeine touristische Infos:
Jalta hat ca. 80.000 Einwohner
Aufgrund der Lage südlich des Krimgebirges in einem Talkessel herrscht ein sehr mildes (subtropisches) Klima.
Künstler wie Tschechow, Tolstoi und Tschaikowski haben hier gelebt.
Die Taurier gründeten im 6. Jahrhundert v. Chr. die Stadt.
Im 5. Jahrhundert v. Chr. wurde das damalige Jalita Kolonie des antiken Griechenland.
Der Name Jalita stammt vermutlich aus dem Griechischen und bedeutet Ufer.
Im 6. Jahrhundert n. Ch. wurde die Stadt Teil des Byzantinisches Reiches.
Im 15. Jahrhundert wurde Jalta Teil des Osmanischen Reichs.
1837 russische Kreisstadt.
1887 das erste Sanatorium eröffnet.
Jalta ist der größte, bekannteste und älteste Badeort auf der Halbinsel Krim.
Schöne neoklassizistische Paläste sind zu bewundern.
Auf Jalta gibt es viele Sanatorien, Erholungsheime und Hotels.
Bewaldete Berge schützen vor den kalten Nordwinden.
Die Promenade geht vom Hafen bis zum Gagarin Park am Meer.
Sie ist sehr belebt. Es wird noch so richtig „promeniert“ (sehen und gesehen werden).
Beeindruckend die großartige Landschaft. Spektakulär die Felsküstenabschnitte.
Sewastopol liegt etwa 1,5 Stunden entfernt. AIDA bot Ausflüge zum Stützpunkt der ehemaligen russischen Schwarzmeerflotte an. Auch den berühmten Chor konnte man hören.
Montag, 18. Juli 2011 Odessa -heimliche Hauptstadt der Ukraine-
Wieder sehr freundlicher und unbürokratischer Empfang.
Das Terminal liegt im Industriehafen.
Man hat jedoch einen schönen Blick auf die Stadt.
Frühstück im Außenbereich auf Deck 9 wieder ein besonderer Genuss. Da einige Ausflügler schon weg waren, problemlos Platz bekommen.
Wegen der großen Hitze (morgens schon über 30 °) bereits um 9.00 Uhr von Bord.
Die 192 Stufen über die Potemkintreppe (Wahrzeichen von Odessa) hoch in die Innenstadt. Wir haben uns so richtig im Schatten nach oben „gequält“. Auf der Treppe die üblichen Händler. Allerdings erfreulich unaufdringlich. Sehr unangenehm aufgefallen sind uns in Russland und der Ukraine Tierbesitzer, die ihre exotischen Tiere (Adler, Eulen, Uhus, Äffchen in dicken Wollkleidern, Schlangen etc.) den Besuchern für Fotoaufnahmen anbieten. Es bricht einem das Herz, wenn man in die todunglücklichen Augen dieser gequälten Tiere schaut. Entwicklungsmäßig sind wir Westeuropäer anscheinend dieser Bevölkerung um Lichtjahre voraus. Bei uns hätte sich sofort der Tierschutz eingeschaltet. Allerdings darf man nie „überheblich“ auf andere Völker herabschauen. Wer weiß, wie nachfolgende Generationen mal über unsere „Massentierproduktion“ urteilen?
Positiv sind nicht nur mir wiederum die vielen hübschen jungen Frauen mit Kinderwagen aufgefallen. In der „Altenrepublik Deutschland“ sieht man ja nur noch ältere Menschen mit Rollatoren und kaum noch Kinderwagen. Außerdem scheinen die Frauen hier sehr selbst- und modebewusst zu sein.
Obwohl wir nun schon so viel Reiseerfahrung haben, erstmals Orientierungsschwierigkeiten. Der Plan von der Rezeption war untauglich und hat auch teilweise nicht gestimmt. Fragen konnten wir Niemand, da enorme Verständigungsprobleme.
Odessa hat wunderbare Alleen. Sonst hätten wir es auch in der Hitze nicht ausgehalten.
Zunächst sind wir die Promenade (Primorsky-Boulevard) nach rechts entlang des Ufers gelaufen. Herrliche Allee. Autofrei, welch ein Genuss. Tolle Atmosphäre. Viele Hundebesitzer nutzen diese lange Allee zum promenieren. Alles wunderbar sauber und ansprechend. Übrigens Busse von Vicking Flussreisen getroffen und auch die recht alten Flussschiffe gesehen, die den Dnjepr von Kiew (Hauptstadt der Ukraine) her kamen. Mehrmals einfach dem Treiben vor Schulen, Kindergärten und Sanatorien zugesehen, also mal nicht nur Besichtigungspunkte abgehakt.
