Academica Sommer Hostel, Helsinki

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Academica Sommer Hostel, Helsinki

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Ein Hostel mit Hotelpreisen

3  09.09.2004

Pro:
in der City, Strandnähe, Küche und Bad im Zimmer, schöne Bettwäsche, ruhige Lage

Kontra:
es wird nicht geputzt in den Zimmern, Sauna und Schwimmbad getrennt nach Geschlechtern und nur zu nachtschlafender Zeit geöffnet, Zimmer - und Flurtüren gehen schwer auf, was im Brandfall übel enden kann, weder TV noch Telef

Empfehlenswert: Ja 

Hoernchen123

Über sich: Ab und zu wieder da :-)

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 106 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Und weiter gehts mit meiner kleinen Helsinki-Reihe. Diesmal stelle ich Euch mal das Hostel vor, in dem wir die 4 Nächte zubrachten...Dies war das Academica Sommer Hostel.

Zunächst erstmal die allgemeinen Daten

Die Adresse:
Hietaniemenkatu 14, 00100 Helsinki
Tel +358 (9) 1311 4334
fax +358 (9) 441 201

Das ganze ist recht zentral gelegen, ca. 10Min ist man zu Fuss am Hauptbahnhof und somit auch in der Gegend, in der sich das Leben in Helsinki abspielt und wo man Einkaufsmöglichkeiten, Clubs, Bars und auch die Touristinformation findet.
Man kann also, wenn man in Helsinki ankommt am Hauptbahnhof, wo auch der Busbahnhof ist und wo alle Flughafenbusse auch hinfahren, dann zum Hostel laufen.
Man kann aber auch mit der Tramlinie 3T, die am Hauptbahnhof fährt, 2 Stationen fahren und an der Station "Handelskolör" aussteigen und dann einfach zum Hostel laufen. Die Straße, auf der die Tram fährt, einfach gradeaus weiter laufen, dann nach links abbiegen in die Lapuankatu und dann kommt man ganz automatisch auf die Straße, in der das Hostel ist. Man sieht es dann bereits von weitem an den großen Flaggen von Hostelling Finland, die draußen hängen.

Das Hostel hat auch eine Webseite und diese findet man unter:
http://www.hostelacademica.fi/eng/index.htm

Das Hostel ist ein Sommerhostel, das heisst es hat nur in den Sommermonaten offen, genau genommen vom 1.6. bis 1.9.. Diese Art der Unterkunft gibts in Helsinki öfters, vermutlich kommen in den kalten, dunklen Wintermonaten erheblich weniger Touristen nach Finnland als im Sommer.
Für den Sommer hat das Hostel aber eine perfekte Lage, denn es ist nicht nur citynah, nein, auch der Strand ist nicht weit, einfach die Straße nicht in Richtung City , sondern in die andere herunterlaufen und schon erreicht man nach ca. 5-10min einen schönen Sandstrand.

Wie wir ausgerechnet zu diesem Hostel kamen...

Nachdem wir unseren Flug nach Helsinki gebucht hatten, musste ja dann natürlich auch eine Unterkunft her und so googleten wir und suchten hrs.de ab nach einem günstigen Doppelzimmer in der Innenstadt von Helsinki.
Die bekannte und sonst auch gute Hotelsuchmaschine www.hrs.de fand dann dieses Hostel, das uns allerdings von HRS als Hotel verkauft wurde, was ja nun ein Unterschied ist. Hostels sind ja eher preiswerte Jugendherbergen, in denen ich zwar gern nächtige, aber in die mein Freund eigentlich nicht ubnbedingt wollte. Also wollten wir ein Hotel und suchten explizit nach einem...
Naja, wie dem auch sei, eh wir diese Mogelpackung merkten, hatten wir bereits gebucht und waren uns nach Anschauen der Homepage auch sicher, so übel wirds schon nicht sein und Doppelzimmer, wie wir es gebucht hatten, hatten sie auch ;)).
Was kostet der Spaß?

Es gibt diverse Zimmer (insgesamt 215) mit unterschiedlicher Anzahl an Betten und unterschiedlicher Ausstattung. Entsprechend sind auch die Preise unterschliedlich.

