Agra

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Come via Agra...

5  17.04.2004

Pro:
das Taj Mahal und die anderen Sehenswürdigkeiten

Kontra:
eigentlich nix

Empfehlenswert: Ja 

Hoernchen123

Über sich: Ab und zu wieder da :-)

Mitglied seit:27.03.2000

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you`ll see man´s greatest erection for a woman ;).
Tja, was gibt es wohl in Agra, einer verhältnismässig kleinen Industriestadt im Osten des indischen Bundesstaates Uttar Pradesh, zu sehen? Das Taj Mahal natürlich, also die größte Errichtung, die je ein Mann für eine Frau gebaut hat ;-).
Bei meiner zweiten Indienreise war ich nun endlich in Agra und um diese Stadt soll es heute gehen.

1. Der Weg nach Agra

Es war Anfang März, wir hatten schon ein paar Tage in Indiens Hauptstadt Delhi verbracht, als wir beschlossen gleich als nächstes nach Agra zu fahren. Eigentlich wurde uns von diversen Leuten gesagt und wir hatten es auch im Reiseführer gelesen, wir sollen nicht gleich am Anfang der Reise nach Agra fahren, denn die vielen Schlepper und nervigen Rickshafahrere wären in Agra so zahlreich vorhanden, dass es einen an den Rand der Hysterie bringt. Nun ja, es war ja mein zweiter Indienurlaub, ich kannte die Sache mit den Schleppern und Neppern daher ja eigentlich und so machten wir uns an einem Vormittag auf den Weg, um mit dem Zug von Delhi nach Agra zu fahren. Wir nahmen nicht den Zug frühmorgens um 6 Uhr, der in den Reiseführern empfohlen wurde, denn zum einen ist 6 Uhr einfach viel zu früh am Morgen ;), und zum anderen hatten wir gelesen, dass der Zug regelmässig überfüllt ist und das auch mit Taschendieben, die auf ahnungslose Touristen hoffen.
Und so fuhren wir gegen 10 Uhr am Vormittag mit einem Expresszug los, der uns in grad mal 2 ½ Stunden nach Agra brachte. Der Zug war leer (ein leerer Zug in Indien!!)
und wir hatten daher zwei tolle Fensterplätze und konnten die Landschaft und die Städte, durch die wir fuhren, betrachten. Besonders zum Lachen brachte mich ein Kind, das auf einem Hausdach stand und vor dort heruntermachte...;).

Je näher wie Agra kamen, umso mehr Sorgen machte ich mir, dass die Schlepper in Agra vielleicht wirklich zuviel sein könnten für meine Nerven. Als wir Agra erreichen, schauen wir uns am Bahnhof um, auf der Suche nach anderen Touristen, um sich ihnen anzuschliessen (gemeinsam sind wir stärker gegen Schlepper und Nervensägen ;)) und tatsächlich, wir erblicken einen jungen Herrn mit Rucksack, der grade die Menschenmassen, die an einem anderen Zug hängen bzw. obendrauf sitzen, fotografiert. Wir stellen uns mal dreist neben ihn und labern ihn auf Englisch an. Er ist auch soeben in Agra angekommen und will auch noch zum selben Hotel wie wir. Als er seinen Reiseführer, den „Indien“ aus dem Hause Stefan Loose rausholt, merken wir, dass es unnötig ist, mühsam auf Englisch mit ihm zu reden, er kommt nämlich aus Deutschland ;).

Nachdem wir noch per Telefon nachgefragt haben, ob das Hotel, das wir uns ausgesucht haben, auch genug freie Zimmer hat und dem auch so ist, begeben wir uns auf den Bahnhofsvorplatz. Und dort erleben wir eine Überraschung...nur eine handvoll Ricksha-und Taxifahrer kommt auf uns zu. In unserem Reiseführer stand außerdem, dass viele Ricksha-Fahrer sich weigern würden, einen zu unserem Hotel, dem Tourist Rest House, zu bringen. Außerdem hiesse es immer, wenn man den Namen dieses Hotels nennt, geich, dass das Hotel abgebrannt oder ähnliches sei, oder aber man landet in einem Hotel mit ähnlichem Namen, wie beispielsweise dem Tourist Guest House...Wir hatten uns dazu entschlossen, anstelle einer Ricksha lieber das geringfügig teurere Taxi (richtiges Auto) zu nehmen, denn 3 Personen mit Trekkingrucksäcken passen nur schwer in eine Ricksha. Nachdem wir noch schnell ein paar bettelnden Kindern aus dem Autofenster heraus noch Kaugummis in die Hand gedrückt haben, geht es los und das tatsächlich ohne Murren des Taxifahrers und ohne Umwege zum Tourist Rest House.
Ich war sehr sehr positiv überrascht, denn nachdem was ich gelesen hatte, hatte ich in Sachen Schlepper mit dem Schlimmsten gerechnet. Vielleicht haben aber auch viele grade Mittagspause gemacht, wir kamen ja ausgerechnet in der größten Mittagshitze in Agra an.