Einen Vorteil hatte unsere Desorientiertheit, wir fanden einen Internetladen. Der freundliche Besitzer nahm sogar Euros. Für einen Euro durften wir eine Stunde surfen. Mit der fremden Tastatur (das @) liegt z.B. in jedem Land anders) nicht so einfach. Dann der große Ärger. Ich hatte einen langen Reisebericht für die Freunde gefertigt und wollte ihn abschicken, aber das ging nicht, weil mein Postfach bei web.de zu voll war. Dummerweise vergessen, darum zu bitten, keine großen Dateien während des 2-wöchigen Urlaubs zu schicken. Also eine halbe Stunde Arbeit umsonst. ïŒ
Wenn wir uns am Anfang nicht so fürchterlich verlaufen hätten (Sonnenstand ist auch kein gutes Orientierungsmerkmal, weil sie einfach viel zu hoch steht) wäre die Stadtbesichtigung spielend einfach gewesen.
Am Ende der Potemkintreppe nach links und schon ist man in der sehenswerten Altstadt.
Wir haben nach langem Suchen die orthodoxe Preobraschenskij-Kathedrale besichtigt. Leider nur von Außen, da Gottesdienst stattfand und ein freundlicher Ukrainer die Touristen verständlicherweise nicht hereinließ. Stalin hatte die Kathedrale dem Erdboden gleichmachen lassen. Nach der Perestroika ist sie von1991 bis 2005 wieder in alter Pracht aufgebaut worden. 10.000 Personen fasst die großartige Kirche.
Ein ukrainisches Paar erklärte uns dann mit Händen und Füssen den Weg zu den weiteren Sehenswürdigkeiten.
Zufällig fanden wir die sehenswerte „Passage“. Eine Einkaufspassage vergleichbar Mailand und Neapel. Sog. „Imperialer Stil“ aus der Zeit um 1900.
Im Stadtpark mit seinen vielen Denkmälern und Blumenrabatten wieder mal eine genussvolle Pause gemacht. Hier herrscht ein buntes Treiben und es gibt viel zu sehen.
Entlang der Hauptgeschäftsstraße Deribasowskaja (übrigens alle Wege unter Alleebäumen) zur Oper. Sieht toll aus. Soll eine der schönsten Opern der Welt sein. Besichtigung leider nicht möglich. Abends in der Sauna gehört, dass die von Aida angebotenen Ausflüge die Besichtigung beinhalteten und dies ein echtes Highlight war. Also, ein weiterer Grund, wiederzukommen!
Über die Uferpromenade zur Potemkintreppe zurückflaniert. Diverse Denkmäler und Sehenswürdigkeiten noch abgelaufen (Puschkin, Katharina die Große, Richelieu, Bronzene Kanone aus dem Krimkrieg)
Recht früh zurück auf dem Schiff. Da alles noch auf Ausflug war, alleine den Pool genutzt. Leider wieder das Wasser fast so kalt wie die ersten Tage. Mir unbegreiflich angesichts der Außentemperaturen. Whirlpool ist halt keine echte Alternative.
Mittagessen eigentlich keinen großen Hunger, da ja gut gefrühstückt und der Vormittag nicht anstrengend war. Aber wenn mal wieder so vor den verlockenden Speisen steht, nicht widerstehen können und warm gegessen. Das ist mir aber dem Grunde nach zu viel, weil man es ja nicht von zu Hause her gewöhnt ist, 2 x täglich üppig und dazu noch warm zu essen.
Noch mal in den Pool, Etwas Wassergymnastik, so weit es der Platz zuließ. Mit Mitreisenden über die gemachten Ausflüge unterhalten bzw. Tipps zu den nächsten Zielen angehört.
Varna kennen wir schon von einem einwöchigen Badeurlaub her. Hat einen tollen Strand, den wir aufsuchen wollen.
Thessaloniki ist als Stadt nach einhelliger Meinung vieler Mitreisenden uninteressant. Wir werden versuchen, mit dem Taxi zum Strand zu fahren.
