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Erfahrungsbericht

für Westbahn Hotel, Wien
2 Sterne Knappes 3-Sterne-Hotel mit 4-Sterne-Etikett Bericht mit Bildern
253 von 253 Ciao User haben diesen Bericht als hilfreich bewertet Bewertungen ansehen
Empfehlenswert: Ja

Pro zentral günstig wohnen in schönem Altbau mit hübschem Innenhof

Kontra Minibarfalle, Zimmer zur Straße laut, in Zimmern zum Innenhof hört man Lärm anderer Gäste

Detailbewertung

Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Service
Essen & Trinken
Atmosphäre
Sauberkeit
Behindertenfreundlichkeit

Der Autor

Katzimoto Seit 16 Nov 2009

Danke für 57 % BH Kühne SalatLust Apfel-Schnittlauch!!! - wer nur eine schnelle Gegenlesung will... mehr

79 Mitglieder vertrauen mir
Buchung und Preis:

Wir wollten auch auf unserer achten Station wie immer möglichst zentral wohnen, aber die Innenstadthotels waren uns zu teuer (Hochsaisonpreise). Gesucht wurde also ein verkehrsgünstig gelegenes Hotel, dass vom Bahnhof Meidling (der bis 2012 die Funktion des Südbahnhofs übernommen hat, der zum neuen Hauptbahnhof ausgebaut wird) ohne viel Umsteigen erreicht werden konnte. Die Gegend um den Westbahnhof erfüllt dieses Kriterium und unsere Weiterfahrt startete auch dort, so dass wir die Suche auf diese Gegend eingrenzten.
Die Beschreibung des Hotels Westbahn bei HRS klang gut und 98,- € ÜF im DZ erschien uns für Wien nicht zu teuer. Da es Bewertungen im Internet mit Hinweisen auf eine laute Lage gab (das Hotel liegt an einer stark befahrenen vierspurigen Straße), ergänzte ich die Buchung mit den Kreuzchen bei „Doppelbett, Nichtraucher, ruhiges Zimmer“ um die ergänzende Bitte nach einem ruhigen Zimmer zum Innenhof.

Lage/ Anfahrt:

Das Hotel liegt an der Nordseite des Westbahnhofs, nur von der stark befahrenen Felberstraße getrennt. Von Wien-Meidling aus mit der U6 Richtung Floridsdorf 4 Stationen fahren und „Westbahnhof“ aussteigen, den Ausgang „Felberstraße“ nehmen, in Richtung des von dort sichtbaren Brunnens laufen und dort links in die Felberstraße abbiegen, ca. 100 m weiter befindet sich das Hotel an der Ecke Felberstraße/ Pelzgasse. Wir haben gleich die 72-Stunden-Wien-Karte für 13,60 € für alle öffentlichen Verkehrsmittel erworben (24h-Karte 5,70 €), die Einzelfahrt hätte 2,- € gekostet. Nur wenige Schritte vom Hotel befindet sich die Mariahilfer Straße mit zahlreichen Geschäften, die zum Shoppen einladen, sie führt bis an den Rand der Innenstadt.
Parkplatz

Es soll für den stolzen Preis von 19,- € pro Tag auch Parkplätze geben, als Bahnfahrer können wir dazu aber nichts näheres sagen.
Hotel

4* Westbahn am Europaplatz
Pelzgasse 1
1150 Wien
Telefon: 0043-198 214 80
Fax: 0043-198 521 01
www.westbahn-hotel.at
office@westbahn-hotel.at

Das Hotel wurde 1868 gebaut und ist ein Familienbetrieb (Biebersteiner KG - Familie Bieberstein). Es verfügt auf 3 Etagen über 51 Zimmer, davon 12 EZ, 1 Suite und 3 Juniorsuiten und einen großen Innenhof, den wir aber nicht nutzen konnten, weil er während unseres Aufenthaltes als Seminarplatz verwendet wurde (an diesem Seminar hätten wir bei Interesse auch bei geschlossenem Fenster teilnehmen können – glücklicherweise endete es meist, bevor wir von unseren Touren zurück kamen).
Ankunft/ Rezeption