2. Unterkünfte

Das beste ist in Agra natürlich ein Hotel mit Taj View, von denen es ein paar in Agra gibt, eines davon sogar zu Low Budget-Preisen. Wir hatten uns dennoch für ein Hotel ein Stück entfernt vom Taj, in der Sadaar Bazaar Gegend, ausgesucht, einfach weil das Tourist Rest House laut Reiseführer das beste in Agra sein sollte.
Es war nicht weit vom Bahnhof entfernt, an einer großen Straße, wo immer zahlreiche Ricksha-Fahrer warteten, also man muss sich keine Sorgen, wie man von hier aus zu Agras Sehenswürdigkeiten kommt.
Das Hotel, in dem Doppelimmer ca. 2-3 Euro/Nacht kosten, hat einen schönen Garten mit Restaurant, wo es recht gutes Essen gibt.
Die Zimmer sind groß und mit Doppelbett und Tisch recht simpel eingerichtet, im Bad gibt es neben dem Klo und kleinem Waschbecken, eine Dusche (warmes Wasser) und eine Lüftung, die einen irgendwie mit dem Nachbarzimmer verbindet, so dass man, beispielsweise auf dem Klo hockend, alles hören kann, was die Nachbarn grad so machen...:-/
Verschlossen werden die Zimmer mit Vorhängeschlössern, es gibt welche, die das Hotel stellt und die eher mitgenommen aussehen,

Bilder von Agra
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Taj Mahal
daher fühlten wir uns erheblich wohler, als wir unser Zimmer mit unserem eigenen Schlüßel abschlossen.
An der Rezeption kann man Zugtickets und Busfahrkarten für die Weiterreise für ein geringes Entgeld erwerben.

3. Sehenswertes

Agra ist an und für keine sonderlich schöne Stadt. Es ist eine Industriestadt, mit Straßen voller Schlaglöcher, Läden, die eher in Verschlägen untergebracht sind und Gehwege sind auch eher selten. Kühe versperren einem den Weg, Affen erschrecken einen schonmal und überall trifft man auf streunende Hunde.
Aber, trotzdem kommen nahezu allen Indienreisende hierhin. Vor allem natürlich wegen des...

Taj Mahal

Das Taj Mahal ist wohl eines der berühmtesten Bauwerke und angeblich auch das meistfotografierte der Welt.
Gebaut wurde das Taj von dem Mogulen Shah Jahan, der dieses Monument für seine Lieblingsfrau Mumtaz Mahal bauen liess, nachdem sie bei der Geburt ihres 14. (!) Kindes gestorben war.
20 000 Arbeiter arbeiten 22 Jahre an diesem Bauwerk, es wurde 1653 fertiggestellt, Shah Jahan war selbst der Hauptarchitekt. Da das Bauwerk enorme Kosten verschlang, sah Jahans Sohn Aurangzeb darin einen Grund, seinen Vater abzusetzen und als er dies geschafft hatte, sperrte er seinen Vater ins Rote Fort gegenüber des Taj, so dass er sein Meisterwerk nur noch von weitem bewundern konnte.
Ursprünglich war wohl auch noch ein schwarzes, 2. Taj Mahal geplant, aber das Geld war irgendwann alle. Es existieren noch Geheimnisse und Geschichten über das Taj, so behaupten einige, es sei auf dem Boden eines ehemaligen Hindu-Tempels gebaut, ob da was dran ist, gilt als eher zweifelhaft.

