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TAJ MAHAL - DAS SYMBOL DER EWIGEN LIEBE

5  13.02.2009

Pro:
-

Kontra:
-

Empfehlenswert: Ja 

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Über sich: Die Spielzeugwelten in unserem Haus hoffen auf Nachschub... wenn ich im Rückstand bin mit Lesungen -...

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Meine Hochzeitsreise führte mich auf 5 Kontinente und einen Subkontinent. Indien war schon immer das Traumziel meines Mannes. Für mich war Indien schon immer ein Kontinent voller Geheimnisse und Gegensätze. Immer auch das Land von Rudyard Kiplings Dschungelbuch und natürlich das Land des außergewöhnlich guten Essens.

Nichts was ich in meinem Kopf hatte, hat mich aber auf dieses Land wirklich vorbereitet. Ein riesiges Land, das unvorstellbaren Luxus mit genauso unvorstellbarer Armut in sich vereint. Unglaubliche Schönheit stößt auf Abfallberge und zerstörte Umwelt.

Und immer wieder diese unglaublichen Paläste der Maharadschas. In Newcastle residiert einer der besten Freunde meines Mannes, wenn er in England ist. Ein schönes Haus mit einem großen Pool nennt er dort sein Eigentum. Doch als er uns in Indien vom Flughafen in Mumbay abholt, wird mir die Pracht des "Stadthauses" der Familie den Atem verschlagen. Weite Gärten und darinnen so scheint es ein Palast. Vieles zeigt er uns in Indien und eines der schönsten Bauwerke der Welt werde ich in der Provinz Uttar Pradesh sehen:

Das Taj Mahal

In Agra gehen wir noch vor Sonnenaufgang aus dem Hotel und mit einem kleinen Boot geht es den Fluß Yamuna entlang. Hinter dem satten Grün der Bäume erstrahlt in klarem weiß die Silhouette des Taj Mahal. Beeindruckt sitzen wir im Boot und genießen die morgendliche Stille und das Erwachen des Lebens um den Fluß herum.

Die Geschichte des Taj Mahals erzählt uns der Freund meines Mannes. Von der unendlichen Liebe des Großmoguls Shah Jahan zu seiner Lieblingfrau Mumtaz Mahal und wie alles begann.

Agra war die Hauptstadt des Reiches der Moguln. Eine rege Marktstadt zur Zeit der Moguln und eine Stadt der Künste. Ratgeber aller Religionen sollten die Moguln Herrscher um sich versammeln. Künstler aus allen Regionen des Islam und natürlich Händler aus aller Welt. Auf einem Markt ging eine junge Prinzessin spazieren und der Mogul Shah Jahan verliebte sich unsterblich in die schöne junge Frau. Seine Zweitfrau und die Begum des Mogulreiches ist sie für 19 glückliche Jahre. Bei der Geburt des 14. Kindes stirbt Mumtaz und die Legende sagt, daß sie ihrem Mann auf dem Totenbett gesagt haben soll, daß er ihre Liebe nie vergessen soll.

Shah Jahan verfällt in tiefste Trauer nach dem Tod seiner geliebten Frau. Und beschließt ihr ein Denkmal zu setzen, das seine ewige Liebe zu ihr für alle Zeiten beweisen soll. Das ist der Beginn des Baus des Taj Mahal.

Aus roten Ziegeln wird das Taj Mahal gemauert und mit weißen Marmorplatten überzogen. 22 Kuppeln zieren das fertige Bauwerk. Allesamt aus Marmor. Mehr als 20.000 Arbeiter von Indien bis in den Nahen Osten werden an diesem Bauwerk arbeiten. Rote Tonmauern umfassen einen 18 Hektar großen Garten in den man durch das Eingangsgebäude läuft. Der Eingang zum Paradies so suggerieren die herrlichen Steinmetzarbeiten in diesem Gebäude. Ein Garten erstreckt sich, der heute von Rasenflächen, Wasserflächen und kleinen Bäumchen dominiert wird. Früher war es ein wahrer Paradiesgarten mit bunten, duftenden Blumen und großen Bäumen. Der Garten Eden in seiner Perfektion.

Flirrend liegt der weiße Marmor in der Sonne. Langsam läuft man auf dieses unglaubliche Gebäude zu. Symmetrisch wie der Garten ist auch das Gebäude und man kann die Pracht und Schönheit nicht fassen.

Steine und Gravierungen verzieren die Außenwände des Taj Mahal. Die arabischen Schriftzeichen wirken wie Malereien. Keine Abbilder gibt es zu sehen. Blumen und Vögel sind die Motive.