Fitnesstraining ausfallen lassen, weil es einfach auf Deck 6 so schön ruhig und auch temperaturmäßig angenehm ist. Sport hat Zeit, wenn mal schlechtes Wetter keinen Aufenthalt im Freien ermöglicht. Gegen 18.00 Uhr wurde es zugig und wir sind auf Deck 11. Im Windschatten wunderbar gelegen bis 19.30 Uhr. Dann noch mal in die richtige Sauna. Anschließend Abendessen. Wir haben uns beide sehr zurückgehalten und nur kalt gegessen, weil einfach das richtige Hungergefühl fehlte. Außerdem im Freibereich keinen Platz bekommen und das tolle Wetter ist für Innen viel zu schade. Zu Hause ist übrigens momentan echtes mieses Sommerwetter mit viel Regen.
Abendprogramm mit bekannten Schlagern. Das Publikum konnte seinen Favoriten auswählen.
Mittwoch, den 19.07.2011 Varna
Varna hat ca. 335.000 Einwohner. Es ist die drittgrößte Stadt Bulgariens.
Über Google Mag schon vor Beginn der Reise festgestellt, dass unmittelbar an den Hafen ein langer Sandstrand grenzt. Genau so war es dann auch. Beim Frühstück auf Deck 9 konnte man schön Varna und die diversen Strände sehen.
Es war wieder ein heißer Tag mit 34° im Schatten angesagt. Also schnellstens die 5 Minuten Fußweg an die Beach. Ich wollte den Sonnenschirm mit Euro bezahlen, hat der junge Mann aber nicht genommen. Er wollte 5 Lewa (ca. 2,50 Euro). Hinterher haben wir festgestellt, dass Mitreisende Schirm und Liege doch bekommen haben, allerdings hat der Verkäufer schnell sich erkundigt, was der Euro wert ist und gleich den Preis auf 10 Euro erhöht.
Das Meer war unerwartet kühl. Auch viel Seetang. Etwas enttäuschend, weil wir positive Erinnerungen hatten. Dennoch recht lange im flach abfallenden Meer gebadet. Langer Strandspaziergang. Sehr viel Betrieb. Fast nur Einheimische. Die Buden hinter dem Strand waren in einem erbärmlichen Zustand. Beim Mittagessen gehört, dass auch Varna selbst in einem desolaten Zustand sei und eine Besichtigung sich nicht unbedingt lohne. Nettes älteres Ehepaar aus Thüringen kennengelernt. Er war ehemaliger Leistungssportler und Olympiateilnehmer in der Nordischen Kombination (z.B. mit Georg Thoma befreundet). Interessant seine Biografie und Erfahrungen in der DDR. Empfohlen wurde uns unbedingt mal einen Urlaub in Albena zu machen.
Nach dem Mittagessen auf dem Schiff nochmals an den Strand. Taxifahrer bieten die 30minütige Fahrt zum Goldstrand an, aber der fast 1 km lange schöne Sandstrand direkt vor dem Schiff ist doch angenehmer. Ohne Schuhe kann man über den heißen Sand nicht laufen. Inzwischen war das Wasser merklich wärmer geworden. Bis 18.00 Uhr die Zeit am Meer genossen.
Um 20.00 Uhr Tanzkurs Einführung in Foxtrott auf dem Pooldeck. teilgenommen. Erstaunlich viel Teilnehmer.
Anschließend schöne Lasershow mit modernen Liedern. Showensemble in farbenfrohen Kostümen der Flower-Power-Zeit Schlager der 60ziger und 70ziger.
Abschluss des herrlichen Tages mit einigen Tanzrunden in der AIDA-Bar. Wie gesagt, wird man halt immer anspruchsvoller. Auf den großen Ami-Schiffen spielen mehrere Livebands und da ist hinsichtlich der Musikrichtung noch mehr Auswahl. Aber alles Peanuts im Vergleich zu der bislang einmalig schönen Reise.
Allgemeine Hinweise zu Varna:
Aufgrund eines früheren Urlaubs kannten wir die nachfolgenden sehenswerten Ziele.
Allerdings hätten wir ohnehin bei der großen Hitze keinen „Besichtigungsausflug“ gemacht.
Varna bietet die Kathedrale Mariä Himmelfahrt und das Archäologische Museum mit wertvollen Ikonen, slawischen Schmuck und den ältesten bearbeiteten Gold der Welt.
45 min entfernt liegt der alte Küstenort Balchik. Dort befinden sich eine schöne Parkanlage und die Residenz der ehemaligen Königin Maria von Rumänien.