Als wir um 12:30 Uhr im Hotel ankamen, wurde zunächst unsere Reservierung nicht gefunden, aber mit dem Ausdruck der Buchungsbestätigung von HRS tauchte sie aus einem verborgenen Winkel des Reservierungscomputers doch noch auf. Leiser war unser Zimmer noch nicht fertig (erst ab 14:00 Uhr), so dass wir nur unser Gepäck hinter der Rezeption abstellten und erstmal mit Stadtplan (von der Rezeption) und Reiseführer loszogen.
Um 15:00 Uhr zurück kommend erhielten wir gleich unseren Zimmerschlüssel mit der Nummer 205. Die Rezeption ist rund um die Uhr besetzt, daneben steht ein Tisch mit Stuhl und PC mit Internetzugang (kostenlos), die Einrichtung wirkt recht kommodig. Der Lift ist auch nicht mehr der neueste (ohne Sicherheitstür, also nix für Kinder in Alleinfahrt) und für 2 Personen mit Gepäck recht eng.
Zimmer 205:

Also Zimmertür aufgeschlossen – huch, da ist ja noch eine Tür – diese auch geöffnet und schon standen wir im Zimmer … nach dem auf der HRS-Homepage gezeigten Foto und der 4*-Kategorie hätten wir schon ein größeres Zimmer erwartet. Wir befanden uns in einem ca. 16 m² großen Raum mit genau den Möbeln, die auf dem Foto auf ein doppelt so großes Zimmer verteilt waren. Ein Blick auf den Fluchtplan zeigt uns, dass wir ein mittelgroßes Zimmer haben (es gibt NOCH kleinere, aber auch etwas größere Zimmer).

Rechts stehen ein Kofferbock (nur halb ausgeklappt, da der Platz fehlt), ein Kleiderschrank (mit nur einem oberen Fach, Stange und Kleiderbügeln) und links daneben eine längere Arbeitsplatte mit untergebauter Minibar, Snackschrank und Schreibtischstuhl; auf der Arbeitsplatte ein kleines TV-Gerät, eine Tischlampe und ein Wasserkocher.
Auf der linken Zimmerseite steht das Doppelbett (160 * 200) mit zwei Nachtschränken und je einer Tischlampe, an der hinteren Wand vor dem Fenster zwei üppige Sessel mit einem runden Tisch dazwischen. Das Zimmer ist dadurch so voll, dass man gerade noch zum Bad durchgehen kann, aber es gibt keinen Platz, um den Kofferbock richtig aufzubauen, so dass wir ihn halbaufgeklappt in der Nische lassen und eine Reisetasche darauf deponieren.

Die Decke (weiß) und Wände sind frisch gestrichen, der Fußboden Parkett. Schreibtisch, Schrank, Tisch, Stuhl, Sessel und Gardinen sind wie neu, während Bett, Türen und Fenster deutlich abgestoßen wirken. Die Matratze ist leider nicht so toll – einerseits fest und nicht federnd, hängt sie doch ein wenig durch, so dass ich mit leichten Rückenschmerzen aufwache. Die Kopfkissen sind ausreichend fest, die Decke besteht den Kuscheltest.

Über eine Klimaanlage verfügt das Hotel leider nicht – und das ausgerechnet in der wärmsten Nacht unserer Reise, so dass wir im Zimmer über 26 °C messen. Da unser Zimmer zum Innenhof geht, können wir nachts die zwei Fensterscheiben (an einem Fenster!) öffnen, denn um 21:00 Uhr wurde scheppernd das Geschirr und die überquellenden Aschenbecher eingesammelt, so dass wir bis 07:00 Uhr absolute Ruhe hatten.
Das Hotel ist trotz der doppelten Fensterausstattung nach draußen rund der doppelten Türen zum Flur recht hellhörig. Die versprochenen Lärmschutzfenster gibt es zumindest zum Innenhof nicht.

Bad:
Das Bad wirkt – bis auf die abgestoßenen gelben Fliesen auf dem Fußboden – frisch renoviert mit Waschbecken, Spiegel, Duschkabine und Toilette, zusätzlich steht darin ein Holzregal, in dem alle Kosmetik reichlich Platz findet, die Belüftung erfolgt automatisch.