Es gibt außerdem 2 Gebäude, ein altes, wo die Zimmer laut eigener Aussage des Hotels leicht heruntergekommen und
Bilder von Academica Sommer Hostel, Helsinki
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Academica Sommer Hostel, Helsinki Bild 69808 tb
Zusammengeschobene Betten
daher etwas billiger sind und das neue Gebäude mit komfortablen Zimmern, die dann etwas mehr kosten.

Hier mal eine genaue Auflistung der Preise:

1.Im tradionellen, alten Gebäude
Einzelzimmer: 40€
Doppelzimmer: 60€
Dreibettzimmer: 75€
Vierbettzimmer:85€

2.Im neuen, moderen Haus
Einzelzimmer: 55€
Doppelzimmer: 75€

Auch Schlafsäle gibts, wie in jedem Hostel, aber verhältnismässig wenige.
Ein Bett in einem Schlafraum für 2 Personen kostet 22€, ein Bett in einem Dreibettzimmer 18€ und ein Bett in einem Vierbettzimmer 16€.

Will man in den Zimmer noch ein weiteres Bett haben, kostet dies, egal in welchem Gebäude, 15€.

In allen Preisen ist auch das Frühstück dabei, ebenso die morgendliche Sauna und das Schwimmbad.
Der Check In

Als wir das Hostel betreten sind wir, nachdem wir einen kleinen Vorraum durchquert haben, an der Rezeption.
Hier waren grade 3 sehr junge Mitarbeiter am Wirbeln, aber schnell hatte jemand Zeit für uns. Die Frau sprach sehr gut Englisch und fand auch unsere Reservierung gleich. Nachdem wir die erste Nacht gezahlt hatten, erhalten wir den Zimmerschlüssel und Instruktionen, wir wir unser Zimmer finden.

Die Zimmer

Da zur Zeit unserer Buchung schon alle Doppelzimmer im alten Gebäude ausgebucht waren, mussten wir eins im neuen Gebäude für 75€ nehmen. Daher kann ich nur über eben diese Zimmer berichten.

Unser Zimmer lag in der zweiten Etage und unser Schlüssel, an dem neben einem wirklich riesigen Holzbrett, auch ein Flaschenöffner war, passte in eine Tür, die eher aussah, als sei dahinter eine Art Banksafe oder ein Waffenschrank. Grau, aus einem Material, dass aussah wie Stahl, aber leichter war und mit 2 Schlössern versehen.

Aber gut, es handelte sich bei dem, was da hinter der Tür war, nicht um einen Safe, sondern um unser Zimmer.

Es war auf den ersten Blick einigermassen sauber, die Bettwäsche sah frisch und neu aus, auch der Kunststoff-Fußboden erschien ok, der Mülleimer war auch ausgeleert. Im Bad merkte man dann aber, dass die letzten Gäste wohl noch nicht lange weg waren und zuletzt die Dusche benutzt hatten. Es stand alles unter Wasser, inklusive Toiletten und Toilettenpapier. Falls dies doch nicht unsere "Vormieter" waren, sondern die Putzleute, die mittels der Dusche das Bad geputzt haben, finde ich das auch ein wenig seltsam und das wäre ja dann eine unkonvientionelle Art der Zimmerreinigung...

Bei unserer Reservierung hatten wir angegeben, dass wir ein Doppelbett haben möchten. Da hrs ja suggerierte, es handelte sich um Hotel, dachten wir, das klappt auch so, in Hotels sind Doppelbetten ja normal. Naja, im Hostel sind Doppelbetten eher unüblich und so kam es, wie es mir bereits schwante...da standen zwei einzelne, recht schmale Betten im Zimmer, die aber zumindest gemütlich und mit schön weicher Bettwäsche versehen waren.
Naja, ein kurzer Möbelrück-Einsatz und schon hatten wir die Betten zusammengeschoben. Das ging auch irgendwie, auch wenn die Ritze zwischen den Betten irgendwie unpraktisch war...

Zu meiner sehr positiven Überraschung gabs in unserem Zimmer nicht nur ein Bad (mit Dusche, WC, kleinem Waschbecken und Spiegelschrank), sondern auch eine Küche und die richtig gut ausgestattet mit Herd, Spüle, Kühlschrank (ohne Minibar)und jede Menge Schränken.Die Schränkle waren aber alle leer (sieht man von einer ollen Packung Tee ab, die andere Gäste wohl vergessen haben), wer Teller, Gläser, Besteck oder Töpfe möchte, muss sie unten aus einem Raum neben der Rezeption holen. Und man soll sie auch gereinigt wieder dort hinstellen.