Zunächst erst einmal ein paar Fakten für Besucher:
Geöffnet ist das Taj Mahal, das in der Altstadt Agras liegt, täglich außer freitags, von Sonnaufgang bis Sonnenuntergang. Um es etwas präziser zu sagen: um 6 Uhr öffnen sich die Tore und um 19 Uhr schliessen sie.
Die Eintrittspreise variieren. Zum einen ist es ein gravierender Unterschied, ob man Inder oder Ausländer ist. Inder zahlen 40 Rupien (weniger als einen Euro), Ausländer zahlen die sogenannte Monumental Money und so 750 Rupien Eintritt (ca. 15 Euro). Ein riesiger Unterschied, aber gut, würde das Geld für wirklich für den Erhaltung des Taj Mahal verwendet werden, wie immer behauptet wird, sieht man es ja noch ein. Zu Sonnenauf-und untergang, den Zeiten, wo das Taj Mahal am sehenswertesten ist, kostet es noch einmal einen Aufschlag ins Taj zu gelangen. Die Eintrittskarte für 750 Rupien gilt immerhin für alle Sehenswürdigkieten in Agra, aber nur am dem Tag, wo man sie gekauft hat. Also: morgens zum Taj, dann die anderen Sehenswürdigkeiten abklappern. Wer am Mittag oder Nachmittag ins Taj Mahal geht, sollte auf eine Eintrittskarte nur fürs Taj Mahal bestehen, die kostet „nur“ 500 Rupien und gilt dann halt nur fürs Taj.
Nun geht es los, ab durchs Tor, wo gründlich, fast wie am Flughafen, alles kontrolliert wird. Man muss durch Metalldetektoren laufen und Taschen werden geöffnet. Dank aswie´s Bericht über Agra wusste ich, dass man keine Handys mit in Taj nehmen darf, also liess ich meins im Hotel. Leider wusste ich nicht, dass auch Taschenlampen verboten sind (warum?!Damit man die Lichteffekte nicht stört, oder wie?), also musste ich wieder raus und sie in einem Raum, wo drei Angestellte gelangweilt über unzählige Handys, Taschenlampen, Kaugummipackungen und Zigarettenpackungen wachten, bringen. Mit einer handgemalten Pappmarke mit einer Nummer, die mit Kreide auch auf meine teure, metallicblaueTaschenlampe geschrieben wurde (und seither nicht mehr abgeht...;)), die mir einer der Herren aushändigt, darf ich nun endlich ins Gelände. Fakt ist: ins Taj Mahal darf man keine Handys, keine Taschenlampen und keine Lebensmittel mit hineinnehmen, gegen Mineralwasserflaschen, die auch direkt an unseren Rucksäcken aussen befestigt waren, sagte man jedoch nichts.

Ein großer Garten erwartet uns, ein stark bevölkerter Weg, wo jede Menge Touristen, aber auch viele Inder langlaufen, alle mit nur einem Ziel...dem Taj. Unterwegs kommt man an roten Sandsteingebäuden vorbei, die einen aber herzlich wenig interessieren auf dem Weg. Vor dem nächsten Tor muss man sich erneut auf Taschenlampen und mehr untersuchen lassen, ab diesem Punkt sind nun auch Videokameras verboten und müssen beim Personal abgegeben werden. Normale Fotos darf man natürlich mitnehmen, um vor dem Taj die typischen Touri-Bilder zu knipsen.

Ist man durch das imposante Tor, das die profane Außenwelt vom Mausoleum deutlich abgrenzen und die Heiligtümer schützen soll, hindurch, ist man völlig überwältigt. Man hat diesen Anblick schon so oft auf Bilder, in Filmen und auf Postkarten gesehen...und nun steht man tatsächlich davor. Es ist ein „kneif mich, damit ich merke, dass ich nicht träume“-Gefühl.
Als erstes macht man natürlich erstmal Fotos, man kann diese Bilder auch machen lassen, ein paar Fotografen stehen bereit, Bilder zu machen, die man am Ausgang dann abholen kann. Die Herren mit den Kameras verhalten sich ausgesprochen dezent. Überhaupt ist das Taj Mahal in gewisser Hinsicht ein Ort der Ruhe, obwohl es sehr wohl voll ist, man wird nicht von selbsternannten Führern genervt und wer, wie die Fotografen eine Dienstleistung anbietet, hält sich dezent zurück, das ist sehr entspannend :-).