Sehr interessant ist das Felsenkloster Aladza. Beeindruckend in eine senkrechte Kalksteinwand hinein gebaut.
Mittwoch, den 20.7.2011 (3. Seetag)
Obwohl wieder mehr als 8 Stunden geschlafen, morgens noch so richtig müde zum „Stretch + relax“ gequält. Nach den 2 Tagen sportlicher Pause echt gut getan.
Die beiden letzten Schattenliegen auf dem Pooldeck erwischt.
Heute überschneiden sich einige Programmpunkte, die wir sehr gerne wahrgenommen hätten.
Vorträge von Gerit Aust, Auftritt des Showensembles und Tanzkurs.
Mal schauen, was in Thessaloniki ansteht. Beim Frühstück mit Gästen gesprochen, die aufgrund negativer Erfahrungen mit der Hitze im Bus den gebuchten Ausflug gestrichen haben, da es fast 40° werden soll. Zu Hause herrscht Regenzeit und Kälte.
Wir genossen so richtig die Sonne und die ruhige See. Abkühlung konnte man sich im inzwischen wieder eiskalten Pool holen. Entspannung in einem der 3 Whirlpools.
Sehr interessant der Bordtalk auf dem Pooldeck mit dem faszinierenden Kapitän. Viele Neuigkeiten, z.B. auch über evtl. Piratenabwehr etc. erfahren.
Schöne Fahrt heraus aus dem Marmarameer durch die Dardanellen vorbei an Troja. Aus dem Film Troja mit Brad Pitt das Hölzerne Pferde gesehen.
Stretch und Relax um 19.00 Uhr leider wieder mangels genügender Teilnehmer ausgefallen. Da kann ich z.B. die Kritik eines älteren Schweizers nicht verstehen, der bemängelte, dass im Vergleich zu Costa viel zu wenig Sportprogramme für Ältere angeboten würden. Der Schweizer schwärmte in höchsten Tönen von seinen Reise mit Costa nach Mauritius und Shanghai-Hongkong. Mir wären die für diese attraktiven Strecken eingesetzten Schiffe zu alt.
Abendprogramm mit zwei Jongleuren und einem Kabarettisten war nicht so unser Geschmack. „Otto aus Schwaben“ hat zudem noch Gäste auf die Bühne geschleppt und das wäre für uns beide ein Horror. Auf Vorschlag eines Mädchens aus Brandenburg wurde ihre Eltern auf die Bühne „gezwungen“. Der Vater hat seiner Tochter öffentlich mit „Enterbung gedroht“. ïŠ
Donnerstag, den 21.7.2011 Thessaloniki (Fürstin des Mittelmeeres)
Einmal gesehen ist besser als 10 x hören. Diese Weisheit bestätigte sich hier voll und ganz.
Ich wollte eigentlich den kurzfristig angebotenen Ausflug um 8.30 Uhr zu einem sehr schönen Strand mitmachen (Dauer 4 Stunden, Preis 25 Euro, ohne Sonnenschirm und Liegen), weil nach allen mir vorliegenden Infos Thessaloniki nichts zu bieten habe.
Welch ein Irrtum!
Aufgrund meiner Vorbehalte sind wir recht spät von Bord, weil ich noch die 30 Minuten „Bauch, Beine, Po“ mitmachen wollte. Übrigens als Morgengymnastik nur für absolute Profis zu empfehlen. Die Fitnesstrainerin konzentrierte sich auf die Bauchmuskeln. Das hat gebrannt, als hätte ich 2 dicke Steine im Magen. Aber die drei anderen Teilnehmer haben ebenso wie ich gestöhnt. Dazu waren sie noch jünger als ich!
Wir hatten gehört, dass mal wieder die Taxifahrer streiken. Vor Jahren in Athen waren es die öffentlichen Verkehrsbetriebe! Aus diesem Grund wäre die Alternative, nämlich mit zwei anderen Gästen die ca. 30 km zum schönen Strand zu fahren, ohnehin geplatzt. Es gibt lt. Reiseinfos auch die Möglichkeit mit Bussen zu fahren, aber das war uns zu riskant. Unterwegs haben wir auch nirgends so etwas wie einen für uns verständlichen Busfahrplan oder ein Busterminal gesehen.