Im Inneren erwartet einen ein Mausoleum, das golden glitzert. Golden stehen die steinernen Sarkophage der beiden verstorbenen Liebenden in dem Mittelraum. Blumen verzieren die Sarkophage. In acht Zimmer kann man von diesem zentralen Raum gehen. Diese symbolisieren die acht Paradiese des Islam.

Schweigend und andächtig halte ich die Hand meines Mannes und verstehe den Schmerz des Moguls auf dem mächtigen Pfauenthron. Hingerissen bin ich von den Mosaiken, den unzähligen Edelsteinen, die an den Wänden zu Steinmalereien verarbeitet sind. Welches Wissen und welch unermesslicher Reichtum haben es dem Großmogul Shah Jahan erlaubt seine Trauer und seine Liebe so zu verarbeiten?

Alles was ich hier schreibe, kann nicht ausdrücken, was ich gesehen und empfunden habe. Zurecht ist das Taj Mahal ein Unesco Kulturerbe. Ein Gebäude wie es in seiner Symmetrie und Perfektion nicht zu übertreffen ist. Unzählige Touristen und Inder huldigen den paradiesischen Gärten und dem paradiesischen Gebäude. Der Frau und dem Mann, die dies erschaffen haben.

Doch ich möchte noch ein wenig erzählen von dem Mogul und seiner großen Liebe. Sein Sohn sollte ihn entmachten und in dem nahe gelegenen Fort als Gefangenen halten. Von dort hatte er immer den Blick auf das Bauwerk, in dem die sterblichen Überreste seiner geliebten Begum lagen. Dort liegt er heute begraben und so stört sein Sarkophag heute die perfekte Symmetrie, die das Gebäude und die Gärten vorher geprägt haben.

Geplant hatte er alles ganz anders: Ein 2. Grabmal wollte er für sich bauen. Auf der anderen Seite des Flußes. Ganz aus schwarzem Marmor.

Und doch glaube ich fest daran, daß sich sein Schicksal zum besten gewendet hat. Denn was könnte schöner sein als auch im Tod mit dem Menschen vereint zu sein, den man im Leben über alles geliebt hat?

An einem der ruhigen Gewässer auf dem englischen Rasen, der im letzten Jahrhundert durch die englische Herrschaft Indiens hier ihren Einzug hielt, sitzen wir bis die Sonne an diesem Abend untergeht und das Taj Mahal in einen warmen Schein hüllt. Der Nebel des Flusses und die Sonne bilden ein besonderes Licht über diesem einzigartigen Monument der Liebe.

Das Taj Mahal liegt nahe der Stadt Agra in der Provinz Uttar Pradesh. Gebaut in 22 Jahren, die durch die 22 Kuppeln des Hauptgebäudes repräsentiert werden. Vermutlich von 1631 an ist mit dem Bau begonnen worden. Die vielen Edelsteine, die in dem Taj Mahal verarbeitet wurden haben bis heute ihre Spuren in Agra hinterlassen. Denn noch heute gilt Agra als die Stadt mit den meisten Steinschleifern. Das Taj Mahal wird seit Jahrzehnten immer wieder renoviert. Unter anderem dürfen Busse und PKWs wegen der großen Umweltbelastung nicht mehr als 2 km in die Nähe des Gebäudes. Der Marmor färbt sich sonst gelb.

Und wenn ich meine Augen schließe dann sehe ich auf den vielen Gemälden, die man in einem Museum in Agra bewundern kann, die Anlitze von Shah Jahan, der sich als "Herrscher der Welt" auf dem Pfauenthron sah und der Begum Mamtaz Mahal, der "Perle des Palastes". "Der Perle des Palastes" und dem "Herrscher der Welt" ist ein unglaubliches Glück beschieden gewesen: eine leidenschaftliche und tiefe Liebe im Leben und über das Leben hinaus.

Mögen die beiden ihre acht Paradieskammern und den herrlichen Garten bis in alle Ewigkeit nutzen und all denen verzeihen, die ihr Glück stören um einen Hauch von der Liebe mitzunehmen, die zum Symbol der Ewigkeit der Liebe wurde: dem Taj Mahal.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
hubbie

hubbie

05.01.2011 19:49

natürlich darf das Taj auf unserer Rundreise nicht fehlen, sie wird uns durch Rajasthan bringen und noch nach Varanasi und Khajuraho

Claudia2411

Claudia2411

12.05.2009 23:05

Ich beneide dich auch! Da möchte ich auch nochmal hin! Aber kostet alles Geld.....Hast dein Mann noch nen Bruder?? ;-)

renol

renol

13.04.2009 07:13

SUPER Bericht - ich beneide Dich :-)) glg

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