Vor dem Taj Mahal, also dem eigentlichen Grabmal, liegt ein großer Garten (wer Glück hat, erspäht einen Kuh-Rasenmäher ;)) mit dem typischen Wassergraben in der Mitte, in dem das Taj sich spiegelt. Das Grün des Gartens, der blaue Himmel, das weisse Grabmal, dass sich spiegelt, sorgen für wunderschöne, harmonische Athmosphäre.
Neben dem Taj befinden sich zwei sehr schöne Moscheen, die optisch mit dem Eingangstor harmonieren. Nur eine von ihnen ist nutzbar, die zweite ist nicht nach Mekka ausgerichtet und wurde nur als „Deko“ gebaut.
Das Taj selbst steht auf einer großen Marmorplatte, wer ins Taj hinein will (und wer will das nicht ;)), muss nun, unterhalb der Treppe seine Schuhe ausziehen. Und dann geht's barfuss oder mit sehr seltsamen Stoffüberziehern über den Füssen weiter, im Winter sind die bestimmt auch nützlich, wenn es aber warm ist, tragen sie eigentlich nur Mitglieder von Reisegruppen ;).
An den Seiten der großen Marmorplatte, auf der das Taj steht, befinden sich 41m hohe Minaretten, die somit genauso hoch sind wie der Sims des Hauptgebäudes sind und so auch für optische Harmonie sorgen. Für Harmonie und auch aus religiösen Gründen wurden noch weitere Raffinessen ins Taj mit „eingebaut“. Der Übergang von den rechteckigen Plattform in den achteckigen Körper des Taj bis zur Kumpel symbolisiert den Übergang von irdischen (rechteckig) zum Himmel (rund), die Acht (achteckig...)steht für die acht Stufen des Paradieses. Die Kuppel soll außerdem eine Perle darstellen, Sinnbild der Weisheit und Allahs.
Die Fassade und die Kuppel des Hauptgebäudes weisen persische Elemente auf, neben zahlreichen floralen Motiven findet man arabische Schriftzüge.

Im Taj selbst gibt es eigentlich nur einen kleinen Raum zu sehen. Fotografieren ist hier verboten und das ist wohl der Grund, warum man nur immer überall Bilder des Taj von aussen kennt, niemals welche vom Inneren des Taj (ich habe jedoch eine Postkarte mit einem Detail aus dem Innenraum und habe sie mal gescannt).
Im Inneren des Taj befindet sich die Grabmäler von Shan Jahan und seiner Lieblingsfrau Mumtaz Mahal, ihre Sakropharge stehen im Kellerraum des Taj (kann man einsehen, aber nicht betreten), im Zentrum des Hauptraums stehen lediglich Kopien der Sakropharge. Der Sinn dieser Kopien ist, den Menschen die Verehrung der Toten zu ermöglichen (bei den Kopien), aber um Distanz zu wahren, sind die echten Sakropharge eben im Keller. Durch die Fenster kommt relativ wenig Licht, die runden Wände sorgen für einen recht schönen Klang im Taj, nur wegen der vielen Leute, die anwesend waren, liess sich das nicht so richtig geniessen (es war en einziges Stimmengewirr...).

Ist man wieder draussen, bietet es sich an, einmal um das Taj herumzulaufen, auf der Rückseite einen Blick auf den Yamuna-Fluss zu werfen und mal zu den Nebengebäuden zu spazieren. Es bietet sich auch förmlich an, sich seitlich am Taj auf die Marmorplatten zu setzen und das bunte Treiben rund ums Taj zu beobachten. Viele Touristen sind unterwegs, aber eben auch viele Einheimische. Viele kamen auf uns zu, um uns darum zu bitten, mit uns Fotos machen zu dürfen. In den Stunden die wir beim Taj zubrachten, landeten wir auf mindestens 20 Fotos mit Indern :). Aber gut, sowas passiert einem öfters in Indien und wir erlebten dieses Phänomän schon noch extremer, nämlich als in Jaipur alle Mitglieder einer großen Reisegruppe einzeln mit uns auf ein Bild gebannt werden wollten.