Mit großer Freude daher am Hafenterminal die umfangreichen Infomaterialen des örtlichen Verkehrsamtes angenommen. Ein hilfsbereiter Zollbeamter gab uns weitere Tipps. Also zunächst mal so ca. einen Kilometer als an der „Uferpromenade“ entlang zum Wahrzeichen von Thessaloniki, dem dicken „Weißen Turm“. Schade, dass so viel Autoverkehr hier fließt und kein echter Fußgängerbereich vorhanden ist, sonst wäre dies Strecke ähnlich attraktiv wie in Izmir.
Übrigens haben die Griechen auch ein Herz für Radfahrer und zwei Fahrradstreifen abgetrennt. In der Praxis aber nicht nutzbar, weil alle paar Meter ein Auto darauf parkt.
Die AIDA-Radtouren sind normalerweise ein Renner und immer schnell ausgebucht. Bei der Hitze mit einem Deckel auf dem Kopf für mich aber schon fasst ein Suizidversuch.
Der Weiße Turm liegt direkt am Meer inmitten einer schönen Grünanlage. Er wurde im 15. Jahrhundert von den Venezianern als Verteidigungsturm gegen die Türken erbaut.
In der Nähe des ehemaligen Expo-Geländes und der Universität liegt das Archäologische Museum. 6 Euro Eintritt die sich unbedingt lohnen. Faszinierender Goldschatz. Statuen, Mosaiken Grabfunde aus Vergina, der früheren Hauptstadt des Königreichs Makedonien. Die Grabbeigaben werden Philipp II. zugeschrieben (4. Jahrhundert vor Christus König von Makedonien und Vater Alexanders des Großen).
Alles fantastisch gut erhalten und interessant präsentiert.
Sehenswert in Thessaloniki sind auch die frühchristlichen und byzantinische Bauten.
Besichtigung der Rotonda. Wird momentan restauriert. Dennoch attraktiv.
Wieder Richtung Meer durch eine schöne Fußgängerzone. Auch hier wird fleißig archäologisch gegraben.
Die zum Weltkulturerbe zählende Hagia Sofia aus dem 8. Jahrhundert leider nur von außen besichtigen können.
Immer wieder AIDA-Mitreisende getroffen und dabei viele Tipps erhalten. Z.B. gibt es eine Art „hop on-hop of-Buslinie für nur zwei Euro. Der Bus ist zwar neu, sieht allerdings mit seinen zugeklebten Fenstern wie ein Gefangenentransporter aus.
Andere Mitreisende sind ca. 2 Stunden die langgezogene Bucht bis zur Konzerthalle gelaufen.
Sportler waren fast 2 Stunden bis auf dem Burgberg mit herrlicher Aussicht unterwegs.
Wir werden Thessaloniki in angenehmer Erinnerung behalten. Die fast 40° in der Sonne waren erträglich, da ein kräftiger Wind blies.
Wieder nette freundliche Menschen kennengelernt. Auch hier sind die jungen Frauen recht selbstbewusst, modisch gekleidet und ein echter Augenschmaus. Thessaloniki hat sein besonderes Flair und eine symphatische Atmosphäre.
18.00 Uhr legten wir bei Kaiserwetter ab. Wir haben trotz des sehr guten Essens keinen richtigen Heißhunger und blieben daher bis 20.00 Uhr auf dem angenehm ruhigen Deck 6. Hier hat man den unmittelbaren Kontakt zum Meer. Beim späten Abendessen interessante und nette Leute aus Wien kennengelernt. Er ist Psychiater und hat neben seiner Tätigkeit noch viele andere Hobbies wie z.B. Autor von Kriminalroman und Verfasser vogelkundlicher Bildbände.
Die erstmals auf den AIDA-Schiffen aufgeführte Märchenshow war tänzerisch, choreografisch und von den Kostümen her super. Leider haben uns die Lieder nicht so sehr gefallen. Bei der Persiflage auf die Oper AIDA hatte man früher auf bekannte Melodien und Hits zurückgegriffen. Jetzt macht man eigene Produktionen.
Allgemeine touristische Hinweise:
Thessaloniki, gegründet 316 v. Christus von Kassandras (General unter Alexander des Großen). Er nannte die Stadt nach seiner Frau, der erstgeborenen Tochter Philipps des II.
Hier predigte Paulus ca. 50 n. Christus.
Geburtsstadt von Kemal Atatürk.
Thessaloniki gehörte zu Byzanz und wurde immer wieder von Sarazenen, Normanen, Katalanen, Türken und Slawen erobert. 1912 wurde Thessaloniki befreit und endgültig dem griechischen Staat angegliedert.
Die bewegte Geschichte kann man überall in Thessaloniki nachvollziehen.