Das Zimmer verfügte noch über einen kleinen Schrank, einen Tisch, einen Stuhl und einen Nachtschrank. Also durchaus nicht schlecht eingerichtet, aber irgendwas fehlt, zumindest wenn man bedenkt, dass wir eher einen typischen Hotel-und keinen Hostelpreis gezahlt haben...es gibt weder Telefon noch Fernseher. Aber so wild ist es nicht, denn telefonieren wollten wir eh nicht, da das vom Hotel aus immer sehr teuer ist und Fernsehen hätte es wohl auch nicht gebracht, da wir kein Finnisch verstehen. Wer Finnisch kann oder auch ohne Sprachkenntnisse mal finnisches Fernsehen sehen mag, kann in einen der beiden TV-Räume gehen, die es im Hostel gibt.

Die Gebäude liegen in einer Art kleinem Garten, so dass es in den Zimmer recht ruhig ist.

Soweit war alles schon ok, wenn auch der Preis für ein Hostel recht hoch war, aber da es ein Doppelzimmer und kein Schlafsaal war, das Hotel recht citynah und Helsinki ja auch eine recht teure Stadt ist, waren 75€/Nacht dann schon akzeptabel.
Sauberkeit

Leider putzte in der Zeit, in der wir da waren, niemand das Zimmer. Dabei kenne ich es sogar aus Schlafsälen in Hostels, dass da morgens jemand mit Putzzeug bewaffnet vorbeikommt und zumindest mal den Boden säubert. Im Academica muss man selbst putzen, neue Handtücher gibts auf Nachfrage an der Rezeption und neue Bettwäsche auch.
Das Geschirr muss man auch selbst reinigen und dann zurückstellen in den Raum neben der Rezeption. Das ist zwar theoretisch eine gute Idee, leider waschen nicht alle so richtig gründlich ab, so dass man, wenn man sich dann etwas holt, erstmal abwaschen muss. Und diese "Geschirrzentrale" ist recht chaotisch, da wird alles so gestapelt, dass es ein Wunder ist, dass es nicht zusammenkracht ;).

Das Frühstück

Wie schon gesagt, das Frühstück war im Zimmerpreis mit drin und so nutzen wir das natürlich auch.
Das Frühstück gab es nicht direkt im Hostel, sondern in einer Art Restaurant in unmittelbarer Nähe des Hostels.
Nachdem man dort seinen Frühstücksgutschein abgegeben hat, durfte man sich am Buffet bedienen.
Dort gab es jeden Tag dasselbe...
Kaffee, Milch, Kakao, Brötchen, Toast, Käse, Wurst, Müsli, Marmelade, Obstsalat und Haferschleim, letzterer sah so widerlich aus, dass ich beim Anblick eines Tellers Haferschleim erst dachte "igitt, da hat sich jemand in einen Teller übergeben und die räumen das nicht weg".
Ansonsten war das Frühstück aber schmackhaft, wenn auch nicht sehr abwechslungsreich.

Das Personal in dem Restaurant war auch gut, nur zerrten sie einem etwas arg schnell die Teller weg. Denn sobald da nichts mehr drauf war, nahmen sie den Teller weg, das fand ich schon komisch, wenn ich doch aber noch einen halben Toast in der Hand habe und die Hand nur mal zum Mund führte und deshalb mal kurz mein Teller leer war ;).
Aber gut, es gibt ja jede Menge Teller, zur Not holt man sich einen neuen.