Die Minibarfalle
In der Hotelbeschreibung von HRS steht, dass die Zimmer über Kaffee/ Teezubereitung verfügen. Tatsächlich steht auch ein Heißwassergerät auf der Arbeitsplatte und im „Kiosk“ genannten Schränkchen befinden sich Tassen, Teelöffel, 5 Beutel Früchtetee, 1 Beutel Earl Grey, 2 Tüten Kakao, 1 Knorr-Trinksuppe und einige Kaffeetütchen. Die Suppe machte mich misstrauisch und ich studierte den Minibarzettel und fand neben den Preisen für Sekt (8,20 €), Mineralwasser (3,- €), Bier (3,60 €) etc. auch: „2 Kaffee 2,80 €/ 6 Tee & Kakao 2,80 €/ 1 Suppe 3,80 €“. Ich war erstmal sprachlos – so eine Unverschämtheit habe in noch in keinem Hotel gesehen. Auch wenn es in Europa im Gegensatz zu Asien und USA Kaffee- und Teezubereiter leider noch kein Standard sind, habe ich noch nirgendwo für den selber zubereiteten Kaffee oder Tee zahlen müssen. Das ist unverschämte Abzocke. Also kauft euch lieber im Supermarkt Teebeutel oder Kaffeepulver, das ist billiger (musste ich ja sowieso, weil es beim Frühstück keinen schwarzen Tee gab).

Andere Zimmer:

Ich habe während der Zimmerreinigung, als die Türen offen standen, mal in andere Räume gelinst. Raum 201 ist deutlich größer, hat aber Fenster zur Straße. Raum 202 ist ein winziges Loch mit zwei Einzelbetten rechts und links, denn ein Doppelbett würde in diesen Raum nicht hinein passen. Zimmer 203 ist – bis auf Sessel und Tisch, die fehlen – ähnlich möbliert wie unser Zimmer, aber deutlich kleiner. Mein Tipp: Zimmer zum Innenhof mit Doppelbett bestellen, damit man garantiert das „Loch“ mit den Einzelbetten vermeidet.
Frühstück

Das Restaurant ist07:00 - 10:00 zum Frühstück, 12:00 – 14:00 zum Mittagessen und 18:30 – 21:00 zum Abendessen geöffnet.

Frühstück:
Vom Lift geht es zunächst durch den Raucher-Frühstücksraum (Hoffmann-Ybbs-Saal, vgl. Foto) in den Nichtraucher-Raum, in dem auch das Buffet aufgebaut ist. Der Raum ist hell und freundlich eingerichtet, aber die Tischdecken sind fleckig und die hellen Stuhlbezüge auch. Kaffee gibt es aus einer großen Silberkanne mit Stövchen zum Zapfen, heißes Wasser steht in einer Thermoskanne bereit, dazu 6 Sorten Meßmer-Tee. Wer wie ich weder Earl-Grey noch Kamille, Pfefferminze oder 6-Kräuter zum Frühstück mag, sollte sich Schwarzteebeutel mitbringen (oder im nächsten Supermarkt kaufen), denn hier gab es sie auch auf Nachfrage nicht. Die „heiße“ Milch im offenen Silberkännchen ist nur knapp lauwarm, so dass ich auch nicht auf Kakao ausweichen mag.

Auf dem Buffet stehen 3 Marmeladensorten, 2 Honigsorten, Obst (Apfel, Pfirsich, Kiwi, Weintrauben), 3 Jogurtsorten, 4 Cerealien, Trockenpflaumen, Orangensaft, Rührei (schon etwas abgestanden um 09:00 Uhr, aber noch gut und saftig), Butter, Margarine, 5 Käsesorten, 6 Wurstsorten (mal nicht Jagd- und Mettwurst, sondern eine gute Auswahl österreichischer Aufschnitt aus rohem und gekochtem Schinken, Speck, etc.), 1 Sorte Graubrot, Toast, Kuchen (2 Tage Marmorkuchen, 1 Tag Apfel- und Quarkstrudel), 1 Sorte Brötchen.