Unser Lektor Aust sagte zu Recht, dass Thessaloniki die Mutter aller Griechen ist.
Thessaloniki mit über einer Million Einwohner ist Griechenlands zweitgrößte Stadt.
Thessaloniki liegt auf der Halbinsel Chalkidiki. (Fünf-Finger).
Donnerstag, den 22.7.2011 Samos (Costa Cordalis – Der Wein von Samos)
Das bekannte Lied hat uns schon immer gefallen und nun sahen wir tatsächlich diese Insel und auch die Anbauflächen des MuskatweinsïŠ.
Herrliche Fahrt durch die Ägäis. Immer recht nahe am Festland bzw. zwischen Inseln.
Wetter wieder fantastisch. Denn doch zum BMW Training (Bauch muss weg). Meine Frau genoss lieber die Ruhe und Aussicht.
Samos liegt am Ende einer langgezogenen Bucht. Herrlich an grünen Hängen. Ein ziemlich einheitliches Stadt- bzw. Landschaftsbild. Keine Hochhäuser. Alle Häuser sind mit schönen roten Ziegeln gedeckt. Beeindruckend das einheitliche Farbbild.
Weil wir inzwischen genug Kultur erlebt hatten, wollten wir mal so richtig Badeurlaub machen. Auf einer Insel findet man ja auch immer eine Bademöglichkeit. Zunächst große Enttäuschung, weil wir bei der Hafeneinfahrt keine Strände entdecken konnten. Also erst mal vom Schiff mal runter.
Die Taxifahrer streiken wie auch in Thessaloniki. Auch touristisch nutzt Griechenland offensichtlich seine Möglichkeiten nicht. Nach unserem Empfinden hat die Türkei Griechenland weit hinter sich gelassen. Über dem Ort lag so etwas wie eine depressive Stimmung. Vieles kaputt und auch ein wenig ungepflegt. Obwohl die Geschäfte echt Umsatz hätten machen können, waren sie zwischen 14.00 und 18.00 Uhr geschlossen. Aber Meine Frau hatte mal wieder einen 7. Sinn. Wir gingen einfach ein paar hundert Meter am Strand entlang und fanden tatsächlich mehrere Badebuchten, die hauptsächlich die Einheimeischen nutzen. Die offiziellen Sandstrände liegen etwa 20 km entfernt. Sollen toll sein, wie ich in der Sauna erfahren habe.
Manche Mitreisende sind mit dem Roller, andere mit dem öffentlichen Bus (hat gut geklappt) dorthin gefahren. Unsere Badebucht hatte sogar etwas Schatten (in der Sonne halten wir die 40° nicht aus, obwohl ein starker Wind blies). Gute halbe Stunde im ca. 25° warmen Wellen geschwommen. Der Einstieg über die Steine war nicht so einfach, dafür das Meer und das glasklare Wasser einfach herrlich.
Mittag aufs Schiff zurück.
Danach nochmals an den Strand und an eine andere Badebucht. Einen herrlichen Platz unter einer bis ins Meer ragenden großen Kiefer gefunden. Der Halbschatten war einfach klasse. Meine Frau gefällt es gut, stundenlang in die Wellen zu schauen. Es war auch ein atemberaubender Anblick. Das Meer so blau wie wir es bislang noch nicht gesehen haben und im Hintergrund die schöne AIDA. Ich hatte meinen Walkman und einige interessante Podcast darauf, die ich mit Ruhe und Genuss anhörte. Zu Hause fehlt mir die Zeit und Ruhe, auch mal anspruchsvollere Berichte zu hören bzw. Artikel zu lesen.
Da am frühen Abend im Theater „Kids-Show“ war, sogar mal einen Platz auf dem Außendeck bekommen.
Zu den Kids-Shows sind wir früher mit großer Freude gegangen. Alle Eltern sind furchtbar stolz ihre Kinder auf der Bühne erleben zu dürfen. Machen die Betreuer wirklich gut.
Die Ausfahrt war irreal schön. Nette Tischgespräche. Viele Informationen zu meiner nächsten Traumreise (Südammeine Frau) bekommen.
Weil uns die Show (erraten von Titelmelodien bekannter Fernsehserien) nicht interessierte auf Deck 6 im Windschatten einen außergewöhnlich schönen Sonnenuntergang erlebt.
Abschluss des wunderbaren Tages mit einigen Tanzrunden bei den „Schlagertörtchen“.