Das Personal im Hotel

Vor allem an der Rezeption waren ständig mindestens 2 Mitarbeiter und das war auch nötig, denn das Hostel war ausgebucht und es herrschte viel Trubel.
Die Mitarbeiter sprachen gut Englisch und waren freundlich und hilfsbereit.
Praktisch fand ich, dass sie einem neben Postkarten auch Briefmarken verkauften, draußen vor der Hosteltür war dann auch gleich noch ein Briefkasten ;).
Den einzigen weiteren Angestellten, den wir sahen, war ein junger Mann, der aussah wie ein Backpacker, der nun putzen muss, weil er die Rechnung nicht bezahlt hatte und der jeden Morgen vor der Rezeption einen Wischmob schwang.
Informationen und Internet
=

Direkt in der, recht ungemütlichen, Lobby befinden sich 2 Tische mit allerlei Infomaterial über Helsinki und Finnland allgemein.
Wer lieber im Internet nach Infos sucht oder aber eMails nach Hause schicken will, zahlt unglaubliche 8€ für eine Stunde!
Billiger ist das Surfen im Internet-Café in der Nähe und ganz kostenlos in der Post am Hauptbahnhof, so dass wir von dem einen Computer im Hotel keinen Gebrauch machten.

Sauna und Swimmingpool

Der Swimmingpool und die Sauna waren auch ein Kriterium, auf das ich bei der Buchung des Hotels geschielt hatte, denn wenn es in Helsinki schon soviele Hotels gibt, die sowas haben, wollte ich auch in einem solchen schlafen und mal Schwimmen gehen und in die Sauna sowieso, das gehört ja zu Finnland. Und beim Academica stand in der Hotel-Beschreibung, sie hätten beides dabei und im Preis inbegriffen.
Haben sie auch wirklich. Sowohl Sauna als auch Swimmingpool sind aber nur morgens offen und dann wird bei beidem auch nach Männern und Frauen unterschieden. Im Klartext bedeutet das, von 7-7:45 Uhr ist für Frauen Sauna und Schwimmen angesagt, von 7:45-8:30 Uhr für die Herren. Und ansonsten sind Sauna und Pool schlichtweg geschlossen. Man hätte nur noch die Möglichkeit gehabt, die ganze Sauna zu mieten (abends für 6 Stunden), das kostet dann 150€...Na toll....wir wollten die Sauna ja nun nicht kaufen ;).
Naja, und da das ganze ja auch zur sehr früher Uhrzeit ist und ich im Urlaub nicht vor 7 Uhr aufstehenmag, nur um in die Sauna zu gehen, haben wir weder Sauna noch Schwimmbad getestet.
Publikum

Es ist nur sehr wenig typisches Hostelpublikum dort gewesen. Sonst trifft man in Hostels ja nahezu ausschließlich Backpacker. Im Academica sind alle Altersklasse vorhanden und auch viele Touristen, die man auch in jedem anderen Hotel treffen würde. Nur Geschäftsleute habe ich gar keine gesichtet.

Sicherheit

Noch kurz ein Wort dazu....die Zimmertüren sind recht schwer zu öffnen, noch schlimmer ist es mit den Flurtüren, die man mit nur mit dem Schlüssel öffnen kann, den man auch noch verkehrtherum drehen muss (also wenn man aufschliesst, muss man ihn so drehen, als ob man zuschliessen will).. Im Brandfall kann das fatal enden...
Fazit

Naja, das Hostel ist an sich schon ok, auch die Preise sind akzeptabel, wenn man bedenkt, wie das Preisniveau allgemein in Finnland ist und das Hotel in der City war. Dennoch fand ich, dass es nicht grad schön war, für einen Hotel-Zimmerpreis größtenteils Hostelstandard zu bekommen.

Zur Weiterempfehlung, habe mich für empfehlenswert entschieden, denn irgendwie ist es ja schon weiterzuempfehlen, schlecht wars nun nicht und es gibt auch wenige Alternativen in Helsinki.
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Weighardt

Weighardt

04.09.2005 23:19

Sehr anschaulich und ausführlich, ohne das Dein Beitrag "lang" wirkt. Liest sich auch sehr flüssig. Einfach klasse!

Sternensilber

Sternensilber

17.09.2004 11:21

Würde mir mit Sicherheit keine noch teurere Unterkunft nehmen, weil man ja eh nur die Stadt anschauen will und nicht im Hotel verweilen. Aber für das was geboten wird sind die Preise schon hammermäßig. Aber ich hab gehört, daß Oslo Helsinki um einiges übertrifft. Gruß Anne

Batida0602

Batida0602

10.09.2004 23:48

HHmm, ist ja wirklich etwas *räusper* schlicht ;-).

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