Da fiel die Brötchenauswahl nicht schwer – leider entpuppten sich diese als zähe Gummibälle. Das lag wohl nicht daran, dass sie alt waren, sondern vermutlich an der falschen Aufbewahrung ohne Luft unter einer Aufschnittglocke … daher wanderte mein Brötchen auf den Toaster, zwei- oder dreimal gewendet (Achtung, nicht verkohlen!) – und ja, die Brötchen waren frisch, aber eben luftdicht misshandelt worden. Aber schon lästig, dass man seine Brötchen erst mal „aufkrossen“ muss …
Fazit:

Positiv:
- zentrale Lage am Westbahnhof
- Zimmer zum Innenhof ruhig, so dass bei offenem Fenster geschlafen werden kann
- Preis für die Lage akzeptabel
- kostenloser Internetzugang mit Schreibtisch und Stuhl in der Lobby
- freundliches und hilfsbereites Rezeptionspersonal 24 Stunden vor Ort
- für Raucher: ihr habt einen eigenen großen Speisesaal

Negativ:
- kleine Zimmer (und wir hatten nicht das Kleinste; mein Tipp: unbedingt auf Doppelbetten bestehen, da die Zimmer mit den Einzelbetten die allerkleinsten Räume sind)
- kein Klimaanlage
- Räume entsprechen eher einem 3*-Hotel
- Gummibrötchen, lauwarme Milch und kein schwarzer Tee zum Frühstück
- für Nichtraucher: Der Qualm aus dem Raucherspeisesaal zieht durchs Haus, weil Türen offen stehen
- teurer Parkplatz (19,- Euro), wenn ihr mit dem Auto anreist.


Für die falsche Beschreibung und das Foto mit großem Zimmer ziehe ich den 1. Stern ab, für das mäßige Frühstück den zweiten und den dritten für die Minibar-Abkoche und den durch das ganze Haus wabernden Zigarettendunst. Verbleiben noch 2 Ciao-Sterne.

Dieses Hotel kann ich nur wegen der Lage, des relativ günstigen Preises und dem netten Personal gerade noch empfehlen.

Bilder

für Westbahn Hotel, Wien
01-Westbahnhof_Wien - Westbahn Hotel, Wien
Doppelzimmer 205 zum Innenhof
von Katzimoto Katzimoto
01-Westbahnhof_Wien - Westbahn Hotel, Wien

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Kommentare

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  • Isbel 17.05.2012 00:18
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    bh :)

  • Whitesnake83 07.05.2012 06:44
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    Ich kenne die Bahnhofssituation in Wien natürlich sehr gut. Ende 2012 wird der Ostbahnhof (am Areal des späteren Hauptbahnhofs) geschlossen und der Hauptbahnhof nimmt mit vier Gleisen den betrieb auf (Meidling bleibt tempor aber weiter der "Hauptbahnhof"). Ich kenne das Gebiet des Westbahnhofs ganz gut und der Wunsch nach einem ruhigen Zimmer ist sehr legitim. Bei deinem Bericht sind mir 3 Dinge aufgefallen: laut dem Raucherschutzgesetz darf es nicht so sein, dass man als Nichtraucher in den Nichtraucherbereich durch einen Raucherbereich gehen muss. Das habe ich mir deswegen so gut gemerkt, weil ja dadurch in einem Wirtshaus die Theke ein Nichtraucherbereich wäre (außer sie wäre nicht beim Haupteingang). Andererseits muss der Raucherbereich kleiner sein (da hast du eh geschrieben). Eine typisch österreichische Lösung ;) Ansonsten schmeicheln deine Bilder dem Hotel :) Von mir ein BH.

  • MonaR 29.04.2012 16:27
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • Winnie24 18.04.2012 12:13
    Bewertete diesen Bericht als
    sehr hilfreich
  • mozarteum 03.02.2012 19:31
    Bewertete diesen Bericht als
    besonders hilfreich

    wahnsin diese kommentarvielfalt ....! :-( irgendwie habe ich bei diesen hotels den eindruck, dass man meint, der gast hat das zu akzeptieren was man ieten will und darf dafür fordern, was einem beliebt. hoffentlich führen solche berichte dazu, dass hier eine entsprechende resonanz einsetzt ... lg detlef :-)

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