Allgemeine touristische Infos:
Samos ist die grünste Insel der Ägäis. Weltkulturerbe.
Es gibt viel Quellwasser. Ein Ausflug führte auch zum Eupalinus-Tunnel (Wassertunnel). Der Mitreisende war ganz begeistert. Dieser Tunnel war einst eines der den antiken Weltwunder. Beide Seiten haben gleichzeitig zu graben begonnen. Eine technische Meisterleistung
Höchster Berg der Ägäis – Kerkis mit 1433 m-.
Samos ist die östlichste ägäische Insel, nur 1,2 km von der türkischen Küste entfernt.
Die Insel ist recht klein. Achtgrößte griechische Insel.
Vom Westen bis zum Osten ca. 44 km, vom Norden in den Süden nur etwa 19 km.
Die Heimat des Pythagoras. In den AIDA-News steht der schöne Satz:“a2+b2= c2 = Samos“; erinnere mich so dunkel an ungenehmen MatheunterrichtïŒ.
Lt. Erzählungen von Mitreisenden ist die Fahrt nach Pythagorio mit seinem besonders malerischen Hafen zu empfehlen. Der Name verweist auf den berühmten Sohn der Insel. Auf der östlichen Mole steht das Pythagoras-Denkmal.
In Samos ist der Besuch Archäologischen Museums für Kulturinteressierte Pflicht. Es ist eines der bedeutendsten Museen Griechenlands. Berühmtestes Ausstellungsstück ist die 5 m hohe Statue des Kouros (Jünglings).
Einige Gäste haben auch das Heraion besichtigt. Es handelt sich um das Hauptheiligtum von Samos und liegt im Landesinneren. Normalerweise lassen wir uns Weltkulterbestätten nicht entgehen, aber es war einfach zu heiß für „Trümmertourismus“ und Meine Frau wollte auch lieber Entspannung.
Der Heratempel war einmal das wichtigste der Hera gewidmete Heiligtum.
Hera, die strenge Gattin des Zeus, war ursprünglich eine Fruchtbarkeitsgöttin.
Vom Tempel sind lediglich eine 8 m hohe Säule (heutiges Wahrzeichen von Samos) und Fundamente erhalten.
Samstag, den 23.7.2011 (Rhodos)
Da wir die fantastische mittelalterliche Stadt der Malteserritter schon von früheren Kreuzfahrten her kannten und das Kaiserwetter mit 40° bei kräftigem Wind anhielt, nur Badeaufenthalt.
Ich habe den Tag entspannt mit „Morningstretching“ begonnen.
Danach kaum etwas gefrühstückt, aber sehr viel getrunken (Bananen- und Erdbeermilch, O-Saft, grüner Tee)
Antizyklisch, d.h. nicht zusammen mit den Reisegruppen, von Bord gegangen. Den wunderbaren Fußweg entlang des Hafenbeckens durch die Altstadt am Hafen von Rhodos vorbei bis zum Stadtstrand. Da wir um 10.00 Uhr noch recht früh waren, auch einen schönen schattigen Platz auf der Höhe des Spielkasinos direkt am Wasser bekommen.
Der Strand (kleine Kieselsteine und braun-graue Farbe) ist zwar nicht sonderlich prickelnd, dafür aber das Wasser!
Glasklar, in der Uferzone türkisfarben und außerhalb kobaltblau. Ein echter Augenschmaus. Mehrmals gebadet. In Ufernähe ist ein Sprungturm mit 3, 5 und 10 m Höhe. Fast wäre ich der Versuchung erlegen, es wieder mal zu probieren. Aber nachdem ich im Leben schon einige Kratzer abbekommen und noch mehr Glück bei diversen leichtsinnigen Verhaltensweisen hatte, es sein gelassen und altersgemäß nur ruhig geschwommen bzw. „Wassertreten“ gemacht.
Wieder viele interessante Podcast gehört (u.a. über Darwin und die Galapagos-Inseln die auch ein Wunschziel für mich wären). Meine Frau liebt es, stundenlang auf das Meer zu schauen und dabei so richtig zu entspannen. Zufälligerweise einen Podcast gehört, der den besonderen Bezug des Menschen zum Wasser sehr interessant erklärt. Können wir beide nur bestätigen. Sozusagen genetisch von den Steinzeitvorfahren übernommen („back to the roots“).
Mittagessen ausfallen lassen und erst zum Kaffee zurück.