Auf dem Weg nach draussen, dreht man sich immer wieder um, am liebsten mag man nicht mehr gehen, sondern weiter diesen unglaublich schönen Anblick geniessen.
Vor allem am Morgen, aber auch in den Abendstunden, jeweils zu Sonnenauf-und untergang eben, wird das Taj immer wieder in anderes Licht getaucht, eine sehr faszinierende Sache und es lohnt sich, entweder früh aufzustehen und/oder am Abend zum Sonnenaufgang das Taj Mahal (nochmal) zu besuchen.

Aber Agra hat noch ein paar mehr Sehenswürdigkeiten, die einen Besuch wert sind.
Da wäre zum Beispiel das Agra Fort, das gegenüber den Taj Mahal liegt. Es ist groß, aus Sandstein und war zunächst (unter Akbar) nur in militärischer Nutzung, später, unter Akbars Enkel Shah Jahan wurde es zum Palast ausgebaut und es wurde zu guter letzt ja sein Gefängnis. Das Gelände ist recht groß und es lohnt sich, einen Guide zu nehmen, um nichts wichtiges zu übersehen. Viele Gebäude sind leider zerstört, gut erhalten ist eine Moschee aus weissem Marmor, die eine der schönsten Indiens sein soll, allerdings haben Besucher leider keinen Zutritt. Aber es gibt noch mehr im Fort zu sehen, unter anderem den Frauenbazaar, wo es keine Frauen zu kaufen gab, sondern wo weibliche Markthändler weiblichen Kunden etwas verkauften, Akbar war der einzige Mann, der Zugang zu dem Markt hatte.
Geöffnet ist das Fort, genau wie das Taj Mahal, von Sonnenauf-bis Sonnenuntergang und kostet für Ausländer 150 Rupien Eintritt.

Akbar´s Grabmahl
Wer 4 Rupien in eine Busfahrt oder ca. 50 Rps. für eine Rickshafahrt investiert, kanns ins 12km entfernte Sikandra fahren, wo das Grabmahl von dem Herrscher Akbar zu bewundern ist. In einem schönen Garten befindet sich das Gebäude aus rotem Sandstein und Marmor. Es wurden islamische und hinduistische Architekturstile vermischt.

Fatehpur Sikri
Diese Geisterstadt ist 35km von Agra entfernt, Tickets für Tagesausflüge bieten viele Hotels an. Auf der Autobahn Agra-Fatehpur Sikri sind immer Typen mit Tanzbären, bedauernswerte Kreaturen, die gequält werden, um Geld von den Touristen zu erwirtschaften. Logischerweise sollte man nichts geben und auch keine Bilder machen, die Besitzer der Bären werden ungemütlich, wenn man ein Bild macht, aber nicht zahlt.
In Fatepur Sikri kann man diverse moslimische Bauten aus der Zeit Akbars bewundern, unter anderem auch einen Pavillon, den er für seine christliche (!) Frau aus Goa gebaut hat.

4. Essen, shoppen, surfen

Wer von soviel Sightseeing hungrig ist, kann in Agra in diversen Restaurant etwas essen. Viele Restaurants in der Altstadt sehen aber eher unschön aus, aber zumindest die Restaurants in der Gegend ums Taj Mahal sind meist Rooftop-Restaurants mit toller Aussicht. Wir haben allerdings oft einfach im Gartenrestaurant unseres Hotel gegessen, was gut schmeckte und verträglich war :)

Shoppen kann man in Agra natürlich auch. In der Altstadt gibt es jede Menge Postkartenläden und Shops, die kitschige Sachen wie kleine Plastik-Taj Mahals an die Leute bringen wollen.
In diversen Läden gibt es Gegenstände aus Marmor, man sollte aber aufpassen, dass einem wirklich Marmor, kein Speckstein, verkauft wird.
Auch Klamotten gibt es , allerdings gibt es eine größere Auswahl und geringere Preise in Jaipur und da wird man ja eh vorbeikommen, wenn man in der Gegend um Agra ist.

Internet-Cafés sind für einen so touristischen Ort relativ selten, immerhin, wir hatten direkt neben unserem Hotel eins. 2 weitere habe ich in der Altstadt gesichtet.