Es tut immer so richtig gut, aus der Hitze zurück auf das kühle und so richtig schön saubere Schiff zukommen. Dazu noch der tolle Blick auf Rhodos. Dabei Essen und Trinken, insbesondere frisches Obst, nach Herzenslust.
Auf dem Pooldeck war es uns zu heiß, also wieder mal das ruhige Deck 6.
17.00 Uhr letztmaliges Auslaufen in dieser Reise.
Galaabendessen (Lobster etc.). Brauchen wir nicht, weil schon das „normale Essen“ kaum zu überbieten ist.
Fare well Show allererste Sahne. Lieder (langsame englische Oldies) ganz nach unserem Geschmack.
Sonntag, den 24.7.2011 –Antalya-
Wir hatten, bedingt durch den späten Abflug nach Stuttgart um 20.50 Uhr, nochmals einen vollen Urlaubstag gewonnen. Angesagte Tagestemperatur weit über 40°. In der Nähe des Hafens ist ein Strand, aber bei dieser Hitze verbrachten wir lieber den letzten Tag auf Deck 11 im Schatten. Pool handgemessen 33 °.
Meine Frau war es draußen zu heiß und sie verbrachte den letzen Tag im Saunabereich. Hier kann man sich auch sehr gut aufhalten. Die Liegen mit Blick auf das Meer auch nicht zu verachten.
Transfer zum ca. 45 Minuten entfernten Flughafen gegen 18.00 Uhr. Organisation wie gewohnt perfekt und stressfrei.
An die schöne Story gedacht, die uns der Kapitän am Abschlußabend erzählt hat. Es gebe am Abreisetag, frühmorgens immer recht viele Gespenster auf der Aida. Das seine in weiße Bademäntel gehüllte Wesen, die ihre Koffer im Terminal suchten, weil sie vergessen hätten für die Heimfahrt Klamotten herauszulegen.
Flughafen Antalya ist recht übersichtlich. Da aber nach Stuttgart gleichzeitig 2 Flüge gingen zunächst in der falschen Reihe angestellt. Unglaublich, wie viel Flüge nach Deutschland gehen!
Pünktlicher Abflug.
Sogar 30 Minuten zu früh angekommen.
Der Koffer war schneller als wir.
Im Grund wäre sogar noch eine Heimfahrt nach Frankfurt am Main möglich gewesen. Da wir aber das Ibis-Hotel schon gebucht hatten, wählten wir die stressfreiere Möglichkeit und übernachteten noch einmal. Am nächsten Morgen der Schock. Laut Internetanzeige hatte der gewählte Zug 55 Minuten Verspätung. Dennoch einfach mal mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof. Und siehe da, die DB hatte ab Stuttgart einen IC-Ersatzzug bereitgestellt. Die Reservierungen galten dort natürlich nicht, aber es war sehr viel Platz. Durch viele Tunnels entspannte Heimreise.
Bilanz:
In meiner persönlichen Reihenfolge steht diese voll und ganz gelungene Kreuzfahrt an 3. Position.
Nr. 1 ist und bleibt die 14-Tageskreuzfahrt von Indien (u.a. Goa und Bombay) über den Oman, an den Piraten vor Somalia und dem Jemen im Konvoi mit Begleitschutz vorbei nach Jordanien (Felsenstadt der Nabatäer).
Nr. 2 mit knappen Vorsprung die Reise von Montreal durch den St. Lorenzstrom nach Quebec, Neu England Staaten, Boston in die City of the World (NY).
Die Schwarzmeerkreuzfahrt enthielt viele neue, beeindruckende Ziele.
Organisation und Ablauf gewohnt perfekt.
Schiff im Topzustand.
Service und Freundlichkeit des Personals super.
Sportprogramm steigerungsfähig. Sowohl hinsichtlich Anzahl der angebotenen Kurse als auch stärkere Ausrichtung nach dem Klientel (ein 60 jähriger Gast sagte mir, dass er nie wieder am Sportprogramm teilgenommen habe, da es für ihn viel zu anstrengend gewesen sei und Konkurrenzschiffe auch für seine Alterklasse Angebote machten). Unangenehm fällt auf, dass zunehmend früher kostenlose Sportangebote in kostenpflichtige Workshops umgewandelt werden.
Auch in der absolut heißesten Jahreszeit kann man eine kulturell geprägte Schiffsreise unternehmen.
Wir sind ganz sicher, es gibt ein „Aida-Sehen“. ïŠ
BH! LG Sabine