5. Sicherheit

Wie es in indischen Orten mit vielen Touristen nun einmal ist, so gibt es in Agra auch einige, die einem das Geld aus der Tasche ziehen wollen.
Alt, aber nach wie vor beliebt, ist der Diamantentrick, den es in Abwandlungen auch mit Teppichen und anderer vermeintlich wertvollen Dingen gibt. Ein Händler kommt dabei auf einen zu, lädt einen in seinen Diamantenladen/Juwelier ein, dort hört man in familiärer Athmosphäre bei ein paar Tassen Tee, eine Geschichte. Nämlich die, dass der Händler, rein zufällig versteht sich, einen Partner im Heimatland des Touristen hat. Er bittet den Touristen Diamanten (oder Teppiche oder was auch immer) mit nach Hause zu nehmen, als Ausländer müsse er, im Gegensatz zu den Indern, keine Ausreisesteuer zahlen. Dazu gibt's die Adresse des Partners im Heimatland des Fremden. Zum Zahlen der Diamanten wird die Kreditkarte des Touristen mal durch diese Maschine gezogen und am besten noch die Nummer gesondert notiert. Nun erhält man Diamanten und bei Abschluss der Transaktion wird der Tourist einen großen Anteil am Gewinn für den Diamantenverkauf bekommen. Soweit die Theorie: in der Praxis ist das ganze ein guter alter Trick der Marke „alles was zu gut klingt, um wahr zu sein, ist meist weder gut noch wahr“. Denn man erwirbt anstelle wertvoller Klunker nahezu wertlose Glassteine, die man in Deutschland dann auch nicht mehr los wird, denn diesen Partner des Händlers gibt es gar nicht. Wenn man Pech gehabt hat, hat der Händler nicht nur den Preis für die „Diamanten“ von der Kreditkarte eingezogen, sondern direkt ein Vielfaches :-(. Also, Finger weg von solchen Angeboten.

Leider ist man auch in Agra nicht vor dem leidigen Thema Eve-teasing (Frauen begrabschen) sicher und so passierte uns auf dem Rückweg vom Taj Mahal folgendes:
Wir fuhren mit einer Fahrradricksha zum Hotel zurück, als ein Junge, der vielleicht 12/13 Jahre alt war, mit seinem Rad anfängt, unsere Ricksha zu verfolgen. Erst dachten wir, dass sei halt einfach ein komischer Radfahrer und beachteten ihn nicht weiter. Allerdings fiel uns sehr wohl auf, dass er immer rechts und links an die Ricksha heranfuhr und sich sehr näherte. Er begann dann immer wieder in die Ricksha zu grabschen, gezielt griff er nach Brüsten und Hintern. Unsere Aufforderungen, dass er abhauen soll, zeigten sowohl auf Englisch als auch auf Hindi keinen Erfolg, auch Attacken unsererseits mit Wasserflasche und dem 1kg schweren Reiseführer brachte eher wenig, unser Ricksha-Fahrer kommentierte das Theater auch noch damit, dass wir seinen Freund in Ruhe lassen sollen. Hilfe! Naja, irgendwann bekamen wir den Lenker des Fahrrades zu fassen und schmissen das Bürschchen um, leider riss er auch noch einen zweiten Radfaher mit und zu ihrem Glück war auf der Strasse grade sehr wenig los, so dass sie den Sturz wohl gut überstanden haben dürften.

Ansonsten fühlten wir uns aber in Agra recht sicher. Um nicht betrogen zu werden, sollte man halt anstelle von Geldgier seinen logischen Menschenverstand einsetzen und gegen das Eve-teasing kann man wohl leider wenig machen, gefährlich ist das allerdings eher nicht.

6.Fazit

Agra ist auf jeden Fall einen Besuch wert, das Taj Mahal muss man einfach mal gesehen haben und auch die anderen Sehenswürdigkeiten sind sehenswert.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
astly

astly

01.06.2007 14:00

Bin wirklich begeistert von Deinen Indien-Berichten.

Juli778

Juli778

02.09.2005 17:32

Das Taj-Mahal sieht wirklich toll aus, nach Deinem Bericht, denke ich dass es in echt vermutlich noch imposanter und atemberaubender wirken wird! Toll! Klingt nach einer spannenden Reise, obwohl dieses Grabschen ja nun weniger schön ist! BH und herzliche Grüße, Christina :-)

gaenseblume234

gaenseblume234

23.06.2004 20:55

Uih da gibt es ja noch mehr Indienberichte von Dir - Dir ist ja auch so gut. Du solltest vielleicht mal einen Indienreiseführer schreiben!

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